Hardrock

Die Geschichte des Hardrock kann man ziemlich einfach in drei Epochen einteilen. Die erste Epoche dauerte in etwa von 1968 bis ins Jahr 1975. Besonders prägend für diese Zeit waren die vier Bands Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep und Black Sabbath. Wie schon zuvor erwähnt, stellten Black Sabbath mit ihrem düsteren Hardrock die Weichen für den aufkommenden Heavy Metal. Deep Purple und Uriah Heep machten durch ihren klassischen Einfluss erste Schritte in Richtung Progressive Rock. Led Zeppelin gelten als eine der bedeutendsten Bands des bluesträchtigen Hardrocks und werden als Ur-Band des Sleaze Rock angesehen. Wörtlich bedeutet sleaze „schäbig“ und „zum Abschaum gehörend“. Diese Variante des Hardrock wurde vor allem in den späten 80er Jahren in den USA populär. Vergleichbar ist der Sleaze Rock mit dem Glam Metal, allerdings unterscheiden sich diese Spielarten hauptsächlich im Image der Bands. Sleaze Rocker sind eher rau, rebellisch und unangepasst, was sich auch in ihrer Optik äußert. Typische Sleaze Bands sind unter anderem Guns N`Roses, Crazy Lixx, The Hellacopters, Hardcore Superstar, L.A. Guns, Private Line, Reckless Love, Skid Row, Vains of Jenna, Rhino Bucket, The 69 Eyes oder Gemini Five.

Die zweite Phase des Hardrock dauerte etwa von 1975 bis 1982. Auch diese stand noch unter dem Einfluss von Led Zeppelin. Auch Bands wie AC/DC, Aerosmith, die Scorpions, Kiss und Rush fallen als wichtige Vertreter in diesen Zeitraum. Bezeichnend für die Musik dieser Zeit war eine relative Einfachheit und Ungezähmtheit. Beeinträchtigt wurde diese zweite Phase des Hardrock durch die zunehmende Popularität der Punkmusik. Im Jahr 1980 ebbte die Hochphase des Hardrock doch schnell ab, da sowohl der Schlagzeuger John Bonham von Led Zeppelin als auch der Frontmann Bon Scott von AC/DC verstarben.

Die dritte Hardrock-Phase wurde mit dem Erscheinen des ersten Van-Halen-Albums im Jahr 1978 eingeleitet. Der Ausnahme-Gitarrist Eddie Van Halen setzte mit seiner Virtuosität auf der Leadgitarre ganz neue Akzente. In den darauf folgenden Jahren nahm die aufblühende Popmusik immer mehr Einfluss auf den Hardrock. Die Bands gerieten immer stärker in Wettstreit miteinander, vor allem hinsichtlich der Grandiosität ihrer Bühnenauftritte und Produktionen, außerdem auch im Hinblick auf ihr eigenes Auftreten. Anfang der 90er Jahre verdrängten dann Stilrichtungen wie Alternative Rock und Grunge zunehmend das Genre des Hardrock. Selbst klassische Hardrock-Bands wie Giant oder Winger konnten sich nicht mehr auf dem Markt behaupten. Viele News und Informationen zu den verschiedenen Heavy Metal Genres auf Metaller.de!

New Wave of British Heavy Metal

Die britische Musikzeitschrift „Sounds“ verwendete 1979 erstmals den Begriff New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM). Der eigentliche Erfinder des Ausdrucks ist der Londoner DJ Neal Kay. Dieser förderte beispielsweise Bands wie Iron Maiden oder Praying Mantis. Viele junge britische Bands schlossen sich der neuen Welle an und orientierten sich an den alten Hardrock-Urgesteinen Black Sabbath, Deep Purple oder Judas Priest. Allerdings verzichteten sie dabei nicht auf Punk-Elemente. Die Klassiker unter den NWoBHM-Bands sind Samson, Angel Witch, Def Leppard, Saxon, Iron Maiden, Praying Mantis, Girlschool, Raven, Tygers of Pan Tang, Diamond Head, Demon, Tank und Holocaust.

