Wertung: 9 von 10

Nach mittlerweile neun Jahren und bisher drei veröffentlichen Alben sind Defloration im Underground schon lange keine Unbekannten mehr. Dabei stehen sie schon immer für kompromislosen, brutalen Deathmetal der amerikanischen Schule der 90er Jahre. Mit „Abused With Gods Blessing“ legen sie nun ihr viertes Album vor.

Schon die ersten Takte des Openers „Angel Of Wrath“ zeigen, dass sie nicht daran denken, von ihrem Stil abzuweichen. Kompromislose Blastbeats und brachiale Doublebass-Parts, technische Gitarrenriffs und das alles auf hohem Tempo, lassen den Hörer wissen, dass hier nicht gekleckert, sondern geklotzt wird – und das auf verdammt hohem Niveau! Und auch die Stimme des Sängers Uwe Rödel beantwortet die Frage nach der musikalischen Richtung, „Corpsegrinder2 Fischer lässt grüßen.

Auch die nächsten Songs setzen dies konsequent fort. „Mr. Finster“ geht dann jedoch zunächst etwas grooviger zu Werke und weiß auch im weiteren Verlauf mit interessanten Breaks zu glänzen. Sänger Rödel setzt hier mit Screams Akzente und zeigt, dass er auch anders kann. Für meinen Geschmack der stärkste Song des Albums.

„Digested By Conspecifics“ gibt dann wieder deutlich mehr Gas, bevor mit „The Real Massacre Of Knife“ das zweite ruhigere Stück der Platte an der Reihe ist. Teils sehr schleppend, aber nicht minder gut gelungen.

Für den weiteren Verlauf des Albums wird dann wieder zum oben geschilderten Schema gewechselt. Dabei schaffen es Defloration, zu keinem Zeitpunkt langweilig oder abgedroschen zu wirken. Auch schaffen sie es, trotz der technischen Komplexität ihrer Stücke, dem Hörer immer zugänglich zu sein. Schuld daran sind sicherlich auch die mit Bedacht eingestreuten Gitarrensoli, besonders jenes in „Braindrill“ ist sehr gelungen.

Auch klanglich bietet „Abused with dods blessing“ einiges. Jörg Uken hat in den bekannten Soundlodge Studios alles aus dem Album herausgeholt. Der Sound ist druckvoll und trotzdem angenehm transparent. So geht auch bei den schnellen Parts nichts unterwegs verloren.

Insgesamt brauchen sich Defloration hinter ihren Vorbildern nicht verstecken. Mit „Abused With Gods Blessing“ ist ihnen ein wirklich starkes Album gelungen, dass technisch und musikalisch keine Wünsche mehr offen lässt. Fans von Cannibal Corpse und Deicide werden es lieben.

Einzig die Spielzeit ist mit 36 Minuten vielleicht etwas knapp bemessen. Hat aber auch sein Gutes: Das Album schreit nach mehr – oder sollte ich sagen: es growlt?

Tracklist:

  • 01. Angel Of Wrath
  • 02. Lost In Addiction
  • 03. Braindrill
  • 04. Mr. Finster
  • 05. Digested By Conspecifics
  • 06. The Real Massacre Of Knife
  • 07. The Religious Way
  • 08. The Fade Of Poor
  • 09. Standing The Abyss
  • 10. Negation Of God

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