Die Höllentalbrücken / Frankenwaldbrücken – Hängebrücken über das Höllental

Das Höllental ist etwas ganz Besonderes. Dieser Abschnitt im östlichen Frankenwald zwischen Blechschmidtenhammer und Hölle ist das enge Flusstal der Selbitz. Es liegt der Stadt Lichtenberg zu Füßen, grenzt an Thüringen und gehört zum Landkreis Hof in Bayern.

Bis spätestens 2020 soll die längste Hängebrücke der Welt über das Höllental bei Lichtenberg realisiert werden. Die Höllentalbrücken bzw. Frankenwaldbrücken – geplant ist eine ca. 380 Meter lange Brücke über das Lohbachtal, die zweite Brücke mit ca. 720 Meter – sollen über das Höllental zum Aussichtspunkt „König David“ reichen.

Vor und nach der Grenzöffnung

Höllental

Höllental

Bis zur Grenzöffnung 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 war das Höllental unpassierbar gewesen, weil es unmittelbar an der Grenze der Bundesrepublik zur DDR lag. Heute trennt das Höllental keine Staaten mehr. Dieses wundervolle Stück Natur verbindet die beiden Freistaaten Thüringen und Bayern und ist als wildromantisches Tal im Östlichen Frankenwald ein natürliches Kleinod.

Im Jahr 1997 wurde das 160 Hektar Fläche umfassende Höllental zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Europäische Union wies das Höllental zudem zusammen mit dem Muschwitztal als Fauna-Flora-Habitat (FFH) aus.

Entstanden ist das Höllental im Laufe vieler Jahre durch den Durchfluss der Selbitz, bevor sie dann in die Sächsische Saale mündet. Bizarre Felsgruppen und Gesteinsvorsprünge zieren die Hänge, die ansonsten mit Mischwald bewachsen sind.

Wandern im Höllental

Hirschsprung Höllental

Hirschsprung Höllental

Zu erreichen ist das Höllental über die Orte Hof und Naila. Es gibt zwischen Bad Steben und Hof eine Bahnstrecke mit einem Bedarfshalt „Höllental“. Wer mit dem Fahrrad zum Höllental unterwegs ist, kann bei Blankenstein, wo der Rennsteig-Radwanderweg endet, den Saale-Radwanderweg nehmen, der am Höllental vorbeiführt. Ebenfalls mit dem Rad kann man durch das Höllental von Wüstenselbitz auf dem Selbitz-Radweg über Helmbrechts und Schauenstein zum Endpunkt Blechschmidtenhammer fahren.

Die Höllentalstraße, die am Westufer der Selbitz verläuft, ist als Privatstraße für den Autoverkehr nicht zugelassen. Als Radweg und von Rollstuhlfahrern und Wanderern und kann sie durchaus befahren bzw. begangen werden. Auf der anderen Seite des Flüsschens kann man den Röhrensteig unmittelbar auf der Wasserzuführungsrohrleitung des Kraftwerkes passieren. Dort gibt es einen Abstieg. Dieser Weg, auf dem ein Hindernis zu überwinden ist, eignet sich nur für Wanderer. Das aufgestaute Wehr mit einer Fischtreppe befindet sich am Taleingang im Süden des Höllentals. An den Hängen des Flusstals führen noch zahlreiche andere Wege durch diese herrliche Natur. Ungefähr dreißig Kilometer Wanderwege von jeweils unterschiedlicher Länge stehen mit Markierungen an den Höllental-Hängen zur Auswahl.

Am Talausgang, am Bahnhof Lichtenberg, befindet sich das Informationszentrum des Naturparks Frankenwald. Ebenfalls am Ausgang des Höllentals ist die Selbitzmühle bei Blechschmidtenhammer zu finden. Um die Aussicht zu genießen ist die Felsspitze „Hirschsprung“ ein idealer Ort. Etwas weiter darunter steht das Wahrzeichen des Höllentals, ein hölzerner, geschnitzter Hirsch in Sprunghaltung und lebensgroß. Die Sage erzählt, dass Hirsche mit einem Sprung hier ihr Leben retten wollten, wenn sie vordem in die Enge getrieben worden waren. Ob wahr oder unwahr – der Hirsch aus Holz sieht beeindruckend aus.

Unweit vom „Hirschsprung“ offenbart der Aussichtspunkt „König David“ einen faszinierenden Blick in die Umgebung. Dann gibt es noch den Wolfstein, auf dem der 19 Meter hohe Wiedeturm steht, der im Jahr 1903 mit einer Aussichtsplattform errichtet wurde. Nur ein paar hundert Meter trennen die Stelle von der, an der sich der Frankenweg, der Fränkische Gebirgsweg und der Rennsteig treffen.

Höllental Holzbrücke

Höllental Brücke

Eine besondere Naturromantik offenbart sich am Jungfernsteg, der im Höllental über die Selbitz führt, ebenso wie der Teufelssteg.

Man kann zwar heute nicht mehr mit der Eisenbahn durch das Tal fahren, deren Strecke einst von Marxgrün nach Blankenstein führte, aber man kann die Reste der Höllentalbahn noch sehen. Die Eisenbahnbrücke beim Kraftwerk, der Kesselfelstunnel und der Kanzelfelstunnel legen davon noch Zeugnis ab.

Wer zu seiner Wanderung in der Ortschaft Hölle startet, kann sich mit „Höllensprudel“ versorgen. So heißt das Wasser der Sauerbrunnen, das dort vermarktet wird. Und am Ende des Höllentals, in Blechschmidtenhammer, ist eine wohlverdiente Einkehr möglich, um die fränkische oder thüringische Küche zu probieren, die deftig und wohlschmeckend ist.

Die Stadt Lichtenberg

Lichtenberg Burg

Lichtenberg Burg

Liebevoll „Ritterstädtchen“ genannt zählt Lichtenberg deutschlandweit zu den kleinsten Städten. Im Freistaat Bayern ist Lichtenberg die drittkleinste Stadt. In ihrem Norden steht die Burgruine Lichtenberg, die wie die Stadt selbst durch ihre Berglage das Flusstal der Selbitz überragt. Das landschaftliche Kleinod gehört zum Landkreis Hof in Oberfranken, hat eine Fläche von 9,47 Quadratkilometern. Lichtenberg zählt ungefähr 1100 Einwohner.

Mit den Stadtrechten, die Lichtenberg 1337 verliehen wurden, ist der Ort in seinem Landkreis die älteste Stadt. Doch die Geschichte des Ortes reicht weiter zurück. Als Kleinstadt wurde Lichtenberg schon um das Jahr 1000 gegründet. Die Stadt, die ihrer wunderschönen Landschaft wegen zum Naturpark Frankenwald gehört, hat historisch allerhand aufzuweisen. Sie ist leicht zu erreichen, denn von der Autobahn A9 Berlin-München trennen sie nur neun Kilometer. Wanderer erreichen von Lichtenberg aus auf kurze Distanz den Frankenweg und den Thüringer Rennsteig.

Zur Geschichte

Lichtenberg See

Lichtenberg See

Die Herzöge von Meranien waren es, die im 12. Jahrhundert die Burg, deren Ursprünge bis ins Jahr 814 zurückreichen, erweiterten und erneuerten. Die Stadt und die Burg wechselten mehrfach ihren Besitzer. Seit dem späten Mittelalter bis zum Jahr 1792 war Lichtenberg dem zollerschen Fürstentum Brandenburg-Bayreuth zugehörig. Dann wurden das Fürstentum Bayreuth und die Stadt preußischer Besitz. Erst seit 1810, nachdem Preußen das Fürstentum Bayreuth im Zuge des Tilsiter Friedens an Frankreich abgetreten hatte, gehört Lichtenberg endgültig zu Bayern.

Die Vergangenheit wird in der malerischen Altstadt lebendig. Verwinkelte enge Gässchen sind charakteristisch für das Stadtbild und laden zum Flanieren ein. Der Marktplatz, der im Jahr 1987 grundlegend saniert wurde, wird von dem alten Rathaus geziert und trägt eine Zunfttafel von 1560. Von den Herrschaften, die einstmals über Lichtenberg regierten, zeugen noch die jeweiligen Wappen.

Als größtes Zeugnis der Stadtgeschichte ist die Burgruine Lichtenberg ein sehenswertes Rudiment eines vormals mächtigen Schlosses, wovon heute noch Kasematten, geräumige Kelleranlagen und der alte Bergfried erzählen, der als Aussichtsturm einen fantastischen Blick auf die Umgebung offenbart. Und die alte Zehentscheune aus der Zeit, in der die Lichtenberger Untertanen ihren Herrschaften noch Leistungen in Naturalien erbrachten, d. h. ihren Zehnt abgaben, kann man ebenfalls sehen.

Kultur und Ausflugsziele in und um Lichtenberg

Lichtenberg Burgmauern

Lichtenberg Burgmauern

Das kleine Städtchen über dem Höllental ist zu seiner mittelalterlichen Vergangenheit eine enge Beziehung eingegangen. Im Jahr 2000 fand zum ersten Mal das „Burgfest zu Lichtenberg“ statt, das sich seitdem jährlich vieler Besucher aus der Stadt und der Umgebung erfreut. An zwei Tagen wird das Mittelalter in zahlreichen Facetten durch die Lichtenberger selbst lebendig. Sie werden zu Gauklern und Musikanten, zu Bauern und Fahrensleuten, zu Rittern und Schildknappen usw., sie zechen und tanzen, musizieren und lachen – gerade so, als wäre die Zeit nie bis ins 21. Jahrtausend weitergewandert.

Lichtenberg hat darüber hinaus in musikalischen Fachkreisen einen ausgezeichneten Ruf, den es der Internationalen Musikbegegnungsstätte Haus Marteau verdankt. Diese Begegnungsstätte wurde 1982 gegründet. Der international renommierte Violinist Henri Marteau aus Reims (Frankreich) war in seiner Lichtenberger Villa unter Hausarrest gestellt worden, erlangte zwar nach dem Ende des Ersten Weltkrieges die Staatsbürgerschaft Schwedens, verbrachte aber die letzten zwanzig Lebensjahre in Lichtenberg, wo 1934 starb und im Garten seines Anwesens begraben liegt. Die musikalisch-kulturelle Nutzung der Villa verdankt die Stadt, das hier nicht Meisterkurse und der „Internationale Violinwettbewerb Henri Marteau“ stattfinden, sondern auch Konzerte und besondere Festlichkeiten.

In der Nähe Lichtenbergs befindet sich der Friedrich-Wilhelm-Stollen, der seinen Namen dem Preußenkönig verdankt, da die Region zu jener Zeit zu Preußen gehört hatte. Das Besuchsbergwerk hat beherbergt heute ein Gasthaus und einen Besucher-Stollen, der etwa einen Kilometer lang ist. An die Bergbautradition erinnert eine Grubenlokomotive beim Stollen. Mineralientage, an denen auch eine Mineralienbörese stattfindet, sind das moderne Überbleibsel der einstigen Zeche.

Das Höllental rund um das Städtchen, das von der Selbitz durchflossen wird, ist ein Wanderparadies von wildromantischer Art und führt unter anderem zum Frankenwaldsee, einem Naturschwimmbad, das ein Areal von 60.000 qm umfasst und auch zum Blechschmidtenhammer, einem Informationszentrum im Naturpark Frankenwald mit einer beeindruckenden Modellbahn-Ausstellung der Höllentalbahn.

Gastronomisch auf der Höhe

Lichtenberg

Lichtenberg

Die fränkische Küche und die gemütliche Gastlichkeit, der man in Lichtenberg natürlich begegnet, bergen Spezialitäten, die einen hungrigen Besucher zum Gourmet machen könnten. Gastronomisch kann man sich beispielsweise im Café am Marktbrunnen verwöhnen lassen. Nach einem Altstadt-Bummel ist das traditionelle Kaffeehausambiente genau richtig, um noch ein wenig in der Vergangenheit zu schwelgen. Man kann die urige Künstlerkneipe besuchen, die mit dem Namen „Unrat – Kunst, Krempel & Musik“ einlädt. Das Kellerlokal „Le Bastille“ muss nicht eigens nach historischem französischem Vorbild gestürmt werden. Es veranstaltet freiwillig u. a. Ritteressen, bei denen sich moderne Küche mit überlieferten Rezepten und Tischgewohnheiten vermischt. Zudem bieten das „Burghotel“ und das Burgrestaurant „Harmonie“ eine gute, regionale Küche an. Charakteristisch für die Region sind Stockfisch-Mahlzeiten, mit denen die Fastenzeit auf sehr delikate Weise überbrückt wird. Hier ist die oberfränkische Tradition von der des Mittelmeerraums merklich entfernt. Eine Sehenswürdigkeit, die auf der Zunge zergeht.

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Tel. 09280/1006
Mobil 0170-3501686

Grundstücke in Selbitz zu verkaufen

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Die Stadt Selbitz im Frankenwald

Selbitz

Selbitz

Die Stadt Selbitz, durch die der gleichnamige Fluss fließt, befindet sich ungefähr 14 Kilometer von der Kreisstadt Hof entfernt. Sie liegt am östlichen Rand des Naturpark Frankenwald, hat eine Fläche von 27,7 Quadratkilometern und gehört durch die Gebietsreform in Bayern seit 1972 zum Hofer Landkreis in Oberfranken im Bayerischen Vogtland. Die knapp 4500 Einwohner werden oft als Bockpfeifer bezeichnet.

Dieser Name rührt daher, dass die Selbitzer Bürger in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit einem Dudelsack, also einer Bockpfeife, in der Region unterwegs waren und sich als Bettelmusikanten verdingten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Heute werden die Bewohnern kaum noch so genannt, aber an die einstige Bezeichnung erinnern ein Wanderweg, der Rathausbrunnen und auch ein Gasthaus.

 

Geschichte der Stadt

Selbitz

Selbitz

Im Jahr 1358 ist erstmals der Name „Seilbitz“ für die damalige Siedlung belegt. Der Ort, der in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts den Burggrafen von Nürnberg gehört hatte, wechselte in der Folgezeit als Lehen immer wieder seine Besitzer. Das spätere Amt gehörte seit 1792 als Fürstentum Bayreuth zu Preußen. Im Jahr 1783 bekam Selbitz das Marktrecht. Als 1807 der Frieden von Tilsit geschlossen wurde, fiel der Markt Selbitz an Frankreich. Drei Jahre später, seit 1810, wurde der Markt Selbitz Bayern zugehörig. Im Jahr 1818 wurde dann im Zuge der bayerischen Verwaltungsreform aus dem Ort die heutige Gemeinde und im Jahr 1954 wurde Selbitz der Status einer Stadt verliehen. Zunächst waren Selbitz und die Umgebung durch seine Neutralität in den ersten 13 Jahren des Dreißigjährigen Krieges von dessen Wirren verschont geblieben. Als sich aber der Markgraf Christian im Jahr 1632 mit dem schwedischen König Gustav Adolf verbündet hatte, war der Krieg auch in Selbitz angekommen. Noch im selben Jahr brannten die Stadtkirche, das Pfarrhaus, zahlreichen Häuser und Scheunen.

Selbitz hatte im 18. Jahrhundert noch einen anderen Krieg auszufechten, nämlich den Bierkrieg zwischen Naila und Selbitz, der durch den Verkauf der einstigen Selbitzer Brauerei aus dem Herrschergeschlecht des Hauses Reuß im Jahr 1778 ausgelöst worden war. Der neue Besitzer war die Nailaer bürgerliche Braugenossenschaft. Da die Bevölkerung nicht im Vorfeld informiert wurde, kam es zu Auseinandersetzungen beim Transport, als von Naila Bier nach Selbitz geliefert wurde. Einige Bürger von Selbitz mussten sich einem Prozess unterziehen und wurden unter anderem wegen Vergeudung von Gerstensaft bestraft. Den Bierkrieg hatten die Selbitzer verloren. Dennoch wird traditionell seit 1959 die Gerichtsverhandlung von Kindern und Jugendlichen beim Heimat- und Wiesenfest, dem Wiesenfestspiel, auf der Treppe des Rathauses nachgespielt. Das Heimat- und Wiesenfest selbst hat seine jährliche Tradition schon seit 1834 und ist ein Spektakel, das Tausende Besucher anlockt.

Ausflugsziele und Sehenswertes

Selbitz

Selbitz

Über das Jahr verteilt gibt es in Selbitz immer wieder Märkte, deren buntes Treiben Höhepunkte im Stadtleben darstellen. Neben dem Ostermarkt, dem Herbstmarkt und dem traditionellen Weihnachtsmarkt gibt es noch zahlreiche Bauernmärkte und den Kärwamarkt.

Für eine umfangreiche Auswahl an Freizeitaktivitäten in und um Selbitz sorgen der Fremdenverkehrsverein sowie die Touristikgemeinschaft Selbitztal. Im Rathaus befindet sich ein Fahrradverleih, von dem aus zu unterschiedlichen Touren auf rund 102 Kilometern Strecke aufgebrochen werden kann. Attraktiv ist der 425 Kilometer lange „Fränkische Gebirgsweg“, der vom Frankenwald über das Fichtelgebirge führt bis in die Fränkische Schweiz und im Nürnberger Land endet. Dieser Weg hat das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“. Auf diesem Weg gehören eine exakte Beschilderung und zahlreiche Unterkünfte selbstverständlich zum Standard ebenso wie auf den anderen Radwanderwegen.

Für alle, die hier zu Fuß unterwegs sind, bedeutet das, sich eine bizarre Felsen- und Waldlandschaft zu Eigen zu machen. Der Naturfreund lernt den Frankenwald auf ganz besondere Art kennen. Es gibt mit Start und Ziel in Selbitz Rundwanderwege, einer davon ist der „Bockpfeifer“-Rundwanderweg, der über eine Strecke von zwanzig Kilometern ein ausgedehnter Tagesausflug ist.

Wer sich in Selbitz näher umschaut, stößt auf im Ortsteil Neuhaus auf das Schloss Neuhaus, das sich zwar in Privatbesitz befindet, doch Anschauen kostet nichts. Es wurde im 15. Jahrhundert errichtet und gehörte einst u. a. der Familie von Waldenfels. Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe setzte einem Hans von Waldenfels in seinem Schauspiel „Götz von Berlichingen“, das er 1773 geschrieben hatte, ein literarisches Denkmal mit der Figur des Hans von Selbitz.

Am Kirchplatz ist die evangelisch-lutherische Pfarrkirche ein schöner Ort zum Verweilen und zur inneren Einkehr. Der Saalbau mit dem Westturm wurde von 1634 bis 1637 erbaut. Eine Erweiterung nach Osten wurde 1782 vorgenommen. Charakteristisch ist das Schieferdach.

Eisenbahn-Fans werden im „Lok Land“, bei einem Rundgang durch die Modellbahnausstellung auf ihre Kosten kommen. Die idyllische Strecke von Hof nach Bad Steben wurde auf einer Fläche von 500 Quadratmetern vom Kindertraum zur Wirklichkeit. Seit 1996 können Besucher eine der größten Modellbahnanlagen europaweit bewundern. Wer von den Dampfrössern auf die echten Rösser umsteigen möchte, der kann das etwas außerhalb der Stadt tun, dort befindet sich der Reitstall Pechstein.

Der Frankenwald

Frankenwald

Frankenwald

Der Frankenwald ist ein etwa 925 Quadratkilometer großes Mittelgebirge im nördlichen Teil von Bayern und gehört zum Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge. Die höchste Erhebung im Frankenwald ist der 795 Meter hohe Döbraberg. Diesen mit seinem auf der Spitze befindlichen Prinz-Luitpold-Turm zu erwandern, ist sicher eines der Highlights im Frankenwald, doch bietet diese Region noch zahlreiche andere lohnenswerte Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten. Da der Frankenwald sich recht zentral in Deutschland befindet und von München, Berlin und Frankfurt etwa gleich weit entfernt ist, ist er ein lohnenswertes Reiseziel.

Wandern im Frankenwald

Wandern im Frankenwald

Wandern im Frankenwald

Etwa 4.000 Kilometer an gut ausgeschilderten Wanderwegen warten im Frankenwald darauf, entdeckt zu werden. Der Frankenweg beispielsweise, welcher auf einer Gesamtlänge von 520 Kilometern neben dem Frankenwald auch die Frankenalp und die Fränkische Schweiz durchquert, ist ein besonders beliebter Wanderweg. Neben zahlreichen romantischen Burgen passiert dieser Weg auch beeindruckende Schlösser und romantische Landschaften.

Eine weitere wunderschöne Wanderregion im Herzen des Frankenwaldes ist das Höllental; hier befindet sich unter anderem eine der tiefsten Quellen Bayerns.

Zwar nicht der höchste Berg im Frankenwald, aber ebenso ein beliebtes Ausflugsziel, ist die 678 Meter hohe Radspitze. Ganz oben auf dem Berg befindet sich ein 20 Meter hoher Aussichtsturm, das eigentliche Ziel vieler Wanderer. Der bekannte Frankenweg als auch der Radspitzweg verlaufen über den Gipfel. Nicht nur bei Wanderern ist die Radspitze jedoch sehr beliebt, auch ist diese ein idealer Startpunkt für Gleitschirm- und Drachenflieger.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten im Frankenwald

Frankenwald

Frankenwald

Die Naturschönheiten des Frankenwaldes lassen sich zweifellos besonders gut aus der Höhe betrachten. Einer der bekanntesten Aussichtspunkte ist die Thüringer Warte auf dem Ratzenberg. Dieser fast 27 Meter hohe Aussichtsturm liegt bei Ludwigsstadt in Oberfranken. Von hier aus kann man bis ins Thüringer Oberland blicken – da Ludwigsstadt sehr nahe an der Grenze zu Thüringen liegt, war der Aussichtspunkt besonders zu Zeiten der DDR sehr beliebt. In Ludwigsstadt hat man zudem ein großes Angebot an Sport- und Freizeitmöglichkeiten, im Winter ist die Stadt ein Skizentrum, im Sommer lädt die Umgebung zum Wandern ein. Zu den touristisch interessanten Orten zählt daneben auch Bad Steben mit seinem Mineralbad.

Im Frankenwald lassen sich zahlreiche Burgen und Schlösser besichtigen. Besonders hervorzuheben ist die Festung Rosenberg in Kronach, eine spätmittelalterliche Burg, die sich unter anderem auf einem geführten Rundgang erschließen lässt. Im fränkischen Mitwitz liegt eine etwa 600 Jahre alte Wasserburg, in der heute viele Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Nicht alle Burgen im Frankenwald sind noch erhalten, einige sind nur als Ruinen zu besichtigen. Ein bedeutendes archäologisches Denkmal ist die Heunischenburg, eine Befestigungsanlage, die wahrscheinlich aus dem zehnten Jahrhundert vor Christus stammt. Sie ist in der Nähe von Kronach zu finden.

Zu den Sehenswürdigkeiten des Frankenwaldes zählen auch die Heimatmuseen, die viele Orte entlang des Gebietes besitzen. Darüber hinaus interessant sind beispielsweise das Textilmuseum in Helmbrecht mit Informationen über die regionale Entwicklung der Textilindustrie oder das Bergbau Museum in Kupferberg. Auch spezielle Interessen werden bedient: In Lichtenberg findet sich ein Bandonionmuseum, in Marktrodach ein Museum mit dem Schwerpunkt der Flößerei im Frankenwald, in Kulmbach ein Bäckerei- und Brauereimuseum.

Frankenwald

Frankenwald

An vielen Wasserläufen und Flüssen findet man zudem noch alte Mühlen, die zwar in der Regel nicht zur Besichtigung freigegeben sind, aber dennoch ein beliebtes Ausflugs- und Fotografieziel der Besucher sind. Auch Bodendenkmäler sind charakteristisch für den Frankenwald. Am bekanntesten sind wohl die „12 Apostel“, zwölf aufrechte Steine auf einer Anhöhe bei der Gemeinde Geroldsgrün. Sie stammen wahrscheinlich aus der Jungsteinzeit und dienten möglicherweise der Bestimmung der Sonnenwende.

Eine viel besuchte Sehenswürdigkeit im Frankenwald und ein schönes Fotomotiv ist das Wasserschloss Mitwitz. Dieses befindet sich zwischen Coburg und Kronach und kann von Mai bis September im Rahmen einer Schlossführung besichtigt werden. Diese sollte man unbedingt vorher anmelden, denn öffentliche Führungen finden nur am Wochenende und an Feiertagen statt.

Burg Lauenstein ist ebenfalls ein attraktives Ziel für alle kulturbegeisterten Touristen. Diese mittelalterliche Höhenburg befindet sich über der gleichnamigen Ortschaft Lauenstein.

Eine Stadt im Frankenwald, die man keineswegs versäumen sollte, ist Kronach. Hoch über der Stadt thront die beeindruckende Festung Rosenberg, die als eine der am besten erhaltenen historischen Festungsanlagen in Europa bekannt ist. Auf dem gewaltigen Gelände der Festung kann man unter anderem die Fränkische Galerie besichtigen. Interessant ist es außerdem, das unterirdische Gangsystem zu erkunden. Die Festung Rosenberg verfügt über eine imposante Freilichtbühne, auf welcher jährlich die Faust-Festspiele stattfinden.

Unbedingt sollte man sich in Kronach die beinahe vollständig erhaltene Stadtmauer ansehen. Auch die zahlreichen Fachwerk- und Steinhäuser machen diese Stadt so besonders – keineswegs muss diese sich vor Bamberg, Bayreuth und Kulmbach verstecken. Diese drei Städte sind die wohl bekanntesten Ziele in Oberfranken.

Bei einem Urlaub im Frankenwald gehört ein Besuch der Stadt Kulmbach unbedingt dazu. Nicht nur Biertrinkern ist diese Stadt ein Begriff, auch die gewaltige Renaissancefestung Plassenburg ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt. In den Innenräumen befinden sich zahlreiche interessante Museen, unter anderem die größte Zinnfigurensammlung der Welt. Natürlich sollte man aber auch das Brauereimuseum besuchen oder aber dem Kulmbacher Bierfest einen Besuch abstatten.

Frankenwald

Frankenwald

Bad Steben ist ein weiterer beliebter Ort im Frankenwald. Dieses höchstgelegene Staatsbad in Bayern war lange Zeit als das Zentrum des Bergbaus im Frankenwald bekannt. Heute ist der Ort nicht nur für seine drei Heilwasserquellen bekannt, auch eine Spielbank kann man hier besuchen. Weiterhin befindet sich in der Stadt ein Marmorbruch, der als eines der schönsten Geotope in Bayern gilt. Der hier abgebaute Marxgrüne Marmor wird nicht nur für zahlreiche bekannte Bauwerke in Deutschland verwendet, sondern auch nach Belgien und Großbritannien exportiert.

Alle Urlauber, die sich für Eisenbahnen interessieren, sollten der Modelleisenbahnausstellung in Selbitz einen Besuch abstatten. Über 600 Wagen auf einer Gesamtfläche von 150 Quadratmetern lassen das Herz jeden Eisenbahnfreundes höher schlagen. Selbitz, die „kleine Stadt mit Pfiff“, befindet sich westlich der Kreisstadt Hof und ist ebenso als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren gut geeignet.

Neben interessanten Städten und zahlreichen Schlössern und Burgen ist der Frankenwald auch bekannt für seine unzähligen Naturschönheiten. Ein besonders beliebtes Reiseziel ist der Rennsteig, welcher auf einer Gesamtlänge von 170 Kilometern sowohl durch den Thüringer Wald als auch durch das Thüringer Schiefergebirge und den Frankenwald verläuft. Bei Wanderfreunden aus ganz Deutschland ist dieser Höhenweg bekannt. Entlang des Weges findet man noch heute etwa 1.300 historische Grenzsteine, die überwiegend aus dem 18. Jahrhundert stammen. Wer den gesamten Rennsteig bezwingen möchte, sollte sich für diesen mindestens sechs Tage lang Zeit nehmen.

Hat man sich für einen Urlaub im Frankenwald entschieden, sollte man unbedingt dem Loquitztal einen Besuch abstatten. Ein 14 Kilometer langer Rundwanderweg führt von diesem Tal aus zur Märchenburg; während dieser Tour hat man auch die Möglichkeit, die sagenumwobene Lauenburg zu besichtigen. Hier bietet sich ein Besuch einer der beiden Confisserien an, die für ihre erlesenen Pralinen bekannt sind.

Bei einem Urlaub im Frankenwald kommen ebenso sportlich aktive Touristen voll auf ihre Kosten. Skilanglauf beispielsweise ist rund um den Döbraberg wunderbar möglich, während Mountainbiker auf dem Tettauradweg voll auf ihre Kosten kommen. Zudem findet man im Frankenwald sieben ausgewiesene Mountainbikestrecken, die einiges an Kondition abverlangen. Immerhin 8.000 Höhenmeter gilt es hier auf einer Gesamtstrecke von 300 Kilometern zu bezwingen. Wer Spaß und Action sucht, sollte sich für eine Floßfahrt auf der Wilden Rodach in Wallenfels entscheiden.

Geografie und Topologie des Frankenwaldes

Frankenwald

Frankenwald

Der Frankenwald ist ein deutsches Mittelgebirge, das zum Thüringisch-Fränkischen Mittelgebirge zählt. Geografisch ungefähr zwischen Hof, Kronach und Kulmbach gelegen hat der Frankenwald eine Länge von ca. 40 km und ist etwa 30 km breit. Das Gebiet ist auch als „die grüne Krone Bayerns“ bekannt, denn immerhin über 50.000 Hektar Wald befinden sich hier.

Charakteristisch für die Landschaft sind neben den waldreichen Hängen die gerodeten Hochflächen ebenso wie Wiesentäler. Der höchste Berg des Frankenwaldes ist der Döbraberg, der eine Höhe von 794 Meter (über NN) aufweist. Nur geringfügig kleiner ist der Wetzstein, der 792 Meter hoch ist. Dieser befindet sich in Thüringen, und so ist der Übergang des Frankenwaldes in den Thüringer Wald fließend. Im südöstlichen Thüringen zählen einige Gemeinden zum Frankenwald. Weitere bekannte Berge im Frankenwald sind unter anderen der Spitzberg im bayrischen Bobengrün, der Sonneberger Berg bei Sonneberg in Thüringen und der in Wallenfels in Bayern gelegene Geuserberg.

Viele Dörfer im Frankenwald erkennt man an ihren Schieferdächern, denn die Fichtenwälder des Frankenwaldes wachsen unter anderem auf Tonschiefer, was den Schieferbergbau in der Region befördert hat. Neben der Schieferindustrie gab es lange Zeit im Frankenwald Porzellan- und Glasmanufakturen. Nicht immer war der Frankenwald ein Fichtenwald: Das immer schon waldreiche Gebiet wurde zu Anfang des 20. Jahrhunderts beinahe vollständig abgeholzt, und die damals vorherrschenden Tannen und Rotbuchen verschwanden. Mit Fichte wurde schließlich wieder aufgeforstet, da diese Bäume schnell wachsen.

Natur- und Erholungsgebiet Frankenwald

Frankenwald

Frankenwald

Die größte touristische Bedeutung für den Frankenwald bildet ohne Zweifel seine Eigenschaft als Naturpark. Wiesentäler und bewaldete Hänge wechseln sich ab, immerhin etwa die Hälfte des Frankenwaldes ist bewaldet. Als Kulturlandschaft ist der Frankenwald seit Jahrhunderten gewachsen, über 100.000 Hektar umfasst seine Fläche. Gleichzeitig ist er vergleichsweise dünn besiedelt. Der Schutz von Landschaft und Natur wird hier groß geschrieben, heimischen Pflanzen und Tieren wird ein Lebensraum geboten. Der Naturweg Teuschnitzaue beispielsweise gehört zu einem Pilotprojekt, das sich der Umsetzung des bayerischen Arten- und Biotopschutzprogramms verschrieben hat. Hier kann man Schwarzstörche und Sperlingskäuze ebenso erleben wie die für die Region typische Pflanzenwelt, unter anderem Arnika und der selten gewordene Teufelsabbiss, der sich auf der Liste der gefährdeten Arten befindet.

Neben touristisch erschlossenen Gewässern wie dem Ölschnitzsee in Steinbach, Naturlehrpfaden sowohl für die heimische Flora und Fauna als auch mit geologisch-bergbaukundlichem Schwerpunkt und natürlich zahlreichen Wanderrouten ist im Frankenwald auch noch unberührte Natur zu finden.

Das „Grüne Band“ bezeichnet eine Kette aus Biotopen, die sich während der deutschen Teilung in der Grenzregion bilden konnten. Diese besonders schützenswerten Naturräume drohten nach dem Zerfall der DDR zerstört zu werden, um Platz für Straßen und Bauten zu schaffen.

Zu der natürlichen Landschaft im Frankenwald zählen auch Moore. Naturmoor gilt als uraltes Heilmittel, denn Moor entwickelt sich in einem sehr langwierigen Prozess aus Pflanzen, denen man in der Naturheilkunde Heilkräfte zuschreibt.

Städte und Orte rund um den Frankenwald

Frankenwald

Frankenwald

Etwa um das Jahr 1000 siedelten das erste Mal Menschen im Frankenwald, obschon es noch näher zu untersuchende Anzeichen für eine frühere Besiedelung gibt. Zuerst wurden die Hochflächen besiedelt, wobei die bei einer Rodung charakteristischen Rundangerdörfer entstanden: eine kreisförmige Siedlungsform rund um einen inneren Platz. Später weiteten sich die Siedlungen auch in die Täler aus.

Zu den bekannteren Städten und Gemeinden im Frankenwald zählen Kronach, Ludwigsstadt, das Mineral- und Moorheilbad Bad Steben und Lichtenberg. Kronach ist eine Kreisstadt und die Geburtsstadt des Malers Lucas Cranach der Ältere. Kronach hat um die 17.000 Einwohner, die Kurstadt Bad Steben etwa 3.400 – der Frankenwald ist vergleichsweise gering besiedelt. Zu den Orten, die sich im Randgebiet des Frankenwaldes befinden, gehört Hof an der Saale, deren Kloster nur eines der klerikalen Sehenswürdigkeiten der Stadt ist. Einer der kleinsten Orte rund um den Frankenwald ist Effelter, zur Gemeinde Wilhelmstal gehörend. Hier befindet sich eines der am besten erhaltenen Rundangerdörfer, die typisch sind für die frühe Besiedelung des Frankenwaldes.

Ferienhäusern und Ferienwohnungen im Frankenwald

Der Urlaub steht an – die schönste Zeit im Jahr. Für immer mehr Menschen ist dabei das
Wohnen in einer Ferienwohnung bzw. einem Ferienhaus die ideale Lösung. In keiner anderen Art der Unterkunft bietet sich den Reisenden die Freiheit, Unabhängigkeit und Flexibilität, die sich hier genießen lässt. Im Folgenden werden die Vorteile von Ferienwohnungen übersichtlich zusammengefasst.

Persönlich und individuell

In einem Ferienhaus wohnen die Touristen gewissermaßen in ihren eigenen vier Wänden. Sie können eine Wohnung genau nach ihren Bedürfnissen buchen, zum Beispiel als Familie, als Paar oder als Gruppe von Freunden. Für alle Bedürfnisse und Ansprüche gibt es die passende Ferienwohnung. Dies bezieht sich sowohl auf die Größe als auch auf Komfort und Ausstattung. Eine Familie findet ohne großen Aufwand eine schöne Wohnung mit viel Platz und Kinderzimmern, während eine Gruppe von Freunden sich eher ein Ferienhaus sucht, das für sie den Charakter einer lockeren, entspannten Wohngemeinschaft ausstrahlt. Bei Ferienwohnungen sind die Reisenden also nicht so sehr an ein vorgegebenes Konzept gebunden, wie es in vielen Hotels und Pensionen der Fall ist.

Freie Tagesgestaltung

Ein weiterer erheblicher Vorzug von Ferienhäusern ist die Freiheit im Tagesablauf. Die Touristen sind nicht an feste Uhrzeiten für Mahlzeiten oder Reinigungsarbeiten gebunden wie in einem Hotel. So wissen beispielsweise Langschläfer es sehr zu schätzen, wenn sie nicht bis zu einer bestimmten Zeit am Frühstückstisch erscheinen müssen. Andere Menschen wiederum, die am Abend gern lange wach bleiben, brauchen – insbesondere bei einzelnen Ferienhäusern – keine Ruhezeiten einzuhalten und können ihren individuellen Bedürfnissen je nach Stimmung nachgehen.

Und auch für Familien ist diese Unabhängigkeit ideal. Gerade mit kleineren Kindern ist es nicht immer leicht, pünktlich zu Mahlzeiten zu erscheinen oder die Kleinen im Gemeinschaftssaal ruhig zu halten. In der Ferienwohnung kann der Nachwuchs auch einmal laut sein oder länger spielen, unabhängig von einem vorgegebenen Tagesablauf. Dies trägt erheblich zum Erholungswert des Urlaubes bei – sowohl für die Kleinen als auch für die Großen.

Ein anderer Vorzug ist, dass die Nutzer einer Ferienwohnung diese nicht über Tag verlassen müssen. Wenn also zum Beispiel das Wetter einmal schlecht ist oder sich ein Gast nicht ganz gesund fühlt, kann die Wohnung tagsüber genau dazu genutzt werden: zum Wohnen. Auch als Ruhetag nach einer aufregenden Aktivität am Tag zuvor ist das Zuhause-Bleiben durchaus beliebt – erst recht dann, wenn das Haus über eine schöne Terrasse oder einen Garten verfügt.

Privatsphäre und eine behagliche Atmosphäre

In einer Ferienwohnung können sich die Reisenden wie zu Hause fühlen und genießen genauso viel Privatsphäre wie in ihren eigenen vier Wänden. Sie brauchen sich nicht an einen vorgegebenen Stil eines Hotels anzupassen und sind somit in der Lage ihre persönlichen Bedürfnisse auszuleben – ohne dass ihnen das Personal des Hauses gewissermaßen über die Schulter schaut. Dies wiegt für viele Menschen den Umstand auf, dass sie den Haushalt in größerem Umfang selbst besorgen und auch selbst kochen. Und gerade das selbstständige Kochen ist sogar für zahlreiche Nutzer von Ferienwohnungen attraktiv – so zelebrieren es vor allem Freundesgruppen als gemeinsame Aktivität, die das Urlaubsgefühl noch steigert: Kochen als Event oder eine gemütliche Runde um den Raclette-Grill.

Viele Touristen schätzen an einem Ferienhaus außerdem, dass dort keine großen Speisesäle vorhanden sind, die sie an eine Massenabfertigung erinnern. Das Kleine, Intime und Überschaubare in der eigenen Ferienwohnung stellt für nicht wenige Urlauber einen angenehmen Gegenpol zum stressigen Arbeitsalltag dar.

Oftmals günstiger als im Hotel

Ferienwohnungen werden häufig zu sehr günstigen Preisen angeboten, vor allem bei etwas längeren Aufenthalten. Für Familien und Gruppen lohnt sich diese Art der Unterkunft erst recht – auf die Personenzahl bezogen, kostet ein Aufenthalt im Ferienhaus zumeist weniger als in einem Hotel. Auch lässt sich die Größe der Wohnung viel besser an individuelle Ansprüche und Gästezahlen anpassen als ein Hotel- oder Pensionszimmer, in das auf Wunsch ein zusätzliches Bett gestellt werden muss – mit dem entsprechenden Defizit bezüglich Platz und Gemütlichkeit. Bei der Buchung einer Ferienwohnung ist es sehr einfach, genau die Größe zu finden, die benötigt wird. Die Räume sind dann von vornherein genau passend eingerichtet.

Nicht im Zentrum des touristischen Geschehens

Viele Ferienwohnungen werden bewusst ein wenig abseits der Touristenzentren angeboten. Dies bedeutet nicht, dass sie sehr abgelegen und weit vom Geschehen wären, aber doch in ruhigerer und entspannter Lage als die meisten Hotels. Oft finden sich sehr schöne Ferienhäuser in reizvollen und idyllischen Orten und erlauben dort einen wirklich erholsamen Urlaub. Dies in Verbindung mit der großen Individualität sorgt für einen Urlaub mit einem Höchstmaß an Entspannung.

Regionale und persönliche Atmosphäre

Die Mehrheit der Betreiber von Ferienwohnungen legt großen Wert darauf, dass ihre Wohnungen sowohl die Region widerspiegeln, in der sie sich befinden, als auch darauf einen persönlichen Kontakt zu ihren Gästen zu halten. Da sie im Schnitt weniger Besucher zu betreuen haben als das Personal größerer Hotels, können sie sich Zeit für eine individuelle Betreuung oder auch einmal für ein zwangloses Gespräch nehmen. Und blickt man in die Räume vieler Ferienhäuser, so lässt sich auf den ersten Blick erkennen, in welcher Region sie sich befinden. Lokale Besonderheiten und das Flair der Gegend sind in der Einrichtung wiederzufinden. An der Nordsee wohnen die Gäste unter Reetdach und mit hellen, skandinavisch anmutenden Möbeln, während Besucher in Süddeutschland es sich auf einem typischen Balkon mit reicher Verzierung unter einem breiten Dach gemütlich machen können – all dies mit den Freiheiten der eigenen vier (Ferienwohnungs-)Wände.

Es wird also deutlich: Der Urlaub im Ferienhaus ist für alle, die maximale Entspannung und Erholung mit einer individuellen Tagesgestaltung kombinieren möchten, die beste Wahl. Für alle persönlichen Wünsche von Groß und Klein bieten Ferienwohnungen ausreichend Platz und Freiraum. Wer dieses schöne Gefühl einmal erlebt hat, wird es auch bei künftigen Reisen nicht mehr missen wollen.

Naila

Westlich von Hof liegt Naila, eine oberfränkische Stadt im Hofer Landkreis und im Osten des Frankenwaldes gelegen. Im Landkreis Hof ist Naila an der Selbitz seit 1993 ein Mittelzentrum, das sich südlich von Lichtenberg und Bad Steben befindet. Naila hat eine Gesamtfläche von 37 Quadratkilometern, wird von etwa 9.000 Menschen bewohnt und liegt etwa 500 Meter über Normalnull.

Vergangenheit und Gegenwart

Naila

Naila

Die Nähe zur ehemaligen DDR-Grenze zu Thüringen brachte die Stadt in die Schlagzeilen, als 1979 eine thüringische Familie aus Pößneck diese innerdeutsche Grenze in einer Nacht- und Nebelaktion mit einem selbstgefertigten Heißluftballon erfolgreich überflog. Acht Personen konnten nach knapp einer halben Stunde und einer Strecke von 22 km bei Naila landen. Von dieser spektakulären Flucht erzählt heute noch der Ballon, der im Museum von Naila zu sehen ist.

Die Stadt hatte ihre erste urkundliche Erwähnung als „Neulins“ im Jahr 1343.Während zwischen dem 15. und der Mitte des 18. Jahrhunderts in der Region um Naila vorwiegend Eisen und Kupfer abgebaut wurden, rückte später die aufkommende Industrialisierung die Produktion von Schuhen und Textilien in den Vordergrund. Wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage im Selbitztal ist in Naila heute auch der Tourismus ein Wirtschaftsfaktor für die Stadt.

Das rechteckige Marktplatz-Ensemble wurde nach einem Stadtbrand im Jahr 1862 neu aufgebaut. Die malerische, neugotische Pfarrkirche, die von 1869 bis 1871 errichtet wurde, schließt mit ihrer Südseite die obere schmale Seite des Marktplatzes ab. Diese evangelisch-lutherische Pfarrkirche ist eine Veitskirche, die sich schon 1435 im Ort befunden hatte. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und musste anschließend neu aufgebaut werden. Seit 1997 hat die Kirche eine Orgel mit 36 Registern.

Durch die Wiederbebauung wechseln sich in der Marktplatz-Architektur Bauten des 19. Jahrhunderts mit einigen neuzeitlichen Gebäuden ab, wodurch eine Kombination aus Historie und Moderne entstand ist. Das Rathaus ist ein Bau aus dem Jahr 1825, dessen Obergeschosse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ergänzt wurden.

Die Ferienregion

Naila

Naila

Als Ferienregion Selbitztal-Döbraberg im Naturpark Frankenwald nahe des Eingangs zum Höllental ist Naila Ausgangspunkt für ausgedehnten Natur- und Wandertourismus. Die Stadt besticht mit weitläufigen Naherholungsgebieten wie dem Höllental und dem Frankenweg, der durch verschiedene Ortsteile führt.
Unmittelbar an dem Flüsschen Selbitz führt die Bahnstrecke Hof-Bad Steben durch die Stadt. Von der seit 1945 stillgelegten Bahnanbindung nach Thüringen legt die markante Brücke, die sich am Ortseingang von Naila befindet, noch heute Zeugnis ab.

Naila hat ein Heimatmuseum, das dem Besucher die Geschichte der kleinen Frankenwald-Stadt näher bringt. Das „Museum Naila im Schusterhof“ ist in einem Gebäude zu finden, das einstmals eine Schuhfabrik gewesen war.
Zwei Mal im Jahr wird es in Naila auf dem Marktplatz besonders bunt. Da bieten regionale Händler alles an, was zu einem Frühlings- bzw. Herbstmarkt gehört. In der Adventszeit lockt dann noch einmal der Rupperichmarkt mit seiner anheimelnden Atmosphäre die Besucher an. Und einen wöchentlichen Markt gibt es ebenfalls.

Naila

Naila

Kleine und große Bewohner und Gäste der Stadt können zur Freizeitgestaltung neben den zahlreichen Wandermöglichkeiten auch eine Minigolfbahn nutzen oder den Skaterpark. Es gibt ein beheiztes Freibad und die Parkeisenbahn im Froschgrüner Park stellt im Sommer für Familien ein besonders großes Vergnügen dar. Wenn hier die kleineren Loks zum Einsatz kommen, dürfen diese dann sogar von Kindern selbst gefahren werden. Die großen Lokomotiven sind den erwachsenen Mitgliedern des Modellbauvereins Naila-Parkeisenbahn Froschgrün e. V. vorbehalten. Die Strecke ist etwas länger als 500 Meter und führt um den Froschgrüner Teich. Die weithin durch ihre futuristische Farbgebung sichtbare Frankenhalle ist Austragungsort sportlicher Veranstaltungen und wird auch für kulturelle Events genutzt.

Bad Steben

Als der Ort Steben noch nicht den Königlich Bayerischen Titel „Staatsbad“ verliehen bekommen hatte, war er im Frankenwald ein wichtiges Zentrum des Bergbaus. Als Kurort wurde der knapp 26 Quadratkilometer große Markt im Jahr 1832 „geadelt“, seitdem heißt er Bad Steben und ist das am höchsten gelegene Staatsbad des Freistaates Bayern. Der Kurort gehört zum Landkreis Hof, hat eine Fläche von 25,84 Quadratkilometern und zählt etwa 4000 Einwohner.

Geschichte der Stadt

Im Jahr 1374 ist die erste Erwähnung des Ortes Steben urkundlich nachgewiesen. Lange war Steben dem hohenzollerschen Markgrafentum Bayreuth zugehörig, dann dem Fränkischen Reichskreis und ab 1792 war es preußisch. Dann gehörte Steben durch den Frieden von Tilsit zu Frankreich und seit dem Jahr 1810 hat es nach seiner wechselvollen Geschichte endlich seine bayerische Zugehörigkeit bekommen.

Bad Steben

Bad Steben

Im Gebiet um Steben geht die Bergbaugeschichte zurück bis ins 8. Jahrhundert. Im Jahr 1444 wurde dann erstmals über Quellen berichtet. Über die heutige Max-Marien-Quelle, die damals Geroldsgrüner Trinkquelle benannt wurde, schrieb im Jahr 1687 der Hofprediger und Geschichtsprofessor aus Bayreuth, Johann Georg Layritz. Eine wissenschaftliche Abhandlung darüber folgte im Jahr 1690. Verfasst hatte sie Dr. Gottfried Stein zu Bayreuth, der als Hof- und Stadtmedikus den Stebener Sauerbrunnen und dessen medizinische Wirkung analysierte. Im Laufe der Jahre wurden weitere Quellen entdeckt und beschrieben. Sieben unterschiedliche Quellen konnten 1855 genutzt werden. Steben war zu jenem Zeitpunkt schon ein mit Kuranlagen und stilvollen Gebäuden ausgestatteter Ort. Die Quellen und deren Nutzung hatten begonnen, den Bergbau als Wirtschaftsfaktor zurückzudrängen. Als das Königreich Bayern die Quellen übernommen hatte, erlebte Bad Steben vor allem in der Zeit von 1886 bis 1912 unter der Regentschaft von Prinzregent Luitpold einen gewaltigen Aufschwung als Heilbad.

Humboldt in Steben

In Stebens preußischer Zeit war Alexander von Humboldt als Bergassessor beauftragt worden, eine Bestandsaufnahme der Gruben und Hütten vorzunehmen. Er bezog ein Haus in Steben, das als Humboldt-Haus heute noch existiert. Humboldt hatte einen detaillierten Bericht über die reichen Bodenvorkommen nach Berlin geschickt, über den man dort höchst erfreut war. Humboldts Wirkung in Steben war beispielhaft und bezeugte viel soziales Engagement. Er sorgte mit eigenen Mitteln dafür, dass eine königlich-preußische Bergbauschule errichtet wurde und dass den Bergleuten kostenfrei elementare Kenntnisse vermittelt wurden. Als ihm seine Auslagen vergütet werden sollten, zeigte sich seine liberale Gesinnung auf besondere Weise in einem sozialen Akt. Es wurde auf sein Geheiß hin eine Krankenkasse errichtet und die Versorgung der Witwen geregelt. Die Bergwerkserträge vergrößerten sich unter seiner Anleitung. Umso mehr bedauerte man es, dass Humboldt seinem Drang, die Natur zu erforschen und sich der Wissenschaft zu widmen, den Vorrang gab und deswegen den Staatsdienst in Steben aufgab und 1795 ausschied. Sein Haus ist heute in privatem Besitz.

Das 20. Jahrhundert

Die einstige Gemeinde Untersteben wurde 1909 amtlich in Steben umbenannt. Im Jahr 1925 erfolgte eine erneute Namensänderung, die dem Ort mit seinen Quellen und als Staatsbad besser gerecht wurde – die Gemeinde hieß von nun an Bad Steben.

Im April 1952 erhob man Bad Steben von einer Gemeinde zum Markt. In den Jahren von 1971 bis 1978 führte die Gemeindegebietsreform dazu, dass die selbständigen Gemeinden, die 1818 entstanden waren (Obersteben, Thierbach, Carlsgrün und Bobengrün) eingemeindet wurden.

Freizeit in Bad Steben

Mordlau

Mordlau

Eine besondere Attraktion, die Bad Steben außer seinen Quellen bietet, ist die Bayerische Spielbank. Sie ist im Jahr 2001 als neuntes Casino in Bayern eingeweiht worden. Besondere Erlebnisse werden neben den Spielen im CasinoLive geboten. In diesem Eventraum, der als Kunst- und Kulturfoyer genutzt wird, sind Lesungen, musikalische Events und Auftritte namhafter Kabarettisten zu sehen. Mit dem Bau der Spielbank hielt in Bad Steben architektonisch die Moderne Einzug. Die Atmosphäre der schönen Kurstadt, die in die Ursprünglichkeit der Landschaft eingebettet ist, gewann an Flair und hat sich für Einwohner und Besucher zu einer echten Perle gemausert. Dazu trägt auch die „Neue Therme Bad Steben“ im Kurpark bei, die im Jahr 2004 ihre Pforten öffnete. Der Kurpark selbst mit seinen Kolonnaden, dem Klenzebau und der Humboldt-Büste ist weitläufig und besticht mit seinen gepflegten Anlagen. Waren es bei der Eröffnung des ersten Badehauses im Jahr 1838 noch etwa 600 Kurgäste, so hatte sich die Besucherzahl bereits in nicht einmal einhundert Jahren versechsfacht. Heute kommen Zehntausende nach Bad Steben, das seinen offiziellen Betrieb als „Staatsbad Bad Steben“ 1997 aufnahm.

Ein Spaziergang durch den Ort führt zur 1910 erbauten Lutherkirche, einem Jugendstilbau, zur Alten Wehrkirche St. Walburga, die um 1500 entstand und die als Mutterkirche anderer Gotteshäuser im Frankenwald gilt. Das Grafik-Museum Stiftung Schreiner befindet sich im Kurhaus.

Für aktive Radwanderer sei betont, dass Bad Steben auf dem Radfernweg Euregio Egrenis liegt. Dessen ungeachtet kann man auf unterschiedlichen Wegen radeln und wandern, die u. a. durch das Höllental und bis zum Rennsteig führen.

Die Kirchweihfeste, die zwei Mal im Jahr stattfinden, ziehen überregional Besucher im Frühjahr und im Herbst an. Da musste sich selbst die Deutsche Bahn etwas einfallen lassen. Zu den Festtagen kommen deshalb nun Doppeltriebwagen zum Einsatz.

Eine echte Sommerattraktion war bis zum Jahr 2012 das Heißluftballon-Festival, das es leider nicht mehr gibt. Vielleicht kann das Sommerfest der Spielbank darüber hinwegtrösten.

Die Quellen

Die Kurstadt Bad Steben hat drei Heilwasserquellen. Radonhaltiges Wasser findet sich in der Tempel-Quelle. Die Wiesen-Quelle enthält Calcium-Hydrogencarbonat und die Max-Marien-Quelle ebenfalls. Alle drei Heilwasserquellen gehören dem Freistaat Bayern.

BLANKENSTEIN

Blankenstein

Blankenstein

Unmittelbar an der Landesgrenze zum Freistaat Bayern befindet sich die Gemeinde Blankenstein. Sie gehört zum Saale-Orla-Kreis in Thüringen. In Blankenstein beginnt und endet der Wanderweg Rennsteig. Die kleine Gemeinde hat eine Fläche von 1,53 Quadratkilometern, ist von etwa 1000 Menschen bewohnt und grenzt östlich direkt an die thüringische Gemeinde Blankenberg. Markante Natursehenswürdigkeiten sowie der natürliche Reichtum des Thüringer Waldes und fließende Gewässer sind prägend für die Gegend, in der sich die Flüsse Saale und Selbitz vereinigen. Sie sind der Zufluss für Deutschlands längsten künstlichen Stausee.

Historisches zu Blankenstein

Für die erstmalige Erwähnung von Blankenstein gibt es keinen urkundlichen Nachweis. Sie wird jedoch mit dem Jahr 1258 angeführt. Auch wenn an anderen Stellen in der Literatur die Jahre 1392 oder auch 1444 angegeben werden, für die urkundliche Benennungen vorliegen, so feierte der Ort dennoch im Jahr 2008 sein 750-jähriges Bestehen. Es gibt eine enge Verbindung der Ortsentstehung mit dem Rittergut Blankenstein, das die Herren von Blankenberg besaßen. Das Rittergut wechselte mehrfach seine Besitzer. Lange vor dem Dreißigjährigen Krieg gab es in Blankenstein und den umliegenden Orten einen florierenden Bergbau. Aus dem 14. Jahrhundert ist nicht nur die Erwähnung von Eisengruben bekannt, auch ein Hammerwerk wird erwähnt, ebenso wie das Hammerwerk in der direkt angrenzenden Ortschaft Blankenberg.

Von Natur aus eine Attraktion

Blankenstein Rennsteig

Blankenstein Rennsteig

Die Gemeinde Blankenstein ist untrennbar mit dem 168 Kilometer langen Höhenwanderweg „Rennsteig“ verbunden, denn hier hat dieser Wanderweg seinen Ausgangsgangs- bzw. Endpunkt. Wer hier zum Wandern aufbricht, gewinnt von Blankenstein und seiner Umgebung die schönsten Einblicke.

Verschiedene Wanderwege laden zur Erkundung einer wundervollen Mittelgebirgsregion ein. Das malerische Höllental lockt mit bizarren Felsformationen und der wilden Selbitz, die das Tal durchfließt. Zur „Bastei“ im angrenzenden Blankenberg führt ein reizvoller Wanderweg. Davon gibt es noch zahlreiche andere, die dem Wanderer eine natürliche, oft unberührte landschaftliche Schönheit zeigen und die durch Denkmäler wie beispielsweise dem „Rennsteigbrunnen“ oder der „Wassererle“ am Selbitzsteg markiert werden.

Blankenstein ist auch ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge auf einem der Rad- oder Fernwanderwegen. Es gibt etwa zwanzig lokale oder überregionale Wege, die in Blankenstein beginnen oder die Gemeinde zumindest kreuzen. Zu Recht ist vom „Drehkreuz des Wanderns“ die Rede, denn nicht nur der Rennsteig nimmt hier seinen Anfang, auch für den Frankenweg, den Kammweg Vogtland-Erzgebirge und für den Fränkischen Gebirgsweg ist Blankenstein Zielpunkt und Ausgangspunkt zugleich.

Kulinarisch sorgen mehrere Gasthäuser für das leibliche Wohl der Naturfreunde. Die thüringische Küche ist über ihre Grenzen hinaus beliebt. Vor Ort schmeckt es aber am besten.

Das Blankensteiner Rathaus befindet sich mitten im Ortskern der Gemeinde. Die eigentliche Attraktion ist der Selbitzplatz in Blankenstein als „offizielles“ Drehkreuz des Wanderns. Aus allen Himmelsrichtungen treffen hier, direkt an der Selbitz, die Wander- und Radwege sternförmig zusammen. Der Selbitzplatz ist zugleich die Grenzmarkierung zwischen den beiden Freistaaten Thüringen und Bayern. Kleinen und großen Wanderern wird schließlich der größte begehbare Wanderschuh Vergnügen bereiten. Dieser zentrale Punkt in Blankenstein ist eines der beliebtesten Fotomotive nach oder vor einer Wanderung.

BLANKENBERG

Im Osten der Gemeinde Blankenstein schließt direkt die Gemeinde Blankenberg an, die ebenfalls zum thüringischen Saale-Orla-Kreis gehört und auf einem Bergrücken liegt. Blankenberg hat eine Fläche von 3,74 Quadratkilometer und wird von rund 1100 Menschen bewohnt. Innerhalb des Saale-Orla-Kreises liegt die Gemeinde im Südosten. Hier kommt die Saale aus Bayern, umfließt den Ort, um dann ihren Weg durch Thüringen fortzusetzen.

Zur Geschichte von Blankenberg

Im Jahr 1212 wurde die Veste Planckenberg zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Die Veste wechselte mehrfach ihre Besitzer, nach dem die ursprüngliche Familie von Blanckenberg ausgestorben war. Die Ortschaft war bis etwa 1258 ein Reichslehen und wurde von den Vögten von Gera verwaltet. Dann kam Blankenberg in den Besitz der Markgrafschaft Meißen, wurde 1371 durch den Verkauf zu einem böhmischen Kronlehen. Von 1422 bis 1806 war Blankenberg im Besitz von Kursachsen, das dann zum Königreich Sachsen wurde. Durch Gebietsverluste in Folge des Wiener Kongresses von 1815 wurde die Gemeinde unter preußische Kontrolle gestellt und gehörte zum Landkreis Ziegenrück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser Landkreis durch die sowjetischen Besatzer aufgelöst.

Kultur und Natur

Wegespinne

Wegespinne

Die Veste Blankenberg hatte als Wehrbau in der Neuzeit keine Bedeutung mehr. So ging es den meisten Burgen. Sie wurden zu Schlössern und auch die Veste Blankenberg erfuhr bauliche Veränderungen, bei denen nicht die Sicherheit vor Feinden, sondern eine bequeme Art des Wohnens Vorrang hatte. Der Bau der schlossartigen Burg war bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges noch gut erhalten, fiel dann aber als Adelssitz der Bodenreform zum Opfer und wurde auf Geheiß der sowjetischen Besatzer gesprengt. Einen vernünftigen Grund dafür gab es nicht. Was blieb, war ein Haufen Trümmer, der von der mehr als 700-jährigen Geschichte wenig erzählte. Die deutsche Wende im Jahr 1989 brachte für den Trümmerhaufen eine Auferstehung. Engagierte Bürger machten es 1995 möglich, dass die Schlossreste fachgerecht freigelegt wurden. Heute ist Vieles wieder gut erkennbar. Zudem wurde ein Schlossgarten angelegt, das Kreuzgewölbe wurde neu hergerichtet und nun legt dazu noch eine kleine Sammlung von Ausgrabungsstücken Zeugnis von der einstigen Veste Blankenberg ab, die als Modell seit 2007 am Fuße der Burgruine genauer zu sehen ist. Die Burgruine ist inzwischen denkmalgeschützt.

Die Gnadenkirche zu Blankenberg ist ein Gotteshaus, zu dem im Jahr 1860 der erste Spatenstich erfolgte. Der Bau im neoromanischen Stil, dessen Außenwände unverputzter Naturstein sind, konnte durch Spenden rasch vollendet werden. Hier hatte sich vor allem der Blankenberger Papierfabrikant Flinsch mit großzügigen Zuwendungen hervorgetan, aber auch der preußische König spendete für den Bau der Gnadenkirche, die schließlich im Jahr 1862 eingeweiht werden konnte.

Ein Museum im Ort – die „Alte Papierfabrik Blankenberg“ – erzählt von der industriellen Geschichte Blankenbergs, in der die Papierherstellung seit etwa 150 Jahren eine zentrale Bedeutung hatte. Die Produktion wurde in dem Gebäude noch bis 1993 aufrechterhalten. Seit 2008 ist das Museum im Besitz der Gemeinde, nachdem es in den Jahren 2001 bis 2008 in Privathand gewesen war. Unter anderem ist die Papiermaschine zu sehen, die 1906 in Betrieb genommen worden war und die als zweitälteste ihrer Art deutschlandweit gilt.

Die Gemeinde ist mit ihrer Lage auf einem Bergrücken und den landschaftlichen wundervollen Ausblicken ein idealer Ausgangspunkt zum Wandern. Die Aussicht können Besucher auch ohne große Anstrengung von der Aussichtsplattform genießen wie dem „Hochzeitskorb“ oder auch vom „Zigeunerhügel“ aus. Nach einem Blick in das Saaletal oder in die Nachbargemeinde Blankenstein kann allerdings kaum ein Besucher der Verlockung einer ausgedehnten Wanderung oder einer Radwandertour widerstehen.

Wallenfels

Im Osten des Landkreises Oberfranken gelegen, ist die bayerische Stadt Wallenfels über ihre Grenzen hinaus bekannt durch die Flößerei. Die Stadt gehört zum Naturpark Frankenwald und liegt im Tal der Wilden Rodach. Als Zentrum der Region Oberes Rodachtal ist Wallenfels mit seinem Übergangsklima zwischen mittelgebirgig und kontinental ein staatlich anerkannter Erholungsort, in dem der Geuserberg die höchste Erhebung mit 708 Metern ist. Die Stadt gehört zum Landkreis Kronach, hat eine Fläche von 45,6 Quadratkilometern. Knapp 3000 Menschen leben in Wallenfels.

Geschichte von Wallenfels

In der ersten urkundlichen Erwähnung, die aus dem Jahre 1126 nachweisbar ist, wurde Wallenfels noch „Ilowa“ benannt. Dann wurde daraus im Jahr 1248 der Name Waldenfels, der von dem alten fränkischen Adelsgeschlecht Waldenfels zu Wartenfels und Lichtenberg abgeleitet war, das auch Wallenfels genannt wurde und so schließlich dem Ort den Namen gab. Durch den Reichsdeputationshauptschluss bekam Wallenfels im Jahr 1803 die Zugehörigkeit zu Bayern. Den Status einer Stadt erhielt der Ort im Jahr 1954.

Flößerei und Natur in Wallenfels

In jedem Jahr zieht Wallenfels nicht nur wegen seiner idyllischen Lage und der herrlichen Umgebung Urlauber an. Von Mai bis September sind es vor allem die feucht-fröhlichen Floßfahrten, die dem Ort lange schon eine überregionale Bekanntheit verschafften. Die Wilde Rodach quasi hautnah kennenzulernen, ist in jedem Fall ein spektakuläres Ereignis, das sich an den Wochenenden bis zu 1000 Besucher nicht entgehen lassen, erst recht nicht, wenn Ende Juli die Nachtfloßfahrt „Rodach in Flammen“ zur Wallenfelser Kirchweih veranstaltet wird.

Die Flößerei ist im Fränkischen seit mehreren Jahrhunderten zu Hause. Was früher ein Teil schwerer Arbeit war, wird heute als eine großartige Überlieferung mit Ehrfurcht vor der Natur und ihren Gewässern weitergeführt, nicht nur am Deutschen Flößertag und in den Flößergemeinschaften, sondern auch als eine Attraktion, die ein reines Vergnügen ist. In der Mitte des 12. Jahrhunderts bereits hatte man mit dem Flößen begonnen. Als Broterwerb hatte diese Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg ein Ende. Wallenfels war einer der Mittelpunkte der Frankenwald-Flößerei gewesen. So verwundert es nicht, dass sich Ende der 1970er Jahre die Touristenflößerei zu entwickeln begann und eine sehr erfolgreiche Aktivität wurde, bei der Spaß und Natur eine Symbiose eingingen, bis heute. Diese Touristenfloßfahrten sind so begehrt, dass eine rechtzeitige Anmeldung in der Wallenfelser Touristeninformation sinnvoll ist.

Wallenfels ist auch ein kompetentes Wanderzentrum. Für die Wandertouren kann man zwischen elf unterschiedlichen Rundwanderwegen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden auswählen. Die Wanderwege in der einzigartigen, sehr waldreichen Landschaft sind exakt beschildert und Naturfreunde werden auf ihren Wegen neben der unverfälschten Ursprünglichkeit viel Interessantes zu sehen bekommen. Zusätzlich gibt es die Lehr- und Themenpfade: der Lamnitzpfad bei Schnappenhammer, der Geopfad „Am Silberberg“ und der Kapellenweg. Wandersportler, die ihre Schritte mit Nordic-Walking-Stöcken unterstützen, sind in Wallenfels genauso gut aufgehoben, denn die Stadt ist zudem ein Teil des Nordic-Walking-Zentrums Oberes Rodachtal und die eigens ausgesuchten Strecken für die Nordic-Walking-Sportler sind ausgeschildert, ebenfalls die Mountainbike-Strecken. Außerdem ist ein ausgedehntes Radwegenetz vorhanden, das von den Radlern und Inline-Skatern für ihre Abstecher in die Natur genutzt werden kann.

Kultur und Sport

Bei Sehenswürdigkeiten wie den historischen Schleusenbauwerken, die an der Wilden Rodach an die Zeit der aktiven Flößerei erinnern, vermischen sich Natur und kulturelles Erbe. Sie sind sehenswert und an der oberen und unteren Wallenfelser Schleuse zu finden.

Die Wallenfelser Bevölkerung gehört fast ausschließlich der katholischen Konfession an. Davon zeugt u. a. die katholische Stadtpfarrkirche St. Thomas. Der Sandsteinquaderbau ist ein neugotisches Bauwerk, das in den Jahren 1861 bis 1863 entstand. Die Kirche ist am Schlossberg zu finden. Unübersehbar ist auch die Schlossbergkapelle, die sich auf dem Schlossberg befindet und zu der 1922 die Grundsteinlegung stattgefunden hatte. Die Kapelle konnte 1923 schon eingeweiht werden. Der prachtvolle Rundbau ist aus Wallenfelser Marmor gefertigt worden, der vom Köstenberg stammt. Der Kreuzweggang wurde zusammen mit der Kapelle eingeweiht. Die Leidensbilder des Heilands, die in vierzehn Stationshäuschen am Bergpfad stehen, schuf der Münchener Künstler Kohnsberger. Im Jahr 1998 waren die Restaurierungsarbeiten an der Kapelle vollendet gewesen.

An der Wilden Rodach liegt westlich der Stadt die nach einem alten Hammerwerk benannte Hammerschneidmühle. Der Silberbau, für den so ein Hammerwerk gebraucht wurde, ist zwar nur noch eine Erinnerung, aber die Hammerschneidmühle als Sägemühle ist wieder aktiv, nachdem der Sägebetrieb 1988 zunächst eingestellt worden war. Interessenten setzten durch, dass die Hammerschneidmühle 1997 durch eine Generalinstandsetzung der Nachwelt erhalten wurde und heute wieder funktionsfähig ist.

Das Wallenfelser Freibad, das im in Konkurrenz zur Wilden Rodach für Abkühlung sorgt, liegt mitten in einem Landschaftsschutzgebiet in herrlicher Umgebung. Eine Beach-Volleyball-Anlage, ein Spielplatz, eine weitläufige Sonnenwiese und Außenanlagen, die an Parks erinnern, machen hier das Baden zum Vergnügen für alle Sinne. Zwischen dem Freibad und dem Zeltplatz befindet sich zudem ein Skaterpark mit einer asphaltierten Fläche von 20 x 25 m, die 2002 mit Rampen und Hindernissen ausgestattet wurde und ein Anziehungspunkt für Skater ist. Zu Fuß oder zu Floß – in Wallenfels wird es nie langweilig.

Stadtsteinach

Stadtsteinach liegt im Nordosten des Landkreises Kulmbach und gehört zum Freistaat Bayern. Die Stadt, deren historischer Kern unter Denkmalschutz steht, hat eine Fläche von knapp 40 Quadratkilometern. Im Naturpark Frankenwald ist Steinach als Erholungsort staatlich anerkannt. Etwa 3500 Menschen leben in Stadtsteinach, einem Ort, der umgeben ist von Wiesen und Feldern und in dessen Hintergrund sich der Frankenwald erhebt.

Geschichtliches

Durch die Besiedlung im 9. Jahrhundert durch die Franken kam das Christentum ins Land. Das Brauchtum nahm seinen Anfang und das fränkische Recht hielt ebenfalls Einzug. Die Geschichte Stadtsteinachs ist älter als 1000 Jahre, wenngleich der Ort seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1151 erfahren hat. Im 14. Jahrhundert wurde dem Ort der Status einer Stadt verliehen. Obwohl die einstige Burg im Jahr 1525 während des Bauernkrieges zerstört wurde, war die sonstige Entwicklung des Ortes bis dahin unspektakulär gewesen. Ab dem 15. Jahrhundert folgten mehrere Fehden, dann brachte im 16. Jahrhundert der Marktgräfliche Krieg Brandschatzung und Not über die Gegend. Nicht minder litt Stadtsteinach unter den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Nach dem schließlich das „Heilige Römische Reich Deutscher Nationen“ zusammengebrochen war, gehörte der Ort durch den Reichsdeportationshauptschluss seit 1803 zu Bayern. Bis1972 hatte hier das Landratsamt seinen Sitz, es folgte die Eingliederung nach Kulmbach.

Die im Zweiten Weltkrieg von Zerstörungen verschont gebliebene Stadt, erlebte nach dem Krieg wirtschaftlich enorme Höhen und Tiefen. Seit 1972 ist Stadtsteinach mit einem attraktiven Freizeitangebot und seinem guten Klima ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Kultur

Das Stadtsteinacher Heimatmuseum in der Kulmbacher Straße, das sich hinter einer malerischen Fassade verbirgt, hält für seine Besucher Hunderte Ausstellungsstücke bereit, die von der wechselvollen Geschichte erzählen. Als Zeuge der industriellen Geschichte wiederum ist die alte „Schneidmühle am Hochofen“ ein gutes Beispiel. Sie wurde nicht nur renoviert, sondern so hergerichtet, dass sie dem Besucher ihre einstige Funktion wieder unmittelbar vorführen kann und ihm damit einen Einblick gewährt, wie „Blöcher“ – so nannte man die unbearbeiteten Stämme – zu Brettern und Balken geschnitten wurden. Die Schneidmühle hat als gängiger Betrieb ein neues Leben bekommen und dennoch ihre altes Innenleben behalten.

Ein beliebtes Ziel nordöstlich von Stadtsteinach war die Ruine der Burg Nordeck, die im Steinachtal auf einem Felsvorsprung den Blick fesselte. Das tut sie noch immer, aber da inzwischen Einsturzgefahr besteht, ist die Burganlage für Besucher gesperrt. Doch bis zur Bestandssicherung kann man die Burg auf seinen Wanderungen aus der Ferne sehen, denn die Wanderwege wurden nicht gesperrt.

Doch ebenso nah an Stadtsteinach liegt die Ringwallanlage Grünbürg. Sie entstand im frühen Mittelalter und überragt die Niederung, weil sie auf einer Bergkuppe errichtet wurde. Der Ringwall Grünbürg hat zwei Zugänge und gilt in Mainfranken als einer der schönsten seiner Art. Wahrscheinlich in der karolingisch-ottonischen Zeit entstanden diente die Grünbürg als Grenzbefestigung.

Zweimal im Monat findet in Stadtsteinach samstags der einzige Bauern- und Handwerkermarkt im ganzen Kulmbacher Landkreis statt. Von regionalen Lebensmitteln, Backwaren, Beerenwein, jahreszeitlichen Blumen über Töpferwaren und Wollfilzartikeln bis hin zu handgearbeiteten Artikeln ist alles zu finden. Allein der Anblick, den man bei einem Spaziergang über den Markt genießen kann, beschwört einen Hauch altertümlicher Atmosphäre herauf und ist ein Genuss für Augen und Ohren.

Der Erholungsort

Das Steinachtal ist reizvoll, die Landschaft ist idyllisch und die Umgebung, die man aktiv erlaufen kann, verzaubert mit seinen Dörfchen. Die Freizeitmöglichkeiten sind vielseitig. Neben Wanderungen sind Reiten, Schwimmen und Tauchen die beliebtesten Optionen. Selbst diejenigen, die nur entspannen und die Natur auf sich wirken lassen möchten, haben mit Stadtsteinach eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Ob Landhotel, Gästehaus, Ferienwohnung oder Bikerhotel, ob Campingplatz oder Bauernhof; wo immer der Gast Quartier nehmen möchte; Stadtsteinach ist auf seine Besucher eingestellt.

Wer zu Fuß unterwegs sein will, um die Natur zu erkunden, der findet ein echtes Wanderparadies mit markierten Rundwanderwegen, die durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit intakter Flora und Fauna vorbeiführen. Einsame Pfade offenbaren die Schönheit des Mittelgebirges und die Wege-Auswahl enthält für alle Fitnessstufen die geeignete Variante. Insgesamt umfasst das Rundwanderwegenetz etwa 100 Kilometer. Mancher Weg kann auch in Etappen gelaufen werden wie beispielsweise der 13 km lange „Geo-Pfad-Steinachtal“. Erdgeschichte wird hierbei auf leichte Art erläutert und bringt die Wanderer so richtig zum Staunen.

Die Steinachklamm ist für Freunde des Frankenwaldes ein absolutes Muss. Wilde Romantik zeugt hier von dem Jahrtausende alten Kampf, den das Wasser mit den Steinen austrug und den es letztendlich gewann. Dieses Naturdenkmal ist eines der schönsten und faszinierendsten im Landkreis Kulmbach, den man natürlich auch per Drahtesel erkunden kann. Tourenkarten hierfür sind im Stadtsteinacher Rathaus erhältlich und die Besucher, die sich spontan zu einer Radtour entschließen, können den Fahrradverleih in Stadtsteinach nutzen. Eine Abkühlung holt man sich im Familien-Freibad. Es liegt an einem Radweg, ist von wundervoller Landschaft umgeben und bietet alles, was Kindern und Erwachsenen Freude macht, inklusive Rutschbahn, Sprungturm, Volleyballplatz und Tischtennisplatten.

Es geht auch hoch zu Ross. Der Reit- und Fahrverein Kulmbach e. V. macht’s möglich und der ist in nicht weit entfernt.

Und wer schon immer einmal aus der Nähe sehen wollte, wie Bier gebraut wird, wer es bei der Gelegenheit verkosten möchte, nachdem der Rundgang mit allem Wissenswerten die Kehle ausgetrocknet hat, der ist in der Stadtsteinacher Brauerei Schübel richtig.

Wirsberg

Der Luftkurort Wirsberg ist ein Markt im Landkreis Kulmbach, er gehört zum Regierungsbezirk Oberfranken und liegt nördlich von Bayreuth in einer ungefähren Entfernung von 20 Kilometern. Der Markt Wirsberg umfasst eine Fläche von 17,21 Quadratkilometern und hat knapp 2.000 Einwohner.

Interessant und sehenswert

In Wirsberg, das zum ersten Mal im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde, besaß das Geschlecht der Rabensteiner von Wirsberg einige Burggüter. Als einstiges Oberamt hat Wirsberg von 1792 an zum Fürstentum Preußen gehört. Genau wie andere Orte der Umgebung wurde es durch den Frieden von Tilsit zu Beginn des 19. Jahrhunderts französisch und fiel 1810 Bayern zu. Die heutige Gemeinde war durch das Gemeindeedikt von 1818 im Rahmen der bayerischen Verwaltungsreform entstanden.

An die einstigen Herren von Wirsberg erinnert heute noch die Burgruine Wirsberg. Die erhaltenen Mauerreste sind die letzten Zeugen einer Burganlage, die um 1200 erbaut wurde und deren Zerstörung eine Folge des Dreißigjährigen Krieges war. Ebenfalls nur noch als Ruine vorhanden ist die Heilingskirche, auch Drei-Marien-Kirche genannt. Sie stammt aus dem 13./14. Jahrhundert. Sie war einst eine Wallfahrtskirche. Nach der Reformation verfiel sie und heute legt nur noch ein Teil vom Mauerwerk der westlichen Giebelfront mit einer Tür- und einer Fensteröffnung Zeugnis von ihrem Vorhandensein ab. Gelegen beim Wirsberger Ortsteil Neufang hat man von dort aus einen unvergleichlichen Blick in das Kulmbacher Land.

Die Pfarrkirche St. Johannes hingegen, die sich am Marktplatz befindet, ist gut erhalten. Diese evangelisch-lutherische Pfarrkirche wurde im Markgrafenstil erbaut, einem Kirchenbaustil, der hauptsächlich in den protestantischen Gebieten wie den Markgrafentümern Brandenburg-Ansbach bzw. Brandenburg-Bayreuth im 18. Jahrhundert Anwendung fand. In der Pfarrkirche befindet sich ein Kanzelaltar, den der Bildhauer Wolfgang Adam Knoll im Jahr 1744 geschaffen hat. Über diesem freistehenden Altar befand sich die Orgel bis zum Jahr 1882, die dann aber durch eine neue Orgel über dem Bereich des Haupteingangs ersetzt wurde. Im Jahr 1906 bekam der Altar eine Auffrischung durch die Vergoldung der Engelbekleidung, der Ornamente und der Kapitelle. Außerdem hängt in dem Gotteshaus ein Bild vom Typus Gnadenstuhl, das wahrscheinlich im dem Umfeld von Lucas Cranach gemalt wurde. Mehr Einzelheiten zur Kirche und ihrer Geschichte erfährt der interessierte Besucher bei einer Führung durch das Gotteshaus.

Freizeit in Wirsberg

Die idyllische Lage des Luftkurortes Wirsberg im Naturpark Frankenwald garantiert eine Ungestörtheit, die selten so anzutreffen ist. Davon kann man sich einmal mehr überzeugen, wenn man die Aussicht vom Kaiserdenkmal in sich aufnimmt. Es wurde 1889 geschaffen als erstes Kaiserdenkmal in Bayern und steht auf der Theresienwiese. Von hier aus sieht man deutlich, wie Wirsberg in die malerische Landschaft eingebettet liegt. Einen beeindruckenden Weitblick hat man auch vom Aussichtspavillon Lindenberg in das Tal Richtung Wirsberg ebenso wie in die Neuenmarkter Ebene.

Rund um den Ort gibt es ein ausgedehntes Netz von Radwegen. Karten dazu erhält man in der Gäste-Information. Außerdem führt der Radfernweg Euregio Egrensis durch Wirsberg. Die Geh- und Radwege sind auf den Strecken von Wirsberg nach Kulmbach oder nach Stadtsteinach ebenso für Inline-Skater nutzbar. Weniger Aktive können anstelle einer ausgedehnten Wanderung gern einen Einblick in die Schnapsbrennerei der Edelobstler nehmen, die sich im Ortsteil Neufang beim Gasthof Steinlein befindet. Dort sind auch Tennisplätze zu finden, die von Einwohnern und Besuchern genutzt werden.

Im Schorgasttal gibt es ein beheiztes Freibad, dessen größte Attraktion eine 117 Meter lange Riesenwasserrutsche ist. Sie für besonderen Badespaß. Im Hotel „Reiterhof“ und im „Herrmann’s Romantik Posthotel“ gibt es ebenfalls jeweils eine Sauna und ein Hallenbad.

Für die jüngsten Einwohner und kleine Wirsberger Gäste sind mehrere Spielplätze vorhanden. Einer davon steht im Schorgasttal als Abenteuerspielplatz zur Verfügung. Er verfügt über eine 24-m-Steilhangrutsche. Im Schorgasttal gibt es ein Kleintiergehege und im Wirsberger Ortsteil Cottenau ist ein Gehege mit Kängurus zu sehen.

Für Wanderer und Spaziergänger wird der geologische Lehrpfad Schorgasttal von großem Interesse sein. Der Pfad ist etwa zwei Kilometer lang und bietet einen spannenden Einblick in die Gesteinswelten, die sich vor etwa 325 Millionen Jahren aufgewölbt und gefaltet haben. Der mit informativen Schautafeln ausgestattete Talwanderweg ist seniorenfreundlich und behindertengerecht!

Besonderheiten im Luftkurort Wirsberg

Die meisten Wanderpfade sind leicht begehbar. Die Bäche sind reine, klare Gewässer, die in einer vielfältigen Landschaft dahinplätschern und unter anderem Forellen ein artgerechtes Zuhause bieten. Ein aufmerksamer Beobachter sieht womöglich sogar das Wahrzeichen von Wisberg – die rostbraun gefiederte Wasseramsel. Dieser besondere Singvogel ist sehr selten. Sein Vorkommen ist aber in jedem Fall ein Garant dafür, dass die Natur intakt ist.

Als Ausgangspunkt für Wanderungen ist der Luftkurort mit seinem guten Klima ein Erholungs-Kleinod der ganz eigenen Art. Hinzu kommt Wisbergs Zugehörigkeit zur „Cittalslow“ (etwa: langsame Stadt). Diese Bewegung wurde 1999 in Italien gegründet und hat sich die Entschleunigung in Städten zum Ziel gesetzt, um damit die Lebensqualität zu erhöhen. Wer also in Wirsberg aufatmet, kann es entsprechend langsam und dafür mit Genuss tun.

Bundesweit bekannt

Über die Grenzen Wisbergs hinaus kennt man den Ort Wirsberg im ganzen Land als „Hochzeitsdorf im Grünen“. Hier werden nicht nur die ausgefallenen Terminwünsche erfüllt, hier kann auch am Abend eine Ehe geschlossen werden. Hier stimmt einfach alles, vom Service, vom Umfeld und vor allem von der ausgezeichneten gastronomischen Betreuung. Dafür steht u. a. der renommierte TV-Sterne-Koch Alexander Herrmann mit seinem guten Namen und mit seinen besonderen Menüs in „Herrmann’s Romantik Posthotel“.

Kupferberg

Die Stadt Kupferberg in Oberfranken gehört zum Landkreis Kulmbach. Sie ist mit ihrer Fläche von 8,28 Quadratkilometern und mit etwa 1048 Einwohnern – so weist es der Stand von 2012 aus – eine der kleinsten Städte in Deutschland. Klein bedeutet längst nicht, dass die Stadt unattraktiv ist. Im Gegenteil. Schon die Lage zwischen dem Fichtelgebirge und dem Frankenwald macht Kupferberg attraktiv. Und mit einem schnellen DSL-Anschluss hat sie anderen Gegenden ohnehin schon etwas Wichtiges voraus.

Die kleine Stadt liegt umgeben von Wiesen und Feldern in Sichtweite des Frankenwaldes und ist ein idealer Ausgangspunkt für Natur- und Wanderfreunde.

Zur Geschichte der Stadt und des Bergbaus

Als Kupferberg im Jahr 1326 die Stadtrechte bekam, die der Bamberger Bischof Heinrich II. von Sternberg verlieh, lebten hier mehr als 3000 Menschen. Wirtschaftlich tonangebend war der Bergbau, der etwa 1700 Bergleuten in der Blütezeit Arbeit und Brot zu geben vermochte. Die Kupfer-Mineralisierung war mit 15 Prozent pro Tonne Erz so hoch, dass dieser Wert noch heute im europäischen Maßstab als herausragend gilt. Wie vielen Orten in der Region erging es auch Kupferberg: Nach dem Frieden von Tilsit im Jahr 1807 kam die Stadt kurze Zeit zu Frankreich, nachdem es vordem von Bayern nach Preußen vertauscht worden war. Endgültig zu Bayern gehört Kupferberg seit dem Jahr 1810 als Ergebnis der bayerischen Verwaltungsreform. Durch das Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige Gemeinde Kupferberg, die bis 1972 dem Landkreis Stadtsteinach angehörte und in den Kulmbacher Landkreis eingegliedert wurde. Die Gemeindegebietsreform änderte jedoch nichts am Gebiet der Stadt Kupferberg. Kupferberg ist zwar eine der kleinsten deutschen Städte, aber gleichermaßen innerhalb des Landkreises Kulmbach die am höchsten gelegene Stadt mit 467 m ü. NHN (Normalhöhennull).

Die Bergbaugeschichte der Stadt ist mit vielen Informationen, Bildern und Artefakten im Bergbaumuseum Kupferberg dokumentiert. Die reichen Bodenschätze, die im 12. Jahrhundert gefunden wurden, gaben der Stadt nicht nur ihren Namen, sondern verschafften ihr auch eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Die Kupfererzfunde waren es auch, die im 14. Jahrhundert den Bamberger Bischof Heinrich II. von Sternberg veranlasst hatten, diesen bedeutenden Ort, an dem das Kupfererz vor Ort gleich weiter verarbeitet wurde, zur Stadt zu erheben. Noch während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde hier Kupfer gewonnen, aber von einer Blütezeit konnte keine Rede mehr sein. In der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte bittere Armut. Die Verhältnisse wurden erst wieder etwas stabiler, als man um das Jahr 1880 begann, am südlichen Ortseingang Grünstein abzubauen, um in schwerer Handarbeit Straßenschotter mit einem Steinschlegel herzustellen. Aus der Not heraus begann sich auch die Holzschnitzerei zu entwickeln, durch die sich Kupferberg allmählich wirtschaftlich etwas erholte.

Im Laufe der Jahrhunderte hatten sich Ausrüstung und Werkzeuge verändert. Diese Entwicklung und viele Details über den einstigen wichtigsten Erwerbszweig im Frankenwald und des Fichtelgebirges kann man im Bergbaumuseum nachvollziehen. Parallel dazu ist die Gesteinsgeschichte der Gegend dokumentiert, die mehr als 400 Millionen Jahre alt ist.

Der Rundwanderweg in Richtung Wirsberg gibt einen baugeschichtlichen Überblick über die Stollen, von denen jedoch viele wegen fehlender Unterlagen nicht bekannt sind. Ein Stolleneingang ist auf dem Museumsgelände zu sehen. Steinbrüche in direkter Ortsnähe gibt es heute noch. Dort wird jedoch kein Kupfererz mehr abgebaut, sondern basische Gesteine namens Diabas, die aber auch Grünsteine genannt werden. Und weil die kleine Stadt in Sachen Bergbau eine große Geschichte hat, erfolgte 2009 der erste Spatenstich für den Bau eines Besucherbergwerks. 2010 war bereits der Stollenanschluss fertig. Den Besucher erwartet im neuen, umgebauten Museum ein 240 Meter langer Rundgang, der die mehr als 600-jährige Bergbaugeschichte Kupferbergs im wahrsten Sinne des Wortes zu Tage fördert.

Stadt und Natur

Mit seinen 589 Metern ragt er über die Baumwipfel – der Magnetberg Peterleinstein. Zwischen Kupferberg und Marktleugast gelegen ist er ein kleiner Ort, an dem seltene Pflanzen wachsen und dessen Berg-Gestein magnetisch ist. Normalerweise wächst auf dem grünlichen Serpentinit, so der Fachausdruck für das basische Gestein, kaum etwas. Der Peterleinstein ist ein Naturdenkmal der ganz besonderen Art.

Der Spiegelteich, ein Idyll, das zwischen Kupferberg und Mannsflur liegt, ist ein Naturweiher, der seit 2008 zum Baden freigegeben wurde, auf dem man auch Ruderboot fahren kann oder einfach die schöne Natur genießt. Ein Naturlehrpfad lädt an der Westseite ein, sich gut informiert über Tiere und Pflanzen auf den Weg zu machen.

Ein Spaziergang durch Kupferberg führt am Kirchplatz zur katholischen Stadtkirche St. Veit. Es handelt sich um eine spätgotische, dreischiffige Halle mit einer Netzwölbung. Das Turmobergeschoss wurde im Jahr 1752 von Johann Jakob Michael Küchel (1703-1769), einem Architekten des Rokoko erschaffen, der vom Bischof von Bamberg zum Hofarchitekten ernannt worden war.

Am Marktplatz stößt der Besucher auf das hübsche Rathaus, das einst ein Wohnhaus gewesen war und als traufständiger zweigeschossiger Halbwalmdachbau um 1800 entstand. Nicht weit entfernt steht die Sandsteinstatue des Heiligen Johannes Nepomuk auf der Sandsteinballustrade des Spitals. Sie entstand im 18. Jahrhundert. Das Spital selbst mit der Kirche zum Heiligen Geist und St. Katherina wurde in den Jahren 1738/39 gebaut. Auch hier war Johann Jakob Michael Küchel als Architekt aktiv gewesen.


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Die Höllentalbrücken / Frankenwaldbrücken – Hängebrücken über das Höllental in Lichtenberg im Frankenwald: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne 5,00 von 5 Punkten, basieren auf 23 abgegebenen Stimmen.
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