Der Ostbunker rief zu seinem alljährlichen Tributkonzert für verstorbene Helden auf. Dabei stellte man erneut fest, dass Coverversionen zumindest für Bands immer einen Vorteil haben: Man kann sie nicht wegen schlechter Musik anklagen.


Dass nichtsdestotrotz der eigene Anstrich der Band überall durchschien, hatte überhaupt nichts Schlechtes an sich und so hörte man das ein oder andere Lied mal in anderer „Besetzung“.

Die Regeln waren relativ schnell aufgestellt worden: Jede Band hat 15 Minuten und spielt drei Stücke von Bands, in denen (so makaber es ist) mindestens ein Mitglied gestorben ist. Da fängt man im Vorfeld natürlich an zu überlegen, was man zu hören bekommt: als Metaller kommt man ziemlich schnell auf MetallicaDeath oder Mayhem. Klar kann für den geneigten Hörer die ein oder andere Band auch „gestorben“ sein, doch das ist etwas anderes. Zurück zu den Überlegungen: Nach kurzen Nachdenken fällt einem das schlimmste Szenario ein: Nirvanas „Smells like teen spirit“, wahrscheinlich von einer schlechten Schülercombo intoniert. Doch dieser Fall trat zum Glück an diesem Abend unerwarteterweise nicht ein.

Bei Ankunft stellte man schnell fest, dass von den angekündigten 13 Bands das Billing auf zehn Bands gesundgeschrumpft war. Dennoch find man ziemlich spät kurz nach 21.00 Uhr an, denn: Zeiten einhalten ist nicht Rock’n’Roll.

Es begann mit Thakandar, die direkt mit Satyricons „Fuel for Hatred“ los. Wer von den Black’n’Rollern gestorben ist, konnte trotz umfassener Internetrecherche leider nicht herausgefunden werden.

Der Ostbunker war zu dieser Zeit übrigens einigermaßen gut besucht, der Raum war bis auf den Platz vor der Bühne voll. Es folgte von Vader „The Nomad“ und anschließend Windir mit „The Spirit Lord“. Der Gründer von Windir,Terje „Valfar“ Bakken, starb 2004 unglücklich an Unterkühlung. Insgesamt rissen Thakander die drei Songs recht gekonnt herunter, stießen beim Publikum jedoch auf nur verhaltene Gegenliebe.

Es folgten Die Schnitzel. Ein Name, unter dem man sich viel vorstellen kann, aber eine Akustikgitarre und ein Bass, die relativ „gechillt“ auf der Bühne saßen? Ein ungewohnter Anblick. Gespielt wurde von den Ramones „The KKK took my baby away“ in Akustikversion. Als nächstes folgte „I Shot the Sheriff“ von Bob Marley, der wie einige der Ramones-Mitlieder an Krebs starb. Das letzte Stück huldigte dem Stück „Say it is’t so“ von The Bates.

Vor allem durch das etwas eigenwillige Line-Up der Band klangen die Songs anders und verbreiteten eine interessante Atmosphäre. Leider scheint sich ein Teil der Besucherschar unmittelbar nach Thakandar auf den Nachhauseweg gemacht zu haben, allzu voll war es nämlich nicht mehr.

Als dritte Band des Abends kamen Silent Bob auf die Bühne. Mit „DAWO“ von ‚’’Deichkind’’’ war ein Song einer Band gewählt, deren Produzent und musikalischer Kopf Sebastian Hackert erst vor zwei Monaten verstorben ist. Dessen ungeachtet lud die Band mit dem Stück zum Tanzen ein und versprühte extrem viel Countryatmosphäre. Mit dem Stück „Badfish“ coverten sie ein Stück von den Beatsteaks, das diese wiederum von Sublime entliehen haben – das Cover eines Covers also. Es handelte sich jedoch exakt um die Version der Beatsteaks auf deren DVD „B-Seite“ inklusive Synthesizereinsatz. Da das Publikum trotzdem immer noch nicht so recht aktiv wurde, unterbrach die Band das Lied, forderte die Menge zum Tanzen auf und setzte noch einmal bei „DAWO“ an. Der Aufforderung wurde Folge geleistet, sodass einige das Tanzbein schwangen. Als nächstes kam „Train in Vain“ von The Clash. Da man noch Zeit hatte, entschloss man sich kurzerhand, noch „Bro Hymn“ von ‚Pennywise zu intonieren. Insgesamt waren das also vier Songs – aber wer sich daran stört, der möge den nächsten Abschnitt bitte überspringen.

Es erschienen nämlich mit Inkasso Moskau und Order Denied Rumpelgrinder, die es zusammen auf 15 Songs brachten. Zugegeben, bei Songs, die kaum länger sind als zwei Minuten, darf man das auch machen. Doch nicht nur die Musik der Bands ähnelte sich: auch die Fronter sprangen mit Hummeln im Hintern auf der Bühne herum. Das Publikum begnügte sich leider mit Stehen.

Inkasso Moskau lieferten neben vier eigenen Songs drei Cover von Creedence Clearwater RevivalNapalm Death und den Genocide Superstars. Durchaus ein humorvolles Erlebnis, „Bad Moon Rising“ als Grindcoreversion zu hören.

Der Gitarrist Mieszko von Genocide Superstar verstarb übrigens 2004 bei dem großen Tsunami in Thailand. Eben dieser Mieszko war auch bei den schwedischen Grindern von Nasum tätig, weshalb im mit zahlreichen Covern dieser Band Order Denied die letzte Ehre erwiesen. Es folgten wieder einmal die Ramones mit „Blitzkrieg Bop“ und die Genocide Superstars („We’re born of hate“).

Die Drei-Stücke-Begrenzung schien nun offiziell aufgehoben, denn The Blusters, vier älterer Herren in Lederjacken, boten nun gleich fünf Punkrocknummern der Ramones.

Immer noch stand das nicht ganz so zahlreiche Publikum nur einige wenige rockten zu dem sehr soliden Auftritt mit, der zeigt: Auch eure Väter können rocken!

Nun wandte man sich entspannenderen Tönen zu: Tina von Garrel betrat nur mit ihrer Gitarre bewaffnet die Bühne und coverte Janis Joplin, die 1970 wie so viele der an diesem Abend bereits hochgelobten an übermäßigem Drogenkonsum gestorben ist. Es folgten TLC und ein Medley mit Jerry Jeff Walter, den Bee Gees und Pink Floyd – sozusagen die regelkonforme Variante, um die Limitierung auf drei Songs zu umgehen. Auch ansonsten zeigte sich Tina von Garrel souverän, bewies durchaus Qualitäten als Alleinunterhalter und sicherte sich die Dankbarkeit des Publikums für eine ruhige Phase.

Nun wurde es voller vor der Bühne, die die vier Jungs von Deaf or Glory betraten, die auch einen kleinen Fanclub mitbrachten. Losgelegt wurde mit Cowboys from Hell von Pantera, deren Gitarrist „Dimebag“ Darrel 2004 von einem geistig verwirrten Mann auf der Bühne erschossen worden war. Es folgte die Hommage „Toxic Waltz“ an Exodus. Wohlwollend sah man über den ein oder anderen technischen Schnitzer der Band hinweg, denn im großen und ganzen beherrschte die Band ihr Handwerk, letztmalig bei Metallicas Hit „Creeping Death“. Insgesamt war dies ein souveräner Auftritt, und auch das Publikum zeigte sich aktiver.

Mittlerweile war es mit zwanzig nach zwölf dann doch relativ spät geworden, was sich leider schon bei KFZundBand zeigte. War bei Deaf or Glory die Bude noch relativ voll, war es nun gähnend leer. Absolut schade für jede Band, doch KFZundBand zeigten sich relativ wenig davon beeindruckt und zogen ihr Ding durch. „Aufgerockte“ Volkslieder standen als Erstes auf dem Plan: „Vienna Calling“ von Falco und „Veronica der Lenz ist da“ von den Comedian Harmonists. Den Schluss des Auftrittes bildete das Lied „FRIBO ELEKTRO KACHELOFEN“, geschrieben von einem mittlerweile verstorbenen Ex-Knacki, dessen Identität niemand der Anwesenden kannte, und intoniert von Conny Krämer (auch wenn Google nichts darüber ausspuckt. Für weitere Informationen wendet euch direkt an die Band).

