Das britische Death Metal Schlachtschiff Bolt Thrower

Das britische Death Metal Schlachtschiff Bolt Thrower

Alle Jahre wieder legt das britische Death Metal Schlachtschiff Bolt Thrower ab um die gesamte Metalgemeinde mit einem neuen Album zu erfreuen.

Bolt Thrower – Those Once Loyal

Bolt Thrower - Those Once Loyal
Bolt Thrower – Those Once Loyal
Zwar gewinnen die Briten mit ihrem neuesten Werk keinen Innovationspreis, aber einer für Sympathie ist ihnen sicher. Alle abgefeuerten Lieder landen Zielgerichtet, im Mid-Tempo, im Ohr des Zuhörers. Leider hebt sich kein Track richtig hervor, alleine der Titeltsong „Those Once Loyal“ macht schon beim ersten Hören auf sich aufmerksam und lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die Gitarren stehen bei den meisten Songs im Vordergrund und das zu Recht. Es wird einem eine Ohrwurm Riffattacke nach der anderen serviert, welche zwischendurch durch einige Soli abgeschmeckt werden, einfach herrlich so etwas. Bei vielen Songs bekommt man leider ein „Das habe ich irgendwo schon mal gehört“-Gefühl, was aber im Mid-Tempo Bereich wohl kaum zu vermeiden ist. Und wenn man sich schon mal im Mid-Tempo festgefahren hat, holt man die große Groove Kanone raus und mäht alles um, was nicht mit dem Kopf wackelt. Man muss schon krampfhaft dagegen ankämpfen, nicht in den Sog der Musik gezogen zu werden. Einen Vergleich mit früheren Werken kann ich hier leider nicht ziehen, weil ich mich bisher nicht großartig für Bolt Thrower interessiert habe, was sich in Zukunft aber ändern wird. Allein durch die interessanten Gitarren und die einprägsame Stimme schafft man es, sich aus dem Metalsumpf hervorzuheben.

Eine wunderbare Platte um eine langweilige Party wieder auf die richtige Bahn zu lenken.

Fazit: Fans der alten „Six Feet Under“ und „Amon Amarth“ müssen sich diese CD unbedingt holen, alle anderen sollten einen Blick riskieren.

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Label: Metal Blade Records
Genre: Death Metal
Releasedate: 2005-11-11
Web: http://www.boltthrower.com/
Punkte: 9

Autor: Peeper

Interview mit Barry “Baz” Thomson von Bolt Thrower

Portrait:
Name: Barry “Baz” Thomson
Instrument: Gitarre
Wohnort: Coventry
Beruf: Elektroniker
Sideprojekts: Keins, man kann sonst nicht 100 % geben.

Aktuelle Top 5 Alben:
– Sacrilege – Within The Prophecy
– Discharge – Hear Nothing See Nothing Say Nothing
– Slayer – Reign In Blood
– The Stranglers – Black And White
– The Prodigy – Their Law

Lieblingssong von der neuen Bolt Thrower: Anti-Tank (Dead Armour)

Es ist der 23.4.2006, ein schöner Abend in Bremen und vor mir sitzt ein recht entspannter Baz Thomson. Karl Willets ist auch anwesend, schont sich aber für den Gig und lässt sich nur zu einigen (mir aufgrund des Nuschelns und des fiesen Akzents nicht verständlichen) Zwischenrufen ermuntern. Außerdem sitzt noch ein Kollege von Radio FFN Flash Metal (Kürzel FFN) am Tisch. Daher sind die Fragen auch etwas ungeordnet und nicht alle von mir…
FNN: OK, Baz. Ist der Club nicht etwas klein?

Baz:Yeah. Uns wurde gesagt hier würden 400 Leute reingehen. Allerdings dachten wir es wäre die Bühnengegend und nicht ins ganze Gebäude. Hahaha. Wir haben auch schon das Schild am Eingang gesehen, auf dem die Leute informiert werden, dass es keine Tickets mehr gibt.

