Das Artwork lässt auf jeden Fall keine Zweifel aufkommen, dass Devourment zu schockieren wissen und den Titel des Albums gekonnt illustrieren: Eingeweide, Tentakel, Leichen und Körperteile in einer blutig-zugewucherten, kanalähnlichen Grube. Hier ist genretechnisch alles richtig gemacht worden. Und ich wage zu behaupten, dass es sich um eines der aufsehenerregendsten Cover dieses Jahres handelt. Doch widmen wir uns nun den Klängen der Texaner: Ohne irgendeine Form von Intro brettert der bekannte tiefe und donnernde Devourment-Sound aus den Lautsprechern und schon die ersten Noten verheißen nichts Gutes. Fröhlich-freundlich geht es die nächste halbe Stunde nicht zu. Der Opener „Legalize Homocide“ erzählt aus der Sicht eines Mörders seinen Drang zu töten. Dies sei allerdings nur am Rande erwähnt, da man von den Vocals von Frontmann Mike Majewski sowieso nicht allzu viel versteht. Der für seine tiefen und schon fast verstörenden Grunts bekannte Devourment-Chef zeigt hier wieder einmal was er kann und zusammen mit dem groovenden Riffs von Ruben Rosas ist der erste Track von „Conceived in Sewage“ ein gelungener Einstieg. Als nächstes folgt das im Vorfeld über das Internet veröffentlichte „Fifty Ton War Machine“. An diesem Song zeigt sich besonders der Einfluss von Relapse Records. Durch den Wechsel zu einem der bekanntesten und größten Independent Label der USA, das sich insbesondere auf extremen Death Metal spezialisiert hat, sind einige Songs nicht mehr so ultrabrutal wie es beispielsweise auf „Butcher The Weak“ der Fall war. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass Devourment in irgendeiner Art vom Gas gehen. Der Song ist definitiv eines der Highlights auf „Conceived in Sewage“ und hämmert sich direkt in den Hinterkopf. Nach diesen verhältnismäßig zahmen Lyrics, bei denen man sogar das ein oder andere Wort verstehen konnte, widmet man sich im weiteren Verlauf des Albums wieder verstärkt den bösen und gewalttätigeren Texten hin. Allein der Titel „Fucked With Rats“ ist Sinnbild für das, was die Herren auf unverständliche Art und Weise dem Hörer entgegen schmettern. Das wahnwitzige Schlagzeug von Erik Park tut über die gesamte Spielzeit sein übriges dafür und trägt einen großen Anteil am brutalen Sound der Band. Etwas deplatziert wirkt nur das kurze Instrumentalintermezzo „March To Megiddo“, welches nur aus ein paar Downstrokes und militärisch anmutendem Snare-Getrommel besteht. Dieses kurze Zwischenspiel geht in das Stück „Today We Die, Tomorrow We Kill“ über. Trotz des schnellen Geprügels geht auch dieser Song direkt in die hintere Halsmuskulatur und ist ein weiteres Highlight auf dem vierten Langspieler der Herren aus Dallas. Inhaltlich geht es um eine Zombieapokalypse, man will ja schließlich gewisse Klischees bedienen. Erwartungsgemäß warten keinerlei Überraschungen mehr darauf entdeckt zu werden und nach 33 Minuten ist das auditive Massaker vorüber. Den einen wird es freuen, wenn er das Album überhaupt durchsteht, wobei ein anderer sich den Gehörgang direkt nochmal durchpusten lassen will.

„Conceived in Sewage“ ist ein Album, das man entweder hasst oder abfeiert. Viel dazwischen bleibt nicht. Wenn man auf die Musik von Devourment steht, so ist das Album ein absoluter Pflichtkauf, da es an der ein oder anderen Stelle ein wenig Variation einbaut und sich zu einem gewissen Maße an „normalen“ Death Metal im Stile von der bekannten Cannibal Corpse heranpirscht. Kann man mit Brutal Death allerdings nichts anfangen, so wird auch dieses neue Machwerk der Amerikaner nichts dran ändern. Im Endeffekt ist es aber sehr empfehlenswert einmal hineinzulauschen, um mal zu schauen, was im Bereich Death Metal alles machbar ist. Die Platte an sich ist durchaus gelungen und sorgt mit fetter Produktion für derben Sound und darauf, und nur darauf, kommt es beim Brutal Death an.

Tracklist

  • 1. Legalize Homocide
  • 2. Fifty Ton War Machine
  • 3. Conceived In Sewage
  • 4. Fucked With Rats
  • 5. March To Megiddo
  • 6. Today We Die, Tomorrow We Kill
  • 7. Heaving Acid
  • 8. Carved Into Ecstasy
  • 9. Parastic Eruption

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