Zu den zehn geförderten Filmen zählen Dokumentarfilme aus den Bereichen Musik, Film, Wirtschaft und Sport, Filme über verzweifelte Familien sowie Weltvertriebsförderungen für je einen fiktionalen und einen dokumentarischen Film.

„1000 Arten Regen zu beschreiben“, Verleih: Film Kino Text, Förderung: 23.000 Euro
Das Leben einer normalen Familie entgleist. Seit einem halben Jahr verlässt der Sohn sein Zimmer nicht mehr. Vater, Mutter und Schwester ringen um die Leerstelle in ihrem Leben, die sich nicht erklären lässt und für die es keine Verhaltensregeln gibt. In Tallinn wurde das Drama von Isabel Prahl als bestes Debüt ausgezeichnet, beim diesjährigen Max Ophüls Preis feiert es seine Deutschlandpremiere im Wettbewerb. Ab 23. März in den deutschen Kinos.

„Playing God“, Verleih: Real Fiction Film, Förderung: 20.000 Euro
Der Dokumentarfilm von Karin Jurschick über den Entschädigungsspezialisten Ken Feinberg beleuchtet dessen Rolle u.a. bei der Auflage des milliardenschweren Fonds für die Opfer des Terroranschlags vom 11. September 2001, der ihnen zusteht, sollten sie nicht vor Gericht ziehen. George W. Bush ernennt Feinberg als alleinigen Entscheider über alle Abfindungssummen. Seine berufliche Karriere beinhaltet Fälle von Agent Orange nach dem Vietnamkrieg bis zur Abgasaffäre von VW. Ab 8. Februar im Kino.

„Könige der Welt“, Verleih: W-film, Förderung: 15.000 Euro
Ein paar Jungs aus der deutschen Provinz schaffen es mit ihrer Garagen-Band bis nach L.A. – und scheitern dort brutal. „Union Youth“ schafften es so von Niedersachsen in die angesagtesten Clubs und fuhren mit Luxuslimousinen in die hippsten Bars. Wundersame Jahre, rauschhaft und exzessiv bis zum bösen Erwachen. 15 Jahre später versuchen sie, sich ihren Dämonen zu stellen und wieder Musik zu machen. Doch die Proben verlaufen seltsam und bald realisieren sie, dass ihr Sänger sich in Lebensgefahr befindet. Der Dokumentarfilm von Christian von Brockhausen und Timo Großpietsch ist ab 15. März im Kino.

„Meister der Träume“, Verleih: Temperclayfilm, Förderung: 15.000 Euro
Salim Shaheen ist der Prinz von Nothingwood, der afghanische Steven Spielberg. Er produziert Filme am Fließband, für die er gerne die Hauptrolle übernimmt. Weit über hundert Filme hat er bereits gedreht, die für westliche Augen eher bizarr wirken. Aber mit seinem rührenden Enthusiasmus begibt er sich in Lebensgefahr, denn die Taliban haben wenig übrig für das nach ihrer Meinung dekadente Vergnügen des Kinos. Sonia Kronlunds Dokumentarfilm feierte seine Weltpremiere in der Quinzaine in Cannes und ist ab 8. Februar im Kino zu sehen.

„Funeral Parade of Roses“, Verleih: Rapid Eye Movies, Förderung: 12.500 Euro
Die Dragqueens Eddie und Leda buhlen um die Gunst des Nachtclubbesitzers und Dealers Gonda, der sich schließlich für Eddie entscheidet. Leda begeht Selbstmord. Eddie sehnt sich gleichzeitig nach ihrem Vater, der früh die Familie verlassen hatte. Sie ermordet ihre Mutter und deren Liebhaber um später festzustellen, dass ihr Liebhaber Gonda ihr Vater ist, der sich, als er dies herausfindet, umbringt. Die digitial restaurierte Fassung dieses avangartistischen Werkes von 1969 ist ab Frühjahr im Kino.

„Werner Nekes – Leben zwischen den Bildern“, Verleih: mindjazz, Förderung: 10.000 Euro
Werner Nekes war einer der bedeutendsten zeitgenössischen Experimentalfilmer. Sein Werk umfasst über 100 avantgardistische Filme, die mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht wurden. Weltweit einzigartig ist seine kinematografische Sammlung, die aus über 40.000 Objekten besteht. Nach der Premiere auf der letztjährigen Berlinale kam die Hommage von Ulrike Pfeiffer am 9. November 2017 in die Kinos.

„Anne Clark – I’ll walk out into tomorrow“, Verleih: Neue Visionen, Förderung: 9.700 Euro
Seit mehr als 30 Jahren steht Anne Clark auf der Bühne. Sie verwandelt Sprache in einzigartige Musik und ist grandiose Pionierin der Spoken Word-Kunst. So entstanden Klassiker wie „Our Darkness“ oder „Sleeper in Metropolis“. Claus Withoffs Portrait der unverwechselbaren Künstlerin, die mit ihrer Poesie und ihrem Sound die Musikwelt auf den Kopf gestellt hat, läuft ab 25. Januar im Kino.

„UltrAslan“, Verleih: Kinostar, Förderung: 7.500 Euro
Ümit Uludag portraitiert Ibrahim, Ilker und Ogulcan, die ihr Leben einer der weltweit größten und bestorganisierten Fangruppen verschrieben haben. Sie sind Fan des Sportclubs Galatasaray Istanbul, der mehr als 2 Millionen Mitglieder hat, in 82 türkischen Städten und 60 Ländern vertreten ist. Ein Dokumentarfilm auch über die Suche nach Identität und Anerkennung von Immigranten in Europa.
Ab 31. Mai in den deutschen Kino.

„Different Kinds of Rain“, Weltvertrieb: Media Luna, Förderung: 13.000 Euro
Nach der Weltpremiere beim Tallinn Black Nights Film Festival und der Deutschlandpremiere beim Max Ophüls Preis sind weitere Festivalteilnahmen weltweit geplant. Zudem wird der Film weltweit auf Filmmärkten angeboten.

„Global Family“, Weltvertrieb: Rushlake Media, Förderung: 7.000 Euro
Aufgrund des brutalen Bürgerkriegs lebt eine somalische Familie im Exil, verteilt in Deutschland, Kanada, Äthiopien, Italien und Saudi-Arabien. Shash, der Kopf der Familie, will, dass eines Tages alle wiedervereint zusammenleben. Der Max Ophüls Preis ist der Festivalauftakt für den Dokumentarfilm von Andreas Köhler.

Als Jury für die Förderentscheidungen benannte das Filmbüro NW Moritz Busch, Theaterleiter Weisshaus-Kino Köln, Kuratorin und Dramaturgin Dr. Grit Lemke und Nicole Rebmann, Programmkommission KFFK/Kurzfilmfestival Köln.

Nächster Einreichtermin für die Vereinfachte Förderung – Verleih und Vertrieb – ist der 24. Mai 2018.

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Pressemitteilung: Film- und Medienstiftung NRW GmbH


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Die Filmstiftung vergibt insgesamt 132.700 Euro für Low Budget-Projekte im Bereich Verleih und Weltvertrieb: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 1 abgegebenen Stimmen.
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