„Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken“, stellte Martin Luther bereits früh fest. Schon der große Theologe und Reformator wusste also beizeiten um den Wohlgeschmack des „flüssigen Goldes“. Ob ihn diese unwiderlegbare Gewissheit vor dem Jahre 1516 oder erst danach ereilte, ist indessen unbekannt. Das ist vor allem deshalb interessant, weil am 23. April dieses Jahres unser weltbekanntes Reinheitsgebot für Biere erlassen wurde. Initiator war damals Herzog Wilhelm IV. von Bayern. Inzwischen hat diese Verordnung zwar zahlreiche Novellierungen erfahren, aber auch heute halten sich die Hersteller in Deutschland insofern daran, als für die Herstellung von Bieren ausschließlich Wasser, Gerste, Hopfen und Malz verwendet werden darf.

1.350 Brauereien stoßen 95 Millionen Hektoliter aus

Knippertzbacher „Henningssud“

Knippertzbacher „Henningssud“

Dieses rund 500 Jahre alte Reinheitsgebot beschert dem in Deutschland gebrauten Gerstensaft weltweit höchste Anerkennung. Zwar sind wir nicht – wie vielfach angenommen – die größte Braunation der Welt, jedoch in Europa können wir diesen Anspruch immer noch erheben. So stellten die rund 1.350 bundesdeutschen Brauereien (so viele gibt es bei uns tatsächlich) 2015 immerhin 95 Millionen Hektoliter Gerstensaft her. Darin sind die alkoholfreien Sorten enthalten, deren Absatz immer weiter steigt. Dass unser Reinheitsgebot von 1516 hierbei eine große Rolle spielt, wird ganz sicher niemand von der Hand weisen können. Wenngleich der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland in den letzten Jahren leicht rückläufig war, erhofft die deutsche Brauwirtschaft, auch 2016 ein ähnliches Absatzniveau zu erreichen. Gründe hierfür sind einerseits die Fußball-Europameisterschaft und andererseits das runde Jubiläum unseres Reinheitsgebotes, welches in diesem Jahr seinen 500. Geburtstag feiert. Besonders in Bayern sollen aus diesem Anlass viele Aktivitäten stattfinden. Im Freistaat plant man, das „älteste Lebensmittelgesetz der Welt“ besonders zu würdigen. Im April findet zum Beispiel in Ingolstadt der deutsche Brauertag statt. Tags darauf wird das Reinheitsgebot mit einem „Tag des Bieres“ gefeiert. Ende April schließlich folgt im Kloster Aldersbach bei Passau die Landesausstellung „Bier in Bayern“.

Reinheitsgebot gestattet keine künstlichen Zusätze

Knippertzbacher "Bernsteinstraße"

Knippertzbacher „Bernsteinstraße“

Das man das Reinheitsgebot im südlichsten Bundesland besonders feiert, ist leicht nachzuvollziehen: Von den 1.350 Brauereien in Deutschland ist mit 600 Herstellern fast die Hälfte in Bayern beheimatet. Eine weitere imponierende Zahl: All diese Brauereien zusammen zeichnen für die Herstellung von über 5.500 Biermarken verantwortlich. Jedoch genießt das Reinheitsgebot auch bei fast allen anderen deutschen Biertrinkern nach wie vor einen hohen Stellenwert: Mehr als 90 Prozent aller Liebhaber des edlen Gerstensaftes setzen darauf, dass hierzulande gebrautem Bier keinerlei Zusatz beigemischt werden darf. Und das Reinheitsgebot ist immer noch der Garant hierfür. Vor diesem Hintergrund genießt der Kenner nach wie vor gern ein „kühles Blondes“ nach Feierabend oder lässt sich sein Lieblingsbier in geselliger Runde schmecken. Dabei ist es schon erstaunlich, wie variantenreich die Herstellung des Bieres sein kann. Trotz des Reinheitsgebotes nämlich werden Sorten hergestellt, wie sie unterschiedlicher nicht sein können. Die Ursache dafür ist, dass beim Brauen knapp 200 verschiedene Hopfensorten verwendet werden können und darüber hinaus rund 40 Malzarten zur Verfügung stehen. Vom Pils, das mit mehr als 50 Prozent vom Gesamtumsatz das meistgetrunkene Bier ist, bis zum starken Bockbier und vom hoch vergorenen hellen Kölsch bis zum obergärigen Altbier: Deutschlands Bierkenner vertrauen auf die Verordnung von Herzog Wilhelm IV. von Bayern und Herzog Ludwig X., welche die beiden Brüder am 23. April 1516 im bayerischen Ingolstadt erlassen haben.

In München selbstverständlich: Vertrauen in Oktoberfest-Bier

Knippertzbacher "Nibelungengold"

Knippertzbacher „Nibelungengold“

Wenn Münchens Oberbürgermeister alljährlich Ende September mit den Worten „Ozapft is!“ die Wiesn einläutet, startet das größte Volksfest der Welt. Dann kommen zwischen 6 und 7 Millionen erwartungsfrohe Gäste aus der ganzen Welt auf die berühmte Theresienwiese und feiern das Oktoberfest. Nicht nur rund 200 Fahrgeschäfte, historische Buden und farbenprächtige Umzüge machen den Reiz dieses gigantischen Spektakels aus: Bei zünftiger Blas- und Schlagermusik rinnen hier sage und schreibe zwischen 7 und 8 Millionen Maß Bier durch durstige Kehlen. Dabei wird in 14 großen und 15 kleinen Festzelten ausschließlich Bier ausgeschenkt, welches von den großen Münchner Traditionsbrauereien wie Spatenbräu und Paulaner, Hofbräu und Augustiner sowie Löwenbräu und Hacker-Pschorr gebraut wurde. Und gerade hier, in der Hauptstadt des Freistaates Bayern, verlassen sich Jahr für Jahr auf dem Oktoberfest fröhliche Gäste in Feierlaune darauf, dass jede einzelne Maß Bier hundertprozentig dem Reinheitsgebot von 1516 entspricht.


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Autor: Michael F.


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