So kriegen sie ihr Geld zurück oder wissen wenigstens, dass es nicht so gut wird, wenn sie reinkommen. Es wird einfach zu voll sein und sie werden sich nicht bewegen können. Das ist nicht fair.
OM: Wo wir gerade bei Gigs sind. Wie kommt es das eure Konzerte immer so billig sind? 11 Euro für drei große Bands, das ist erstaunlich wenig.

Baz:Du musst nur den Willen haben, es zu tun. Das ist alles.

Wir könnten Mittelsmänner haben, weißt du? Wir haben keine Bookingagents und lokale Promoter und Clubs oder so. Wir gehen direkt zu den Konzerthallen, wir buchen diese Hallen und vermeiden die zusätzlichen 20% hier und 20% da. Wir könnten den doppelten Preis verlangen, aber warum?

Wir wollen das die Leute herkommen, den Gig sehen, einen guten Abend haben, ein paar Bier kaufen…ein T-Shirt kaufen, hahaha.. Sie sollen das Geld haben um sich ein Shirt zu kaufen und es lohnt sich für uns. Wenn wir billiger werden, kaufen die Leute eher ein Shirt und können sich auch noch ein paar Bier kaufen.

Jeder hat eine gute Zeit. Wir machen auch Geld, vielleicht nicht soviel wie andere Bands, aber wir können nachts schlafen.

FFN: Genau. Lass uns etwas allgemeiner werden.Wenn ich Wörter wie „Constancy“ nachschlage, dann erinnert es mich immer an Bolt Thrower.

Wie schafft ihr es diese hohe Qualität über die Jahre zu halten? Da ist eine unglaubliche Beständigkeit in allem was ihr macht. Kritiker würden sagen es klingt gleich, aber die vorsichtigen Hörer wissen, dass es das nicht ist.

Baz:Vor vielen Jahren sagten die Leute schon, unsere Alben würden gleich klingen. Wir haben dann immer danke gesagt, weil es das war was wir wollten. Wir wollten nach Bolt Thrower klingen. Wir wollen nicht nach dem neuesten Trend klingen. Bolt Thrower werden immer Bolt Thrower Musik machen. Das kommt daher, das unsere Lieblingsbands in unserer Jugend alle scheiße wurden. Sie fingen an ihren Stil zu verändern und waren nicht mehr die Band die sie eigentlich waren. Wir werden uns niemals ändern, wenn wir uns ändern, dann packen wir ein.

Wir wollen halt nur Bolt Thrower Musik machen.
FFN: Das erinnert mich an eine kleine Sache von der neuen CD. Ist dir aufgefallen, das ihr anfangt Sachen von den alten Scheiben zu wiederholen? Besonders ist mir das bei dem Song „Those Once Loyal“ aufgefallen, wenn ich den im Songwriting mit „IVth Crusade“ vergleiche.

Baz:Das ist möglich. Manchmal ist es ähnlich. Wenn du ein neues Slayer „Reign In Blood“ Album kriegen würdest, würdest du es annehmen? Siehst du. Damit schließe ich den Fall. Hahaha.

Manche sagen auch, eure Alben sind nicht sehr lang. Und wieder sage ich „Reign In Blood“ 38 Minuten, großes Album. Jeder sucht halt nach seinem „Reign In Blood“. Wir versuchen beständig zu sein und gute Qualität zu liefern. Darum kommt auch nicht jedes Jahr ein Album von uns. Wir bringen unsere Alben raus, wenn sie fertig sind. Wahrscheinlich sind wir der Alptraum der Labels. Jedes Label hasst uns, weil sie möglichst schnell Geld machen wollen. Möglichst jedes Jahr.

Aber wir sagen, das Album wird dann nicht gut werden. Klar würden sie Geld damit machen, aber es wäre nicht gut.
FFN: Ihr hattet erst zwei Label bis jetzt.

Baz:Das stimmt, aber sie hassen uns. Sie wollen, dass wir immer mehr und mehr machen, aber das ist falsch. Wir brauchen halt mal zwei oder mal drei Jahre für ein Album. So sind wir einfach und wir werden uns nicht ändern nur um Geld zu machen. Wir wollten immer eine coole Band sein, eine coole Band die niemals von dem Weg abweicht, den wir gehen wollen.

