„Die Stadt der verlorenen Kinder“ ist ein weiteres Meisterwerk der beiden Regisseure Jeunet und Caro. Genau wie bei „Delicatessen“ beweisen Sie auch hier wieder Mut zu bizarren Handlungen in einer verrückten Umgebung. Der Film ist vollgestopft mit verrückten Einfällen und geniale Darsteller sorgen dafür, dass die Handlung bis zur letzten Minute interessant bleibt. Trotz aller Düsternis kann „Die Stadt der verlorenen Kinder“ durchaus als Märchen bezeichnet werden. Es sieht fast so aus, als wenn die beiden Regisseure alle witzigen Ideen, die in „Delicatessen“ keinen Platz mehr hatten, in den neuen Film eingebaut haben.

Handlung des Films „Die Stadt der verlorenen Kinder“

Die Stadt der verlorenen Kinder - ein Meisterwerk der Regisseure Jeunet und Caro

Die Stadt der verlorenen Kinder – ein Meisterwerk der Regisseure Jeunet und Caro

In einer dunklen Hafenstadt werden reihenweise Kinder von geblendeten Mitgliedern eines kultischen Ordens entführt. Die Kinder sollen an Krank verkauft werden. Dafür erhalten die Ordensbrüder ein künstliches Auge für ihre linke Gesichtshälfte. Von Krank werden die Kinder auf einer Bohrinsel im Meer verschleppt, wo er mit seiner kleinen kindfräulichen Mademoiselle Bismuth und sechs kindischen Klonbrüdern lebt. Ein Gegenstück zu Krank, der scheinbar keine Seele hat, lebt hier noch das Gehirn Irvin in einem Aquarium. Entführt werden die Kinder weil Krank ihre Träume haben will. Aber in seinem Kopf werden selbst die schönsten Träume zu Albträumen. Als Denreé, der Bruder von Kettensprenger One, entführt wird, will One ihn suchen. Im Waisenhaus trifft One auf das Mädchen Miette. Sie will ihm bei der Suche helfen.

Natürlich versuchen die Mitglieder des Ordens One und Miette mehrfach aus dem Weg zu räumen. Bei einem Sturz ins Hafenbecken wird Miette von einem Taucher gerettet, der sich als Wissenschaftler entpuppt und scheinbar das Original zu den Klonen auf der Bohrinsel ist. Leider hat der Wissenschaftler seinen Verstand verloren. Hilfe bekommt das Trio später noch vom Gehirn Irvin, weil Irvin will dem Treiben auf der Insel endlich ein Ende setzen will. Mithilfe eines von Irvin geschickten Albtraums kann der Wissenschaftler endlich seinen Verstand wieder finden. „Die Stadt der verlorenen Kinder“ endet nicht mit einem Happyend, denn am Ende sitzt der Wissenschaftler auf der Insel, als sie explodiert.

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Nicht unbedingt ein Kinderfilm

„Die Stadt der verlorenen Kinder“ kommt mit wenig Drumherum aus. Ein Haus, grünes Meerwasser, dunkle Seitenstraßen und verkommene Industriebauten machen schon fast das komplette Szenario dieses Films aus. Die Ölplattform, auf der Krank mit seinen Klonen und seiner kindfräulichen Mademoiselle Bismuth lebt, wirkt ebenfalls alles andere als anheimelnd. Was sich im ersten Moment nach einem Kindermärchen anhört, sollte von Eltern allerdings mit Vorsicht betrachtet werden. Die normale Familie fühlt sich von diesem Film ganz sicher nicht angesprochen, denn um diesen Film mit Genuss zu sehen, sollte man schon ein bisschen von der Verrücktheit der Regisseure haben. So manche Szene aus dem Film ist ganz sicher nicht für kleine Kinder geeignet. Hervorragend geeignet ist „Die Stadt der verlorenen Kinder“ dafür aber für alle jung gebliebenen oder Kinoenthusiasten, die den schwarzen Humor aus Frankreich lieben.

Ein absolutes Must Haven dürfte „Die Stadt der verlorenen Kinder“ vor allem für Fans von Komiker Dominique Pignon sein. Er taucht gleich in mehreren Rollen auf und spricht auch noch das Gehirn Irvin. Zu etwas Besonderem wird der Film durch die Kombination von verrückten Einfällen, düsteren Schauplätzen und hervorragenden Schauspielern. Das Drehbuch und die Musik wurden mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Freunde des schwarzen Humors wird dieser Film von der ersten bis zur letzten Minute fesseln.

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Autor: Die Krähe


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