Frankenwald

Frankenwald

Der Frankenwald ist ein etwa 925 Quadratkilometer großes Mittelgebirge im nördlichen Teil von Bayern und gehört zum Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge. Die höchste Erhebung im Frankenwald ist der 795 Meter hohe Döbraberg. Diesen mit seinem auf der Spitze befindlichen Prinz-Luitpold-Turm zu erwandern, ist sicher eines der Highlights im Frankenwald, doch bietet diese Region noch zahlreiche andere lohnenswerte Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Da der Frankenwald sich recht zentral in Deutschland befindet und von München, Berlin und Frankfurt etwa gleich weit entfernt ist, ist er ein lohnenswertes Reiseziel.

Wandern im Frankenwald

Wandern im Frankenwald

Wandern im Frankenwald

Etwa 4.000 Kilometer an gut ausgeschilderten Wanderwegen warten im Frankenwald darauf, entdeckt zu werden. Der Frankenweg beispielsweise, welcher auf einer Gesamtlänge von 520 Kilometern neben dem Frankenwald auch die Frankenalp und die Fränkische Schweiz durchquert, ist ein besonders beliebter Wanderweg. Neben zahlreichen romantischen Burgen passiert dieser Weg auch beeindruckende Schlösser und romantische Landschaften.

Eine weitere wunderschöne Wanderregion im Herzen des Frankenwaldes ist das Höllental; hier befindet sich unter anderem eine der tiefsten Quellen Bayerns.

Zwar nicht der höchste Berg im Frankenwald, aber ebenso ein beliebtes Ausflugsziel, ist die 678 Meter hohe Radspitze. Ganz oben auf dem Berg befindet sich ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, das eigentliche Ziel vieler Wanderer. Der bekannte Frankenweg als auch der Radspitzweg verlaufen über den Gipfel. Nicht nur bei Wanderern ist die Radspitze jedoch sehr beliebt, auch ist diese ein idealer Startpunkt für Gleitschirm- und Drachenflieger.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten im Frankenwald

Frankenwald

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Die Naturschönheiten des Frankenwaldes lassen sich zweifellos besonders gut aus der Höhe betrachten. Einer der bekanntesten Aussichtspunkte ist die Thüringer Warte auf dem Ratzenberg. Dieser fast 27 Meter hohe Aussichtsturm liegt bei Ludwigsstadt in Oberfranken. Von hier aus kann man bis ins Thüringer Oberland blicken – da Ludwigsstadt sehr nahe an der Grenze zu Thüringen liegt, war der Aussichtspunkt besonders zu Zeiten der DDR sehr beliebt. In Ludwigsstadt hat man zudem ein großes Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten, im Winter ist die Stadt ein Skizentrum, im Sommer lädt die Umgebung zum Wandern ein. Zu den touristisch interessanten Orten zählt daneben auch Bad Steben mit seinem Mineralbad.

Im Frankenwald lassen sich zahlreiche Burgen und Schlösser besichtigen. Besonders hervorzuheben ist die Festung Rosenberg in Kronach, eine spätmittelalterliche Burg, die sich unter anderem auf einem geführten Rundgang erschließen lässt. Im fränkischen Mitwitz liegt eine etwa 600 Jahre alte Wasserburg, in der heute viele Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Nicht alle Burgen im Frankenwald sind noch erhalten, einige sind nur als Ruinen zu besichtigen. Ein bedeutendes archäologisches Denkmal ist die Heunischenburg, eine Befestigungsanlage, die wahrscheinlich aus dem zehnten Jahrhundert vor Christus stammt. Sie ist in der Nähe von Kronach zu finden.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Frankenwaldes zählen auch die Heimatmuseen, die viele Orte entlang des Gebietes besitzen. Darüber hinaus interessant sind beispielsweise das Textilmuseum in Helmbrecht mit Informationen über die regionale Entwicklung der Textilindustrie oder das Bergbau Museum in Kupferberg. Auch spezielle Interessen werden bedient: In Lichtenberg findet sich ein Bandonionmuseum, in Marktrodach ein Museum mit dem Schwerpunkt der Flößerei im Frankenwald, in Kulmbach ein Bäckerei- und Brauereimuseum.

Frankenwald

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An vielen Wasserläufen und Flüssen findet man zudem noch alte Mühlen, die zwar in der Regel nicht zur Besichtigung freigegeben sind, aber dennoch ein beliebtes Ausflugs- und Fotografieziel der Besucher sind. Auch Bodendenkmäler sind charakteristisch für den Frankenwald. Am bekanntesten sind wohl die „12 Apostel“, zwölf aufrechte Steine auf einer Anhöhe bei der Gemeinde Geroldsgrün. Sie stammen wahrscheinlich aus der Jungsteinzeit und dienten möglicherweise der Bestimmung der Sonnenwende.

Eine viel besuchte Sehenswürdigkeit im Frankenwald und ein schönes Fotomotiv ist das Wasserschloss Mitwitz. Dieses befindet sich zwischen Coburg und Kronach und kann von Mai bis September im Rahmen einer Schlossführung besichtigt werden. Diese sollte man unbedingt vorher anmelden, denn öffentliche Führungen finden nur am Wochenende und an Feiertagen statt.

