Auf der Piazza: „Was uns nicht umbringt“ von Sandra Nettelbeck, Sommerhaus Filmproduktion
Im Wettbewerb: „Wintermärchen“ von Jan Bonny, Heimatfilm
Cineasti del Presente: „Die untergegangene Familie“ von María Alché, Pandora Filmproduktion
71. Locarno Festival vom 1. – 11. August 2018

Drei filmstiftungsgeförderte Produktionen sind zum 71. Locarno Festival eingeladen. „Was uns nicht umbringt“ von Sandra Nettelbeck wird auf der Piazza Grande in Locarno Weltpremiere feiern. Das Drama „Wintermärchen“ von Jan Bonny läuft im Wettbewerb des Festivals um den Goldenen Leoparden. „Die untergegangene Familie“ von María Alché wird in der Reihe Cineasti del Presente zu sehen sein. Die argentinische Regisseurin gibt mit der argentinisch-brasilianisch-deutsch-norwegischen Koproduktion, an der die Pandora Filmproduktion beteiligt ist, ihr Langfilmdebüt.

„NRW zu Gast in Locarno! Gratulation an Sandra Nettelbeck und Produzent Jochen Laube zur Einladung auf die Piazza, an Jan Bonny und seine Produzentin Bettina Brokemper zur Wettbewerbseinladung, und last but not least María Alché und der Pandora Filmproduktion zur Einladung des Langfilmdebüts. Wir freuen uns, dass Carlo Chatrian, der künftige Berlinale-Direktor, einmal mehr filmstiftungsgeförderte Filme in seinem Festival präsentiert“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW.

„Was uns nicht umbringt“

Der Kinofilm von Sandra Nettelbeck, die Regie führte und das Drehbuch schrieb, wurde von der Sommerhaus Filmproduktion produziert und entstand in Koproduktion mit dem ZDF, Cineplus und den Ruhr Sound Studios. Die Dreharbeiten fanden u.a. in Köln und Wuppertal statt. Es spielen August Zirner, Johanna Ter Steege, Barbara Auer, Oliver Broumis, Jenny Schily, Christian Berkel, Mark Waschke, Deborah Kaufmann, Peter Lohmeyer, Bjarne Mädel und weitere. Die Filmstiftung förderte den Kinofilm mit 400.000 Euro, weitere Unterstützung kam von FFHSH, MFG, BKM, DFFF. Alamode wird „Was uns nicht umbringt“ in die deutschen Kinos bringen, den Weltvertrieb übernimmt Beta Film. Mit Sandra Nettelbeck verbindet die Filmstiftung eine langjährige Zusammenarbeit, so wurden z.B. „Bella Martha“ mit Martina Gedeck und „Mr. Morgan’s Last Love“ gefördert, die ebenfalls auf der Piazza in Locarno gezeigt wurden.

Zum Inhalt: Als habe Maximilian als gefragter Psychotherapeut und geschiedener Vater nicht genug Sorgen, mit seinen jugendlichen Töchtern, seiner stürmischen Ex-Frau Loretta, dem schwermütigen Hund, und seinen Patienten, denen er immer weniger zu helfen weiß. Da verliert der Therapeut sein Herz an eine Patientin namens Sophie, und seine Professionalität gerät ins Wanken. „Was uns nicht umbringt“ erzählt mit melancholischer Heiterkeit von Sinnkrisen und Herzensangelegenheiten in der Mitte des Lebens, von den Höhen und Tiefen, wenn die zweite Lebenshälfte schon begonnen hat.

„Wintermärchen“

Regisseur Jan Bonny schrieb auch das Drehbuch, gemeinsam mit Autor Jan Eichberg. Das Drama wurde vollständig in NRW gedreht – in Essen und Umgebung – und von der Kölner Heimatfilm produziert. Die Filmstiftung förderte die Produktion mit 300.000 Euro. Es spielen Thomas Schubert, Ricarda Seifried und Jean-Luc Bubert.

Zum Inhalt: „Wintermärchen“ erzählt die Geschichte von Becky, Tommi und Maik, einer dreiköpfigen rechten Terrorzelle, die im Untergrund lebt und von landesweiter Aufmerksamkeit träumt. Verstrickt in eine komplexe Beziehung aus Liebe, Hass und Freundschaft führt ihr Weg der Zerstörung zu einer Reihe von Gewaltverbrechen. Ihre angeblichen Werte wie Ehre, Stolz und Loyalität fallen ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit zum Opfer.

„Die untergegangene Familie“

Regisseurin und Drehbuchautorin María Alché, die mit „Die untergegangene Familie“ ihr Langfilmdebüt vorstellt, war bereits mit mehreren Kurzfilmen in Locarno vertreten. Die Hauptrollen spielen Mercedes Morán und Esteban Bigliardi. Die Filmstiftung förderte die argentinisch-brasilianisch-deutsch-norwegische Koproduktion von Pasto Cine (ARG), mit der Kölner Pandora Filmproduktion, Bubbles Project (BRA) und 4 1/2 (NOR), mit 60.000 Euro.

Zum Inhalt: Marcelas harmonisches Familienleben droht auseinander zu brechen, als ihre Schwester und enge Vertraute Rina überraschend stirbt. Das Entrümpeln von Rinas Wohnung bringt viele Erinnerrungen an die Generation ihrer Eltern zutage, plötzlich sitzen Onkel und Tanten leibhaftig an der Kaffeetafel, und Marcela muss ihre Mutter gegen böse Vorwürfe verteidigen. Als sie Nacho, einen Bekannten ihrer Tochter, kennenlernt, entschließt sie sich, mit ihm auf eine kleine Reise zu gehen.

Das Locarno Festival ist eines der wichtigsten internationalen Filmfestivals und findet in diesem Jahr vom 1. – 11. August statt. In den vergangenen Jahren haben hier filmstiftungsgeförderte Filme zahlreiche Preise gewonnen, darunter den Publikumspreis für „Das Wunder von Bern“ von Sönke Wortmann (Produktion: Little Shark Entertainment). Im vergangenen Jahr wurde „3/4“ von Ilian Metev (Produktion: Sutor Kolonko) mit dem Goldenen Leopard in der Sektion Cineasti del Presente ausgezeichnet. Auf der mit 8.000 Plätzen weltberühmten Piazza feierten zahlreiche filmstiftungsgeförderte Filme ihre Weltpremiere, wie z.B. „Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Lars Kraume (Produktion: zero one film) oder „Paula“ von Christian Schwochow (Produktion: Pandora Filmproduktion).

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Pressemitteilung: Film- und Medienstiftung NRW GmbH


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