„Welcome Ladys and Gentlemen! Are you ready for the Urban Being Show?“, wird noch eben vorweg gerufen, bevor das Geknüppel losgeht, der Fuß und der Kopf nicht mehr still am Platz sind und ein neuer Lieblingssong im Kopf gespeichert wird. „Trash For Sale“ konnte als Openingtrack nicht besser gewählt worden sein, denn er hat alles, was zu einem wirklich gelungenem Song gehört: Knallharte Riffs, Abwechslung, Tempo, Text mit Tiefgang, tolle Gesangsstimme und eingängiger Refrain.

Fraglich ist die offizielle Bezeichnung der Spielart der Herren Destrage als „Alternative Melodic Death Metal“. Denn das, was man zu hören bekommt klingt im Prinzip nach modernem Thrash oder im Vergleich ausgedrückt, ähnlich wie DevilDriver, Fear Factory oder Trivium.

Paolo Colavolpe hat eine bemerkenswerte, vielseitige Stimme. Vom Shouten, über ruhigem klarem Gesang, bis hin zu einer Art Growling-Rap, setzt er alles ein und zwar in fast jedem der zehn Songs. Bei „Beauty Clown“ schafft er es sogar zu klingen wie Daron Malakian von System Of A Down.

Dass der Rest des Albums nicht im gleichen Level spielt wie der erste Song, liegt womöglich daran, dass Destrage wirklich einiges ausprobieren und zu viel verschiedenes in einen Song packen und man als Hörer immer wieder erstaunt und leicht verwirrt wird, was aber nicht immer heißt, dass das dem Song gut tut. In diesem Fall lautet leider oft die Devise: Weniger ist mehr.

Trotzdem gibt es mehr als genug Stellen bei „Urban Being“ die eindeutig beweisen, dass diese Band ganz schön was drauf hat, ihre Instrumente beherrscht, tolle Melodien komponieren kann und -ganz wichtig- irgendwie ihren eigenen Stil gefunden hat, was man daran sieht, dass man diesen nicht wirklich benennen kann.

Das Label empfiehlt Destrage besonders Fans von In Flames, Soilwork, Slipknot, Nevermore, oder auch The Haunted. Dem kann ich mich getrost anschließen und vergebe starke 3,5 Gitarren.