Glam Metal

Glam Metal, auch Hair Metal oder abfällig Poser Metal genannt, hat seinen Ursprung Ende der 70er Jahre und hatte seine Blütezeit Anfang bis Ende der 80er Jahre. Der schrille Look des Glam Rock vereinigt sich hier mit dem sogenannten „Party Metal“. Charakteristisch für den Glam Metal sind die virtuosen und schnellen Gitarrenparts, die relativ simplen Songstrukturen, die einprägsamen Refrains und der Falsettgesang. Unter Falsett versteht man landläufig die sogenannte Kopfstimme (wie man es von der Gruppe Modern Talking her kennt). Der Name Hair Metal entstand durch die langen und aufgestylten Haare der Bandmitglieder. Vom Begriff aufstylen (glam) leitet sich auch die Bezeichnung Glam Metal ab. „Poser“ ist ein abfälliger Name für die durchgestylten Metal-Musiker dieser Zeit. Von den „wahren Metallern“ wurden die Poser (Angeber) als „wimps“ bezeichnet (Weichlinge). Hauptsächlich davon betroffene Gruppen waren zum Beispiel Europe oder Poison. Maßgeblich beeinflusst wurde die spätere Glam-Metal-Szene durch Bands wie Aerosmith, Angel, Alice Cooper, Cheap Trick, Quiet Riot, Kiss, Hanoi Rocks, Ted Nugent, Van Halen und die New York Dolls. Weitere Vertreter des Glam Metal waren Dokken, Black´n Blue, Twisted Sister und etwa ab Mitte der 80er Jahre Cinderella, Warrant, Poison, Slaughter und Stryper. Anfang der 90er Jahre wurde der Glam Metal vom Grunge weitestgehend von der Bildfläche gedrängt. Nur wenige ältere Gruppen erfuhren gegen Ende der 90er Jahre nochmals ein Revival, wie zum Beispiel Skid Row und Twisted Sister.

Power Metal

Power Metal entstand Anfang der 80er Jahre und lässt sich in drei Untergenres einteilen. Da gibt es den US-amerikanischen Power Metal, den Europäischen Power Metal und den Epic Power Metal. Der Power Metal aus den USA ist eher von rauer Natur, es wird kaum oder gar kein Keyboard eingesetzt und der Stil gehört in die Kategorie des Classic Heavy Metal. Typische Vertreter des US-Power-Metal sind Bands wie Virgin Steele und Warlord. Der Europäische Power Metal wird auch manchmal als Melodic Speed Metal bezeichnet. Er trat Ende der 80er Jahre auf und wurde maßgeblich vom US-amerikanischen Power Metal beeinflusst.

Der Europäische Power Metal ist allerdings von einer weitaus fröhlicheren Natur, er ist um einiges schneller und die clean vocals sind ein deutliches Merkmal. Dies bedeutet, dass der Gesang von einer großen Klarheit ist und sich meist in den höheren Tonlagen abspielt. Außerdem kommt hierbei das Keyboard viel häufiger zum Einsatz und typische Powerballaden zählen zum Europäischen Power Metal. Charakteristische Bands dieser Sparte sind Helloween, Gamma Ray, Blind Guardian und Stratovarius. Sie gehörten zu den Gruppen der ersten Stunde; einige Zeit später kamen Bands wie Rage, Conception, Helicon, Hammerfall, Edguy, Sonata Arctica, Nightwish und Rhapsody of Fire dazu.

Der Epic Power Metal ist ebenfalls Ende der 80er Jahre entstanden und wird auch als Symphonic Power Metal bezeichnet. Hier finden sich grandios-pompöse Arrangements mit symphonischen Elementen. Sowohl der Text als auch die Musik sind gekennzeichnet von konzeptionellen epischen Stilmitteln. Oftmals werden große Chöre und/oder Orchester eingesetzt. Die Gruppen Blind Guardian und Rhapsody of Fire sind die bekanntesten Vertreter des Epic Power Metal.