OM: Wenn wir schon bei der Musik sind:

Ihr habt acht Scheiben draußen, die alle das Thema Krieg behandeln. Kein einziger Song ist über etwas anderes.

Baz: Das ist nicht immer richtig. Die Titel gehen zwar alle in die Richtung. Aber speziell die alten Sachen sind doch anders und Karl wird das bestätigen. Die sind auch über persönliche Erfahrungen. Einwurf von Karl aus der Ecke

Es ist zwar schon viel vom Kriegsthema, da stimm ich zu, aber wenn du mal die Texte liest und den Titel weglässt, dann sind nicht mehr so viel Bezüge zum Krieg darin. Schau mal durch die alten Sachen, dann wirst du wissen was ich meine.

OM: OK, werd ich machen.

FFN: Es scheint mir ziemlich schwierig eine Setlist zu machen. Wie entscheidet ihr euch und wie oft gibt es Streit dabei?

Baz:Das sind tatsächlich immer die anstrengendsten Sessions die wir haben, weil jeder seine Faves hat. Karl und wieder unmöglich zu verstehen

Jeder will halt bestimmte Songs spielen. Wir picken dann immer welche raus. Nicht unbedingt die besten, aber die, die ein Set ergeben. Manche der richtig guten klingen live vielleicht zu ähnlich und wirken dann langweilig. Wir versuchen dann immer die Songs zu nehmen, die jeder hören will, aber auch was von den alten Sachen spielen und was von den neuen.

Es gibt immer viel zu entscheiden. Da wird das neue Album promoten werden es wohl vier Stücke davon heute abend. Wir haben uns für heute noch nicht geeinigt.
FFN: Gehen wir mal weg von Bolt Thrower und kommen zu englischen Bands allgemein. Was denkst du z.B. über Dragonforce, eine der wenigen englischen Bands mit guten Kritiken.

Baz:Ich muss sagen, ich hab den Namen noch nie gehört.
FFN: Und Venom, was denkst du über die neue Venom?

Baz: Ein Klassiker. Coole Jungs.
FFN: Was hälst du von den Reunions von Maiden und Priest?

Baz: Kein Problem.
FFN: Ernst oder ist es nur moneymaking?

Baz: Die Leute haben die Wahl ob sie die sehen wollen oder nicht. Wenn sie das wollen, dann ist es eine gute Idee, wenn nicht dann ist es eine schlechte. Aber ich denke jeder wird losgehen und sie sich anschauen.
FFN: Ich hab die DVD von Priest in Japan gesehen und es war traurig. OK, die Jungs sind nicht mehr wie vor 20 Jahren…aber es war traurig Halford auf der Bühne zu sehen.

Baz:Ich hab sie nicht gesehen. Es ist so. Man muss seinen persönlichen Stolz wahren, wenn man nach 20 Jahren auf die Bühne geht. Ich meine, wir sind auch schon seid 20 Jahren dabei, vielleicht sind wir heute auch traurig.
FFN: Es war ein bisschen so in Osnabrück, im Januar. Ich denke aber Jo war krank den Abend…

Baz: Sie ist heute auch krank.
FFN: Also ist die Setlist heute wieder nur 70 Minuten lang?

Baz: Sie hat Grippe. Das ist nun mal so wenn man in einem Bus wohnt. Da geht so was immer rund. Besonders wenn du aus dem Norden kommst. Wir waren in Norwegen. Jetzt fahren wir nach Spanien. Von einem Extrem zum anderen. Aber das ist halt so auf Tour. Wir sind das schon gewöhnt.
OM: Nochmal zurück zu England. Wie ist die Metalszene in England? Wie er schon sagte kommen nicht viele Bands aus England aufs Festland. Spontan fallen mir nur 5 oder 6 Bands ein.

