Die Dänen von Mercyful Fate um Sänger King Diamond und Gitarrist Hank Shermann

Mercyful Fate wurde Anfang 1981 in Kopenhagen, Dänemark, von dem Sänger King Diamond und dem Gitarristen Hank Shermann gegründet. Gitarrist Michael Denner, Bassist Timi Hansen und Schlagzeuger Kim Ruzz komplettierten das Band-Line-Up.

Mercyful Fate – die frühen 1980er

Die Band nahm 1981 zwei Demos auf und unterschrieb später bei Rave On Records in Holland, um die erfolgreiche EP „Mercyful Fate“ aufzunehmen, die am 8. November 1982 veröffentlicht wurde. Die EP drehte sich bald heftig um die wichtigsten Metal-Radiosender eine neue Generation im Heavy Metal mit ihrem einzigartigen Sound.

Mercyful Fate unterzeichnete 1983 einen neuen Vertrag mit Roadrunner Records, um ihr erstes Album in voller Länge „Melissa“ aufzunehmen, das im selben Jahr aufgenommen und veröffentlicht wurde. 1984 ging die Band zurück ins Studio, um ihr legendäres Album „Don't Break The Oath“ aufzunehmen, das am 7. September 1984 veröffentlicht wurde.

Bald danach startete Mercyful Fate eine zweimonatige US-Tour, die sie mehrere Male quer durch die Staaten führte, einschließlich der gemeinsamen Etappe mit Motorhead und Exciter für den letzten Teil der Tour. Die Shows hatten ein Buschfeuer in der Metal-Community ausgelöst, und Mercyful Fate erhielt nun viel Anerkennung. Das Jahr 1984 endete mit einer 5-tägigen Deutschlandreise zusammen mit Motorhead, Girlschool, Helix und Talon.

Das erste Konzert von 1985 fand in ihrer Heimatstadt Kopenhagen statt, einem alten Kino mit höherer Kapazität. Die Show war ausverkauft und die Band zeigte neue Level ihrer Bühnenshow. Es war ein großer Erfolg und ein neues Highlight für Mercyful Fate.

Im April 1985 beschloss die Band jedoch, sich zu trennen, um jeweils neuen Herausforderungen nachzugehen. Die King Diamond Band wurde geboren und hatte in den folgenden Jahren großen Erfolg mit fünf Studioalbum-Veröffentlichungen auf Roadrunner Records. Seitdem hat King Diamond bei Metal Blade Records unterschrieben und wird stärker als je zuvor.

Im Sommer 1992 beschloss Mercyful Fate, sich wieder zusammenzutun, und schloss einen neuen Vertrag mit Brian Slagel und seinem Label Metal Blade Records. „In The Shadows“ wurde 1993 veröffentlicht und war ein sofortiger Erfolg, gefolgt von einer ausverkauften US-Tour.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Mercyful Fate weitere fünf Studioalben und tourte viele Male durch Europa, die USA und Südamerika. Der Höhepunkt des Jahres 1999 war ihr von der Kritik gefeiertes „9“ -Album, das am 25. Mai 1999 veröffentlicht wurde. Es folgte eine Europatournee mit Metallica, bei der King und Hank mehrmals mit ihnen auf der Bühne das Medley „Mercyful Fate“ spielten, das Metallica hatten 1998 auf ihrem Doppel-Tribut-Album „Garage Inc.“ aufgenommen. Es folgten eine USA-Tour und eine Tournee durch Südamerika.

Die Band hat seitdem eine Pause eingelegt. „Eines Tages könnte das barmherzige Schicksal wieder für Sie kommen“ … sagt König Diamant.

Am 1. August 2019 wurde bekannt gegeben, dass Mercyful Fate sich zu einer Tournee wiedervereinigen wird.

Mercyful Fate – Melissa

Also, wie hätten Sie’s denn gern? Godfathers of Metal? Neben Iron Maiden die wichtigste Metal-Band der Achtziger? Erste Metal-Band, deren satanische Ausrichtung wirklich ernstzunehmend war?