Doom Metal

Doom Metal („doom“ ist der englische Begriff für Unheil oder Untergang) ist eine sehr düstere und schwere Stilrichtung des Metal. Bezeichnend für den Doom ist eine traurige, dunkle Grundstimmung, sowohl im Text als auch bei der Musik. Die Songtexte beeinhalten oft Themen wie Tod, Trauer, Verzweiflung, Sehnsucht, Melancholie und Untergangsstimmung. Der Doom Metal konnte sich nie wirklich als echter Mainstream gegenüber den anderen Metal-Stilrichtungen behaupten. Und das eigentlich völlig zu Unrecht: Doom ist von einem hohen künstlerischen Niveau geprägt, sei es von den Instrumenten, den Gesängen oder der Atmosphäre her gesehen. Doom Metal zeichnet sich durch schwere und sehr langsame Gitarrenriffs sowie durch walzende Drum Rhythmen aus. Außerdem hat er die meisten Subgenres, wie beispielsweise der Drone Doom, der Epic Doom, Death Doom, Gothic Doom, Stoner und Funeral Doom Metal. Zu den ersten Vertretern gehörten Black Sabbath, außerdem Saint Vitus, The Obsessed und Trouble aus den USA sowie Pagan Altar und Witchfinder General aus Großbritannien. Mitte der 80er Jahre gesellte sich dann die schwedische Gruppe Candlemass dazu.

Melodic Metal

Der Name Melodic Metal ist eine schwammige Sammelbezeichnung für eine Vielzahl an Metalstilen. Heute gibt es diesen Begriff in dieser Form eigentlich nicht mehr. Oft wird der Melodic Power Metal mit der Bezeichnung Melodic Metal einfach gleichgestellt. Im Grunde ist die Struktur ähnlich aufgebaut wie beim Power Metal, eben nur mit einer viel größeren Menge an Melodien und mit weniger Power. Es gibt aber auch den Melodic Death Metal, wobei hier das „Death“ nicht einfach weggelassen werden kann, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Auch bei diesem Genre bleibt das harte Grundgerüst des Death Metal bestehen, wobei eben mehr Melodien mit einfließen. Eine Gruppe der ersten Stunde war At The Gates, die ihr Album „Slaughter of the Soul“ 1995 herausbrachte. Allerdings löste sich die Band bereits 1996 wieder auf. Aus diesem Grund haben wohl zwei andere Bands einen viel größeren Bekanntheitsgrad erlangt: die Göteborger Bands In Flames und Dark Tranquility. Ebenfalls prägend für die sogenannte „Göteborger Schule“ waren die Bands The Haunted und Soilwork, deren Musik zusätzlich von Thrash-Elementen durchzogen war.

Speed Metal

Unter Speed Metal versteht man einen harten, lauten und von Sprech- und Schreigesang geprägten Metalstil der 80er Jahre. Besonders charakteristisch ist die hohe Geschwindigkeit der Songs, zumindest für die damalige Zeit. Der Begriff Speed Metal tauchte erstmals Ende der 70er Jahre auf – und zwar maßgeblich geprägt durch die Band Motörhead aus Großbritannien. 1977 wurde das gleichnamige Album auf den Markt gebracht; allerdings distanziert sich Frontmann Lemmy Kilmister von der Bezeichnung Metal-Band, er sieht sich eher im Rock´n´Roll Genre. Jedoch enthält die Musik von Motörhead deutliche Stilmittel des Speed Metal und die Band tritt noch heute bei den verschiedensten Metal-Festivals auf. Zu den offensichtlichsten Merkmalen des Speed Metal gehören zweistimmige Gitarren, der Doublebass und ein oft rauer, aber auch manchmal klarer Gesang. Bekannteste Vertreter des Speed Metal sind Metallica (vor allem mit „Hit the Lights“ 1982 und „Kill ´Em All“ von 1983), Megadeth, Anthrax, Anvil, Exodus, Slayer, Hallows Eve, Overkill und Agent Steel. Auch Helloween, Grave Digger und Running Wild haben mehrere Speed-Metal-Songs mit ihren Alben herausgebracht. Aus den USA gehören Racer X sowie The Great Kat zu den bekanntesten Speed-Metal-Bands. Im Laufe der Zeit verschwamm jedoch die deutliche Zuordnung der jeweiligen Bands zum Speed Metal. Einiges entwickelte sich in Richtung Thrash Metal oder wurde nun eher dem Power Metal zugeschrieben.