Baz: Die Szene ist nicht so gut. Wir haben unsere erste Tour vor zwei Wochen dort gemacht und es ist die erste seit 13 Jahren, oder so. Wir spielen da normalerweise nicht, nur ab und an mal in London. Es ist ein seltsames Umfeld. Hier in Deutschland sind die Leute sehr zuvorkommend und nett in den Clubs. In England versuchen sie ständig dich übers Ohr zu hauen. Sie versuchen dir dies und das wieder wegzunehmen. Sogar das Essen, welches sie vorher zugesagt haben. Es ist ein echt hartes Land um zu touren. Vielleicht nicht für größere Bands, die in größeren Hallen spielen…Nur London war gut. Gute Stimmung, gute Halle usw. Irland war gut, Schottland war auch gut, auch wenn da mehr Leute hätten sein können.

Die Fans sind gut, es sind meist die Clubs, die unser Land runterziehen.
FFN: Das erinnert mich an Aaron von Primordial. Er hat mal gesagt: „Some music still comes from the heart.“ Und ich denke das denken auch die Fans und so kann eine kleine Menge auch ziemlich abgehen.

Baz: Yeah. Jeder Gig der Tour war fantastisch. Wir haben in einigen kleineren Orten gespielt. z.B. South Hampton, da waren…120… Karl?… Karl: 120 Leute. Aber es war wie vor 600 Leuten zu spielen. Die hatten wirklich ne gute Zeit. Es war halt einer dieser Auftritte. Wenn du anfängst zu spielen und das Feedback kommt, dann fühlt es sich gut an. Das macht die Show besser, das macht dann wieder die Fans glücklicher und damit ist es auch für uns wieder besser. Es dreht sich im Kreis. Man kann auch in einer großen Halle spielen. Dann hat man nen Graben und kann die Fans kaum sehen, weil das Licht blendet. Das ist wie vor einer leeren Halle spielen. Du stehst da und die Fans gucken dich nur an. Das hat kein Feeling. Das ist der Grund, warum wir in kleineren Clubs spielen.
OM: Ist das der Grund warum ihr nicht auf großen Festivals spielt?

Baz: Exakt. Genau das. Es gibt auch ein paar „Preisprobleme“ die wir mit Festivals haben. Wir mögen die Art und Weise nicht, mit der Festivals promotet werden. Die können dann halt ihr Festival machen und glücklich damit werden. Aber wir wollen da nicht spielen. Wir werden auf dem „Rock Hard“ spielen und wir freuen uns drauf. Die Jungs haben uns supportet seid wir angefangen haben. Die Preise sind auch gut und es ist nicht zu groß. Das Amphietheater ist cool. Ich hab Videos gesehen und wir haben Jo (Anm.: Bench (b)) hingeschickt um zu schauen ob es für uns passend ist. Es war gut und so haben wir zugesagt. Und wir haben einen exzellenten Platz. Wir spielen Samstag vor Celtic Frost.
FFN: Wie lange glaubst du, könnt ihr so weitermachen?

Baz: So lange wie es gut ist. Ich will keine Zeit sagen. Ich will es einfach jeden Tag genießen. Wir haben darüber nie nachgedacht. Niemand kann das sagen. Es läuft überall ziemlich gut für uns. Deutschland, Holland und auch in den skandinavischen Ländern. Überall läuft es gut. Wir versuchen einfach weiterzumachen.

So kommen dann auch die Kids zu uns.
FFN: Ich denke auch, dass es einen Generationswechsel in der Szene gibt.

Baz: Definitiv. Zu uns kommen auch jüngere Leute, die sind 15 oder 16 Jahre alt und waren nichtmal geboren als wir unser erste Album rausgebracht haben. Das ist großartig. Besonders in Holland. Da kam ein kleiner Junge und sagt, er haben seinen Vater mitgebracht. Der hatte uns schon vor 16 Jahren gesehen und war an dem Tag mit seinem Sohn da. Das ist cool.
FFN: OK, dann hab ich noch was. Gibt es ein Thema über was du gerne reden möchtest, aber nach dem dich noch niemand gefragt hat?

Baz: Die besten Interviews, also die ich am meisten genossen hab, waren eher wie Gespräche. Nicht mit einer Liste von Fragen. Manchmal kann man auch einfach so miteinander reden. Das wird zu einem Gespräch und ist viel angenehmer. Nichts gegen euch, aber es kann manchmal recht anstrengend sein. Viele der Fragen kommen einfach immer und immer wieder.
OM: OK, dann bin ich jetzt mal dran. Nach 12 Jahren ist Karl (Willets – v.) wieder dabei. Wie ist das Gefühl? Ist es wie damals oder ist es was neues?

