Wertung: 4 von 10

An dieser Stelle ausnahmsweise eine PC-Spiel-Besprechung. Löse als GZSZ-Blutsauger ausgeklügelte Denksportaufgaben, sammle allerlei Krimskrams auf und durchforste „atemberaubende Wimmelbild-Szenen“ um deine Gegenspielerin zu besiegen! Klingt nach einer ganzen Menge Spaß? Ist es auch nicht.


„Dracula: Tödliche Liebe“ ist der Nachfolger von „Dracula Origin“. Statt als Professor Van Helsing gegen den evil Vampirvorsitzenden vorzugehen, verbünden sich diesmal die Erzfeinde (der untote Protagonist schafft es nicht allein, noch zu schwach wegen „Dracula Origin“) um gemeinsam der Königin der Vampire (will Menschheit auslöschen bzw. knechten) das Handwerk zu legen. Zu allem Überfluss befindet sich auch noch Draculas Lebensabschnittsgefährtin in den Fängen dieser Duttengretel.

Um die böse Königin aufzuhalten kann zwischen zwei Schwierigkeitsstufen gewählt werden: Leicht und schwierig! Mehr als vierzig Wirkungsstätten hat man als Dracula zu durchlaufen, immer wieder unterbrochen um sich mit Van Helsing und Sonderschulversager Igor (Draculas Leibeigener), auszutauschen. Man hat Werkzeuge, Fähigkeiten, Blut, etc. aufzulesen, Krokodile mit Antikrokodilpulver zu verscheuchen, aber vor allem immer und immer wieder Gegenstände in ewig ähnlichen Wimmelbildern zu entdecken und ebensolche Rätsel (irgendwelche Sachen geschickt irgendwo hin schieben oder drehen bis es passt) zu lösen. Viel mehr ist nicht. Ist am unspektakulären Ende die Widersacherin entmachtet und die Geliebte befreit, kommt man in den Genuss den Bonus-Modus zu eruieren. Hier trifft man vor allem auf Wimmelbilder und Denkspiele!

Es darf auch hier und da mal leicht was explodieren oder an Damenhälsen geschlürft werden. Das schockt nur genau so wenig wie die „schaurig-schöne Atmosphäre“. Das blutigste was du jemals gesehen hast war „Praxis Bülowbogen“? Dein favourite Game ist noch immer „Indiana Jones“ auf dem guten alten Amiga 500? Na, dann wird dich dieses Spiel das Fürchten lehren. Damit dürfte die Zielgruppe abgesteckt sein.

Mehr als 6 Stunden (+Bonus) überwiegt abwechslungsloses Dahinvegetieren. Die Spannung von „Dracula:Tödliche Liebe“ reicht nicht mal Biss zum zweiten Frühstück. Einen Punkt für das Antikrokodil-Pulver und die Grafik, einen dafür, dass dank Hilfefunktion Dialoge und Rätsel (nach etwas Wartezeit) übersprungen werden können.

Alternativtipp: Lieber mal einen der mehreren hundert Facebook-Friends zum Malefiz einladen oder mit „Dracul Va Domni Din Nou In Transilvania“ im Ohr allein durchs nächtliche Dunkel spazieren.