Insgesamt ein recht lustiger Auftritt, der durchaus Spaß machte, wenn es nicht so verflucht leer gewesen wäre. Dies sollte sich für Therapiezentrum leider auch nicht ändern. Mit viertel vor Eins war es beträchtlich spät geworden, müde war aber zumindest die Band nicht.

Begonnen wurde mit „Son of a Preacher Man“ von Dustin Springfield, fortgeführt von dem rockigen „Should I Stay or Should I Go“ von The Clash. Nun sollte eigentlich etwas von Nirvana kommen, doch als letzten Song entschied man sich spontan für den “Highway to Hell” der australischen Rocker von AC/DC, deren ehemaliger Sänger Bon Scott 1980 verstorben war. Da die verbliebenen Zuschauer (die man leider an einer Hand abzählen konnten) noch einen wirklich allerletzten Song hören wollten, entschied man sich für „Orientierungslos“, ein selbstgeschriebenes Stück, das pünktlich zum Ende der Geisterstunde das Konzert abschloss.

War es mit ein Uhr und zehn Bands reichlich spät geworden, begann man sich zu fragen, wie es mit dreizehn Bands ausgesehen hätte. Aber „Was wäre, wenn“ Fragen führen zu nichts, und auch ohne drei Bands war der Abend durchaus gelungen. Nicht zuletzt um an all die verstorbenen Musiker zu erinnern! Die Bands konnten sich alle sehen lassen, und auch Cover muss eine Band erstmal „gut“ spielen können. Insgesamt ein recht netter Abend, auch wenn die Besucherzahl doch recht mager ausfiel.

Setlist Thakandar

  • 01 Satyricon – Fuel for Hatred
  • 02 Vader – The Nomand
  • 03 Windir – The Spirit Lord

Setlist Die Schnitzel

  • 01 The Ramones – The KKK took my Baby away
  • 02 Bob Marley – I Shot the Sheriff
  • 03 The Bates – Say it isn’t so

Setlist Silent Bob

  • 01 Deichkind – DAWO
  • 02 Sublime / Beatsteaks – Badfish
  • 03 The Clash – Train in Vain
  • 04 Pennywise – Bro’ Hymn

Setlist Inkasso Moskau

  • 01 Inkasso Moskau – Elektroparty
  • 02 Creedence Clearwater Revival – Bad Moon Rising
  • 03 Inkasso Moskau – Fingerfood
  • 04 Napalm Death – You suffer
  • 05 Inkasso Moskau – …was neu ist
  • 06 Genocide Superstars – Mord II
  • 07 Inkasso Moskau – Ein dritter Arm

Setlist Order Denied

  • 01 Nasum – Think!
  • 02 Nasum – Time to Act
  • 03 Nasum – Inhale/Exhale
  • 04 Nasum – Warfuck
  • 05 Nasum – Smile when you’re dead
  • 06 The Ramones – Blitzkrieg Bop
  • 07 Nasum – Recreate the System
  • 08 Genocide Superstars – We’re born of hate

Setlist The Blusters

  • 01 The Ramones – Rockaway Beach
  • 02 The Ramones – Sheena is a punk rocker
  • 03 The Ramones – The KKK took my Baby away
  • 04 The Ramones – Pet Semetary
  • 05 The Ramones – Blitzkrieg Pop

Setlist Tina von Garrel

  • 01 Janis Joplin – Mercedes Benz
  • 02 Janis Joplin – Me & Bobby McGee
  • 03 TLC – Unpretty
  • 04 Jerry Jeff Walter – Mr. Bojangler
  • 05 The Bee Gees – Stayin’ Alive
  • 06 Pink Floyd – Aother brick in the wall

Setlist Deaf or Glory

  • 01 Pantera – Cowboys from Hell
  • 02 Exodus – Toxic Waltz
  • 03 Metallica – Creeping Death

Setlist KFZundBand

  • 01 Falco – Vienna calling
  • 02 Comedian Harmonists – Veronika der Lenz ist da
  • 03 Fribo Elektro Kachelofen

Setlist Therapiezentrum

  • 01 Dustin Springfield – Son of a Preacher man
  • 02 The Clash – Should I Stay or Should I Go?
  • 03 AC/DC – Highway to Hell
  • 04 Therapiezentrum – Orientierungslos

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