Thrash Metal

Thrash Metal (von englisch thrash, „verdreschen, verprügeln“) ist eine extrem schnelle Variante des Metal, welche Anfang der 80er Jahre hauptsächlich in Nordamerika entstand. Fälschlicherweise wird oft die Schreibweise „Trash“ verwendet, was übersetzt so viel wie „Müll, Abfall“ bedeutet. Maßgeblich beteiligt an der Entstehung des Thrash Metal sind Bands wie Metallica (zumindest deren erste Alben), Exodus und Exciter. Am meisten geformt wurde der Thrash Metal durch die Einflüsse des damals populären NWoBH und dem zu der Zeit extremen und schnellen Hardcore Punk. Bezeichnend für den Thrash-Stil sind schnelle und präzise Gitarrenparts und relativ rohe Spiel- und Gesangstechniken (allerdings ohne Deathgrowls). Somit gilt der Thrash Metal als Vorgänger der späteren harten Metalstile wie beispielsweise Grindcore oder Death Metal. Kaum vorzufinden sind beim Thrash solche Stilmittel wie Keyboards oder Synthesizer. Textlich werden beim Thrash Metal vorwiegend politische, sozialkritische, aggressive oder sogar satanistische Themen behandelt. Die Blütezeit des Thrash war Ende der 80er Jahre; Anfang der 90er Jahre wurde er durch die vielen neuen Stilrichtungen des Metal verdrängt und verlor an Popularität. Neben den vorher erwähnten Gruppen gehören zur Stilrichtung des Thrash Metal folgende Bands: Annihilator, Anthrax, Capricorn, Death Angel, Overkill, Slayer, Pantera, Sepultura, Sodom, Megadeth, Exhorder, Testament, Machine Head, Destruction, Exumer, Kreator, Sadus, Hades, Artillery und Coroner. Anfang des neuen Jahrtausends begann ein Thrash-Revival, nachdem Bands aus den Anfängen des Thrash wieder zusammenfanden und an ihren alten Erfolgen anknüpften. Dazu gehören zum Beispiel die Bands Exodus oder Destruction.

Funk Metal

In den 80er Jahren entwickelte sich die Stilrichtung des Funk Metal (auch Funky Metal genannt), die sich aus den verschiedensten Musikrichtungen zusammensetzte. Dazu gehören der Hardcore Punk, Hip Hop, Funk und Heavy Metal. Zu Beginn der 90er Jahre fand der Funk Metal mit den Bands Faith no More, Living Colour und Rage against the Machine seinen Höhepunkt. Der Gesang des Funk Metal zeichnet sich vor allem durch die clean vocals, also durch eine klare, reine Singstimme aus. Er wird zudem stark durch Elemente des Hip Hop geprägt. Instrumental wird die Musik oft durch Trompeten oder Saxofone untermalt. Funk Metal gilt als eine frühe Form des Crossovers und zudem als Vorreiter des moderneren Nu Metal. Bekannte Funk-Metal-Bands sind neben den vorab genannten: Firehouse, Incubus, F.F.F., Jane´s Addiction, Red Hot Chili Peppers, Cucumber Men, Extreme, Primus, 311, Fishbone, Porno of Pyros, Mordred, One Day as a Lion, Velcra, Ugly Kid Joe, Spin Doctors, Krautschädl, Freaky Fukin Weirdoz, Infectious Grooves, Blackeyed Blonde, Excuse Me Moses, T.M. Stevens, Lucy Brown, Clutch, Limp Bizkit und Urban Dance Squad.

Grindcore

Mitte der 80er Jahre entstand parallel zueinander in Amerika und Großbritannien der Grindcore, der vornehmlich im Crustcore und dem Hardcore Punk seine Wurzeln hat. Grindcore ist die wohl extremste und härteste Form des Metal. Typische charakteristische Merkmale des Grindcore sind anarchische Songgefüge und stakkatoförmige Rhythmen in einem enormen Tempo. Die Gesänge sind oftmals bis zur Unkenntlichkeit verfremdet und die gesamte Produktion wirkt nicht selten völlig chaotisch auf den Zuhörer. Ebenfalls bezeichnend ist der Einsatz von Blastbeats des Schlagzeugs, die manches Mal bis zu 180 Beats per minutes erreichen können. Seit den 90er Jahren werden zudem Drumcomputer eingesetzt. Auffallend beim Grindcore sind die sehr kurzen Songlängen, manchmal dauern diese nur wenige Sekunden, im Regelfall höchstens zwei bis vier Minuten. Die Texte sind meist aggressiv, zerstörerisch, sozialkritisch oder politisch. Hauptthemen sind Kriege, Gewalt, Horror und Tabuthemen. Untergenres entstanden, die zudem pornografische Elemente sowie die an Gore- und Splatterfilme angelehnten Liedtexte verinnerlichten. Folgende Bands sind dem Grindcore zuzuordnen: Rotten Sound, The Rotted, Impetigo, Dahmer, Mortician, Misery Index, Blood, Cattle Decapitation, Impaled, Antigama, Dead Infection, Napalm Death, Inhume, Terrorrizer, Brutal Truth, Dead, Repulsion, Extreme Noise Terror, Brain Drill und Nasum.

Death Metal

Mitte der 80er Jahre entwickelte sich aus dem Thrash Metal in den USA die neue Metalrichtung Death Metal. Als erste Vertreter des Stils gelten die Bands Slaughter, Celtic Frost, Possessed, Morbid Angel, Death und Master. Typische Merkmale des Death Metal sind die tiefen Instrumente und Growls, außerdem die rasanten Blastbeats und der Doublebass des Schlagzeugs. Raue, direkte Gitarrenriffs sind ebenso charakteristisch wie die typischen Death Growls des Gesangs. Einfach ausgedrückt kann der Gesang auch oft nur noch als „Gebrüll“ bezeichnet werden. Die Liedtexte befassen sich thematisch in der Hauptsache mit dem Tod, Leid, Zerstörung, dem Krieg, manches Mal auch mit satanistischen, teils philosophischen/nihilistischen und sozialkritischen Themen. Die gesellschaftskritische Thematik erscheint häufig bei den Subgenres Melodic Death und Technical Death. Zu den Subgenres des Death Metal gehören außerdem die Stilrichtungen Deathgrind, Death´n´ Roll, Brutal Death, Florida Death, Deathcore, Slam Death Metal, Death Doom, New York Death, Melodic Death Metal und Technical Death Metal. Die Urform des Death Metal wird inzwischen als „Old School Death Metal“ bezeichnet. Zu diesen Old School Bands gehören vornehmlich Gruppen wie Morbid Angel, Bolt Thrower und Master. Bekannte Kultbands, die eine Schlüsselfunktion im Death Metal spielten, sind außerdem Dark Tranquillity, Carcass, Hypocrisy, Amon Amarth und Obituary.

