Wertung: 10 von 10

Eine wunderbar mystische Geschichte begleitet diese mal ganz andere Metal-Band. Nach dieser gab es im Mittelalter eine Musikkapelle oder besser gesagt ein Orchester, das mit ihrer Musik die Herzen der Menschen aller Schichten in ganz Schweden eroberte.


Doch wie so oft in besagter Zeit, mischte sich Institution Kirche gehörig in den Lauf der Dinge ein, und verteufelte die Musiker im wahrsten Sinnde des Wortes. Verboten und verdammt sind die damaligen Musiker nun ins 21. Jahrhundert reinkarniert und führen ihre Berufung weiter aus…

Das Diablo Swing Orchetra kann in der Tat als ein richtiges Orchester bezeichnet werden. Zu einer klassisch ausgebildeten Sopranistin, einem Sänger (desweiteren E-Gitarre, Sitar), einem weiteren Gitarristen (Synthesizer, Didgeridoo), Bassisten, Cellisten und Drumer, kommen in der Live-Bestzung noch Violine, Flöte, Doublebass, Piano und Trompete hinzu. Mit diesen Instrumenten ist dann auch das Wort Orchester erklärt, aber noch nicht die Bezeichung Crossover, die ich gewählt habe. Die Musik lässt sich im Groben wie folgt beschreiben:

Das Diablo Swing Orchestra ist eine Mischung aus Jazz, Swing und Klassik untermalt von Metal-Riffs, und alles zusammen im Stile eines Musicals, geprägt von einer schaurig, skurillen Atmosphäre.

Die schwedischen Künstler, und diese Band muss man wahrlich als eine Kunst betrachten, so landen sie mit dem Opening-Track “A Tapdancer’s Dilemma” den ersten großen Knaller. Dieses Lied könnte gerade heraus aus einem Tim Burton-Film wie “Corpse Bride” entsprungen sein. Mitreißende Jazz-Bassläufe, Trompetenfanfaren und einem tollen Trommeleinstieg steigern sich zu einer richtigen Tanzhymne. Ich habe schon lange kein Lied mehr gehört, das soviel Spaß macht, trotz der diversen Stile nicht ins Lächerliche gezogen wird, sondern dermaßen gekonnt grundlegend, verschiedene Elemente vereint, dass man meint, es käme aus einem Guß. Perfekt!

Lied Nummer 2 hat den typischen Tangotakt/Stil, außerdem kommt in “A Rancid Romance” erstmals die opernhafte Gesang von Annlouice Loegdlund zur Geltung, während Daniel Håkanssons sehr tiefe Stimme, den perfekten Kontrast bildet. Hierzu sei gesagt, wer rein gar nichts mit klassicher Musik oder Operngesang am Hut hat, wird kaum Gefallen an dieser Musik finden, denn zwischendurch auf dem gesamten Album, macht Frau Loegdlund keinen Hehl daraus, was ihre Stimme an Kraft und Volumen und auch an Lautstärke zu bieten hat. “Lucy Fears The Morning Star” ist wohl der Hänger des Albums und begeistert wenig. “Bedlam Stick” ist dagegen wesentlich besser. Und wieder einmal taucht bei mir der Gedanke auf, diese Musik könnte genausogut ein Musical oder ein Soundtrack zu einem abgedrehten Märchen-Grusel-Schauer ala “Nightmare Before Christmas” sein.

Um alles einmal zusammenzufassen, kann ich nur sagen, dass jeder Song auf dem Album “No 2: Sing Along Songs For The Damned & Delirious” ein Erlebnis für sich ist. “Vodka Inferno” ist sehr angelehnt an den Stil altrussischer Volkslieder (wie der Name unschwer zu erkennen gibt). “Memoirs Of A Roadkill” fällt total aus dem Rahmen und ist hauptsächlich nur von einer gezupften Gitarrenmelodie begleitet.

Fazit: Wer anderen Stilen nicht abgneigt ist und mal wieder Abwechslung Spaß beim Musikhören haben will, tut nichts falsches, wenn er sich das Diablo Swing Orchestra zu Gemüte führt. Bis auf wenige schwache Stellen ist das Album ein großes Stück Kunst.

Topscore

Tracklist

  • 01. A Tap Dancer’s Dilemma
  • 02. A Rancid Romance
  • 03. Lucy Fears the Morning Star
  • 04. Bedlam Sticks
  • 05. New World Widows
  • 06. Siberian Love Affairs
  • 07. Vodka Inferno
  • 08. Memoirs Of A Roadkill
  • 09. Ricerca Dell’Anima
  • 10. Stratosphere Serenad

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