Die E-Zigarette verbreitet sich in den letzten Jahren zunehmends. Während die elektronischen Geräte noch 2012 von der Tabakindustrie für eine vorübergehende Erscheinung gehalten wurden, zeigten die Jahre darauf, dass das Dampfen immer beliebter wird. Seit dem Aufkommen der elektronischen Zigarette um das Jahr 2004 herum, entwickelte sich entsprechend ein großer Markt.

Es gibt mittlerweile verschiedenste Modelle und geschmackliche Möglichkeiten. E-Zigaretten sind vielfältiger geworden, sie wachsen technisch und das große Angebot kann für Anfänger und Interessierte anfangs ein wenig unübersichtlich sein. Die Forschung bezüglich ihrer gesundheitlichen Auswirkung lässt derweil den Schluss zu, dass sie die bessere Alternative zur Zigarette sind.

So funktionieren E-Zigaretten

Die E-Zigarette: Vielfalt des Dampfens und Vorteile dem Rauchen gegenüber

Die E-Zigarette: Vielfalt des Dampfens und Vorteile dem Rauchen gegenüber (Foto: pixabay CC0)

E-Zigaretten bestehen aus einem Verdampfer mit Heizspirale, einem Tank für die Liquids, einem Akku und einem Mundstück. Weiterhin befinden sich noch elektronische Komponenten in den E-Zigaretten, so zum Beispiel Sensoren und ein Power-Button. Eine Komponente des Verdampfers ist der Verdampferkopf, in welchem sich ein Trägermaterial für die Liquids befindet.

Eine E-Zigarette basiert – entsprechend des Begriffs „Dampfer“, der für Nutzer einer elektronischen Zigarette etabliert ist – über den Prozess der Verdampfung. Im Verdampferkopf sammelt sich das Liquid im Trägermaterial, welches aus Watte, Pflanzenfasern oder gar Keramik bestehen kann. Die Heizwendel erhitzt dieses Material und das Liquid, welches daraufhin verdampft. Dieser Dampf wird vom Nutzer der E-Zigarette inhaliert. Dies geschieht über einen entsprechenden Luftkanal.

Dabei ist der Prozess des Verdampfens ein gänzlich anderer als der des Rauchens. So wird im physikalischen Sinne keine Substanz verbrannt und es kommt auch nicht zur Neubildung von Stoffen aufgrund der Hitzeeinwirkung. Das Verdampfen stellt lediglich eine Änderung des Aggregatzustandes (von flüssig zu gasförmig) dar.

Beim Dampfen wird das Liquid allmählich verbraucht. Neues Liquid kann aufgrund der Kapillarwirkung des Trägermaterials aus einem Tank nachfließen. Bei den meisten E-Zigaretten veranlasst das Ziehen am Mundstück selbst die Heizspiralen dazu, sich aufzuheizen. Dies wird über Unterdrucksensoren geregelt. Bei vielen Modellen muss auch zusätzlich ein Knopf gedrückt gehalten werden, um das Aufheizen des Gerätes zu starten. Im Inneren des Verdampferkopfes können Temperaturen von bis zu 315 Grad erreicht werden. Wird nicht mehr an der elektronischen Zigarette gezogen, kühlt die Heizspirale wieder ab.

Der Akku einer E-Zigarette ist verantwortlich für das Aufheizen des Gerätes. Oft kann die Menge an Energie, die der Akku abgeben soll, eingestellt werden. Entsprechend lässt sich das Gerät schneller oder langsamer erhitzen. Je nach verwendetem Liquid kann dies vorteilhaft oder nachteilhaft sein. Es ist zu beachten, dass ein Akku ein Verschleißteil ist. Entsprechend muss dieser gelegentlich ausgetauscht werden. Meist wird von einer Haltbarkeit von einem Jahr ausgegangen. Und auch die Verdampferköpfe sind Verschleißteile, die ausgetauscht werden müssen, wobei damit alle zwei bis vier Wochen zu rechnen ist.

Insgesamt ist die richtige Anwendung einer E-Zigarette – im Sinne eines geschmacklich und sensorisch befriedigenden Erlebnisses – auch eine Sache des Ausprobierens. Entsprechend gibt es für Einsteiger Startersets und Fortgeschrittene Dampfer experimentieren auch gern einmal.

