Doom Division – Train rolls onGleise frei für die Schwäbische Eisenbahn … oder besser gesagt: die Stuttgarter Stoner-Dampframme, die klangtechnisch wieder Super-Zündis in den Kessel geworfen bekommen hat.

Auf ihrem zweiten Album „Train rolls on“, das abermals in Eigenregie entstand, legt das Quintett aus Süd(staaten)deutschland wieder eine furztrockene Performance in Sachen Stoner/Doom aufs staubige Wüstenparkett. Hier kauft man keinesfalls die Katze im Sack, die Gitarren sumpfen sich souverän durch die 11 Songs, die überwiegend im Doom-Midtempo vor sich in stampfen und fast immer die 5-Minuten-Grenze überwinden, leidend-langsame Sequenzen wie man sie etwa von Crowbar kennt und liebt, vermisst man trotzdem leider ein wenig. Sänger Tschech orientiert sich mehr als offensichtlich an genannter Bands Kirk Windstein, erinnert mich persönlich aber auch nicht nur einmal an Sodoms Tom Angelripper ab den Endneunzigern (und ich mag Sodom)…

Thementechnisch wühlen DOOM DIVISION in der Neuzeit-(Asphalt)Cowboy/Outlaw/Südstaaten-Kiste, aus der sich mittlerweile auch Gringos wie Bosshoss bedienen, welche aber anschließend alles zartrosa verpacken. Songs über etwa Körperraubbau („Eight pints and broken glass“), Aufopferung („Hard working man“) und Demut („Prison“) haben den Weg auf den zweiten Langspieler nach der 2009er Demo „Exposed to experience“ geschafft und ein Text über das Arbeiten im „Engine room“ ist vergleichbar mit der Leidenschaft eines Frankenwälders fürs Holzmachen.

Den Höhepunkt erreicht „Train rolls on“ mit dem gleichnamigen und zugleich letzten Song, der nochmals alle Register zieht und es eigentlich verdient hätte als Opener auf dem Album zu stehen. Hier hört man den Hit der Platte, deutlich schneller als der Rest, inklusive einer passenden Mundharmonika-Einlage. Cool.

Showdown: etwas mehr Abwechslung beim Gesang und ein paar (mehr) Soli, die einem die Falten aus sämtlichen Körperstellen bügeln, würden die nächste Platte noch besser machen, ansonsten gibt es an einer selbst produzierten Scheibe wie dieser wenig auszusetzen.

Fans von Sumpfmonstern wie Black Label Society und im speziellen Crowbar stellen bei DOOM DIVISION automatisch die Lauschlappen auf, alle anderen Freunde des staubigen Sounds prüfen „Train rolls on“ in einer Herrenrunde mit Bier & Grillgut ab.

 

Wir schneiden schon einmal siebeneinhalb Steaks aus dem Bisonnacken.

 

Tracklist:
1. All in
2. Jesus Chrysler
3. Back in town
4. Engine room
5. The ballad of blind Jeff Dupree
6. Crossroad Blues
7. Death letter
8. Eight pints and broken glass
9. Hard working man
10. Prison
11. Train rolls on

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