Burg Lauenstein ist ebenfalls ein attraktives Ziel für alle kulturbegeisterten Touristen. Diese mittelalterliche Höhenburg befindet sich über der gleichnamigen Ortschaft Lauenstein.

Eine Stadt im Frankenwald, die man keineswegs versäumen sollte, ist Kronach. Hoch über der Stadt thront die beeindruckende Festung Rosenberg, die als eine der am besten erhaltenen historischen Festungsanlagen in Europa bekannt ist. Auf dem gewaltigen Gelände der Festung kann man unter anderem die Fränkische Galerie besichtigen. Interessant ist es außerdem, das unterirdische Gangsystem zu erkunden. Die Festung Rosenberg verfügt über eine imposante Freilichtbühne, auf welcher jährlich die Faust-Festspiele stattfinden.

Unbedingt sollte man sich in Kronach die beinahe vollständig erhaltene Stadtmauer ansehen. Auch die zahlreichen Fachwerk- und Steinhäuser machen diese Stadt so besonders – keineswegs muss diese sich vor Bamberg, Bayreuth und Kulmbach verstecken. Diese drei Städte sind die wohl bekanntesten Ziele in Oberfranken.

Bei einem Urlaub im Frankenwald gehört ein Besuch der Stadt Kulmbach unbedingt dazu. Nicht nur Biertrinkern ist diese Stadt ein Begriff, auch die gewaltige Renaissancefestung Plassenburg ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. In den Innenräumen befinden sich zahlreiche interessante Museen, unter anderem die größte Zinnfigurensammlung der Welt. Natürlich sollte man aber auch das Brauereimuseum besuchen oder aber dem Kulmbacher Bierfest einen Besuch abstatten.

Frankenwald

Frankenwald

Bad Steben ist ein weiterer beliebter Ort im Frankenwald. Dieses höchstgelegene Staatsbad in Bayern war lange Zeit als das Zentrum des Bergbaus im Frankenwald bekannt. Heute ist der Ort nicht nur für seine drei Heilwasserquellen bekannt, auch eine Spielbank kann man hier besuchen. Weiterhin befindet sich in der Stadt ein Marmorbruch, der als eines der schönsten Geotope in Bayern gilt. Der hier abgebaute Marxgrüne Marmor wird nicht nur für zahlreiche bekannte Bauwerke in Deutschland verwendet, sondern auch nach Belgien und Großbritannien exportiert.

Alle Urlauber, die sich für Eisenbahnen interessieren, sollten der Modelleisenbahnausstellung in Selbitz einen Besuch abstatten. Über 600 Wagen auf einer Gesamtfläche von 150 Quadratmetern lassen das Herz jeden Eisenbahnfreundes höher schlagen. Selbitz, die „kleine Stadt mit Pfiff“, befindet sich westlich der Kreisstadt Hof und ist ebenso als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren gut geeignet.

Neben interessanten Städten und zahlreichen Schlössern und Burgen ist der Frankenwald auch bekannt für seine unzähligen Naturschönheiten. Ein besonders beliebtes Reiseziel ist der Rennsteig, welcher auf einer Gesamtlänge von 170 Kilometern sowohl durch den Thüringer Wald als auch durch das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald verläuft. Bei Wanderfreunden aus ganz Deutschland ist dieser Höhenweg bekannt. Entlang des Weges findet man noch heute etwa 1.300 historische Grenzsteine, die überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammen. Wer den gesamten Rennsteig bezwingen möchte, sollte sich für diesen mindestens sechs Tage lang Zeit nehmen.

Hat man sich für einen Urlaub im Frankenwald entschieden, sollte man unbedingt dem Loquitztal einen Besuch abstatten. Ein 14 Kilometer langer Rundwanderweg führt von diesem Tal aus zur Märchenburg; während dieser Tour hat man auch die Möglichkeit, die sagenumwobene Lauenburg zu besichtigen. Hier bietet sich ein Besuch einer der beiden Confisserien an, die für ihre erlesenen Pralinen bekannt sind.

Bei einem Urlaub im Frankenwald kommen ebenso sportlich aktive Touristen voll auf ihre Kosten. Skilanglauf beispielsweise ist rund um den Döbraberg wunderbar möglich, während Mountainbiker auf dem Tettauradweg voll auf ihre Kosten kommen. Zudem findet man im Frankenwald sieben ausgewiesene Mountainbikestrecken, die einiges an Kondition abverlangen. Immerhin 8.000 Höhenmeter gilt es hier auf einer Gesamtstrecke von 300 Kilometern zu bezwingen. Wer Spaß und Action sucht, sollte sich für eine Floßfahrt auf der Wilden Rodach in Wallenfels entscheiden.

Geografie und Topologie des Frankenwaldes

Frankenwald

Frankenwald

Der Frankenwald ist ein deutsches Mittelgebirge, das zum Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge zählt. Geografisch ungefähr zwischen Hof, Kronach und Kulmbach gelegen hat der Frankenwald eine Länge von ca. 40 km und ist etwa 30 km breit. Das Gebiet ist auch als „die grüne Krone Bayerns“ bekannt, denn immerhin über 50.000 Hektar Wald befinden sich hier.