Black Metal

Ebenfalls in den 80er Jahren ist der Black Metal entstanden, maßgeblich aus dem Speed Metal heraus. Der Ursprung des Black Metal liegt in Norwegen und in Schweden. Von dort aus breitete er sich schnell in ganz Nord- und Mitteleuropa aus. Leicht zu erkennen ist der Black-Metal-Stil an dem krächzenden und lauten „Gekreische“ und an der dunklen und drückenden Stimmung, die vor allem durch die morbid-atmosphärischen Keybordklänge und die gewollten Dissonanzen in der Musik hervorgerufen wird. Ebenso wie die Atmosphäre ist auch der Text sehr düster und oft von Hass geprägt. Thematisiert werden vorwiegend okkultistische, satanistische und misanthropische Sachverhalte. Es geht dabei um Depressives, um düstere Rituale und Zeremonien; oft ist die Rede von der Apokalypse, von Friedhöfen und unterirdischen Katakomben. Auch anti-christliche und heidnische Elemente finden sich oft in den Texten des Black Metal. Häufig werden den Black-Metal-Bands Rechtsradikalismus und Rassismus vorgeworfen, was in der Regel nicht der Fall ist. Das negative Bild und die Vorurteile dem Black Metal gegenüber entstanden zudem durch Vorfälle in Norwegen, bei denen es zu Brandanschlägen auf diverse Kirchen kam. Im Laufe der Zeit entstanden immer neue Subgenres des Black Metal. In den 90er Jahren war dies der Symphonic Black Metal (mit den Bands Cradle of Filth und Dimmu Borgir), der Atmosphere Black Metal (mit den Bands Vinterland und Summoning) sowie der Unblack Metal (mit den Gruppen Lengsel und Horde). Ende der 90er Jahre kam der Stil des Depressive Black Metal (Funeral Mourning, Abyssmal Sorrow) sowie des Ambient Black Metal (Nortt, Profanum) hinzu.

Pagan Metal

Pagan Metal (von englisch pagan, „heidnisch“) ist ein Metal-Genre mit vorwiegend mythologischen Themen aus vorchristlichen Religionen. Entstanden ist der Pagan Metal Mitte der 90er Jahre, quasi als Produkt der zweiten Welle des Black Metal. Der größte Unterschied zum Black Metal ist allerdings die weniger satanistische Prägung, sondern vielmehr die Ausrichtung auf das Heidentum. Mythologie spielt dabei eine immense Rolle und bei den Songs geht es häufig um die Götter und das Heldentum des eigenen Landes. Nicht zwingend germanische oder nordische Sagenerzählungen bilden die Grundlage, auch Religionen aus vorchristlicher Zeit können die Basis der Texte sein, wie zum Beispiel aus der griechischen Antike oder aus der Historie von Ländern wie China, Japan, Amerika oder anderen Völkern. Bands der ersten Stunde waren zum Beispiel Primordial aus Irland, In the Woods aus Norwegen oder die litauische Band Poccolus. Die Band Kawir verband erstmals in Griechenland den Stil des Black Metal mit heidnischen Songtexten. Oftmals wir die Pagan-Metal-Musik mit Stilelementen des Folk Metal verbunden. Dann kommen Instrumente wie Dudelsäcke oder Fiddles zum Einsatz. Auch markante Keyboardstellen sind bezeichnend für die Musik. Wie beim Black Metal ist der Gesang des Pagan kreischend und krächzend; allerdings ist die Atmosphäre insgesamt weniger düster, sondern mehr epischer Natur.

Viking Metal

Zum Ende der 80er Jahre entstand das Metal-Genre des Viking Metal. Genau genommen ist dieser eine Mischung aus den Elementen des Black Metal, des Death Metal und der Folk-Melodien Skandinaviens. Die Texte handeln überwiegend von großen Schlachten der Wikinger, von den Mythen und Sagen dieses Volkes. Musikalisch eng verwandt ist der Viking Metal mit dem Pagan Metal, der allerdings die Mythologie und Sagenwelt der Länder aus den verschiedensten Kontinenten behandelt. Die Band Bathory mit ihrem leider 2004 verstorbenen Gründer Quorthon ist wohl die erste prägende Gruppe dieses Metalstils. Vor allem das Album „Hammerheart“ aus dem Jahr 1989 ist ein Paradebeispiel für Viking Metal der Extraklasse. Ein weiterer erwähnenswerter Vertreter des Viking Metal ist die Band Falkenbach und außerdem die Gruppe Enslaved, die allerdings sehr stark vom Black Metal beeinflusst war. Der Gesang des Viking Metal ist eine Mischung aus den Kreisch-Elementen des Black Metal, aus clean vocals und aus den tiefen Growls des Death Metal. Oft werden auch große Chöre eingesetzt und kraftvolle, melodische Gitarren. Auch Synthesizer und Keyboards werden gerne verwendet sowie manchmal Flöten und Fiedeln. Charakteristisch für den Viking Metal ist auch, dass die Texte oft in der Landessprache vorgetragen werden.

Industrial Metal

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre entwickelte sich der Industrial Metal, auch als Industrial Rock oder Industrial Hardcore bezeichnet. Die Stilrichtungen des Industrial Rock und des Industrial Metal sind derart fließend, dass keine genaue Trennung vorgenommen werden kann. Geprägt ist dieses Metal-Genre von Elementen des Hardcore Punk, des Noise Rock und des Thrash Metal. Eine schwere und düstere Atmosphäre durchzieht die Musik, untermauert von elektronisch verzerrtem Gesang, der oft mit einem Halleffekt versehen ist. Auch Growls aus dem Death Metal können vertreten sein, außerdem wird das Schlagzeug meist durch den Drumcomputer ersetzt und das Keyboard spielt eine tragende Rolle für die düstere atmosphärische Dichte. Die Thematik des Industrial Metal handelt hauptsächlich von dunklen, traurigen, pessimistischen und ernsten Sachverhalten, ähnlich dem Doom Metal, dem Black Metal oder dem Dark Metal. Vorreiter dieses Stils ist die Band Ministry, aber auch die Gruppe Goldflesh. Zudem bekannt sind Bands wie beispielsweise Red Harvest, Schnitt Acht, Blow, Testify, Puncture, Strapping Young Lad, Skold, Stabbing Westward, Misery Loves Co., Die Krupps, The Amenta, O.L.D., Last Rites, 16 Volt, Acumen oder Scorngrain.

Nu Metal

Nu Metal ist eine noch nicht sehr lange vertretene Stilrichtung des Metal, die auch manchmal als New Metal oder Nü Metal bezeichnet wird. Angelehnt an den Boom des Crossovers in den frühen 90er Jahren wurde die Bezeichnung hauptsächlich für Musikbands verwendet, die sich Elemente des Industrial Metal, des Alternative Rock, des Hardcore, des Funk und Heavy Metal sowie teilweise auch des Hip Hop zu eigen machten. Mitbegründer des Stils war maßgeblich die Band Rage Against the Machine sowie die Gruppen System of a Down und Korn. Am meisten beeinflusst wurde der Nu Metal vom Funk Metal, der jedoch etwas seichter war, besonders im gesanglichen Sinne und im Gitarrenspiel. Folgende Merkmale bezeichnen den typischen Stil des Nu Metal: verzerrte E-Gitarrenklänge, Synthesizer-Einsätze, ein dominierender E-Bass, auf- und abspringende Bandmitglieder, hardcoretypischer Schreigesang, Texte über die Kindheit, Jugendzeit und über Kriminalität oder soziale Randgruppen. Bekannte Vertreter des Nu Metal sind: Slipknot, P.O.D., Coal Chamber, Breed 77, Linkin Park, Korn, Deftones, Disturbed, Insolence, Kittie, Red, System of a Down, Switched und Mushroomhead.

