Als wir uns am 25.03. pflichtbewusst, weil pünktlich, gegen 21.00 Uhr dem Ostbunker näherten, schallte uns schon von Weitem fröhliches Kindergeschrei entgegen.

Ein Blick in den Veranstaltungsraum bestätigte das akustische Signal dann auch visuell..

„Verdammt, was ist aus dem Dritte-Wahl-Publikum geworden?!“ waren dann auch folgerichtig meine ersten Gedanken. Etwas verloren setzten wir uns auf eine Treppe und harrten der Dinge. Den Punkrock-Nachwuchs in allen Ehren, ist ja schließlich die Zukunft, aber dass das Publikum sooo homogen ausfallen musste…

Pünktlich, wie das bei Konzis so ist, und wir uns das eigentlich hätten denken können (ja, ich weiß, Kathi!), nämlich um so ca. 21.30 Uhr, eröffneten dann Pannkooken aus Hagen a.T.W. den Abend mit ihrem doch recht hochwertigen Rotzcore auf deutsch und zum Glück verhielt sich die homogene Masse keineswegs zurückhaltend, sondern ließ sich zum Pogen und Mitgröhlen animieren.

Das skurrile Bild, das Sänger Marco mit umgehängtem Keyboard, in Jackett und super-stylishen Riesen-Plüsch-Tiger-Tatzen-Puschen abgab, wirkte vielleicht als Sympathieträger ;o), konnte aber (zum Glück!) nicht davon ablenken, dass der Kerl und seine Kollegen ihr Handwerk beherrschten (ja, auch am Keyboard!) und sich auch textlich mit teils sinnentleerten, teils politischen Lyrics nicht zu verstecken brauchten. Grandiose Tappingsoli!

Zweiter angekündigter Act waren Die Bilanz aus Hannover, die eigentlich ihren Frühachtziger-Deutschpunk zum Besten geben sollten. Taten sie aber nicht.

Die Band, die sich da als nächstes mit frechem Grinsen als ebensolche vorstellte, erwies sich als Endstation Hass aus Ibbenbüren, die kurzfristig eingesprungen waren und selbstlos unter einigem Stress mit dem Auto losgehetzt waren, um Die Bilanz zu ersetzen, die irgendwie auf der Strecke geblieben waren – Was ohne Probleme gelang.

Nach wie vor scheute sich das Publikum nicht, Einsatz zu zeigen, diesmal war es auch schon etwas gemischter, zumindest ließen sich vor der Bühne bereits einige reifere Gesichter blicken.

Komplett wandelte sich das Bild, als sich die drei Herren von Dritte Wahl auf die Bühne begaben. Genauso alt eingesessen wie die Band sah mittlerweile die Meute aus und langsam war der Raum proppenvoll. Die Deutschpunkband, die sich 1987 in der ehemaligen DDR gründete, begeisterte mit einer guten Mischung aus alten Gassenhauern wie „So wie ihr seid“ oder „Konvoi des Todes“, und verwandelte den Platz vor der Bühne in ein einziges Knäuel aus pogenden Leuten, das fast bis zur Tür reichte. Kein Wunder, nach fast zwei Jahrzehnten auf der Bühne haben sich Dritte Wahl ein Publikum erspielt, das weiß, was es zu erwarten hat. Nämlich auf den Punkt gebrachte, intelligente Texte, die mit dynamischem Hardcore, schnellen Gitarren und eingängigen Singalongs daherkommen.

Hatten sich meine Anfangsbefürchtungen also glücklicherweise nicht bewahrheitet, sondern ich hatte bekommen, was ich von Dritte Wahl erwartet hatte. Schön!

Setlist Pannkooken:

01.Sklaven des Konsums

02.Ohne mich

03.Kannst du mich verstehen?

04.Macht kaputt was euch kaputt macht

05.Primitiv und laut

06.Guten Morgen Deutschland

07.Schmeiß dein mühevoll zusammengekauftes Leben über Bord der Aida

08.Hit the lights

09.Deine Eltern sind von Nike

Setlist Endstation Hass:

01.EH

02.Totenmetropole

03.Asozial

04.Querulant

05.Vereint

06.TagX

07.USM

08.-

09.Dankeschön

10.Lovesong

11.Punk

12.Basi Blues

13.Bloody Bones

Setlist Dritte Wahl:

01.Dritte Wahl

02.Feige Helden

03.Und jetzt?

04.Wo?

05.Greif ein

06.Störung

07.Die Zeit

08.Auf der Flucht

09.Brot & Spiele

10.Plakativ

11.Tobias

12.Fortschritt

13.Militär

14.Schreie hinter Glas

15.Resolution

16.Schaum auf der Ostsee

17.So wie ihr seid

18.Dummheit kann man nicht verbieten

19.Sklave

20.Zeit bleib stehen!

21.Halt mich fest

22.Sonne & Meer

23.Hash

24.Auge um Auge

25.Weißes Boot

26.Lust

27.Konvoi des Todes

28.Fragen

29.Mainzer Strasse

30.Troops

31.Macht die Augen auf!

32.Betty Blue

33.SAS Beluga

34.Kleiner Planet

35.Willst du?

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