Zu jener Zeit war die Band neben Slayer das Aushängeschild von Rick Rubins „Def American“-Label, das heutzutage unter „American Recordings“ firmiert.Es ist der Band hoch anzurechnen, dass sie eben nicht den sicheren Weg gewählt und die Stilistiken des Vorgängers in „How The Gods Kill“ hat einfließen lassen; das Drittwerk ist die wohl düsterste und sperrigste Veröffentlichung der klassischen Danzig-Phase (1988-1995). Der Opener „Godless“ startet wie gewohnt als furioser Uptempo-Bluesrocker, mutiert aber in der Folgezeit zur fiesesten Doomwalze, die die Band bis zum heutigen Tag veröffentlicht hat. „Anything“ ist im Anschluß die an ungewohnter Stelle platzierte Gänsehautballade, einmal mehr gekrönt von einem furiosen John Christ-Solo. Der Titeltrack startet als abgrundtief dunkles Stück Doom, um dann in der Folgezeit unnachahmlich zu detonieren. „Dirty Black Summer“ ist der vielleicht straighteste Song des Albums und bis heute ein Live-Favorit.Die eigentlichen Höhepunkte von „How The Gods Kill“ erscheinen allerdings erst in der zweiten Hälfte: Das aggressive Gemetzel „Left Hand Black“ ist der perfekte Gegenpart zum folgenden Blues/Doom-Inferno „Heart Of The Devil“, bevor dann mit „Sistinas“ die wohl stärkste Danzig-Ballade auf den Plan tritt. Simpel konstruiert, in der Wirkung aber unübertroffen. Der Abschluß der Scheibe konnte mit dem klassischen Rocker „When The Dying Calls“ nicht besser zelebriert werden.“How The Gods Kill“ ist vielleicht nicht die stärkste Danzig-Scheibe (qualitativ stehen die ersten vier Alben trotz aller Unterschiede auf einer Stufe), kann aber mit einer düsteren Atmosphäre punkten, die ihresgleichen sucht. Einziger Schwachpunkt ist die Produktion; nur allzu deutlich zeigt sich hier, dass Glenn Danzig hier unbedingt Rick Rubin hereinreden wollte. Unsauberer und dreckiger als gewohnt präsentiert sich das Album, was aber im Endeffekt der Stimmung der Scheibe angemessen erscheint.