Die Höllentalbrücken / Frankenwaldbrücken – Hängebrücken über das Höllental

Das Höllental ist etwas ganz Besonderes. Dieser Abschnitt im östlichen Frankenwald zwischen Blechschmidtenhammer und Hölle ist das enge Flusstal der Selbitz. Es liegt der Stadt Lichtenberg zu Füßen, grenzt an Thüringen und gehört zum Landkreis Hof in Bayern.

01.04.2017 – Bis spätestens 2020 soll die längste Hängebrücke der Welt über das Höllental bei Lichtenberg realisiert werden. Die Höllentalbrücken bzw. Frankenwaldbrücken – geplant ist eine ca. 380 Meter lange Brücke über das Lohbachtal, die zweite Brücke mit ca. 720 Meter – sollen über das Höllental zum Aussichtspunkt „König David“ reichen.

Vor und nach der Grenzöffnung

Höllental

Höllental

Bis zur Grenzöffnung 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 war das Höllental unpassierbar gewesen, weil es unmittelbar an der Grenze der Bundesrepublik zur DDR lag. Heute trennt das Höllental keine Staaten mehr. Dieses wundervolle Stück Natur verbindet die beiden Freistaaten Thüringen und Bayern und ist als wildromantisches Tal im Östlichen Frankenwald ein natürliches Kleinod.

Im Jahr 1997 wurde das 160 Hektar Fläche umfassende Höllental zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Europäische Union wies das Höllental zudem zusammen mit dem Muschwitztal als Fauna-Flora-Habitat (FFH) aus.

Entstanden ist das Höllental im Laufe vieler Jahre durch den Durchfluss der Selbitz, bevor sie dann in die Sächsische Saale mündet. Bizarre Felsgruppen und Gesteinsvorsprünge zieren die Hänge, die ansonsten mit Mischwald bewachsen sind.

Wandern im Höllental

Hirschsprung Höllental

Hirschsprung Höllental

Zu erreichen ist das Höllental über die Orte Hof und Naila. Es gibt zwischen Bad Steben und Hof eine Bahnstrecke mit einem Bedarfshalt „Höllental“. Wer mit dem Fahrrad zum Höllental unterwegs ist, kann bei Blankenstein, wo der Rennsteig-Radwanderweg endet, den Saale-Radwanderweg nehmen, der am Höllental vorbeiführt. Ebenfalls mit dem Rad kann man durch das Höllental von Wüstenselbitz auf dem Selbitz-Radweg über Helmbrechts und Schauenstein zum Endpunkt Blechschmidtenhammer fahren.

Die Höllentalstraße, die am Westufer der Selbitz verläuft, ist als Privatstraße für den Autoverkehr nicht zugelassen. Als Radweg und von Rollstuhlfahrern und Wanderern und kann sie durchaus befahren bzw. begangen werden. Auf der anderen Seite des Flüsschens kann man den Röhrensteig unmittelbar auf der Wasserzuführungsrohrleitung des Kraftwerkes passieren. Dort gibt es einen Abstieg. Dieser Weg, auf dem ein Hindernis zu überwinden ist, eignet sich nur für Wanderer. Das aufgestaute Wehr mit einer Fischtreppe befindet sich am Taleingang im Süden des Höllentals. An den Hängen des Flusstals führen noch zahlreiche andere Wege durch diese herrliche Natur. Ungefähr dreißig Kilometer Wanderwege von jeweils unterschiedlicher Länge stehen mit Markierungen an den Höllental-Hängen zur Auswahl.

Am Talausgang, am Bahnhof Lichtenberg, befindet sich das Informationszentrum des Naturparks Frankenwald. Ebenfalls am Ausgang des Höllentals ist die Selbitzmühle bei Blechschmidtenhammer zu finden. Um die Aussicht zu genießen ist die Felsspitze „Hirschsprung“ ein idealer Ort. Etwas weiter darunter steht das Wahrzeichen des Höllentals, ein hölzerner, geschnitzter Hirsch in Sprunghaltung und lebensgroß. Die Sage erzählt, dass Hirsche mit einem Sprung hier ihr Leben retten wollten, wenn sie vordem in die Enge getrieben worden waren. Ob wahr oder unwahr – der Hirsch aus Holz sieht beeindruckend aus.

Unweit vom „Hirschsprung“ offenbart der Aussichtspunkt „König David“ einen faszinierenden Blick in die Umgebung. Dann gibt es noch den Wolfstein, auf dem der 19 Meter hohe Wiedeturm steht, der im Jahr 1903 mit einer Aussichtsplattform errichtet wurde. Nur ein paar hundert Meter trennen die Stelle von der, an der sich der Frankenweg, der Fränkische Gebirgsweg und der Rennsteig treffen.

Höllental Holzbrücke

Höllental Brücke

Eine besondere Naturromantik offenbart sich am Jungfernsteg, der im Höllental über die Selbitz führt, ebenso wie der Teufelssteg.

Man kann zwar heute nicht mehr mit der Eisenbahn durch das Tal fahren, deren Strecke einst von Marxgrün nach Blankenstein führte, aber man kann die Reste der Höllentalbahn noch sehen. Die Eisenbahnbrücke beim Kraftwerk, der Kesselfelstunnel und der Kanzelfelstunnel legen davon noch Zeugnis ab.

Wer zu seiner Wanderung in der Ortschaft Hölle startet, kann sich mit „Höllensprudel“ versorgen. So heißt das Wasser der Sauerbrunnen, das dort vermarktet wird. Und am Ende des Höllentals, in Blechschmidtenhammer, ist eine wohlverdiente Einkehr möglich, um die fränkische oder thüringische Küche zu probieren, die deftig und wohlschmeckend ist.

Die Stadt Lichtenberg

Lichtenberg Burg

Lichtenberg Burg

Liebevoll „Ritterstädtchen“ genannt zählt Lichtenberg deutschlandweit zu den kleinsten Städten. Im Freistaat Bayern ist Lichtenberg die drittkleinste Stadt. In ihrem Norden steht die Burgruine Lichtenberg, die wie die Stadt selbst durch ihre Berglage das Flusstal der Selbitz überragt. Das landschaftliche Kleinod gehört zum Landkreis Hof in Oberfranken, hat eine Fläche von 9,47 Quadratkilometern. Lichtenberg zählt ungefähr 1100 Einwohner.

Mit den Stadtrechten, die Lichtenberg 1337 verliehen wurden, ist der Ort in seinem Landkreis die älteste Stadt. Doch die Geschichte des Ortes reicht weiter zurück. Als Kleinstadt wurde Lichtenberg schon um das Jahr 1000 gegründet. Die Stadt, die ihrer wunderschönen Landschaft wegen zum Naturpark Frankenwald gehört, hat historisch allerhand aufzuweisen. Sie ist leicht zu erreichen, denn von der Autobahn A9 Berlin-München trennen sie nur neun Kilometer. Wanderer erreichen von Lichtenberg aus auf kurze Distanz den Frankenweg und den Thüringer Rennsteig.

Zur Geschichte

Lichtenberg See

Lichtenberg See

Die Herzöge von Meranien waren es, die im 12. Jahrhundert die Burg, deren Ursprünge bis ins Jahr 814 zurückreichen, erweiterten und erneuerten. Die Stadt und die Burg wechselten mehrfach ihren Besitzer. Seit dem späten Mittelalter bis zum Jahr 1792 war Lichtenberg dem zollerschen Fürstentum Brandenburg-Bayreuth zugehörig. Dann wurden das Fürstentum Bayreuth und die Stadt preußischer Besitz. Erst seit 1810, nachdem Preußen das Fürstentum Bayreuth im Zuge des Tilsiter Friedens an Frankreich abgetreten hatte, gehört Lichtenberg endgültig zu Bayern.

Die Vergangenheit wird in der malerischen Altstadt lebendig. Verwinkelte enge Gässchen sind charakteristisch für das Stadtbild und laden zum Flanieren ein. Der Marktplatz, der im Jahr 1987 grundlegend saniert wurde, wird von dem alten Rathaus geziert und trägt eine Zunfttafel von 1560. Von den Herrschaften, die einstmals über Lichtenberg regierten, zeugen noch die jeweiligen Wappen.

Als größtes Zeugnis der Stadtgeschichte ist die Burgruine Lichtenberg ein sehenswertes Rudiment eines vormals mächtigen Schlosses, wovon heute noch Kasematten, geräumige Kelleranlagen und der alte Bergfried erzählen, der als Aussichtsturm einen fantastischen Blick auf die Umgebung offenbart. Und die alte Zehentscheune aus der Zeit, in der die Lichtenberger Untertanen ihren Herrschaften noch Leistungen in Naturalien erbrachten, d. h. ihren Zehnt abgaben, kann man ebenfalls sehen.

Kultur und Ausflugsziele in und um Lichtenberg

Lichtenberg Burgmauern

Lichtenberg Burgmauern

Das kleine Städtchen über dem Höllental ist zu seiner mittelalterlichen Vergangenheit eine enge Beziehung eingegangen. Im Jahr 2000 fand zum ersten Mal das „Burgfest zu Lichtenberg“ statt, das sich seitdem jährlich vieler Besucher aus der Stadt und der Umgebung erfreut. An zwei Tagen wird das Mittelalter in zahlreichen Facetten durch die Lichtenberger selbst lebendig. Sie werden zu Gauklern und Musikanten, zu Bauern und Fahrensleuten, zu Rittern und Schildknappen usw., sie zechen und tanzen, musizieren und lachen – gerade so, als wäre die Zeit nie bis ins 21. Jahrtausend weitergewandert.

Lichtenberg hat darüber hinaus in musikalischen Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf, den es der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau verdankt. Diese Begegnungsstätte wurde 1982 gegründet. Der international renommierte Violinist Henri Marteau aus Reims (Frankreich) war in seiner Lichtenberger Villa unter Hausarrest gestellt worden, erlangte zwar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die Staatsbürgerschaft Schwedens, verbrachte aber die letzten zwanzig Lebensjahre in Lichtenberg, wo 1934 starb und im Garten seines Anwesens begraben liegt. Die musikalisch-kulturelle Nutzung der Villa verdankt die Stadt, das hier nicht Meisterkurse und der „Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau“ stattfinden, sondern auch Konzerte und besondere Festlichkeiten.

In der Nähe Lichtenbergs befindet sich der Friedrich-Wilhelm-Stollen, der seinen Namen dem Preußenkönig verdankt, da die Region zu jener Zeit zu Preußen gehört hatte. Das Besuchsbergwerk hat beherbergt heute ein Gasthaus und einen Besucher-Stollen, der etwa einen Kilometer lang ist. An die Bergbautradition erinnert eine Grubenlokomotive beim Stollen. Mineralientage, an denen auch eine Mineralienbörese stattfindet, sind das moderne Überbleibsel der einstigen Zeche.

Das Höllental rund um das Städtchen, das von der Selbitz durchflossen wird, ist ein Wanderparadies von wildromantischer Art und führt unter anderem zum Frankenwaldsee, einem Naturschwimmbad, das ein Areal von 60.000 qm umfasst und auch zum Blechschmidtenhammer, einem Informationszentrum im Naturpark Frankenwald mit einer beeindruckenden Modellbahn-Ausstellung der Höllentalbahn.

Gastronomisch auf der Höhe

Lichtenberg

Lichtenberg

Die fränkische Küche und die gemütliche Gastlichkeit, der man in Lichtenberg natürlich begegnet, bergen Spezialitäten, die einen hungrigen Besucher zum Gourmet machen könnten. Gastronomisch kann man sich beispielsweise im Café am Marktbrunnen verwöhnen lassen. Nach einem Altstadt-Bummel ist das traditionelle Kaffeehausambiente genau richtig, um noch ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen. Man kann die urige Künstlerkneipe besuchen, die mit dem Namen „Unrat – Kunst, Krempel & Musik“ einlädt. Das Kellerlokal „Le Bastille“ muss nicht eigens nach historischem französischem Vorbild gestürmt werden. Es veranstaltet freiwillig u. a. Ritteressen, bei denen sich moderne Küche mit überlieferten Rezepten und Tischgewohnheiten vermischt. Zudem bieten das „Burghotel“ und das Burgrestaurant „Harmonie“ eine gute, regionale Küche an. Charakteristisch für die Region sind Stockfisch-Mahlzeiten, mit denen die Fastenzeit auf sehr delikate Weise überbrückt wird. Hier ist die oberfränkische Tradition von der des Mittelmeerraums merklich entfernt. Eine Sehenswürdigkeit, die auf der Zunge zergeht.