Gleich zu Anfang fallen vor allem die verspielten Keyboardlines und abweschslungsreiche Riffs auf, die perfekt ineinander greifen. Hier wird von allen Instrumenten-Fraktionen anspruchsvolle Arbeit geboten, und schnell ist auch klar, dass Dreamshade auf einen sehr modernen Sound setzen. Als Vergleich würden sich hier gut die Finnen von Mors Principium Est anbieten, die allerdings nicht mit annähernd so komplexen Songstrukturen aufwarten können.

Songs wie Revive In Me oder Eternal gehen sofort beim ersten Hören so wunderbar ins Ohr, dass bei mir hier einige Male zurück geskippt wurde, bevor der nächste Song dran glauben durfte. Ein klares Lead-Instrument gibt es nicht – Keyboard und Gitarren geben sich gegenseitig die Klinke in die Hand, erzielen unterschiedlichste Stimmungen, von druckvoll-hektischen und äußerst genretypischen Göteborg-Riffs, über breaklastige, von Keyboardmelodien durchsetzen Parts, bis hin zu tragenden Tremolo-Passagen ist hier einfach alles vorhanden.

Was allerdings anfangs als äußerst abwechslungsreich daherkommt, schmälert im Endeffekt leider auch etwas den Wiedererkennungswert der einzelnen Songs: Hier stechen nur wenige so richtig hervor. Dazu kommt noch der äußerst eintönige Gesang, der von Anfang bis Ende in der gleichen Tonlage rumkeift und keinerlei Passagen zum etwaigen Mitgrölen oder „Oh, an der Stelle hab ich was interessantes herausgehört, da muss ich gleich mal nach den Lyrics suchen“ bietet. Selbst die wenigen clean gesungenen Passagen sind so derartig hintergründig, dass sie kaum einer Erwähnung wert wären.

Nichtsdestotrotz bietet dieses Album einiges zu hören, sowohl für Genre-Fanatiker als auch für Gelgenheitshörer. Sehr zu empfehlen, um sich einen Eindruck zu verschaffen, sind auch die beiden (!) Musikvideos zu den Songs Eternal und Miles Away, die bereits im Rahmen dieses Album veröffentlicht wurden.

Fazit: Mit What Silence Hides lassen die Schweizer einen soliden Zweitling leicht progressiven, modernen Melodic Death Metals vom Stapel, der sich definitiv nicht verstecken muss und auch in Zukunft auf einiges hoffen lässt.

Anspiel-Tipps:

  • As Serenity Falls
  • Revive In Me
  • Eternal

Trackliste:

  • 01. As Serenity Falls
  • 02. Revive In Me
  • 03. Wide Awake
  • 04. Eternal
  • 05. Miles Away
  • 06. Only Memories Remains
  • 07. DeGeneration
  • 08. Erased By Time
  • 09. Open Wounds