Auch das Nachfüllen mit Liquids kann unterschiedlich vonstatten gehen. Bei den meisten Modellen wird ein Tank nachbefüllt. Bei einigen Exemplaren lässt sich aber auch das Trägermaterial direkt betröpfeln.

Vorteile von E-Zigaretten gegenüber normalen Zigaretten

Viele Dampfer waren früher Raucher. Der Wechsel von der herkömmlichen Zigarette zur E-Zigarette muss entsprechend viele Vorteile haben. Dass E-Zigaretten allgemein als weniger gesundheitsschädlich gelten als normale Zigaretten, ist allgemein bekannt. Dies lässt sich dabei auf drei Dinge zurückführen:
Erstens enthält ein Liquid nicht so viele kanzerogene und toxische Substanzen wie eine Zigarette. Zweitens werden keine Verbrennungsprozesse erzeugt, die wiederum selbst zur Bildung giftiger Substanzen führen. Und drittens ist es nicht das Nikotin, dass das Rauchen so schädlich macht. Dieses zeigt sich für die stimulierende und süchtigmachende Wirkung verantwortlich.

Das Dampfen kann das Rauchen nicht gänzlich imitieren. Schließlich haftet der Dampf nicht so penetrant an den Kleidern wie der Zigarettenrauch und er riecht auch meist angenehmer. Das Gefühl des Rauchens – also das Erleben im Mund und im Körper – lässt sich mit E-Zigaretten allerdings gut erzeugen. Da die E-Zigarette eben auch mit Nikotin genossen werden kann, ist sie auch für Raucher interessant, die das Nikotin brauchen. Alle anderen Stoffe in einer herkömmlichen Zigarette sind weder entspannend oder gesund, noch wirken sie an einer Nikotinabhängigkeit mit.

Doch nicht nur, dass die E-Zigarette die gesündere Art der Nikotinaufnahme ist: Sie kann auch zum Reduzieren oder Aufgaben des Nikotinkonsums genutzt werden. Es ist möglich, nikotinfrei zu dampfen und trotzdem die Aromen und das Dampfen an sich zu genießen. Da die Liquids, welche Nikotin enthalten, unterschiedlich hohe Dosen Nikotin enthalten können, ist eine gezielte Nikotinentwöhnung ebenfalls mit einer E-Zigarette möglich.

Nicht zuletzt besticht die E-Zigarette auch aus finanziellen Gründen. Wer eine Schachtel Zigaretten am Tag raucht, gibt circa 200 Euro im Monat für Zigaretten aus. Wer sich seine Zigaretten selber dreht und ebenfalls um die 20 Stück am Tag raucht, ist noch immer mit circa 70 bis 100 Euro im Monat dabei. Im Jahr sind so zwischen 840 und 2400 Euro schnell mal weg – und das bei 20 Zigaretten am Tag. Starke Raucher konsumieren oftmals mehr Zigaretten.

Ganz anders sieht dies bei einer E-Zigarette aus. So bestehen hier die Kosten aus den Anschaffungskosten und den laufenden Kosten. Die Anschaffungskosten sind gering: Um die 35 bis 40 Euro kostet ein Set. Der Akku ist enthalten und ein paar Verdampferköpfe ebenfalls. Der Preis für einen neuen Akku liegt bei circa 15 Euro, der Preis für einen Verdampfer bei circa zwei Euro. Ausgehend von den oben postulierten Haltbarkeiten und einem Anschaffungspreis von 40 Euro, ergibt sich ein Jahresaufwand von knapp 80 bis 90 Euro. Hinzugerechnet werden müssen nur noch die Liquids, wobei 10 ml in der Regel um die fünf Euro kosten. Angenommen wird ein Durchschnittsverbrauch von 60 ml im Monat, was die Kosten auf 30 Euro im Monat bringt. Somit ergeben sich Kosten von circa 450 Euro im Jahr. Das ist deutlich weniger als das Rauchen von Zigaretten kostet.

Es gibt also genügend Gründe für das Dampfen. Ein paar weitere Gründe seien aber hier noch einmal genannt: So macht das Produzieren von viel Dampf auch einfach Spaß. Außerdem gilt das Dampfen vor dem Gesetz nicht als Rauchen. An vielen Orten ist daher das Dampfen trotz eines Rauchverbotes gestattet – allerdings sollten hier vorher die Hausregeln studiert werden.

