Wertung: 7 von 10

Wer sagt eigentlich, dass nur Italiener kitschigen symphonischen Metal schreiben können? Na gut, sie haben ihn erfunden und Maßstäbe gesetzt. Aber die Jungs von Dragonland beweisen mit ihrem neuen Album „Under the grey banner“ , dass auch die Schweden ein Gefühl für melodischen Metal und Filmmusiken haben.


Wie der Beginn eines monumentalen Film-Opus kommt das Intro daher. Es ist komplett instrumental gehalten und zeichnet sich durch seine abwechslungsreiche Dynamik aus. Es breitet sich eine gespannte Stimmung aus und der Zuhörer wartet ungeduldig auf die ersten kraftvollen Akkorde der Scheibe. Zunächst umsonst, denn bevor es so richtig losgeht begrüßt uns eine warme Frauenstimme in Dragonland und berichtet von dem einzigen Mann, der es jemals schaffen kann Dragonland von den bösen Schatten zu befreien und ins Licht zu führen. Dem Unwissenden sei an dieser Stelle mitgeteilt, dass die Band mit ihrer aktuellen Langrille die 2002 begonnene Album-Triologie „The Dragonland Chronicles“ abschließt. Die Story und das lyrische Konzept für das Album sind also schon einmal klar. Aber nun endlich zur Musik.

Über die Hochgeschwindigkeits-Doublebass fliegt der Held heran, der mit seinem klaren Gesang deutlich aus den komplexen Arrangement herausragt ohne dabei jedoch das Gesamtkonstrukt zu zerstören. Gerade die Ausgewogenheit ist ein Markenzeichen von „Under the grey banner“. Gekonnt vermischen die Schweden immer wieder progressive Elemente mit knallharten Riffs und eingängigen Melodien. So entstehen vielschichtige Songs, die sich dem Zuhörer teilweise erst beim zweiten oder dritten Durchlauf erschließen. Neben ruhigen, sehr emotionalen Songs wie zum Beispiel „Lady of the golden wood“ finden sich immer wieder klasse Hymnen, die zum mitsingen einladen. Als Beispiel sei hier die Speed-Metal Nummer „The Black Mare“ genannt. Dragonland schaffen es auf eindrucksvolle Weise an Stellen Akzente zu setzen, an denen man es nicht erwartet und fangen ein breites Spektrum an Emotionen ein. Die verschiedenen Gastsänger verleihen jedem Stück einen ganz besonderen Charakter und unterstreichen damit den Anspruch einer Filmmusik. Allerdings verlieren sich die Musiker auch immer wieder in Kleinigkeiten, langweiligen Orchesterparts und virtuosen Gitarrensoli. So macht es sich die Band manchmal selber schwer den Spannungsbogen zu halten. Dies trübt den Gesamteindruck ein wenig und zeigt auch auf, wo noch Schwächen der Band liegen. Nämlich, dass hier und da ruhig noch etwas mehr Härte angebracht wäre und manche Stück einfach schneller auf den Punkt kommen müssen. Somit reicht es für ein gute aber eben keine überragende Bewertung.

Abschließend stelle ich mir allerding doch die Frage, wie sich diese Band, welche bereits 1999 gegründet wurde, sich so lange vor mir verstecken konnte, passt sie doch in mein musikalisches Beuteschema. Denn auch wenn Sie musikalisch und kompositorisch noch nicht an die Klasse der italienischen Vorreiter Rhapsody und vor allem deren Frühwerke herankommen, so schlummert doch viel Potential in dieser Band. Und wer weiß, vielleicht erobert das schwedischen Sextett ja eines Tages den Fantasy Metal Thron.

Tracklist:

  • 1.Ilmarion
  • 2.Shadow the Mithril Mountains
  • 3.The Tempest
  • 4.A thousand towers white
  • 5.Fire and brimstone
  • 6.The Black Mare
  • 7.Lady of Goldenwood
  • 8.Durnir’s Forge
  • 9.The trials of Mount Farnor
  • 10.Throne of Bones
  • 11.Under the grey banner
  • 12.Ivory shores

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen