Five Fragments

  • Der Verlag in drei Worten: Okkult. Heidnisch. Interessant 🙂
  • Das Programm: Fachverlag für okkulte, heidnische und akademische Literatur, der zurzeit sein Programm mit Bandbiografien, Comics und Populärwissenschaft erweitert und dem das Neofolk-Label Deggial Records angeschlossen ist.
  • Der Bestseller: Es gibt momentan drei Titel mit den gleichen Verkaufszahlen: „Memento Mori – Der Traum vom ewigen Leben“ von Mark Benecke, „Kabbala, Qliphoth und die Goetische Magie“ von Thomas Karlsson (Texteschreiber von Therion) und „Àsatrú – Die Rückkehr der Götter“, zusammengestellt von Kveldúlf Hagan Gundarsson.
  • Der Must-Read-Tipp: „Am Anfang war die Kuh“ von Fritz Steinbock, humorvolle Kurzgeschichten über das Heidentum, und Humor ist nie falsch.
  • Der Leser: Magier, Heiden, Liebhaber von ungewöhnlicher Literatur und Otto-Normal-Bürger

OM: Hallo Holger, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, unseren Lesern den „Roten Drachen“ vorzustellen. Wer steckt denn hinter diesem Verlag?

H: Gute Frage. Spontan: ein ganz normaler, unauffälliger Mensch, der sich mit den Themen des Verlags gut auskennt und hierdurch weiß, was er da manchmal veröffentlicht. Das Okkulte war schon immer etwas, was mich faszinierte, und später kam das germanische Heidentum so wie die Mythen vieler Völker hinzu.

OM: Was war der entscheidende Auslöser zur Geburt des Drachen? Und wann startete das Verlagsprogramm?

H: Der Verlag existiert seit Januar 2006, als eine Freundin meinte, sie suche für ihr Büchlein „The Book of Mephisto“ einen Verlag. Kurz entschlossen sagte ich ihr, dass ich es verlegen werde, und gründete am nächsten Tag den Verlag. Schnell kamen weitere Titel hinzu von guten Freunden und nach kurzer Zeit kamen die ersten Angebote von außerhalb des Freundeskreises. Da die meisten Freunde aus dem okkulten Umfeld stammen, lag am Anfang der Schwerpunkt auf dem Linken Pfad. Heute ist das Programm vielseitiger, jedoch bleibt der Linke Pfad immer ein Hauptthema des Verlags.

OM: Heute führst du Titel von Dr. Mark Benecke, Deutschlands prominentester Kriminalbiologe, Fantasy-Autor Christoph Marzi und VfGH*-Mitglied Fritz Steinbock. Wie fanden diese Größen den Weg zu dir?

H: Mark ist seit vielen Jahren ein sehr guter Freund, irgendwann kamen wir auf die Idee ein Vampirbuch zu machen. Die erste Auflage von „Vampire unter uns“ mit 3.000 Stück war binnen 10 Monaten ausverkauft, daraufhin wollte er die 2. Auflage erweitern. Diese Erweiterungen waren jedoch so umfangreich, dass wir daraus einen 2. Band machen mussten, und seit März ist „Memento Mori“ auf dem Markt. Christoph kam über die Herausgeberin der Anthologie „Advocatus Diaboli“ zum Verlag, Alisha Bionda hat da sehr gute Kontakte und Autoren an der Hand, die etwas zur Anthologie beigetragen haben. Aufgrund der Tatsache, dass ich im Heidentum selbst aktiv bin, kenne ich natürlich auch Fritz. Seine Bücher erschienen zuerst im Verlag Daniel Junker, als dieser seine Aktivitäten eingestellt hat, habe ich sein Programm komplett übernommen und somit auch die Titel vom Fritz.

OM: Doch neben oben Erwähnten findet man im Verlagsprogramm auch weitestgehend unbekannte Namen, ja sogar längst verstorbene Schreiberlinge. Wie erfolgt die Auswahl derer Publikationen?

