Spätestens seit Atlantean Kodex dürften Cruz Del Sur Music als Qualitätsgarant bekannt sein. Dark Forest fügen sich, nach zuvor einem Demo, drei EP’s und der vor zwei Jahren veröffentlichten, ersten Langrille, gütetechnisch nahtlos ein. Ergo keine wirklichen Newcomer, eher im Untergrund wahrgenommen bislang. Das sollte sich doch mit „Dawn Of Infinity“ ändern lassen.

Ohrenzeugen der Vorgängerwerke wird der arg pathetische, charmant ungekonnte Gesang entweder genervt oder gerade deshalb gefallen haben. Gitarrist Christian Horton hat jedenfalls das Mikro an Neurekrutierung Will Lowry-Scott abgegeben. Gute Wahl. An Dark Forests Schrulligkeit oder Kauzigkeit, wie man so gern sagt, hat das glücklicherweise nichts geändert.

Die zehn Tracks sind allesamt verdammt eingängig geraten, zünden auf Anhieb und wachsen doch stetig. Ohne bloßes Duplikat zu sein, ist die gewichtige Maiden-Prägung natürlich nicht zu leugnen, überhaupt NWOBHM. In den frühen resp. mittleren Achtzigern vom Metal-Gott unveröffentlicht in ein Zeitloch gezwängt und heute durch die dunkelwäldlerischen, spielfreudigen Twin-Guitars, mit folkloristischer Grobheit ins Jetzt geleitet. Das epische „The Tor“ sagt auch mal „Into Glory Ride“, Anderes erinnert an eine britische Version von Slough Feg. Überhaupt: Very British.

Dark Forest betreiben durchgängiges Auffahren von Hits, die ihre kleinen Längen haben mögen und doch immer die Langeweile zu umfahren wissen. Nur ein paar mehr wirklich große Momente dürften es noch sein. Ein prächtiger Old-School-As-Fuck-Spaß für Nostalgiker und Teilzeit-Nostalgiker, die in Kutte gern mal mit rostigem Schwert gestenreich durch den Wald stolpern und doch keinem Ast, geschweige denn einem Wildschwein, etwas zu Leide tun könnten.

Fists fill the air. Na hoffentlich.

Tracklist:

  • 01. Hourglass
  • 02. Lightyears On
  • 03. The Green Knight
  • 04. Seize The Day
  • 05. The Tor
  • 06. Through A Glass Darkly
  • 07. The Stars My Destination
  • 08. Under The Greenwood Tree
  • 09. Black Delta
  • 10. Deadly Premonition