Arten von E-Zigaretten

E-Zigarette (pixabay)

E-Zigarette (Foto: pixabay CC0)

E-Zigaretten haben sich seit ihrem Aufkommen weiterentwickelt. Derweil wird allgemein von der 4. Generation gesprochen. Waren E-Zigaretten zu Anfang noch an Zigaretten angelehnt und sahen ähnlich aus, so sind sie heute designte Objekte für bewusst Dampfer. Der Trend geht derweil in Richtung kastenförmiger Verdampfer, aber auch tonnenförmige Exemplare halten sich gut am Markt.

Die äußeren Eigenschaften – das Gehäuse – sind allerdings nicht alles. Vielmehr unterscheiden sich die E-Zigaretten auch hinsichtlich ihres Typs und damit auch hinsichtlich ihrer Funktion. So soll hier an erster Stelle einmal die Einweg-E-Zigarette genannt werden, die nach dem Leerdampfen entsorgt und recycelt wird. Sie kann nicht nachgefüllt werden und ist allenfalls für den Einsteiger oder Gelegenheitsdampfer interessant. Diese Modelle sind sehr klein.

Andere kleine Modelle („Cigalikes“) lassen sich auch mehrfach verwenden und verwenden meist Kartuschen mit Liquid anstelle eines Tanks. Diese kompakten Modelle sind sehr handlich, aber nicht so vielseitig wie größere Exemplare mit Tank. Auch sie sind für Anfänger interessant.

Zu unterscheiden ist ferner zwischen geregelten und ungeregelten Akkuträgern. Ungeregelte Akkuträger geben den Strom direkt – ohne Regelung – an die Heizspirale ab. Entsprechend variieren die Leistung und die Dampferzeugung in Abhängigkeit von der Reststärke des Akkus. Da ein Akku im Laufe der Zeit schwächer wird, kann auch das Dampfen beeinträchtigt werden. Zudem kann eine Überhitzung bei solchen Modellen auftreten. Insgesamt sind ungeregelte Akkuträger aus der Mode geraten und werden nur von erfahrenen Dampfern verwendet. Letzten Endes ist dies Geschmackssache.

Geregelte Akkuträger lassen hingegen immer eine bestimmte Spannung fließen. Diese kann bei vielen Modelle eingestellt werden, sodass sich das Dampferlebnis verändern lässt. Solche Akkus können auch interne Widerstände und Sicherheitsmechanismen aufweisen. Sie verhindern damit de facto ein Überhitzen der E-Zigarette und sorgen somit für Sicherheit.

Lässt sich die Leistung einstellen, kann damit unmittelbar Einfluss auf die Geschwindigkeit, mit welcher sich die Heizspirale erhitzt, genommen werden. Zudem lässt sich oftmals der Akkustand ablesen. Für die Einstellung der Leistung ist kein Wissen um Widerstände, Watt und Volt vonnöten. Die E-Zigarette berechnet die erforderliche Leistung anhand des eingegebenen Wunsches selbst.

Worauf beim Kauf zu achten ist

E-Zigaretten sind elektronische Geräte und weisen damit Qualitätsunterschiede auf. Es gilt hier das gleiche wie bei anderen Geräten: Billige Komponenten verschleißen schneller und müssen entsprechend öfter nachgekauft werden. Gerade der Akku ist besonders relevant. Ferner ist auch das Mundstück zu betrachten, das bei einigen Geräten auch selten einmal ausgewechselt wird.

Teurere Exemplare können vorteilhaft sein, wenn das Dampfen zur Gewohnheit werden soll. Auch muss sich grundsätzlich zwischen den Gebrauch von Liquid-Kartuschen und dem Füllen eines Liquidtanks entschieden werden. Hinzu kommen Überlegungen bezüglich der Größe und der maximalen Leistung, die eine E-Zigarette erbringen soll. Mit steigendem Konsum kann ein besserer Akku nötig werden. Auch Ersatzakkus sind erhältlich.

Da es sich bei einer E-Zigarette um ein elektronisches Produkt für den Konsum von auch nikotinhaltigen Substanzen handelt und ein Verdampfungsprozess erfolgt, muss die Technik einwandfrei sein. Es empfiehlt sich, beim Kauf darauf zu achten, wer die E-Zigarette hergestellt hat. Auch ist vom Kauf bei dubiosen Anbietern, die bekannte Modelle sehr stark vergünstigt anbieten, abzuraten. Es kann sich um Plagiate handeln. Es gibt deshalb immer öfter Echtheitszertifikate.