Baz: Das Gute war, dass Karl nie im Streit gegangen ist. Wir waren immer Freunde und als er dann wiederkam war es einfach nur: Karl ist wieder da.

Es war eigentlich so, dass er nie wirklich weg war.

OM: Vorher war Dave Ingram (ex-Bendiction, ex-Bolt Thrower) bei euch. Was für mich seltsam ist, ist die Tatsache, dass seine Stimme auf dem Honour-Valour-Pride Album so leise ist.

Wie kommt das?

Baz: Seine Stimme hat nicht ihren eigenen Raum. Karls Stimme hat ihren eigenen Raum. Wenn wir spielen sind da die Gitarren, da der Bass und da Karls Stimme. Es sind alles verschiedene Frequenzen. Ich glaube Dave hatte andere Frequenzen und ging deswegen in der Musik unter. Das war aber sein Stil und das haben wir dann aufgenommen.

Wir haben einiges vom Honour Valour Album mit Karl aufgenommen. Nur um Karl ein bischen üben zu lassen, aber es klang gut. Ich glaube wir haben auch einige Demos davon ins Netz gestellt, so das die Leute es sich mal anhören können.
OM: Gut, dann hab ich noch eine letzte Frage. Wenn ich mir eure Cover anschaue frag ich mich jedes mal:Spielt ihr Warhammer?

Baz: Früher waren Gavin (Ward – g.) und Karl aktive Spieler. Aber das war früher. Das ganze hat uns auch zu unserem Namen inspiriert. Wir blätterten in einigen „White Dwarfs“ und überlegten, was ein bescheuerter Name für eine Band sei. Dabei sind wir auf Bolt Thrower gekommen. Jeder braucht einen Namen und wir haben ihn aus dem „White Dwarf“ Magazin.

OM: OK, danke Baz.

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Datum: 05.05.2006
Autor: Zwiebel

Bolt Thrower & Kataklysm & God Dethroned

Das britische Death Metal Schlachtschiff Bolt Thrower
Das britische Death Metal Schlachtschiff Bolt Thrower
Dieses Wehrschloss ist ja doch nicht so einfach zu finden, aber was solls? Schließlich gilt es Bolt Thrower zu bewundern und es hat auch nur 11,50 Euronen gekostet. Das nenn ich schon vorher mal „value for money“.

Also, auf nach Bremen in das völlig ausverkaufte Wehrschloss. Laut Zeugenaussagen soll sogar ein Zettel gehangen haben, der verkündete das eventuell gezahlte Kriegsanleihen bei akuter Lustlosigkeit auf Überfüllung zurück gezahlt werden sollten. Äußerst faire Geste, wie ich finde.

Generell sind Englands beste Todesblei-Band ja für Fantreue und Fairness bekannt. Genau diesen Eindruck macht Baz dann beim Interview auch. Aber dazu gibt’s an anderer Stelle mehr zulesen. Erwähnt sei nur, das Bolt Thrower 400 Leute als Kapazität fürs Wehrschloss zugesagt wurden und die vielleicht im ganzen Gebäude Platz gefunden hätten, aber niemals alle vor der Bühne. Interessante Planung, die Herren von redredred. Egal, bei God Dethroned war jedenfalls nicht so viel los, als das man Angst hätte bekommen müssen. Schade, weil die Band eigentlich ziemlich cool ist.

Mit „Nihilism“ gab’s erst mal einen der neuen Hits, bevor man die ältern Alben beackerte. Mit „Art Of Immolation“ und „The Somberness Of Winter“ waren sogar zwei richtig alte Schinken vom Grand Grimoire – Album mit im Gepäck. Aber auch Neues wie der Oberkracher „Sigma Enigma“ und „The Warcult“ wurde von den vier Holländern tight rübergebracht.

Leider muss ich in der Setlist bei einigen Songs passen, alle kannte ich leider doch nicht. Aber mit der Show haben die Jungs um Henri Sattler mich mal wieder aufgefordert, der Band mehr Zeit zu widmen.