H: Das Verlagsprogramm spiegelt zu 100% meine Interessen wieder, ich veröffentliche nur das, was ich mir auch selbst kaufen würde. In vielerlei Hinsicht ist Deutschland in den okkulten und heidnischen Bereich ein Entwicklungsland, wie Jan Fries es immer ausdrückt. Bücher, die weltweit vor 20-30 Jahren schon ein Must-Have waren, erscheinen jetzt erst bei mir in Deutsch. So zählen international Kenneth Grant, Rosaleen Norton oder Nema zu den wichtigsten Autoren, jedoch hat niemand vor mir (bis auf ein Titel von Kenneth Grant) sie jemals ins Deutsche übersetzt. Einige Titel sind in der Übersetzung stärker erweitert als die englischen Ausgaben, wie „Maat Magick“ von Nema oder „Der Kessel der Götter“ von Jan Fries, da die Autoren bei mir auch das schreiben dürfen, was die anderen Verlage nicht veröffentlichen. Ich würde gern mehr deutsche Autoren publizieren, aber solange das Angebot bescheiden ist, konzentriere ich mich auf die Übersetzung der Klassiker.

OM: Was ist dein persönliches Highlight im Programm?

H: Ha, schwer zu sagen Wie gesagt, alle Titel spiegeln mein persönliches Interesse wider, aber spontan würde ich das bereits erwähnte „Ásatrú“, „Der Gehörnte“ von Voenix und „Lords of the Left-Hand Path“ von Stephen E. Flowers (eher bekannt als Edred Thorsson) nennen, wobei die beiden letztgenannten Titel erst im März veröffentlicht werden. Einer der Vorteile als Verleger: man kennt immer die Titel Monate bevor sie erscheinen, und wenn sie erscheinen, hat man mit ihnen schon längst abgeschlossen und liest die Bücher, die in den kommenden Monaten auf dem Markt sein werden.

OM: Und dein Lieblingsbuch?

Die Voivod-Biografie „Worlds Away“. Ich bin seit 27 Jahren ein Voivod-Fan und freue mich darüber, dass ich durch dieses Buch mehr mit Michel Langevin zusammen arbeite. So sitzen Phil Anselmo (Sänger bei Pantera und Down) und er gerade an einem Buch, welches ich auch in Deutsch veröffentlichen werde.

OM: Was erwartet den Leser 2013?

H: Im Januar wird es das Buch „Nox Arcanum“ geben, eine Sammlung von Essays zur Philosophie und Praxis der Selbstvergöttlichung, zeitgleich folgt ein spannendes Buch über den germanischen Gott Loki „Beweger der Geschichten“, im Februar folgt über Thor „Von der Edda bis Marvel“, bevor „Lords of the Left-Hand Path – Verbotene Praktiken und spirituelle Ketzereien“ von Stephen E. Flowers und „Der Gehörnte – Eine Hommage an das Wilde im Mann“ von Voenix, die Frühjahrshighlights, im März auf dem Markt kommen. Beide Titel sind unser Schwerpunkt auf der Leipziger Buchmesse. Während der Leipziger Buchmesse wird es in Kooperation mit Ubooks eine Lese-Nacht im Szene-Club „DarkFlower“ geben, bei der die Autoren Mark Benecke, Luci van Org, Voenix, Ina Brinkmann und Ramona Ambs aus ihren aktuellen Büchern lesen. Im Anschluss gibt es eine Party bis in die Morgenstunden, bei der Mark Benecke den DJ macht. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Ebenfalls für März ist das „Heidnische Jahrbuch 2013“ vorgesehen. Im Sommer folgt das nächste Buch von Kenneth Grant mit dem Titel „Hekates Brunnen“, ein Praxisbuch des Chaosmagiers Frater Pandagaz247 ist für den 24.07. vorgesehen (voraussichtlicher Titel: „Io Chaos! – Chaosmagische Techniken und Rituale“), und im Herbst wird es ein biografisches Kunstbuch über die Hexe und Künstlerin Rosaleen Norton und höchstwahrscheinlich eine Metallica-Biografie geben. Dann ist ein weiterer Bildband a la „Worlds Away“ geplant, dieses Mal mit dem Zeichner der Iron Maiden-Bilder, aber das wird erst im Winter 2013/2014 kommen.

OM: Danke für die kleine Fragerunde. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg mit dem Verlag!

H: Vielen Dank, und euch viel Erfolg mit eurer Seite!

OM: Hast du noch eine letzte Empfehlung in Sachen Geschriebenes an die Schwarze Szene?

H: Sol Tenebrarum – Eine okkulte Studie der Melancholie. Auch wenn der Titel eher nichtssagend erscheint und das Cover nicht umwerfend ist, so ist es doch ein absoluter Geheimtipp.

*Verein für Germanisches Heidentum

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen