Die Gothic-Szene ist die meiste Zeit unauffällig, kann aber allein durch ihre Kleidung auch intensiv auffallen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie auch in den Medien nicht unentdeckt geblieben ist. Sie erstatten allerdings nicht nur sachliche Berichte, wenn die Szene beispielsweise durch Festivals oder alljährliche Versammlungen auf sich aufmerksam macht – sie haben auch in der Vergangenheit das Bild der Gothic-Szene entscheidend geprägt. Dabei hat sie jedoch nicht immer sachliche, korrekte Arbeit geleistet.

Gothic – Weit mehr als nur ein Musik-Genre

Die Schwarze Szene: Gothic-Bewegung und der Gothiclifestyle

Die Schwarze Szene: Gothic-Bewegung und der Gothiclifestyle

Gothic ist eine Jugendbewegung, die recht vielschichtig ist. Diese Jugendbewegung rankt sich in erster Linie um bestimmte Musikformen, in denen meistens auch die Texte eine sehr große Rolle spielen.

Gothic lässt sich bis in die Zeit des Punk und Wave zurückverfolgen, also bis zum Anfang der 80iger Jahre. Besonders die Musikrichtung Dark Wave entwickelte sich in die Richtung weiter, die später als Gothic bezeichnet wurde. Bereits Bands wie The Cure, New Model Army, Danzig oder The Sisters of Mercy sind frühe Formen von der Musik, die heute oft als Gothic bezeichnet wird, nannte sich damals aber Wave oder Dark Wave.

Dennoch war es auch zur Zeit, als diese Bands besonders populär bei bestimmten Jugendgruppen waren, üblich sich häufig vollkommen schwarz oder aber schwarz kombiniert mit Rot- oder Lilatönen zu kleiden. Auch die Einrichtung der Jugendzimmer begann damals, sich bei den Jugendlichen, die der Musikrichtung Gothic oder Dark Wave zugetan waren, sehr zu verändern. So waren Totelschädel, Rosenkränze, Knochen, schwarze Tapeten oder gar Särge, die als Bett benutzt wurden oder Grabsteine als Dekoration in dieser Szene nicht ungewöhnlich.

Mit Bands wie Lacrimosa, Silke Bischof, Asp und besonders Goethes Erben wurde dann zunehmend auch wirklich der Begriff Gothic für diese Form von Musik gebraucht. Verunsicherte Eltern erfuhren bei Interesse von ihren Kindern meistens, dass sie düsteren Texte, die nicht selten den Tod oder gar Selbstmord zum Inhalt hatten, kein Grund zur Sorge seien. Die Gothic Kids sind keine Generation von depressiven Jugendlichen. Diese Jugendlichen sind nur häufig sehr ruhig und eher introvertiert, nachdenklich und fast immer ausgesprochen friedfertig.

Auch wenn die im Gothicshop verkaufte Kleidung für diese Jugendbewegung fast immer schwarz ist, ist es wichtig zu wissen, dass Gothic nichts mit Satanismus zu tun hat. Der ist vielmehr der Black Metal Szene zuzuordnen. Ebenso wird zwar in jedem Gothicshop Bekleidung aus dem viktorianischen Zeitalter angeboten, aber dieser Modetrend hat dennoch nichts mit dem Mittelalter oder gar Gotik zu tun, auch wenn der Begriff Gothic dazu verführt, das zu denken.

Eine der bekanntesten Veranstaltungen der Gothic Szene in Deutschland ist das Wave and Gothic Festival in Leipzig. Hier trifft sich die gesamte Gothic Szene jedes Jahr, um gemeinsam Musik zu hören. Und natürlich ist dieses Festival auch ein Anlass, um sich als Gothic Fan modisch in Szene zu setzen. Alles, was dafür gebraucht wird, bekommen die Fans im Gothicshop.

Es handelt sich hierbei nicht nur um Oberbekleidung oder dazu passende Schuhe aus der Gothic-Szene, sondern natürlich auch um den dazu passenden Schmuck, die Accessoires und viele andere Details, die gern in der Gothic Szene Verwendung finden. Und das sind nicht nur schwarze Kerzen und dergleichen.

Die Jugendlichen, die Gothic lieben, sind weder aggressiv noch politisch aktiv. Die Gothic Szene hat vielmehr den Ruf, besonders friedfertig und ruhig zu sein. Dementsprechend ist auch ihr Tanzstil, der sich eher minimalistisch zeigt und bis zu einem einfach ruhigen Stillstehen auf der Tanzfläche Ausdruck finden kann. Gothic Kids, die danach gefragt wurden, warum sie auf der Tanzfläche einfach still stehen würden, sagten, sie würden dann die Musik einfach in sich hineinströmen lassen und sich dem Gefühl hingeben.

Ganz allgemein neigen Jugendliche, die der Musikrichtung und Lebenseinstellung Gothic zugetan sind dazu, nicht ausländerfeinlich, tolerant und keinesfalls rechtsradikal zu sein. Trotzdem sind sie nicht als politisch aktiv einzustufen. Sie organisieren sich nicht, um das System zu verändern. Häufig findet sich die Einstellung, sich mit den Gegebenheiten abzufinden, weil diese Jugendbewegung die Ansicht vertritt, dass sich ohnehin nicht viel ändern ließe.

So ist auch die Beschäftigung mit dem Tod zu verstehen, die sich gerade bei der Lebensphilosophie der Gothic Kids wiederfindet. Der Tod gehört in den Augen dieser Jugendbewegung zum Leben dazu und sollte akzeptiert und nicht verdrängt werden. Das hat nichts mit Todessehnsucht zu tun, sondern einfach der Akzeptanz, dass niemand dem Tod entgehen kann und diese Jugendlichen sich lieber aktiv damit auseinandersetzen, irgendwann geliebte Menschen zu verlieren und auch selbst einmal sterben zu müssen.

Was nach dem Tod geschehen mag, wird sehr oft in Filmen, die zu dieser Szene gehören, aber auch den Liedertexten sehr genau beschrieben. Auch wenn die detaillierten Schilderungen vom Sterben und der Möglichkeit, was nach dem Tod passieren könnte, Außenstehenden wie Suizidgedanken erscheinen mögen, sind sie das keinesfalls. Die Gothic Szene verdrängt den Tod nur nicht, wie es viele andere Kulturen und Bewegungen zu tun pflegen. Mit einer religiösen Einstellung hat das wiederum nichts zu tun.

Wenn Gothic Bands sich auf der Bühne in Szene setzen, dann gleicht das oft Inszenierungen, die fast an Theater oder Oper erinnern können. Die einzelnen Lieder einer Vorführung, die später dann meistens über die dazu gehörenden Gothicshops in Form von CDs erworben werden können, können inhaltlich so eng zusammenhängen, dass die Aufführung wie eine Art Schauspiel wirkt. Sehr bekannt wurde durch diese Art der Darbietung unter anderem die Gothic Band Goethes Erben. Die Texte der einzelnen Lieder werden oft nicht gesungen, sondern sehr ausdrucksstark gesprochen, teilweise wird jedes einzelne Wort betont und in Szene gesetzt, so dass die gesamte Inszenierung die Zuschauer gefangen nimmt.

Es ist selbstverständlich, dass sich die Fans derartiger Gothic Bands auch sehr aufwendig in Szene setzen, bevor sie zu so einer Veranstaltung gehen oder fahren. Wenn so eine Darbietung ansteht, wird noch einmal genau das Outfit kontrolliert und bei Bedarf im Gothic Shop ergänzt oder durch noch ausdrucksvollere Kleidungsstücke und den dazu gehörenden Schmuck ersetzt. Mieder und filigrane Handschuhe, lange schwarze Spitzenkleider aus dem Rokoko, dem viktorianischen Zeitalter oder im Jugendstil sind zur Zeit sehr beliebt. Auch die jungen Männer kleiden sich dazu passend oft sehr romantisch. Es kommt sogar vor, dass Männer in dieser Szene lange Röcke tragen. Auch wenn sich die Gothic Szene ja einmal aus dem Wave und Punk entwickelt hat, sind heute Löcher in der Kleidung, Fetzen oder ein bewusst ungepflegtes Erscheinungsbild in der Gothic Szene eher out. Heute wirken diese Jugendlichen gepflegt und ausgesprochen ästhetisch, wenn sie sich bei einem Gothic Konzert treffen.

Die Gothic-Szene findet ihren Ursprung in den späten 1970er Jahren als sogenannter Post-Punk, einem Rockmusik-Stil und hat nichts mit den historischen Goten oder der Gotik als Epoche zu tun. Viel mehr kam dieser Rockstil durch seine düstere und schaurige Mischung zu seinem Namen und nicht, wie oftmals fehlinterpretiert, durch die Gotik-Epoche oder das Mittelalter.

Geographisch gesehen, hat die Gothic-Szene ihren Ursprung im England dieser Zeit. Was seinerzeit eher belächelt und als Jugendkultur abgetan wurde, ist mit der Zeit beinahe salonfähig geworden – doch bis zur einheitlichen Namensgebung dieser Jugendkultur verging noch einige Zeit. So nannten Berliner Anhänger der Szene Ghouls oder Darks, die Nordrhein-Westfalen, fand man die Bezeichnung „Krähen“ wesentlich stimmiger – ähnlich den Franzosen. Sie bezeichneten die Goths als „les corbeaux“, die Raben. All diese Bezeichnungen sind angelehnt an das in der Regel schwarze, mystische Outfit der Szeneanhänger.

Musikalisch liegen der Gothic-Szene eine Mischung aus düsterer Rock Musik (Gothic Rock), aber auch sogenannter Darkwave zu Grunde. Beide Kategorien thematisieren nicht selten Gesellschaftskritiken, den Umgang mit Tod und Vergänglichkeit und gleichermaßen das eigene Scheitern. Mit der Zeit unterstellte man den Gothic Rock dem Darkwave, der seines Zeichens eher elektronisches Äquivalent zum Gothic Rock verstanden werden kann.

Zu den bedeutendsten Treffpunkten der Gothic-Kultur zählen große Festivals wie das Bizarre-Festival in Berlin, das M'era Luna in Hildesheim oder aber auch das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig. Letzteres zieht jährlich über 18.000 Menschen aus der ganzen Welt nach Leipzig.

Wie viele andere Subkulturen auch, findet „Gothic“ seine festen Bezugspunkte in der Musik. So sind düstere und schaurige Gothic Rock-Bands mitunter Aushängeschilder für die Szenezugehörigkeit. Der Rückzugsintention von Goths entsprechend, wird diese Art der Musik gerne angenommen und mit dem Aufenthalt an Plätzen die diese Eigenarten widerspiegeln bevorzugt – zum Beispiel Friedhöfe, Kathedralen oder entlegene Wälder. Themen wie Tod oder Sterben werden mit weniger Distanz und Unbehagen thematisiert, als in der Gesellschaft üblich – wodurch die Szene abermals an Distanz zur Gesellschaft gewinnt.

Grundsätzlich wird die Szene der Goths (im deutschen fälschlicherweise „Gothics“ genannt) als friedfertige, ästhetisch orientierte Subkultur bezeichnet. Gleichzeitig sagt man ihnen Unnahbarkeit, elitäres Verhalten und Wirklichkeitsfremdheit nach. Letztere Punkte werden damit in Verbindung gebracht, dass der Großteil der Goths die Durchschnittsbevölkerung negativ charakterisiert, nämlich als egoistisch, konservativ und konsumorientiert. Zwar wird kein szeneneinheitliches Gedankengut bestimmt, doch beanspruchen Goths eine starke Individualität und das Bestrebungen, Meinungen und Lebenseinstellung für sich selbst zu entwickeln anstatt vorgefertigte Meinungen zu übernehmen. Sie folgen also nicht dem von ihnen kritisierten Prinzip sozialer Bewährtheit und distanzieren sich somit zum Teil demonstrativ von der Gesellschaft.

Das Erscheinungsbild der Szene selbst orientiert sich unübersehbar am Viktorianischen Zeitalter und an gemeinhin romantischen Abbildern des Mittelalters, ohne dessen Negativaspekte zum Thema zu machen. Dieser Handlungs- und Sichtweise verschafft den Anhängern eine gute Möglichkeit, sich innerlich von der Realität zu distanzieren und auf ästhetische Weise gegen die aktuelle Gesellschaft zu demonstrieren. Hierbei kommt es allerdings immer wieder zu dem Problem, dass die Gesellschaft Goths als Anhänger der Satanismusbewegung ansieht, wegen ihres Outfits und dem Beschäftigen mit historischen okkulten Gegenständen wie zum Beispiel Pentagramm-Symbolen. Grundsätzlich aber, sind Goths eher als Heiden denn als Satanisten anzusehen. Häufig wird auch der Weg des Synkretismus gegangen, in dem man versucht, heidnische und christliche Religionen miteinander zu vereinen.

Gothic ist eine vielseitige und dynamische Kultur, die sich mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet hat und sich nicht selbst durch vermeintliche Altersgrenzen einschränkt.

Die Schwarze Szene: Gothic-Bewegung und der Gothiclifestyle

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Die Teenager-Goths

Goth wird man meist nicht über Nacht. Die Einstellung haben viele heutige Goths schon als Teenager kennen gelernt, und immer mehr Teenager schließen sich schon früh der Szene an. Sie verkörpern natürlich noch eine andere Einstellung, denn sie sind keine Erwachsenen und suchen in der Szene vieles, was Erwachsene sich nicht mehr von ihr erhoffen. Das reicht von der Ersatzfamilie bis hin zur Abkehr von der Gesellschaft, mit der sie groß geworden sind und mit deren werten sie sich nun nicht mehr orientieren können. Klischeehafte Teenager-Goths haben häufig psychische Probleme, ritzen schlimmstenfalls, treiben sich auf Friedhöfen herum und ziehen sich schwarz an. All das kann zutreffen, doch die meisten Teenager-Gothics befinden sich lediglich auf der Suche nach einer Identität und sind Persönlichkeiten, die gerne viel nachdenken und beginnen, sich von der breiten Masse abzuheben. Solange sie nicht tatsächlich psychische Probleme entwickeln oder sich gar selbst verletzen, ist die Zuwendung zur Gothic-Szene überhaupt keine Schwierigkeit – solange sie sich in der Schule etwas gemäßigter anziehen, als sie es etwa auf einer Gothic-Party tun würden. Denn andernfalls könnte es zu Akzeptanzproblemen bei den Mitschülern kommen.

Goths und der Satanismus

Die dunkle Aura der Gothics und die häufig getragenen Symbole, die gerne einmal verwechselt werden, haben vor allem in der Vergangenheit dazu geführt, dass Gothics ständig mit dem Satanismus in Verbindung gebracht wurden. Wirft man allerdings einen Blick in die Geschichte, wird man feststellen, dass die wenigsten Fälle von satanistischen Gewaltverbrechen von Gothics ausgeführt wurden. Es mag sein, dass sich der Gothic auch für den Satanismus interessiert – doch das tut er höchstens, weil er seinen Horizont erweitern will und intellektuell genug ist, um das Gute aus einem Glaubenssystem herauszufiltern, das er deshalb noch lange nicht vollständig annimmt. Viele Gothics sind Atheisten oder Deisten, oder sie gehören einem friedlichen, heidnischen Glauben an; tatsächliche Satanisten sind auch in der schwarzen Szene die absolute Minderheit. Und diejenigen, die es sind, würden niemals einem anderen Lebewesen schaden.

Melancholische Künstler

Gothics werden gern als traurige Gestalten gesehen, die sich in Schwarz hüllen, den ganzen Tag nur traurige Gedichte schreiben oder depressive Bilder zeichnen. Die Kunst ist in der Szene durchaus nicht unwichtig, doch sie dient nicht dem Zweck, der Welt mitzuteilen, wenn es einem Anhänger einmal schlecht geht. Vielmehr sieht er sie als sein eigenes Ventil an, das er nutzen kann, um im Privaten mit seinen Gefühlen fertig zu werden. Aus einer traurigen Grundstimmung heraus sind bereits Kunstwerke entstanden, die heute alles andere als belächelt werden: Man denke beispielsweise an die Gedichte des Römers Ovid oder an Die Leiden des jungen Werther – diese Werke wären ohne Trauer niemals entstanden. Gothics kennen in ihrer Kunst zudem weitaus mehr Themen als nur die Trauer; sie setzen sich gerne auch mit der Liebe oder anderen einschneidenden Lebenserfahrungen auseinander. Und damit wollen sie noch nicht einmal Aufmerksamkeit erregen, sie gehen oft sehr bescheiden mit gelungenen Kunstwerken aller Art um. Kunst bedeutet vorrangig die eigene Verarbeitung.

Psychische Probleme sind allgegenwärtig

Der Gothic wird gerne mit psychischen Problemen in Verbindung gebracht. Das Klischee mag mit Teenagern zusammenhängen, die einige Probleme im Leben und im Erwachsenwerden haben und sich zur gleichen Zeit zur Gothic-Szene bekennen. Viele Personen mit schlimmen Erfahrungen im Leben wenden sich ebenfalls an die schwarze Szene, um dort Trost zu finden und ihre Erlebnisse zu verarbeiten. Allerdings hat nicht jeder Gothic automatisch auch einen psychologisch relevanten Hintergrund. Manche stoßen zur Gothic-Szene, da sie einfach gerne nachdenken und entdecken, dass sie sich lieber schwarz kleiden, anstatt wie jeder andere auszusehen. Außerdem haben auch sehr viele „normale“ Menschen psychische Probleme, gehen aber vielleicht nicht offen genug damit um. Anstatt sich zu ihnen zu bekennen und sich helfen zu lassen, verstecken sie sie lieber – fraglich, welche Strategie die bessere Idee ist.

Goths und ihre sexuellen Vorlieben

Gerne bringt man Gothics auch mit alternativen sexuellen Vorlieben und Praktiken in Verbindung. Besonders häufig vermutet man sie in der BDSM-Szene, wo sie sich gegenseitig Schmerzen zufügen und häufig wechselnde Partner haben, anstatt kennen zu lernen, wie viel Liebe man sich in einer stabilen Beziehung geben kann. Es gibt solche und solche Gothics, und nicht alle finden tatsächlich Gefallen an BDSM-Praktiken. Viele Fetische aus diesem Bereich fallen mit der schwarzen Szene zusammen, doch wer einen solchen Fetisch hat, ist nicht gleich Gothic – und wer Gothic ist, muss nicht zwangsläufig auch Fetischist sein. Eine Verbindung dieser beiden Welten wird eher zufällig sein und keinen schematischen Hintergrund in der gesamten Gothic-Szene haben. Viele Gothics wünschen sich eine stabile, intakte Beziehung, für die sie ihr altes Party- und Abenteurerleben auch durchaus aufgeben würden. Sie haben auch darüber viel nachgedacht und wissen, wie wichtig es ist, jemanden im Leben zu haben, der immer da ist.

Und wenn man doch mal vorübergehend niemanden an der Seite hat gibt es ja noch gewisse verruchte Freudenspender, wie z.B. eine Taschenmuschi. Diese praktischen Sextoys kann man sehr einfach nutzen, denn es ist ähnlich wie beim reinen Masturbieren. Die Hand geht hoch und herunter, nur dass etwas sehr Erregendes noch im Spiel ist. Die Hersteller von Taschenmuschis, wie z.B. wie Fleshlight, setzen dabei sehr realitätsnahes Material ein, das sehr nahe an echte Vaginas herankommt.

Aber klar fehlt hier auch das ganze Spiel rund um BDSM im Alleingang. Jedoch kann man genauso auch als Pärchen eine Gummimuschi als Fetisch im Sex einbauen. Sie kann z.B. den Mann bis kurz vor dem Orgasmus damit befriedigen und dann wieder stoppen, um als dominanter Part zu agieren.

Das Thema Selbstmord in der schwarzen Szene

Gothics werden nicht nur ständig mit psychischen Problemen in Verbindung gebracht, sondern auch mit dem Thema Suizid. In düsteren Gedichten und anderen Kunstwerken findet man gelegentlich Andeutungen, die in eine solche Richtung tendieren. Man sollte dabei aber nicht den folgenden Grundsatz aus der Psychologie vergessen: Wer darüber redet, tut es meist nicht, es handelt sich lediglich um einen Schrei nach Hilfe und Aufmerksamkeit. Sehr viel mehr will ein Gothic auch gar nicht erreichen, wenn er den Selbstmord thematisiert. Es kann genauso gut sein, dass er mit den Überlegungen lediglich seinen Horizont erweitern will und nicht totschweigen möchte, dass er solche Gedanken hat – viele andere Menschen würden niemals so offen darüber reden, auch wenn es ihnen vielleicht gut täte. Ein abschließender Blick in die Medien zeigt zudem, dass Gothics in der Statistik der Suizide und Versuche eher die Minderheit bilden.

Gothicbücher

Gerade durch die Literatur konnte die sich die Gothic-Szene einen Namen machen. Fachkundige bezeichnen die Grusel-und Horrorbücher als Novel, wobei der bekannteste Ausdruck für diese Bücher ,,Schauerromane,, lautet.

Gerade im 18. Jahrhundert festigte sich die Gothic Novel. Je nach Handlung werden die Werke auch gerne der romantischen Literatur zugeordnet.

Die Themen um die es in den Büchern geht beziehen sich hauptsächlich auf düstere, unheimliche, brutale und melancholische Ereignisse. Vor allem aber dürfen in den Werken Vampire, Geister, Dämonen, Scheintode und Zombies nicht fehlen.

Die Handlungen spielen sich Hauptsächlich in alten Schlössern und Burgen, Wäldern sowie an verlassenen Orten ab.
Vor allem die emotionsgeladenen Handlungen ziehen so viele Leser in den Bann. Egal ob es um Wut, Trauer, Schrecken oder Liebe geht, die Gefühle werden stets sehr klar und mitreisend herüber gebracht.

Sehr beliebt sind jedoch auch Fachbücher über Parapsychologie, Esoterik, Zauberei, Tod, Erotik, Vampire, Unnatürliches, Werwölfe und Okkultismus.

Vor allem fachgerichtete Bücher über Rituale finden sehr großen Anhang. In ihnen geht es Hauptsächlich um: Zaubertränke in Sachen Liebe, Bannkreise gegen unerwünschte Personen, Flüche mit denen man anderen Schaden kann.

Selbst die berühmten Märchenschreiber Grimm brachten, wenn auch eher unfreiwillig ein Märchen heraus, welches hervorragend in der Gothicszene ankommt. Es handelt sich um „Schneewittchen“.

In dieser Geschichte ist alles enthalten was Gothics so fasziniert: ein hellhäutiges Mädchen mit schwarzen Haaren, eine böse Hexe, der Wald, ein Sarg, Rache und auch der Tod.

Die Klassiker wie „Frankenstein“ und „Dracula“ sind allseits bekannt.

Zu den beliebtesten Schriftstellern in der Schauerromantik gehört Stephen King und Howard Phillips Lovecraft. Sein bekanntestes Werk ist unumstritten das Necronomicon, in welchem er den Cthulhu-Mythos festigt und neues von den ,,Großen Alten,, an die Lesen bringt.

In der Heutigen Zeit finden vor allem Vampire eine große Fangemeinde. Egal ob es sich um gute oder böse handelt, die Faszination rund um das Blut fesselt viele Gothics eben an diese Bücher.

Bemerkenswert ist, dass gerade bei dem Meisterwerk ,,Frankestein,, von Mary Shelly ein Angehöriger der dunklen Seite als erstes die Kernbotschaft dieser Geschichte verstanden hat.

Die Erzählung dreht sich um den Wissenschaftler Victor Frankenstein, der es geschafft hat einen künstlichen Menschen zu erzeugen.

Sehr beliebt auch wenn es nicht allzu ernst genommen wird ist das Buch: Goth Chic.

Es liefert alle wichtigen und vor allem interessanten Informationen rund um die Szene. Insiderinformationen geben Aufschlüsse über die richtige Kleidung, Musik, Restaurants usw. Auch werden diverse Vorurteile über die politischen und gesellschaftlichen Einstellungen diskutiert und aufgeklärt. Erhältlich ist dieses Werk in Bücherhandlungen und im Internet.

Jedoch muss sich in der Gothic Literatur nicht immer alles um düstere und vor allem erfundene Geschehnisse handeln. Schwarzer Humor gehört noch dazu so wie die Aktuellen Weltgeschehnisse an denen die Gothics reges Interesse hegen. Sehr beliebt ist daher das Buch: Ab nach unten von Ray French. In seinem Werk lässt sich der Protagonist lebendig begraben umso zu verhindern dass sein Arbeitsplatz verlegt wird.

Gothicfilme

Wie in der Literatur auch geht es hier hauptsächlich um den Gruseleffekt sowie die Romantik. Die Geschichten besitzen oft eine düsteren Hintergrund und weißen dementsprechende Merkmale auf. Spezialisieren tun sich die Gothicfilme auf Schreckmomente und das Übernatürliche.

Der wohl bedeutendste Film bei diesen Genren ist „The Crow“

In der tragischen Liebesgeschichte geht es um ein Paar, welches durch den gewaltsamen Tod auseinander gerissen wurde. Mit Hilfe einer Krähe kehrt der Hauptdarsteller von der Unterwelt zurück und rächt seine Freundin. Vor allem die Darstellung der düsteren Erscheinungsbilder macht den Film so beliebt. Bemerkenswert ist, dass der Film bei beiden Geschlechtern anhang findet.

Bei der Allgemeinheit eher unbekannt und in der Gothicszene ein absoluter Insider ist: Hangman’s Curse – Der Fluch des Henkers. Durch seine Mitschüler gehänselt und dem tragischen Tod seines einzigen Freundes verabschiedet sich Abel Frye von der irdischen Welt.

Viele Jahre später scheint sein Geist an seiner ehemaligen Schule umzugehen den immer mehr Schüler haben das Problem von einer übernatürlichen Macht befallen zu sein. Zunächst glaubt niemand an einen Geist und die Verdächtigungen gehen gegen die Gothics an der Schule, welche sich zudem intensiv mit dem Leben von Abel befassen, da sie die gleiche Ablehnung zu spüren bekommen wie er.

Wenn es um das Übernatürliche geht, geraten viele Gothics ins Schwärmen. Die Faszination von dem Unerklärlichen hält viele in Bann. So ist es auch nicht verwunderlich das der bekannte Film: The Blair Witch Project immer wieder gerne gesehen wird. Vor allem die Belegung, dass dieser Dokumentar ähnliche Film auf einer wahren Begebenheit zu ruhen scheint, schafft es dass dieser Gothicfilm ganz oben auf der Ranking Liste steht.

Die Handlungen sind sehr einfach gestrickt, im Jahr 1994 machen sich drei Filmstudenten in den Wald von Maryland auf um dort eine Dokumentation über die hiesigen Legenden zu drehen. Vor allem die Geschichte über die Hexe Blair hat es ihnen angetan. Doch es kommt alles anders und die Studenten verschwinden für immer zunächst spurlos. Jahre später stößt man durch Zufall auf das gedrehte Filmmaterial auf dem ihre letzten Tage festgehalten sind.

Natürlich dürfen in guten Gothicfilmen auch nicht die Dämonen fehlen. Insbesondere Voddo und Exorzismus finden große Anhängerscharen. Allem voran ist der Film: Der Letzte Exorzismus. Der Teufelsaustreiber Cotton Marcus will vor der laufenden Kamera den letzten Exorzismus durchführen und belegen das es sich bei dieser Praktik viel mehr um Betrug handelt. Doch er scheint die Rechnung nicht ohne den Teufel selbst gemacht zu haben, denn das Mädchen welches er zu heilen versucht zeigt ernste Anzeichen von wahrer Besessenheit.

Zu bekommen sind solche Filme überall wo es DVDs zu kaufen gibt. Auch über das Internet bietet sich ab und an die Möglichkeit an Filme dieser Art kostenlos anzushenen.

Gothicmusik

In der Gothicszene wird schon lange gegen gewisse Vorurteile in der Gesellschaft angekämpft und wie könnte man den Unmut besser unter die Leute bringen als wie mit Musik!

Die Gothic-Musik ist sehr melancholisch, düster, manchmal morbide und maches mal sogar sehr heiter. Viele deutsche Pop und Rockmusiker haben sich auf diese Richtung spezialisiert. In den 70er Jahren gehörte vor allem der Darkwave zu den meist gehörten Unterkategorien dieser Musikrichtung. Vor allem auch die keltische Musik, insbesondere der Folk hat es vielen Gothics angetan. Mittlerweile wird auch viel zusammen kombiniert so dass mittelalterliche Lieder oftmals mit Dudelsack und Folk vorgetragen werden. Die Liedtexte haben oft einen tiefsinnigen Hintergrund, wenn sie auch mehr oder weniger als verschlüsselte Botschaft herübergebracht werden.

Ganz anders wie bei den meisten Musikrichtungen gibt es wenige Bekannte Vertreter der Gothic Musik. Zum einen liegt es daran, das in dieser Szene keine Castingshows abgehalten werden und zum anderen an der von Vorurteilen Bespicken Meinung dieser Musik gegenüber. Doch ausnahmen bestimmen die Regel. So schaffte es beispielsweiße die Gruppe Him nach ganz oben sowie Blutengel: Ihre Lieder sind zum größten Teil englischsprachig und die stimmen oftmals elektronisch verzerrt. Ihr Stil schwankt zwischen Elektro und Dance, wobei viele Parte durch Klavierballaden begleitet werden.

Zu einen der beliebtesten Bands gehört Subway to Sally. Mittlerweile produzieren sie fast nur noch deutschsprachige Texte wobei erwähnt werden sollte, dass sie durchaus auch lateinische und gälische Lieder an den Markt bringen. Vor allem der heitere Stil ist bei vielen so beliebt den die Band an den Tag legt. Die Musik von Eisbrecher ist moderner und zusammen mit elektronischem Rock. Vor allem die direkten Texte, welche emotionsgeladen sind, ziehen viele in den Bann.

Auch werden gerne Lieder von Gregorian gehört. Mit ihrem einzigartigen Stil findet diese Band nicht nur Anhänger in der Gothic- Szene. Ihre Lieder bestehen aus Pop- und Rockmusik und der Gesangsstil gleicht dem Gregorianischen Choral.

Auch die bekannte Gruppe Rammstein lässt sich dem Gothic zuordnen. Ihr Stil ist schwer zu beschreiben, viele ordnen ihre Lieder sowie ihr Auftreten der Neuen Deutschen Härte zu.

Die Lieder sind eher morbide und von kontroversen Inhalten geprägt. Vor allem durch ihre imposanten wenn auch oft mal anstößigen Bühnenauftritte wurde diese Band bekannt.

Des Weiteren sehr beliebt ist die Musikrichtung: Gothic Indusrtial. Hierbei handelt es sich um eine Verknüpfung von Gothic Rock mit seinen düsteren klängen und dem Industrial welcher vor allem durch elektronische Note geprägt ist.
Interessant und erwähnenswert hierbei ist, dass die Sprache beziehungsweise die Texte eher eine Nebenrolle spielen, vielmehr ist es die Melodie selber auf die hier besonderen Wert gelegt wird. Es sind meist keine und dann nur kurze Textpassagen dabei, die entweder deutsch, englisch oder lateinisch sind.

An die Musik selbst zu kommen ist nicht schwer. Bekannte Bands wie beispielsweiße Nightwisch oder Subway to Sally vermarkten ihre CDs in vielen gängigen Geschäften. Über das Internet kann man sich zudem von allen Bands die Lieder herunter ziehen.

Konzerte finden zudem in Regelmäßigen Abständen statt. Das größte und bekannteste Gothic-Festival ist das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig.

Gothic Rock und Gothicbands

Gothic Rock, manchmal auch nur Gothic genannt, beschreibt eine Musikrichtung, die sich Ende der 1970er Jahre etabliert hat. Der Begriff Gothic Rock zur Bezeichnung des Genres entwickelte sich erst 10 Jahre später, als der Autor Mick Mercer sein Buch „Gothic Rock Black Book“ veröffentliche, das sich mit der Gothic Kultur beschäftigt. Ab diesem Zeitpunkt fand die Bezeichnung weltweit Verwendung. Die Texte des Gothic Rock thematisieren häufig Fragen der Philosophie oder Gesellschaft, oder greifen schlicht auf frühere Literatur zurück. Die Musikrichtung weist Ähnlichkeiten zu Genres wie Death Rock oder Gothic Metal auf und eine deutliche Abgrenzung ist bei vielen Bands kaum möglich. Vielmehr ist es so, dass einige Bands Gothic Rock Songs produzierten, sich aber im Laufe ihrer Karriere nicht nur auf diese Richtung festlegten.

Besonderheiten des Gothic Rock

Der Stil ging damals besonders aus dem Psychedelic Rock und dem Punk Rock hervor und entwickelte sich aus den Alben von Bands wie Joy Division, The Sisters Of Mercy oder auch Bauhaus. Auffällig ist die äußerst häufige Verwendung der Tonart Moll. Weitere stilistisch prägnante Merkmale sind neben dem Einsatz von Gitarren, einem tiefgestimmten Bass und einem Schlagzeug auch melodische, elektronische oder punkige Einflüsse oder die Verwendung einer Drum Machine. Auch der Gesang passt sich in der Regel der dunklen, tiefen Grundstimmung dieser Musikrichtung an. Statt schnellem oder undeutlichem Sprechgesang, wie es häufig beim Punk zu finden ist, wird beim Gothic Rock auf melodischen oder melancholischen Gesang wertgelegt, der gelegentlich auch Elemente der klassischen Sparte enthält, die eine kräftige, klare Stimme auszeichnet.

Bekannte Vertreter des Gothic Rock

International sind Bands wie Bauhaus, The Sisters Of Mercy, The 69 Eyes, Siouxsie And The Banshees oder The Cure wohl die bekanntesten. Während The Sisters Of Mercy 2009 zum letzten Mal tourten, sind The Cure heute noch aktiv. In der deutschen Szene stellen Bands wie Letzte Instanz, Mono Inc., ASP, Lacrimosa oder X-mal Deutschland und Eisheilig wohl die bekanntesten Vertreter dar. Letzte Instanz gründeten sich in Dresden, ungefähr 20 Jahre nach Beginn des Gothic Rock. Ihre Musik ist stark von Mittelalter- und Folkrock beeinflusst. Die Band X-mal Deutschland entwickelte sich bereits parallel zur britischen Szene Ende der 1970er Jahre und hat sich schon vor vielen Jahren aufgelöst. Mitte der 1980er Jahre gab es einen Tiefpunkt in der Musikszene, so dass viele Bands gezwungen waren, sich aufzulösen, da sie ihren Plattenvertrag verloren. Heute existieren weltweit zahlreiche Gothic Rock Bands und die Musikrichtung hat sich ihren festen Platz neben den anderen Genres gesichert. Die Etablierung der Musikrichtung fand nicht parallel und unabhängig statt, sondern viele Bands kooperierten während den Anfängen. Einzelne Musiker halfen in anderen Bands aus oder es wurden gemeinsam Konzerte organisiert. Zu den klassischen Gothic Rock Hymnen gehören unter anderem Songs wie „Bela Lugosi Is Dead“ von Bauhaus, „Gothic Girl“ von The 69 Eyes oder auch „Temple Of Love“ von The Sisters Of Mercy.

Die Musikrichtung als Anstoß für eine neue Subkultur

Mit den Anfängen des Gothic Rock war auch eine neue Kultur geboren. Kennzeichnend hierfür sind grundlegend schwarze Kleidung, auffällige Accessoires und die Hingabe zur Musik. Über die Jahrzehnte hinweg entstanden unzählige Festivals, die sich mit dem Thema Gothic auseinandersetzen. Noch heute zählen Events wie das Wave Gotik Treffen in Leipzig oder das M’era Luna Festival in Hildesheim jährlich mehr als 20.000 Besucher an einem Wochenende. Der Fokus liegt bei beiden Veranstaltungen auf den Konzerten. Es spielen Bands aus den Bereichen Gothic, Elektro und Mittelalterrock. Mittlerweile gibt es viele Möglichkeiten, die Zugehörigkeit zur Gothic Szene auszuleben, so dass zum individuellen „Gothsein“ mittlerweile weitaus mehr gehört, als sich nur schwarz zu kleiden. Nur eines haben wirklich alle Goths gemeinsam – das Interesse an einer vielfältigen Musikrichtung, die noch heute Generationen begeistert und sich ständig weiterentwickelt.

Gothic – Events und Festivals

Anhänger der Gothic-Szene sind oft mit vielen Vorurteilen belastet. Nicht nur durch ihre schwarze Kleidung, sondern auch durch ihr oft sehr ausgefallenes Make-Up, werden sie oft mit Satanisten vergleichen. Doch wer schon einmal ein Gothic-Festival oder ein Konzert aus der Szene besucht hat, weiß, dass es sich bei Gothics um ganz friedliche Menschen handelt.

Schwarze Herzen – Verbundenheit durch Musik

Viele Gothics verbindet die Liebe und der Hang zur Musik. Nicht nur, dass viele Gothics selber Musik machen, sondern viel mehr, dass sie ein ähnlicher Musikgeschmack verbindet. Wer nun an trübsinnige oder melancholische Musik denkt, mag auch hier falsch liegen.

Viele Texte von Musikern in der Szene sind sehr positiv und tiefsinning. Natürlich gibt es auch sehr düstere Texte, die sich mit den Abgründen des Lebens befassen. Doch wer zwischen den Zeilen liest merkt auch hier, dass solche Texte eher zum Nachdenken anregend wollen, als zu Depressionen.

Die andere Seite der Musik, lässt sich schon fast mit dem Genre Techno und Elektro vergleichen, denn EBM, Industrial und Noise sind ebenfalls sehr elektrolastig. Die einzigen Instrumente die man auf der Bühne findet, sind E-Drums und Synthesizer. Es ist Musik, die zum Feiern und Tanzen einlädt.

Festivals – ein schwarzes Zusammentreffen bunter Seelen

Die vielen Festivals im Jahr sind oft der große Höhepunkt für viele Goths. Das größte Treffen findet in Leipzig statt. Das Wave Gothic Treffen ist neben dem M'era Luna, welches jedes Jahr in Hildesheim statt findet, eines der größten Festivals der Schwarzen Szene. Vier Tage lang verwandelt sich Leipzig in ein schwarzes Meer voller bunter Seelen. Zwar finden sich auf dem M'era Luna mehr Besucher als auf dem WGT, jedoch ist das Wave Gothic Treffen um einiges geschichtsträchtiger.

Den Ursprung fand das Wave Gothic Treffen in einer regelmäßig, in Potsdam stattfindenden, Feier zur Walpurgisnacht. Hier trafen sich jedes Jahr rund 20 Leute um zusammen zu feiern. Irgendwann kamen über 150 Anhänger der Szene zu diesem Treffen. Irgendwann wurde dieses Treffen durch das damalige DDR-Regiime verboten. Nach der Wende fand im Jahr 1992 das erste Wave Gothic Treffen in Leipzig statt. Zu dieser Feier kamen rund 1500 Anhänger der Schwarzen Szene. Mit den Jahren wurden es immer mehr Menschen, die dort zusammen kamen um miteinander friedlich zu feiern.

Neben dem Wave Gothic Treffen gibt es noch das M'era Luna als großes Gothic-Festival in Deutschland. Dies findet auf einem Flugplatz in Hildesheim statt. Jedes Jahr im August verwandelt sich die Landebahn in einen riesigen Zeltplatz und der Hangar wird zur Party-Halle. Jährlich besuchen etwa 22.000 Menschen dieses Festival. Viele Außenstehende sind anfangs zunächst skeptisch der Schwarzen Szene gegenüber. Doch nach einem friedlichen Wochenende, sind die Vorurteile meist verschwunden. Gothic Festivals zählen als die friedlichsten Festivals überhaupt. Der Hauptgrund des Zusammenkommens ist in erster Linie die Musik. Oft treffen sich auch Menschen aus ganz Deutschland genau einmal im Jahr und verabreden sich hier. Für viele ist es ein Ort, wo sie so ein können wie sie sind, ohne sich verstellen zu müssen. Viele Anhänger der Schwarzen Szene wollen sich so von der Gesellschaft abgrenzen, die unter einem ständigen Zeitdruck lebt und sich einem ständigen Zwang ausgesetzt fühlt.

Für viele andere sind Festivals und andere Events ein Ort der Selbstdarstellung. Sie nutzen diese Zeit, um durch auffällige Kleidung auf sich aufmerksam zu machen. Viele Frauen tragen ein Korsett und auch Männer in Gehröcken sind keine Seltenheit. Zum Teil vermitteln solche Festival neben Spaß auch einen gewissen Hauch von Nostalgie.

Unterschiedliche Charaktere – Ähnliche Interessen

Oft ist es auffällig, dass Anhänger der Schwarzen Szene oft ähnlich Interessen haben. Es ist oft nicht nur die Musik, die viele dieser Menschen verbindet. Zum großen Teil haben sie auch einen gewissen Hang zum Rollenspiel. Sei es, dass sie Rollenspiele am Computer spielen oder in einer Gruppe Live Action Roleplay, also LARP, betreiben. Und wie so oft ist die Hauptambition das Zusammensein mit anderen Menschen.

Mit wie vielen Vorurteilen die Gothic-Szene auch belastet sein mag, wer selbst einmal auf solchen Events gewesen ist, beschreibt die Zusammenkunft oft als eine Art große Familie. Jeder ist herzlich Willkommen und niemand wird ausgegrenzt. Es findet in diesem Kreis sehr viel Herzlichkeit statt, auch wenn es von außen oft nicht so aussehen mag.

Die Untoten – Der Gothic Szene auf den Grund gegangen

Die Gothic Szene wird in der Öffentlichkeit auch als Schwarze Szene betitelt. Das ist so nicht richtig. Genau genommen ist die Gothic Szene ein kleiner Bestandteil der Schwarzen Szene. Jene vereint viele, teils stark voneinander abweichende Strömungen.

Will man die Gothic Szene beleuchten, muss man eine Zeitreise zum Beginn der 1980er Jahre unternehmen. Damals entwickelte sich aus einer Mischung von Punk und New Wave eine neue Bewegung, aus der sich die Gothic Szene oder auch Dark Wave Szene entwickelte. Dark Wave deshalb, weil es außer in England keine reine „Gothic-Rock Szene“ gab. In anderen Ländern mischten sich die Anhänger des New Wave unter das Volk, sodass Gothic zu einer Untergruppe des Dark Wave wurde.

Dabei hat die Szene zu keiner Zeit einen hervorstechenden Faible für das Zeitalter der Gotik gehabt. Der Begriff Gothic rührt von der englischen Bezeichnung für die Vorliebe für Düsteres, Schauriges. Was diese Szene zu der Zeit einte, war die Musik – der Gothic-Rock -, die Beschäftigung mit gern verdrängten Themen, wie Tod und Vergänglichkeit und die Betonung der Individualität durch Selbstinszenierung. Individualität ist wohl das hervorstechendste Merkmal dieser Subkultur. Man kann sagen, dass sich hier größtenteils Einzelgänger für Momente zusammenfinden, in denen es um die bevorzugte Musik und ein wenig Philosophie über viele verpönte Themen geht. Vereinigungen, gleich welcher Couleur, finden sich hier nicht.

Wie so häufig schwappte die Bewegung aus England zu uns nach Deutschland. Hierzulande wurden Goths meist Gruftis genannt, in Anlehnung an die Beschäftigung mit dem Tod, der Leichenblässe im Gesicht und der Treffen auf Friedhöfen. Das Streben nach Individualität, als Abkehr von Anpassung an die Gesellschaft, brachte die besondere Form der Selbstinszenierung hervor. Es ist auch anzunehmen, dass daher die Bevorzugung schwarzer Kleidung rührt. Zusammen mit Schmuck, der heidnische Symbole zeigt, und der Faszination für Okkultes, welches wieder aus dem Streben nach der eigenen Individualität rührt, hatte die Szene schnell das Vorurteil an sich haften, Goths würden dem Satanismus frönen. Dem ist und war nicht so. Zwar gab es vereinzelt Friedhofsschändungen. Diese sind jedoch eher auf jugendlichen Leichtsinn zurückzuführen, denn auf die Zugehörigkeit satanistischer Strömungen. Gothic Szene und Satanismus schließen sich schon wegen der Betonung der Individualität bei den Schwarz gewandeten aus.

Wie viele Anhänger die Szene hat, lässt sich nicht feststellen. Das liegt daran, dass die vielen unterschiedlichen Strömungen sich teil- und zeitweise überschneiden. Reine Gothic Veranstaltungen gab es auch so gut wie nicht, da bei solchen Events auch immer das Geld eine Rolle spielt. Auch die hochfrequentierten Festivals der Schwarzen Szene, wie das M'era Luna in Hildesheim, das Bizarre Festival in Berlin oder das Wave-Gothic-Treffen in Leipzig geben keinen Aufschluss, da sich jeweils die Schwarze Szene einfindet. Dazu kommt, dass, versucht wurde, Gothic zu kommerzialisieren. Um das Jahr 2000 erlebte die lange totgesagte Szene eine Renaissance. Was jedoch mit einer Independent Gruppierung begann und den Stücken der Bands wie Siouxsie and the Banshees, Killing Joke, The Cure, Joy Division, oder Christian Death, huldigte, sollte mit einem Mal und La Fee, Pagani und später Unheilig hören. Das drängte die tatsächlichen Goths weiter in den Untergrund. Am lebhaftesten zeichnet sich die Szene im Internet. Hier wird sich über Musik, Kleidung, Veranstaltungen – weltweit – ausgetauscht.

Neben der Tatsache, dass die die Individualität stets hervorgehoben wird, wären da noch die Besonderheit, dass diese Jugendkultur sich bei näherer Betrachtung mitnichten als jugendlich herausstellt. Viele der Anhänger, die in den 80er Jahren die Basis für die Szene geschaffen haben, sind noch heute in ihr verhaftet. Somit ist hier ein Generationen übergeifender Austausch gegeben, den andere Jugendkulturen nicht vorzuweisen haben. Auch am Tanzstil und an seiner Friedfertigkeit erkennt man den echten Grufti.

Wave und Gotiktreffen in Leipzig (WGT)

Das Wave und Gotiktreffen in Leipzig, besser bekannt als das WGT, hat sich im Laufe der Jahre zu einer beliebten und angesagten Größe der Gotik-Szene weltweit etabliert. Bereits seit dem Jahre 1992 finden sich immer zum Pfingstwochenende tausende von Anhängern und Liebhabern der Gotik Kultur in Leipzig ein um der Musik und dem besonderem Ambiente zu frönen. Gegensätzlich zu anderen Veranstaltungen dieser Art, ist das Wave und Gotiktreffen nicht auf einen besonderen Platz beschränkt. Im Gegenteil, das Wave und Gotiktreffen ist über ganz Leipzig, unter Anderem auf dem Agra-Messegelände, verteilt.

Während bei anderen und vergleichbaren Treffen ein besonderes Augenmerk auf die Musik gelegt wird, garantiert das Wave und Gotiktreffen auch Kultur aus anderen Bereichen. Derweil befinden sich unter der Vielzahl an Besuchern, 2012 waren es weit mehr als 20.000 Gäste, nicht nur Wave und Gotik Freunde, die sich in zahlreiche Untergruppen spalten, beispielsweise die Romantik-Gothics oder die Cyber-Gohtics, sondern auch einige Metaller, Mittelalter- und Crossoverfans, Punker oder auch Menschen, die einfach nur dem Alltag entfliehen möchten. Jeder findet dort seinen Platz und lernt neue sowie interessante Personen kennen und schätzen.

Vier Tage lang, von Donnerstag bis Sonntag, wird gemeinsam Musik gehört, getanzt, Kultur genossen und gefeiert. Das Wave und Gotiktreffen in Leibzig zeichnet sich besonders durch seine friedfertigen und toleranten Besucher aus, die die Möglichkeit wahrnehmen können in unmittelbarer Nähe zu nächtigen. Im Kartenpreis ist der Campingplatz bereits mit inbegriffen. Die deutschen und bekannten Bands „Goethes Erben“ und „Das Ich“ sind beide bereits seit Anfang an dabei und begeistern nach wie vor ihre Zuhörerschaft durch ihre energie geladenen und mitreißenden Auftritte. Neben nationalen und internationalen Größen der Musikszene haben auch zahlreiche Newcomer die Gelegenheit ihr Können auf dem Treffen zu beweisen und die Massen für sich zu begeistern. Auf mehreren Bühnen wird die Musik performt.

Obwohl die Musik und deren Darstellung primär im Vordergrund des Festivals zu stehen scheinen, ist das WGT auch dafür bekannt, dass die Gäste auf dem Gelände ein breites Sortiment an Szene-Kleidung und Zubehör an diversen Verkaufsständen vorfinden können. Vorallem für Besucher aus kleineren Ortschaften ist dieses Angebot sehr interessant, da viele Stücke, die auf dem WGT zu erwerben sind, beispielsweise szeneträchtige Musikalben, in ihrer üblichen unmittelbaren Nähe nicht zu finden sind. Die große Produktpalette reicht von schlichten Ringen bis hin zu außergewöhnlicher Kleidung und Dekoration. Natürlich wird auf dem Wave und Gotiktreffen in Leibzig auch an das leibliche Wohl seiner Besucher gedacht. Egal ob Veganer, Vegetarier oder leidenschaftlicher Fleischesser, für jeden ist etwas zu einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis dabei.

Was das Wave und Gotiktreffen in Leibzig noch von anderen Veranstaltungen dieser Art unterscheidet, ist das beachtliche Kulturangebot neben der Musik. Wer es ruhig mag oder sich für Literatur begeistert, hat die Möglichkeit bei einer der zahlreichen Lesungen von bekannten oder noch neu zu entdeckenden Autoren beizuwohnen. Wer sich entspannen möchte oder sich für neue Filme interessiert, besucht einige Filmvorführungen. Auch sind viele Ausstellungen in den Museen und Galerien von Leibzig zu bewundern. Wer sich aktiv beteiligen will wird ebenfalls nicht enttäuscht. Workshops zu den unterschiedlichsten Themen, wie zum Beispiel das Herstellen von altertümlichen Werkzeugen, werden angeboten sowie Live-Rollenspiele bei denen sich jeder anschließen und agieren kann.

Auf den Mittelaltermärkten taucht man tief in die Welt der Ritter und Bauern längst vergangener Zeiten ein. Statt Bier wird hier dem Besucher Met Wein kredenzt, statt Fast-Food gibt es Spanferkel frisch vom originalgetreuen Grill oder besondere Backspezialitäten, die so in den heutigen Bäckereien nicht mehr vorzufinden sind. Nicht nur erwachsene Besucher kommen ganz auf ihre Kosten, auch für die Kleinsten unter ihnen wird Unterhaltung, beispeilsweise durch eine große Anzahl an Schaustellern, geboten. Das Wave und Gotiktreffen in Leibzig ist somit nicht nur ein bloßes Musikfestival mit einer Vielzahl an Merchandise, wie bei anderen Festivals vorzufindend, sondern ein kulturträchtiges und lehrreiches Ereignis.

Schwarz ist die Nacht – Schwarz ist Pfingsten in Leipzig

Pfingsten 2013 – es ist wieder so weit. In Leipzig findet das Wave Gotik Treffen statt und wird wie jedes Jahr viele Menschen verzaubern.

Leipzig – eine Stadt wird schwarz

Vom 17. Mai bis 20. Mai 2013 findet wie jedes Jahr in Leipzig das mitlerweile 22. Wave Gotik Treffen, kurz WGT, statt. Ein Pfingstwochenende voller Erlebnisse. Die sächsische Stadt wird eingehüllt von schwarzer Melancholie und düsterer Romantik gepaart mit außergewöhnlichen Styles. Mittelalterliche Trachten, ominöse Verkleidungen zu Mangafiguren oder schicke Gothic-Kleider, die viel Haut zeigen und reich verziert sind, gehören in diesen vier Tagen zum täglichen Schaubild in Leipzig, bei dem manch einer große Augen machen wird. Das WGT ist eine Kulturveranstaltung der Schwarzen und Alternativen Szene und nach dem Mera Lune in Hildesheim die deutschlandweit größte Veranstaltung für Szenegänger. Viele Verschiedene Künstler aus den Bereichen Gothic and Wave, Metal, Industrial und Punk machen das WGT an mehreren Veranstaltungsorten für Besucher jedes Jahr einmalig. Vorlesungen und Mittelaltermärkte fehlen natürlich auch nicht. Mehr als 20.000 Besucher sowohl aus Deutschland als auch von allen Kontinenten der Erde werden erwartet. So können Szeneinfos ausgetauscht und Freundschaften geschlossen werden.

Veranstaltungsorte

Neben der Moritzbastei und dem Werk II Halle A, in denen vornehmlich Konzerte gespielt werden, gibt es noch viele andere Veranstaltungsorte, in denen künstlerische Darbietungen geteilt werden. Im Torhaus Dölitz ist das Heidnische Dorf zu finden, wo auch ein Mittelaltermarkt stationiert ist. Auch die Sixtina und der Südfriedhof laden an diesem Wochenende ein. Das Passagekino und das CineStar zeigen mittelalterliche und düstere Filme, um den Anhängern der Gothic-Szene einzuheizen. Im Kohlrabizirkus, Felsenkeller, Darkflower und ägyptischen Museum bietet das WGT weitere Unternehmungsmöglichkeiten für Pfingsten. Neben all diesen Lokalitäten finden auch noch an anderen Stätten interessante Veranstaltungen statt.

Eine dunkle Künstlerauswahl

Die Künstler, die bei dem Wave Gotik Treffen auftreten, kommen aus allen Teilen der Welt. Die Bestätigungen der Künstler, welche angefragt wurden, trudeln zurzeit nach und nach ein, womit noch keine vollzählige Aussage über alle teilnehmenden Gruppen getroffen werden kann. Bisher haben folgende Künstler aus Deutschland ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert und werden auch auftreten:

1979, Alexander Paul Blake's Aethernaeum (Weltpremiere), Bloody, Dead & Sexy, Brigade Werther, Crematory, Darkwood, Dunkelschön, Echo West, Enabled Disaster, End Of Green, Formalin, Grausame Töchter, In Mitra Medusa Inri, In Strict Confidence, Incite, Incubite, Letzte Instanz, Lord Of The Lost, Nachtgeschrei, Namnambulu (Wiedervereinigung), Noisuf-X, Objekt/Urian, Orange Sector, Other Day, Patenbrigade Wolff, Phosgore, Predominance, Readjust, Saltatio Mortis, Sleeping Dogs Wake („Understanding“ Konzert – weltweit einmalig und exklusiv), Still Patient?, Talvekoidik, The Blue Angel Lounge, Unzucht, Welle:Erdball, Winterkälte und Xandria

Weitere Künstler aus anderen Staaten, zum Beispiel Frankreich, Belgien, Schweiz und den USA, sind:

A Split Second, Abney Park (exklusives Konzert in Deutschland), Altar Of Plagues, C-Lekktor, Desireless & Operation Of The Sun, Devilish Impressions, Digitalis Purpurea, Fejd, Frank (Just Frank), Gitane Demone, Halo Effect, Hautville, Hecate Enthroned, Henric De La Cour, I Like Trains, IAMX, IRM, Iszoloscope, K-Bereit, Karin Park, KMFDM, Leather Strip, Lux Interna, Martial Canterel, Metallspürhunde, Naughty Whisper, Nomans Land, Passion Play (letztes Abschiedskonzert), Proyecto Mirage, Reformed Faction, Sex Gang Children , She Past Away, Shiv-R, Skeletal Family, Soft Kill, Soriah, Suicide Commando, Sutcliffe Jügend, The Birthday Massacre (exklusives Konzert in Deutschland), The KVB, The Mescaline Babies, The Spiritual Bat, The Twilight Garden, Thundra, Unitary, Velvet Acid Christ (einziges Konzert in Europa 2013), VNV Nation, Whispers In The Shadow, Wipeout, X-Improviso und Xeno & Oaklander

Tickets

Originalkarten für das Wave Gotik Treffen gibt es auf der Homepage dessen. Die Eintrittskarten ermöglichen freien Zutritt zu allen Veranstaltungen sowie kostenlose Straßenbahnfahrten mit der LVB in der Tarifzone Leipzig, um zu allen Events dieser Tage zu gelangen. Weiterhin gibt es zusätzlich Obsorgekarten. Mit diesen kann auf dem Gelände der Agrar-Messe gezeltet werden.

Unterkunft

Einerseits kann man auf dem Agra-Messegelände mit einer Obsorgekarte zelten, andererseits bietet die Stadt Leipzig viele Hotels und Jugendherbergen für Übernachtungen an. Reservierungen dafür sollten rechtzeitig erfolgen, da die Übernachtungsplätze für das Pfingstwochenende schnell ausgebucht sind.

Das Wave Gotik Treffen findet in einer dunklen Harmonie statt und ist garantiert einen Besuch wert.

Die Gothicszene und ihre Weltanschauung

Die Gothicszene stellt man sich als Außenstehender gerne als Treff schwarzer, trauriger Gestalten nachts auf dem Friedhof vor. Dort werden depressive Gedichte geschrieben, über den Sinn des Lebens philosophiert und schlimmstenfalls sogar Tiere geopfert. Das alles ist weit entfernt von der Realität, denn die meisten Gothics sind ganz normale Menschen, die nicht trauriger als alle anderen sind und höchstens einige spezielle Interessen und Lebensweisen haben. Lernt man diese einmal kennen, erscheinen Gothics sicherlich schnell nicht mehr so fremd und ungewohnt.

Das Erscheinungsbild

Schwarz ist in der Gothic-Szene eine dominante Farbe, aber auch nicht der einzige Farbton. Menschen, die sich der Szene zugehörig fühlen oder sie zumindest sympathisch finden, kleiden sich eher dunkel oder komplett in Schwarz. Das liegt daran, dass dunkle Farben ihnen einfach zusagen; sie haben es nicht nötig, um jeden Preis aufzufallen. Das erreichen sie mit ihren inneren Werten. Der ein oder andere kleine Farbklecks darf aber trotzdem sein, jeder Gothic hat neben Schwarz mindestens noch eine andere Lieblingsfarbe. Je nach Subszene sehen Gothics aber auch sehr unterschiedlich aus. Cyber-Gothics beispielsweise verfolgen einen künstlichen, modernen Look, während andere sich eher der viktorianischen Zeit zugehörig fühlen und ihr entsprungen sein könnten, wenn sie ihre Outfits für besondere Anlässe anziehen. Im Tagesgeschäft erkennt man Gothics beispielsweise an farbigen Haarsträhnen, dunkler, szenetypischer Kleidung, die aber alltagstauglich ist, oder an einigen speziellen Marken, die in der Szene beliebt sind.

Wie wohnt man als Gothic?

Anhand der Wohnung kann man den Bewohner oft schon als Gothic identifizieren. Gothics achten mit kommender Reife zunehmend auf Qualität und Langlebigkeit ihrer Anschaffungsgüter, doch das allein ist es noch nicht, was sie ausmacht. Die Anzeichen sind viel eindeutiger: Das Schwert oder das Wappen an der Wand, die eher dunkle Wandfarbe, die Gothic-Motive der Bilder, opulente Kerzenständer, Räucherwerk – all das findet man in einer typischen Gothic-Umgebung häufig. Der Wohnraum eines jeden Menschen ist sein individueller Freiraum, in dem er sich entfaltet und bewusst seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringt. Alles, was man in der Wohnung eines Menschen sehen kann, wurde von ihm mehr oder weniger bewusst so platziert, dass es anderen auffällt: Er will, dass sie sich auf dieser Basis ein Bild von ihm machen. Daher erklärt sich sicherlich auch, dass Gothics so viel Wert auf einen angemessenen Wohnraum legen und sich so viel Mühe bei der Wahl der Möbel, der Deko-Artikel und der allgemeinen Einrichtung geben.

Wie gehen Goths aus?

In einer edlen Cocktailbar oder im 5-Sterne-Restaurant wird man den Gothic eher nicht antreffen. Wer in der Szene noch im typischen Partyalter ist, geht in Szeneclubs und Einrichtungen, die sich an Gothics oder ähnliche Musikgruppen richten. In den städtischen Ballungsräumen gibt es einige spezielle Gothic-Diskotheken, die überregional bekannt sind und Gothics von nah und fern anziehen; wenn es ein solches Angebot nicht gibt, organisiert man einfach eine eigene Privatparty oder wartet, bis andere Diskotheken einen Gothic-Abend veranstalten.

Typische Hobbys und Interessen

Viele Gothics sind künstlerisch begabt – und wenn das nicht der Fall ist, sind sie zumindest interessiert. Begabte Gothics zeichnen oder schreiben gerne, einige fotografieren auch, schauspielern, modeln oder sind in einer anderen ähnlichen Kunst involviert. Die meisten lesen tiefgründige Literatur oder befassen sich mit der Kunst innerhalb und außerhalb ihrer Szene. Außerhalb der Kunst wird auch gerne über das aktuelle Geschehen in der Welt, in der Szene oder in einem anderen wichtigen Bereich des Lebens diskutiert. Gothics sind weltoffene, aufgeschlossene Persönlichkeiten, die sich für ihre Umgebung interessieren und sich auch gerne fortbilden, um neue Perspektiven kennen zu lernen und alle Aspekte einer Situation einschätzen zu können. Darüber hinaus hat jeder Gothic auch eigene Hobbys und Interessen, zu denen von Sport bis hin zu Gemeinschaftsarbeit alles gehören kann – auch Gebiete, die man eher weniger mit der Szene assoziieren würde.

Stärken und Schwächen des Gothics

Gothics sind Menschen, die sehr viel nachgedacht haben. Sie haben zu fast jedem Thema eine ausgereifte Meinung, diskutieren aber gerne und wollen andere Standpunkte kennen lernen – das kann mit dem Alter kommen, von Teenagern sollte man nicht zu viel erwarten. Ihnen fällt es dadurch meist nicht schwer, sich für Neues zu öffnen und lebenslang dazuzulernen. Einige Gothics wenden sich der Szene aber auch zu, um sich von der Gesellschaft abzukehren, mit der sie in der Vergangenheit ihre Probleme hatten. Sie wollen anders sein und das auch durch ihr Erscheinungsbild zum Ausdruck bringen. Manche Gothics haben leichte bis schwere psychische Probleme, was ihnen die Akzeptanz als Szene insgesamt schwer machen kann. Da sie als so nachdenklich gelten, fällt es manchen Gothics auch schwer, neue Freunde oder den Anschluss an eine Gruppe zu finden – vor allem dann, wenn dort niemand mit ihrer Einstellung ist. Doch das sind kleinere Schwächen, die man mit etwas Arbeit an sich selbst leicht überbrücken kann.

Sind Gothics alle depressive Teenie-Satanisten?