Metalcore

Bereits Mitte der 80er Jahre spielten Bands wie die Crumbsuckers oder S.O.D. die Stilrichtung des Metalcore, allerdings wurden sie damals noch dem Crossover zugeordnet. Der Begriff Metalcore entstand erst Mitte der 90er Jahre und setzte sich in der Musikszene hauptsächlich Anfang des neuen Jahrtausends fest. Metalcore ist eine Zusammensetzung aus den Elementen des Thrash Metal, des Melodic Death Metal sowie des Hardcore Punk. Somit überwiegen vor allem thrashlastige, aber auch melodische Rhythmen und Gitarrensounds. Weitere Merkmale sind häufige Tempowechsel, abwechselnde Gesangsstile der verschiedenen Musikrichtungen und die vom Hardcore (Rap) beeinflusste Textwahl, die sich hauptsächlich auf gesellschaftliche und politische Themen bezieht. Typische Metalcore-Bands: Stigmata, Unbroken, Heaven Shall Burn, Fall of Serenity, All that Remains, Asking Alexandria, August Burns Red, Bring me the Horizon, Caliban, Chimaira, Diecast, Embrace the End, Maroon, On Broken Wings, Killswitch Engage, Arson, By Night, Darkest Hour und As I Lay Dying.

Mittelalter Rock

Mittelalter Rock wird manchmal auch als Mittelalter Metal bezeichnet, da es oftmals Elemente des Folk Metal aufgreift und eine meist härtere Ausrichtung aufweist. Hauptsächlich die Band In Extremo hat Anfang der 90er Jahre das Genre populär gemacht. Die Stilrichtung ist eine vorwiegend deutsche Erscheinung. Da es nicht sehr viele Musikbands gibt, die sich ausschließlich diesem Genre zuordnen lassen, hat sich der Begriff in der Szene nicht übermäßig manifestiert. Oft wird der Mittelalter Rock dem Gothik zugeordnet, dies ist allerdings nicht korrekt, da seine Wurzeln mehr in der Mittelaltermusik, im Folk, Folk Rock, im Hardrock und im Metal liegen. Das Gothik-Genre hat sich mehr aus dem Post-Punk und dem Wave-Umfeld entwickelt. Die Merkmale des Mittelalter Rock sind folgende: Einsatz von altertümlichen Instrumenten (Drehleier, Schalmei, Blockflöte, Krummhorn, Laute, Sackpfeife, Harfe) neben den gängigen Metalinstrumenten, meist romantische und positive Mittelaltertexte (manchmal aber auch düster, wie zum Beispiel beim Thema Hexenverbrennung), Texte meist auf neuhochdeutsch, manchmal sogar auf lateinisch, rauer und markanter Männergesang. Typische Vertreter des Mittelalter Rock sind: In Extremo, Haggard, Volkstrott, Ingrimm, Tanzwut, Morgenstern, Ragnaroek, Subway to Sally, Schelmish, Vogelfrey, Zwielicht, Ougenweide, Nachtgeschrei, Ignis Fatuu, Moskote, Feuerschwanz und Adaro.

Folk Metal

Der Folk Metal hat sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Viking Metal, dem Mittelalter Rock und dem Pagan Metal. Die Stilmittel lassen sich schon unterscheiden, allerdings sind die Übergänge manchmal fließend. Seit Anfang der 90er Jahre existiert der Folk Rock bereits, maßgeblich begründet von der Band Skyclad (mit ihrem Album „The Wayward Sons Of Mother Earth“) oder der Gruppe Orphaned Land aus Israel, die mit ihrer Musikrichtung das Folk-Metal-Subgenre des Oriental Metal begründete. Charakteristische Merkmale für den Folk Metal sind: typische folkloristische Melodien und Texte aus der jeweiligen Nation, clean vocals oder auch Growls und Schreigesang, neben Metalinstrumenten kommen Geigen, Flöten, das Akkordeon, die Drehleier, die Sackpfeife oder der Dudelsack zum Einsatz. Typische Folk-Metal-Bands sind: Vintersorg, Elvenking, Cruachan, Arkona, Midnattsol, Tuatha De Danann, Dalriada, Heidevolk, Turisas, Waylander, Tyr, Trollfest, Finntroll, Lumsk, Arafel, Almora, Toccata Magna und Ensiferum.

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