Bei E-Zigaretten ist bei der Auswahl auch darauf zu achten, welche Teile später kompatibel sind. So sind nicht alle Akkus oder Verdampferköpfe für alle E-Zigaretten geeignet. Allerdings gibt es zu fast jedem Exemplar auch passende Teile und viele Hersteller verwenden eine einheitliche Norm.

Was enthalten die Liquids für E-Zigaretten?

Aromavielfalt der E-Liquids

Aromavielfalt der E-Liquids (Foto: pixabay CC0)

Die E-Liquids sind grundsätzlich mit der Flüssigkeit zu vergleichen, die in Nebelmaschinen in Diskotheken Anwendung findet. Das Liquid besteht aus Propylenglycol (E 1520), Glycerin, Wasser und Lebensmittelaromen. Nikotinhaltige E-Liquids enthalten unterschiedliche Mengen Nikotin. In seltenen Fällen enthalten die Liquids auch ein wenig Alkohol. Außer diesen Substanzen ist nichts in den Liquids enthalten, wobei die Lebensmittelaromen sehr vielseitig sein können. Propylenglycerol und Glycerin gelten bei der oralen Aufnahme als unbedenklich.

Die Kombination aus Stoffen sorgt für ein Dampferlebnis, das dem Gefühl des Rauchens entspricht. Es bildet sich ein Dampf, der in den Atemwegen und im Mund die gleichen Reize ausüben kann wie das Rauchen.

Aromavielfalt der E-Liquids

Die Vielfalt bei E-Liquids für E-Zigaretten übersteigt die Möglichkeiten von Tabak bei Weitem. Während bei Zigaretten Menthol oder Blaubeere das Ende der geschmacklichen Fahnenstange darstellen, warten E-Liquids auch mit Geschmäckern wie „Currywurst“, „Pina Colada“ oder „Energy-Kick“ auf.

Grundsätzlich sind alle Aromen denkbar, da sich alle Aromen durch Aromastoffe darstellen lassen. Es sind mehrere Hundert verschiedene Liquids auf dem Markt, die in Preisspanne und Geschmack sehr unterschiedlich sind.

Zur besseren Übersicht lassen sie sich beispielsweise in Kategorien unterteilen. Fruchtaromen, Getränkearomen und Gewürzaromen sind sehr populär. E-Liquids, welche nach Fast Food oder anderen Gerichten schmecken, sind eher selten anzutreffen, aber verfügbar. Klassiker wie „Menthol“ oder „Tabak“ sind ebenfalls vertreten. Das Dampfen muss also geschmacklich nicht unbedingt experimentell sein. Es kann auch auf das gute, alte Zigarettenaroma zurückgegriffen werden.

Die aromatische Vielfalt wird durch das Dampfen selbst ergänzt. Durch die Erzeugung des Dampfes, welcher problemlos inhaliert werden kann, lassen sich große Wolken erzeugen. Diese riechen meist entsprechend des verwendeten Liquids und können auch unterschiedlich gefärbt sein. Das Produzieren möglichst großer Dampfschwaden ist unter Dampfern zum Trendsport geworden.

Mit den passenden E-Liquids lassen sich insgesamt alle Geschmäcker befriedigen. Werden austauschbare Tanks und Kartuschen verwendet, kann der Dampfer auch mehrere Geschmäcker mit sich führen – je nach Stimmung und Situation kann er den passenden wählen. Ein rauchig-würziges Aroma passt vielleicht besser zum Whisky und ein süßes Aroma zum Kaffee. Fruchtaromen sind zudem geruchlich auch für Umstehende nicht so unangenehm wie Zigarettenrauch.

Der Sweet Spot

Der sogenannte Sweet Spot ist der Punkt, an welchem das bestmöglich Dampf- und Geschmackserlebnis mit einer bestimmten Temperatur erreicht wird. Diesen zu finden, ist die Herausforderung eines jeden Dampfers, denn jedes E-Liquid ist anders und auch die E-Zigarette muss erst eingewöhnt werden. Mit wachsender Erfahrung wird es allerdings zunehmend leichter, den Sweet Spot zu finden. Erfahrene Dampfer versuchen, diesen für jedes neue Liquid zu finden und vergleichen die entstandenen Erlebnisse.

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Gastautorin: S. „Bille“ Rauch


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