Wertung: 8 von 10

Das bescheidene Wetter, meine Zahnschmerzen und das Verfassen von Emo-Reviews schlagen mir momentan wirklich aufs Gemüt. Doch da gibt es etwas, das baut dich immer wieder auf.


Klare Sache: Boston Hardcore von Death Before Dishonor.Nachdem Bridge Nine Records dieses Jahr bereits eine Split-CD mit Death Before Dishonor und den deutschen Black Friday 29 veröffentlichte, meldet sich nun der Bostoner Fünfer ohne Verstärkung zurück. Heraus kam dabei nicht ihr erstes Full-Lenght-Album, sondern ein Re-issue, welches bereits 2004 unter gleichem Titel erschien. Allerdings präsentiert sich „Friends Family Forever“ anno 2006 ein wenig frischer. So wurden neben den alten Songs von 2004 auch die Tracks der Split-CD „Curl Up And Die“ und „Dead To Me“, sowie sechs Live-Songs, aufgenommen in dem inzwischen (leider) geschlossenen New Yorker Club CBGB’s, beigesteuert. Als letzte Neuerung wurde die Platte dann noch remastert und fertig war ein nicht unbedingt nötiges Album. Vielleicht hätte man sich dazu aufrappeln sollen, gleich ein komplettes Album zu veröffentlichen. Aber wer will Death Before Dishonor dieses verübeln – sind sie doch andauernd auf Tour und leben das, was andere nur vom Lesen her kennen – Hardcore!Diese Band schafft es einfach, eine unglaubliche Authentizität zu verkörpern, dass so einigen das Grinsen schnell vergehen mag. Schlägereien, Saufgelage, ein extrem ausgelebter Szenestolz und die restlichen Dogmen der Tough-Guy-Sparte (siehe hierzu auch die Boston Beatdown-Reihe auf DVD) werden auf „Friends Family Forever“ (nicht nur) musikalisch gnadenlos ausgelebt. Hier findet man alles, was man von dieser Art des Hardcores erwartet. Ordentliche Mosh-Parts, mitreißende schnelle Riffs, Two-Steps, Gang-Vocals… es ist einfach alles vorhanden und präsentiert sich derart eingängig, dass es einem sofort in den Körper fließt und man zu sofortiger „Euphorie“ neigt, die sich aber schnell mittels demoliertem Mobiliar rächen kann. Es ist nicht nötig auf einzelne Songs einzugehen, gesagt sei aber noch, dass bei „6.6.6 (Friends Family Forever)“ Aaron Knuckles von Death Threat ein Mikro abbekommt, was aber auch nicht viel ändert, denn Death Before Dishonor’s Bryan flext mit seiner ultra-angepissten Stimme einfach alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Für Neulinge, denen der DBD-Sound gänzlich unbekannt ist, sei hier ein Vergleich mit Knuckledust oder Shatterde Realm gegeben, mit denen sie einige Gemeinsamkeiten besitzen.

DBD haben vielleicht nichts Neues vollbracht, aber sie stellen einfach die Spitze dessen, was die Szene in diesem Bereich zu bieten hat. Mit Freude kann man auch vernehmen, dass sich die Band seit Oktober im Studio befindet und uns 2007 das Ergebnis in die Fresse schmettern wird. Vor allem den Hörern, die bisher noch kein Werk der Jungs besitzen, sei diese Platte als „Best Off“ wärmstens ans Herz gelegt. Herz!? Ich werde schon wieder sentimental…schnell, wo ist die Play-Taste…

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