Der Gedanke war ebenso genial wie einfach. Gelächter oder nicht? Hat Jesus gelacht oder war Lachen eine Sünde? Und die zweite Frage war: Gibt es von Aristoteles ein weiteres Buch seiner Poetik, das sich der Komödie widmet? Und wenn ja, wo hält sich die verschollene Abhandlung auf? Beide Fragen hatte Umberto Eco in seinem 1980 erschienenen, historischen Roman Il nome della Rosa (dt. Der Name der Rose, 1982) zum Kern der mittelalterlichen Detektivgeschichte gemacht, die nicht nur ins Herz der vorneuzeitlichen Aufklärung, sondern auch der scholastischen Ratio führte. Umberto Ecos Manuskript wurde bekanntlich von vielen Verlagen abgelehnt, bis das Buch ein Weltbestseller wurde. Anschließend adaptierte der französische Regisseur Jean-Jacques Annaud die Vorlage für das Kino. Der Film mit Sean Connery in der Hauptrolle des William von Baskerville spielte 77 Millionen Dollar ein und wurde preisgekrönt.

Neuverfilmung eines großen Filmerfolges

Die Serie "Der Name der Rose" - mittelalterliche Detektivgeschichte

Die Serie „Der Name der Rose“ – mittelalterliche Detektivgeschichte bei SKY *

Neunundzwanzig Jahre nach Erscheinen des Debütwerks von Umberto Eco, das als eines der wichtigsten Bücher des 20. Jahrhunderts gilt, ist der Bestseller Vorlage für eine Serie geworden, die nun im Fernsehen auf Sky * gezeigt wird. geworden. Mit Hollywoodschauspieler, Drehbuchautor und Regisseur John Turturro als William von Baskerville und seinem Adlatus Adson von Melk (Damian Hardung), dem deutschen Schauspieler Sebastian Koch als dessen Vater Baron von Neuenberg sowie dem britischen Schauspieler Rupert Everett als Chefinquisitor Bernardo Gui sind prominente Darsteller in der mysteriösen Benediktiner-Abtei in Norditalien auf der Suche nach etwas, von dem niemand weiß, ob es wirklich existiert.

Die Rahmenhandlung: Adson von Melk erinnert sich

Doch von Anfang an: Die Geschichte wird aus dem Rückblick von Adson von Melk geschildert, der die Ereignisse referiert, die ihm widerfuhren, als er 17 Jahr alt war. Als die Erzählung beginnt, ist es Winter. Wir schreiben das Jahr 1327. Der Franziskanermönch William von Baskerville und sein junger Novize Adson von Melk sind auf dem Weg zu einem Treffen mit einer Delegation des Papstes: dem Dominikanermönch Bernardo Gui, der als Inquisitor für seine Gnadenlosigkeit und Härte berüchtigt ist. Treffpunkt ist eine abgelegene Abtei in den Bergen mit einer alten, berühmten und unsagbar reichen Bibliothek. Diese Bibliothek ist für sich schon ein großer Schatz, denn sie enthält alles Wissen, das jene Zeit gekannt hat.

Die Serie "Der Name der Rose" - mittelalterliche Detektivgeschichte

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Im 14. Jahrhundert war der Buchdruck noch nicht erfunden und Wissen war denen vorbehalten, die lesen und schreiben konnten – wie die Mönche im Skriptorium des Klosters. Denn Bücher wurden vervielfältigt, indem sie abgeschrieben wurden – und zwar in Klöstern wie dem, zu dem die Protagonisten unterwegs sind. Auf diese Weise tradierte, beaufsichtigte und kontrollierte die Kirche das damalige Wissen. Als William von Baskerville und Adson von Melk in der Abtei ankommen, erwarten sie nur neben ihren Gastgebern auf die Teilnehmer einer politisch-geistlichen Kontroverse zu treffen. Unter anderem soll es um die Frage der Vorherrschaft in jener Zeit gehen: Wer hat Vorrang? Die geistliche Macht, verkörpert durch Papst Johannes XXII., der zu jener Zeit in Avignon residiert, oder die weltliche Macht, verkörpert durch Ludwig den Bayern, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches?

Es soll auch um die Frage gehen, wieviel Armut die Kirche verträgt und ob der Franziskanerorden, dem William von Baskerville angehört, mit seiner Affinität zur Armut (die Franziskaner sind ein Bettelorden), der Häresie nahesteht oder nicht. Einen Nebenstrang der Handlung verkörpert die junge Anna, die nicht nur Adson von Melk verführt, sondern sich auch am Inquisitor Bernardo Gui rächen will.

Der Name der Rose bei SKY

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Mönche sterben geheimnisvolle Tode

Tatsächlich ereignet sich bald nach der Ankunft ein erster Mord, den William von Baskerville aufklären soll. Im Unterschied zum Dominikaner Bernardo Gui, der sich als sein Widersacher erweisen wird, schlussfolgert William von Baskerville logisch und aufgrund von Indizien. Als sich ein zweiter Mord ereignet, geht William von Baskerville davon aus, dass man es mit einem Serienmörder zu tun hat und die Bibliothek auf eine merkwürdige Art mit den Morden in Zusammenhang steht. Lüge oder Wahrheit, göttliche Wahrheit oder Ketzerei? Am Ende löst William die Frage, wer der Mörder ist und welches Geheimnis die labyrinthische Bibliothek birgt, in die er und Adson eindringen und in der sie sich um ein Haar verlieren.

Eines ist sicher: Ein blinder Bibliothekar und die vergifteten Seiten eines für verschollen geglaubten Buches spielen eine große Rolle, was William von Baskerville gerade noch aufklären kann, bevor die herrliche Abtei und die wertvolle Bibliothek in Flammen aufgehen. Dazwischen sollen in der unter der Regie von Giacomo Battiato verfilmten Serie Sex, Crime und Gemetzel die Zuschauer offenbar auf das einstimmen, was man sich heute unter Mittelalter vorstellt. Doch die Vorlage des italienischen Semiotikers Umberto Eco ist um vieles subtiler als die als internationale Koproduktion von 11 Marzo Film und Palomar für Rai Fiction und Tele München Group ausgeführten TV-Serie. Die Serie in acht Episoden startete auf Sky * am Freitag, 24. Mai 2019, ab 20:15 Uhr und endet am Freitag, 14. Juni 2019.

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Autor: Sofonisba


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