Alle diese Beschreibungen treffen den Nagel auf den Kopf und bringen doch die Großartigkeit von Mercyful Fate nur in Ansätzen zum Ausdruck.

Mercyful Fate gehören zu den ganz wenigen Bands, die in Ihrer Karriere kein wirklich schlechtes Album veröffentlicht haben (unangefochtene Spitzenreiter in dieser schönen Disziplin sind natürlich Rush!).

Nach Ihrem Plattenfirmeneinstand mit der EP „Nuns Have No Fun“ 1982 folgte ein knappes Jahr später das LP-Debüt der dänischen Posse. Auf „Melissa“ findet sich in den drei Eröffnungssongs auch mal gleich sowas wie die heilige Dreifaltigkeit des Metal-Riffs! Nicht zu Unrecht wählten Metallica genau diese Songs für ihr Mercyful Fate-Medley auf der „Garage Inc.“-CD. Was hier abgeht, ist sowas von der Wahnsinn! Gitarrist Hank Shermann hat sich mal eben selbst ‘nen Denkmal für die Ewigkeit gesetzt: Jeder verdammte Metalfan MUSS diese Lieder einfach kennen!

Da geht der Groove sofort ins Blut und man schunkel-bangt-hüpft sich ins Nirwana!

Es gibt ja diverse Menschen, die sich mit dem Gesang vom King nicht anfreunden können; diesen sei gesagt: Wer da nicht drauf steht, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Ich habe keinen Bock mehr auf Anmerkungen der Art „naja, die Musik ist ja echt der Wahnsinn aber mit ‘ner nicht so derben Eierkneifer-Stimme wärs noch geiler“: Das ist alles Quatsch mit Sauce! Genau diese Singstimme muss bei der Mucke dabei sein, sonst würde hier ein kompletter Teil der Identität der Band fehlen.

Mit diesem Album haben Mercyful Fate den endgültigen Durchbruch geschafft und ihren Status in der Szene mit dem Nachfolger „Don’t Break The Oath“ im Folgejahr sogar noch weiter ausbauen können. Gemeinhin wird ja auch eben dieses „Don’t Break The Oath“ als noch größerer Meilenstein gesehen, aber das ist meiner Meinung nach nicht zu rechtfertigen: Natürlich steht völlig außer Frage, dass auch „Don’t Break…“ ein absolutes Wahsinnsalbum ist, aber im direkten Vergleich finden sich auf „Melissa“ die besseren Einzelsongs. Neben der bereits erwähnten Eröffnungs-Trinitas seien hier auch noch „Satan’s Fall“ und der Titelsong genannt.

Den Einfluss, den Mercyful Fate auf die gesamte Szene-Entwicklung hatten und haben, kann man gar nicht hoch genug bewerten: Ohne MF wären Metallica nicht die, die sie sind und auch diverse Black-Metal-Bands berufen sich auf Mercyful Fate als größten Einfluss.

Darüber hinaus stehen die Dänen auch bei der zurzeit grassierenden Retro-Welle für nicht wenige Bands Pate (z.B.: Portrait, In Solitude und mit Abstrichen Ghost).

Der Unterschied ist nur, dass diese neuen Epigonen es nicht schaffen, an die Genialität ihrer Vorbilder auch nur ansatzweise heranzureichen (Ausnahme: Ghost).

Also mein Tipp: Bevor man seine Kohle für eine weitere Möchtegern-Kopie ausgibt, sollte man sich unbedingt mit dem Original auseinandersetzen. Am besten klappt das mit der wunderschön gestalteten Neuauflage von „Melissa“, welche von Roadrunner Records im Jahr 2008 herausgebracht wurde. In diesem fetten Digipack befinden sich als Zusatz noch diverse Demoversionen der Songs, viele alte Fotos und Linernotes sowie eine DVD mit einem Mercyful Fate-Konzertbootleg vom Dynamo 1983.

Tracklist:
01. Evil
02. Curse Of The Pharaohs
03. Into The Coven
04. At The Sound Of The Demon Bell
05. Black Funeral
06. Satan’s Fall
07. Melissa

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Autor: ArchiVader

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