Obwohl es die norwegische Band schon seit 1995 gibt, ist „Guardian Angel“ gerade mal die dritte Veröffentlichung, und das nach rund acht Jahren Pause. Mit dem Deal bei Silverwolf Production und mit Beihilfe von keinem geringeren als Jacob Hansen (Volbeat, Raunchy, Destruction, Maroon) stehen die Vorzeichen schonmal nicht schlecht für einen guten Neustart im Musikgeschäft.

Der Start des Albums hingegen fällt zunächst durchwachsen aus. Nach einem eher mäßigen Intro, geht’s ohne Unterbrechung mit „Nowhere To Hide“ dann richtig los. Geboten werden krumme Takte zu Beginn des Songs, was zumindest die Bezeichnung Progressive Metal teilweise gerechtfertigt. Mit Einsetzen des Gesangs ist von diesem Genre allerdings nicht mehr viel zu hören. Was da gespielt wird, ist ordentlicher Heavy/Melodic Metal mit vereinzelten Prog-Einflüssen. Ab und zu zeigen sich die Eier von oben in härteren Gitarrenriffs. Doch dann kommen immer mal wieder, verwaschene, viel zu überzogenen Keyboardeinspielungen dazwischen, die den Eindruck wieder trüben.

Die gesangliche Leistung dagegen ist recht ordentlich. Sindre Antonsen besitzt eine astreine Heavy Metal-Stimme, die stellenweise sogar an Marco Hietala (Nightwish, Tarot) erinnert.

Fazit: Wieder einmal eine Band, die nicht hält, was sie verspricht. Für Progressive Metal fehlt eindeutig die Virtuosität und die genialen Gitarrenverspieltheiten. Dafür gehen die Songs viel zu leicht ins Ohr. Eier hat die Band letztendlich bewiesen, aber mehr würde keinesfalls schaden. Mehr Eier und Mut, mal auf die Tube zu hauen und der Bezeichnung Progressive nicht nur in Ansätzen gerecht zu werden.

Trackliste:

  • 01. Resurrection
  • 02. Nowhere To Hide
  • 03. Senses
  • 04. Something For Someone
  • 05. Regrets
  • 06. Interludium
  • 07. My Dying Hour
  • 08. Promised Land
  • 09. Pieces On The Floor
  • 10. Deeds Of Deception
  • 11. Guardian Angel