Apropos Zeit…es war Zeit für ein Bier und den Blick aufs Merch. Ich versteh immer noch nicht, wie man seine Shirts so günstig verkaufen kann. Aber 10 Euro für ein cooles Shirt ist echt brilliant. Wieder zurück im echt kleinen und nun bedeutend volleren Konzertsaal gab’s erst mal Fillegranholzhacken. aus Kanada.

Was die Jungs, besonders Max Duhamel hinter seinen Kesseln leisten, da macht schon das Zuschauen Spaß. Auch der Rest der Show stimmt. Es wird gebangt, es wird gepost und die Meute darf mitsingen. Geht nicht wirklich gut, aber immerhin. Die Stimmung ist unwahrscheinlich gut, sagt man dem Norden der Republik doch sonst eher verhaltene Publikumsqualitäten nach. Bremen scheint da ne Ausnahme zu machen. Sogar die ersten Diver fliegen bei Songs wie „Illuminati“ oder „As I Slither“

Gelungene Show von allen beteiligten. Wenn das so weitergeht bricht hier gleich wirklich Krieg aus. Und es ward…

…die Headliner ließen nicht lange auf sich warten und eröffneten mit dem schon bekannten Intro die Show. „At First Light“ war der Auslöser für das beste Bolt Thrower Konzert, das ich bislang gesehen hab.

Der Sound war besser als in Osnabrück und seinerzeit in Hamburg und bis auf die ganzen Sturzkampfbomber (die nicht nur mich nervten) war es einfach purer Deathmetal. Ich hab selten eine Band gesehen, die mit so wenig Bühnenshow, so intensiv sein kann. Allein das Gefühl, den zurückgekehrten Karl Willets Mercenary shouten zu hören ist Gold wert. Nicht das Dave Ingram schlecht war, aber es war einfach nicht das selbe. Songs wie „Entrenched“, „When Glory Beckons“ oder die kombinierten „World Eater“ und „Cenotaph“ bringt der blonde, fies nuschelnde Engländer irgendwie authentischer rüber.

Leider kommen nicht alle Leute in den Genuss dieses Spektakel direkt sehen zu können. An den Fenstern zum Innenhof kleben diejenigen der ca. 300 Leute, die sich keinen Zutritt zum Saal erkämpft haben und so draußen versuchen die Show zu genießen. Der Krieg fordert leider Opfer. Ein Manko, welches Bolt Thrower leider auch heute wieder nicht abstellen können ist die Schlachtdauer. Nur etwa 70 Minuten tobt selbige, bevor die Mannen und die sichtlich angeschlagene Jo Bench die Bühne verlassen. Zum Glück lassen sie sich aber noch auf eine Zugabe ein und so werden die tapferen Grabenkämpfer in der vordersten Front noch mit „Contact Made – Wait Out“, welches auch mit Karls Stimme mächtig abgeht, und dem Überhit „…For Victory“ belohnt.

Dann ist aber auch Schluss. Der Krieg beendet, die Schlacht geschlagen … for victory.

Setlist God Dethroned:
1.Nihilism
2.Boiling Blood
3.The Warcult
4.The Soulsweeper
5.Art Of Immolation
6.Villa Vampyria
7.Sigma Enigma
8.The Somberness Of Winter
9.???

Setlist Kataklysm:
1.Shadows And Dust
2.Like Angels Weeping (The Dark)
3.The Resurection
4.Let Them Burn
5.Illuminati
6.As I Slither
7.To Reign Again
8.Manipulator Of Souls
9.Crippled And Broken
10.The Ambassador Of Pain
11.Face The Face Of War

Setlist Bolt Thrower:
1.At First Light
2.Entrenched
3.Mercenary
4.When Glory Beckons
5.World Eater
6.Cenotaph
7.The Killchain
8.Powder Burns
9.Inside The Wire
10.IV th Crusade
11.No Guts, No Glory
12.When Cannons Fade
13.Contact Made
14….For Victory

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Location: Wehrschloss, Bremen
Datum: 2006-04-23
Autor: Zwiebel


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