Die Death-Metal-Veteranen von Disbelief machten im Rahmen ihrer „Hell Goes On Tour“ im Osnabrücker WestWerk Halt. Im Vorprogramm: Die Jungs von Grantig. Ebenfalls anwesend waren die Lokalmatadore von Sudden Death, die vor kurzem neu gegründeten Fleshworks sowie Contamination.


Mit kurzer Verspätung, wie man es ja von Metal Konzerten gewohnt ist, machten die Osnabrücker Death Thrasher Contamination den Anfang. Man merkte ihnen an, dass sie wohl in letzter Zeit etwas öfter ihren Proberaum aufgesucht hatten, denn die Jungs wirkten sehr gut aufeinander eingespielt und hatten ihre Instrumente super im Griff. Geboten wurde schnelle und direkte Musik, die melodische Parts enthielt und zusammen mit den Vocals sehr aggressiv herüber kam. Leider war der Sound eher dumpf als gut und das Publikum lauschte nur aufmerksam, anstatt die Band abzufeiern.

Bei den Todesmetallern von Fleshworks, die aus den ehemaligen Branded Skin enstanden sind, sah das dann schon ganz anders aus.

Der Sound war um einiges besser und die Songs, die man sich auf der Myspace- Seite der Band anhören kann, kamen live noch um einiges besser rüber, als sie es ohnehin schon sind. Old School Death Metal ohne wenn und aber schallte aus den Boxen und kam beim Publikum sehr gut an. Vor der Bühne schüttelten viele ihr Haupthaar, es wurden einige Circle Pits gestartet und die Band bekam viel Zuspruch.

Die fünf Mannen wurden begleitet von einer schwarzen, menschengroßen Puppe mit blonden langen Haaren, mit der Vocalist Dirk, der mit einem Fleischermantel auf der Bühne erschienen war, am Ende des Auftrittes noch ein „Duett“ sang.

Ganz großes Kino also für diese alte neue Truppe, für die das der erste Gig als Fleshworks war – eine Feuertaufe, die als bestanden gelten kann.

Danach traten Sudden Death ins Rampenlicht und legten eine, wie man es von ihnen gewohnt ist, super Show hin, mit der sie walles in Schutt und Asche legten. Die vier Musiker hatten sichtlich Spaß, was sich auch sofort auf das Publikum übertrug, denn dieses feierte die Band gehörig ab. Bassist und Rampensau Markus turnte teilweise im Publikum herum und verbreitete eine super Stimmung.

Death Metal, der in die Gehörgänge schlägt, dafür sind die vier bekannt und nichts anderes war zu erwarten. Der Sound war ebenfalls recht gut und sie haben wieder einmal bewiesen, dass sie einen der besten Live Bands sind. Insgesamt ein super Auftritt an dem es nichts zu meckern gibt.

Leider konnten die vier Jungs von Grantig, welche ja allgemein sehr hoch gelobt werden, da nicht mithalten. Der Raum leerte sich fast komplett, wovon sich freilich die wenigen Fans und die Band selber nicht beirren ließen.

Deutschsprachiger Thrash Metal mit Hardcore- und Southern Rock – Einflüssen kommt jedoch beim Publikum nicht sehr gut an, wenn der Sound dermaßen mies ist, wie es hier der Fall war. Die musikalische Welt von Grantig, die sich von der der anderen Bands doch unterscheidet, sowie die Tatsache, dass vor allem viele (noch) unbekannte Stücke aus dem noch nicht veröffentlichten Album gespielt wurden, taten ein Übriges. Die angereisten Grantig-Fans immerhin genossen den Auftritt einer Band, der man immerhin viel Potential zugestehen muss. Dieses sollte sie aber besser im Rahmen eines anderen Konzertes unter Beweis stellen.

Nun war es Zeit für Disbelief.

Ab dem ersten Song hatten die fünf Mannen aus Hessen das Publikum im Griff und ließen es auch bis zum Ende nicht mehr los. Mit ihrem sehr innovativen und einzigartigem Death Metal, der von den aggressiven, schmerzerfüllten Growls von Frontmann Jagger angetrieben wird, schufen sie eine bitter-böse Atmosphäre. Sehr viele Stücke vom neuen Werk „Protected Hell“ wurden gespielt, aber auch an alten Klassikern fehlte es nicht. Der wuchtige Sound, die Lichttechnik, der Nebel und die Atmosphäre machten den Auftritt zu einer sehr mitreißenden Show, bei der die Fans bangten, was das Zeug hielt, und keinerlei Müdigkeit zeigten. Das Publikum bekam nach vielen „Bukkake“-Rufen die geforderte Zugabe und Disbelief legten noch drei Songs drauf. Alles in allem ein super Auftritt ohne großartige Verspieler oder ähnliches. Erwartungen wurden hierbei jedenfalls eher übertroffen als enttäuscht, denn das Quartett bewies, dass sie live überragend sind. Die Show ließ entsprechend für die Fans nichts zu wünschen übrig.

Insgesamt war es eindeutig eines der bisherigen Konzerthighlights im Jahr 2009, das vor allem durch die gemütliche Atmosphäre vor und im Westwerk überzeugte. Auch die Bands scheuten sich nicht davor, mit den Gästen das eine oder andere Bier zu trinken, so dass allerorten eine ausgelassene und zufriedene Stimmung herrschte.

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