Charakteristisch für die Landschaft sind neben den waldreichen Hängen die gerodeten Hochflächen ebenso wie Wiesentäler. Der höchste Berg des Frankenwaldes ist der Döbraberg, der eine Höhe von 794 Meter (über NN) aufweist. Nur geringfügig kleiner ist der Wetzstein, der 792 Meter hoch ist. Dieser befindet sich in Thüringen, und so ist der Übergang des Frankenwaldes in den Thüringer Wald fließend. Im südöstlichen Thüringen zählen einige Gemeinden zum Frankenwald. Weitere bekannte Berge im Frankenwald sind unter anderen der Spitzberg im bayrischen Bobengrün, der Sonneberger Berg bei Sonneberg in Thüringen und der in Wallenfels in Bayern gelegene Geuserberg.

Viele Dörfer im Frankenwald erkennt man an ihren Schieferdächern, denn die Fichtenwälder des Frankenwaldes wachsen unter anderem auf Tonschiefer, was den Schieferbergbau in der Region befördert hat. Neben der Schieferindustrie gab es lange Zeit im Frankenwald Porzellan- und Glasmanufakturen. Nicht immer war der Frankenwald ein Fichtenwald: Das immer schon waldreiche Gebiet wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe vollständig abgeholzt, und die damals vorherrschenden Tannen und Rotbuchen verschwanden. Mit Fichte wurde schließlich wieder aufgeforstet, da diese Bäume schnell wachsen.

Natur- und Erholungsgebiet Frankenwald

Frankenwald

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Die größte touristische Bedeutung für den Frankenwald bildet ohne Zweifel seine Eigenschaft als Naturpark. Wiesentäler und bewaldete Hänge wechseln sich ab, immerhin etwa die Hälfte des Frankenwaldes ist bewaldet. Als Kulturlandschaft ist der Frankenwald seit Jahrhunderten gewachsen, über 100.000 Hektar umfasst seine Fläche. Gleichzeitig ist er vergleichsweise dünn besiedelt. Der Schutz von Landschaft und Natur wird hier groß geschrieben, heimischen Pflanzen und Tieren wird ein Lebensraum geboten. Der Naturweg Teuschnitzaue beispielsweise gehört zu einem Pilotprojekt, das sich der Umsetzung des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms verschrieben hat. Hier kann man Schwarzstörche und Sperlingskäuze ebenso erleben wie die für die Region typische Pflanzenwelt, unter anderem Arnika und der selten gewordene Teufelsabbiss, der sich auf der Liste der gefährdeten Arten befindet.

Neben touristisch erschlossenen Gewässern wie dem Ölschnitzsee in Steinbach, Naturlehrpfaden sowohl für die heimische Flora und Fauna als auch mit geologisch-bergbaukundlichem Schwerpunkt und natürlich zahlreichen Wanderrouten ist im Frankenwald auch noch unberührte Natur zu finden.

Das „Grüne Band“ bezeichnet eine Kette aus Biotopen, die sich während der deutschen Teilung in der Grenzregion bilden konnten. Diese besonders schützenswerten Naturräume drohten nach dem Zerfall der DDR zerstört zu werden, um Platz für Straßen und Bauten zu schaffen.

Zu der natürlichen Landschaft im Frankenwald zählen auch Moore. Naturmoor gilt als uraltes Heilmittel, denn Moor entwickelt sich in einem sehr langwierigen Prozess aus Pflanzen, denen man in der Naturheilkunde Heilkräfte zuschreibt.

Städte und Orte rund um den Frankenwald

Frankenwald

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Etwa um das Jahr 1000 siedelten das erste Mal Menschen im Frankenwald, obschon es noch näher zu untersuchende Anzeichen für eine frühere Besiedelung gibt. Zuerst wurden die Hochflächen besiedelt, wobei die bei einer Rodung charakteristischen Rundangerdörfer entstanden: eine kreisförmige Siedlungsform rund um einen inneren Platz. Später weiteten sich die Siedlungen auch in die Täler aus.

Zu den bekannteren Städten und Gemeinden im Frankenwald zählen Kronach, Ludwigsstadt, das Mineral- und Moorheilbad Bad Steben und Lichtenberg. Kronach ist eine Kreisstadt und die Geburtsstadt des Malers Lucas Cranach der Ältere. Kronach hat um die 17.000 Einwohner, die Kurstadt Bad Steben etwa 3.400 – der Frankenwald ist vergleichsweise gering besiedelt. Zu den Orten, die sich im Randgebiet des Frankenwaldes befinden, gehört Hof an der Saale, deren Kloster nur eines der klerikalen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist. Einer der kleinsten Orte rund um den Frankenwald ist Effelter, zur Gemeinde Wilhelmstal gehörend. Hier befindet sich eines der am besten erhaltenen Rundangerdörfer, die typisch sind für die frühe Besiedelung des Frankenwaldes.