Die Gothic-Szene ist eine große Szene; allein deswegen zieht sie immer mehr Mitglieder an. Teenager beispielsweise stoßen zu ihr, da sie nach einer Möglichkeit der Rebellion und der Abkehr von der Gesellschaft suchen, mit der sie nicht immer angenehme Erfahrungen machen. Menschen, die im Leben viel erlebt haben, das nicht immer positiv war, wenden sich ebenfalls oft der Gothic-Szene zu, da sich nicht abstreiten lässt, dass sie sich mit dem Thema Trauer und ihrer Bewältigung befasst. Einige überwinden ihr Schicksal, andere trauern aufgrund ihrer Vergangenheit sehr lange und sehen die Gothic-Szene als Möglichkeit, sich auszudrücken und trotzdem mit dem Leben zurechtzukommen, wie sie es kennen. Der Satanismus ist ebenfalls ein Einfluss, den es in der Szene zwar gibt, der aber nicht zentral ist. Viele Gothics haben sich auch schon mit ihm befasst, da die Themen Glaube und Religion ihnen wichtig sind – doch nur, weil sie sich damit auseinandersetzen wollen. Einige satanistische Grundsätze nehmen Gothics gerne für sich selbst an oder deuten sie um, doch die wenigstens Gothics sind gefährliche oder gar gewalttätige Satanisten. Sieht man sich einmal die Satanistenmorde der letzten Jahrzehnte an, wird man feststellen, dass die wirklich gefährlichen Fanatiker praktisch gar nicht aus der Gothic-Szene stammen und die Verbindung zwischen Gothics und dem gefährlichen Satanismus lediglich ein Irrglaube ist.

Gothic – Weltanschauung

Den Gothic hält man oft fälschlicherweise für ein depressives, tieftrauriges Figürchen, das sein Leben lang in schwarzer Trauerkleidung durch die Weltgeschichte schreitet und niemals spüren wird, was Freude, Licht und Spaß bedeuten. Bei näherer Betrachtung wird man jedoch erkennen, dass die Weltanschauung der Gothics lediglich daher herrührt, dass sie auch über die Schattenseiten des Lebens intensiv nachgedacht und nach einer Strategie gesucht haben, damit umzugehen, dass sie durchaus existieren. Wenn andere wegschauen oder zwanghaft optimistisch denken, bleiben Gothics oftmals realistisch und sind so in vielen Situationen sehr gut gerüstet. Oftmals sehen sie Schönheit auch noch in Dingen, in denen sie sonst niemand mehr sehen kann.

Das Thema Glück
Gothics sind nicht unglücklicher als andere Menschen. Sie tragen gerne schwarze Kleidung, zumindest einige – doch das liegt nur daran, dass ihnen die Farbe Schwarz zusagt. Dunkle Farben machen den Körper schlank und lassen ihn elegant wirken, was Gothics nun einmal ausnutzen. Sie müssen nicht zwanghaft auffallen, für sie zählen eher die inneren Werte; und deswegen legen sie nur wenig Wert auf die Mode, die den meisten anderen Menschen zusagen würde. Schwarze Kleidung steht allerdings nicht für Unglück, eigentlich sind Gothics sogar sehr glückliche Personen. Sie brauchen vielleicht etwas länger, bis sie das zeigen können, doch der Grund dafür ist, dass ihr Glück aus tiefster Seele kommt. Sie legen keinen Wert auf ein kurzes, vergängliches Gefühl, das man beispielsweise beim Kauf eines teuren, aber unnützen Gegenstands hätte – Gothics wissen, dass das kein wahres Glück ist. Lieber warten sie darauf, dass sich eine Chance ergibt, wahres Glück zu empfinden, beispielsweise durch die Nähe eines wertvollen Mitmenschen oder eines kleinen Erfolgs im alltäglichen Leben. Diese Art von Freude kommt von innen und ist daher von Dauer. Und wenn der Gothic doch einmal traurig ist, dann liegt das nur daran, dass er wieder einmal etwas zu viel nachgedacht hat. Das passiert aber auch jedem anderen Menschen immer mal wieder.

Die Werte im Leben
Gothics legen meist wenig Wert auf materielle Dinge. Ausnahmen können Dinge sein, die zu ihrer Szene gehören und kostspielig sind, da sie von einer bestimmten Marke stammen können. Bis auf diese Artikel sind Gothics jedoch sehr genügsam und sind meist schon damit zufrieden, dass ihre alltägliche Ausstattung hochwertig ist. Sie legen beispielsweise keinen Wert auf die Mainstream-Markenmode, neues technisches Spielzeug oder eine viel zu große Wohnung, mit der sie lediglich angeben könnten. Sehr viel wichtiger für sie sind Freunde und eine liebevolle Familie, das Glück ihrer geschätzten Mitmenschen, gemeinsame Momente, Spaß im Leben mit denjenigen Menschen, die sie gerne um sich haben, und natürlich ihre eigenen Lebensziele. Es gibt durchaus Gothics, die beispielsweise Probleme damit haben, eine Ausbildung oder Arbeit zu finden, was in persönlichen Schwierigkeiten begründet sein kann. Daneben gibt es aber auch sehr gut angepasste Gothics, die beispielsweise studieren oder einen gut bezahlten Job haben und Wert darauf legen, etwas aus sich zu machen. In dieser Hinsicht sind Gothics so unterschiedlich wie alle anderen Menschen auch.

Goths und die Politik

Gothics wird häufig vorgeworfen, eine eher rechte Einstellung zu haben. Dabei lässt sich gar nicht verallgemeinernd sagen, wie der Gothic politisch eingestellt ist. Es gibt sicherlich einige Gothics, die eher rechts einzuordnen wären. Manche Gothic-Gruppierungen konzentrieren sich stark auf alte, germanische Werte und nähern sich fast schon dem Klischee des Metallers an, sind also tatsächlich extrem rechts oder sogar nationalistisch eingestellt. Es gibt allerdings auch das Gegenteil zu ihnen, genauso wie es den ein oder anderen liberalen Gothic gibt. Insbesondere unter den Teenager-Gothics darf man die Unpolitischen nicht vernachlässigen, die sich schlichtweg nicht für die Politik interessieren oder noch nicht alt genug sind, um alle politischen Vorgänge zu verstehen.

Gothics und die Religion

Im Hinblick auf die Religion sind Gothics bereits etwas geschlossener zu betrachten: Häufig geben sie an, keine Christen zu sein, viele sind Atheisten. In der Gothic-Szene wird sehr viel nachgedacht, Philosophie wird großgeschrieben. Dass der Sinn des Lebens hinterfragt wird, ist daher nicht weiter verwunderlich, und gerade in der modernen, aufgeklärten Zeit führen solche Gedanken oftmals zur Ablehnung jeglicher Religion. Teenager-Gothics wenden sich häufig aus Protest von der herrschenden christlichen Religion ab, um sich etwa von Eltern, Verwandten, vermeintlichen Vorbildern oder der älteren Gesellschaft allgemein zu distanzieren. Ältere Gothics hingegen glauben manchmal noch an eine höhere Macht, nicht aber unbedingt an die christliche Religion; sie wären am ehesten den Deisten zuzuordnen. Fast durchgehend beobachten kann man jedoch, dass bestehende Religionssysteme abgelehnt werden. Gothics kritisieren beispielsweise die Missbrauchsskandale der katholischen Kirche, die Unterdrückung und den Fanatismus in den islamischen Gesellschaften oder die Gewalt, die Religionen in der Geschichte ausgelöst haben. Genauso altersübergreifend lässt sich eine Hinwendung zu den alten Glaubenssystemen der Menschheit beobachten. Kelten und Germanen haben es den Gothics besonders angetan; seltener findet man sie in der buddhistischen oder indianischen Kultur wieder.

Sind Goths Satanisten?

Es gibt durchaus Gothics, die sich zum Satanismus bekennen. Ein Blick in die Geschichte der Satanistenmorde reicht jedoch, um zu erkennen, dass die tatsächlich gefährlichen, gewaltbereiten Satanisten eher nicht aus der Gothic-Szene stammen. Die meisten heutigen Gothics sind zu aufgeklärt und zu pazifistisch, um jemals einen Zugang zum gewaltbereiten, gesellschaftsgefährdenden Satanismus zu finden. Insbesondere Jugendliche beginnen, sich dafür zu interessieren, da sie in der christlichen Gesellschaft großgeworden sind und sich von dieser abwenden wollen – kaum etwas eignet sich dafür besser als die „Religion“, die das Gegenstück Gottes verehrt. Je reifer der Gothic wird, desto eher beschäftigt er sich mit satanistischen Themen, um Erkenntnisse darüber zu gewinnen und Stoff zum Nachdenken zu haben. Er möchte seine Umwelt in all ihren Facetten kennen lernen und sich über alle Strömungen und Richtungen informieren, die es in ihr gibt. Doch deshalb würde er niemals anfangen, sich selbst oder andere im Namen Satans zu verletzen, auf Friedhöfen herumzulungern oder gar einen Mord zu begehen. Selbst, wer sich Satanist nennt, tut dies mit großer Wahrscheinlichkeit nur, um sich vom herrschenden christlichen Glauben voll und ganz abzuwenden, eine eigene Identität zu finden und aus den Ideen des Satanismus eine eigene Lebensphilosophie zu errichten.


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