Wertung: 6 von 10

Dysylumn - ConceptariumDYSYLUMN ist ein Duo aus dem französischen Lyon, das sich auf dem vorliegenden Debutalbum hauptsächlich dem sphärischeren Death Metal verschrieben hat, aber auch progressivere Einflüsse zulässt. Trotz der Unterbesetzung kommt kein Instrument aus der Konserve: Während Camille Olivier Faure-Brac professionell die Felle bearbeitet, ist Projektgründer Sebastien Besson für alle Saiteninstrumente sowie die Vocals zuständig. Allerdings lässt man auch mal diverse Sessionmusiker an Bass, Akustikgitarre oder Gesang ran. Dieses 2010 gegründete Projekt ist, soweit es der Info entnehmbar ist, als Tribut an einen verstorbenen Bekannten zu verstehen. Im Laufe der Bandgeschichte brachte man es bisher erst auf eine EP im Jahre 2013, deren Cover dem Album übrigens verblüffend ähnlich sieht. Da die Texte in französischer Sprache verfasst sind (was man aber nicht hört, da der Gesang recht undeutlich ist), sind weitere Angaben über das Konzept der Band leider nicht möglich. Aufgrund des Weltall-Covers mit den im schwarzen Loch verschwindenden Planeten tippe ich aber mal auf eine nicht allzu genreunspezifische Abhandlung über Tod, Leid, Nichts und Niemanden.

Aus musikalischer Sicht betrachtet fällt zunächst vor allem eins auf: Die Jungs scheinen nicht nur ihre Instrumentalkünste von (neueren) Morbid Angel gelernt zu haben, auch der Sound der Franzosen weist erstaunliche Parallelitäten auf. Allerdings begibt man sich damit auch auf sehr dünnes Eis, denn die Kunst, Komplexität und Atmosphäre zu verbinden, ist wesentlich schwieriger, als „nur“ die Technik der Instrumente zu beherrschen. Und daran beißen sich die Franzosen ziemlich die Zähne aus, obwohl man wie etwa beim Song „Cauchemar“ manchmal sehr nahe an diese magische Grenze herankommt. Über größere Strecken klappt das Zusammenwirken der Instrumente eher nicht so recht: Während die Drums mit vielen flinken Wirbeln daherkommen, wirkt die Musik drum herum im Großen und Ganzen doch recht schwerfällig und kommt nicht so recht in die Gänge. Bildlich vergleichbar ist es etwa mit einem festgefahrenen Fahrzeug, dessen Reifen nur noch durchdrehen, den Karren aber nicht wirklich vom Flecken kriegen. Besonders deutlich wird der Effekt bei „Agonie“.

Ebenfalls passt die Gitarrenarbeit manchmal nicht richtig zusammen: Sehr schnelle, komplizierte Riffs a la Nevermore werden manchmal überlagert von dröhnenden Ein-Ton-Geheule, das wie eine einsetzende Sirene als Fremdkörper im Soundgewand wirkt. Stellenweise schafft man aber vor allem bei den langsamer gespielten, nicht zu sehr überfrachteten Parts richtig gute Momente, die etwa der Anfang von „Conceptarium Pt. II“. Leider wird die Spannung aber nicht bis zum Schluss durchgehalten sondern von zu komplexen Gitarrenriffs und Drumwirbeln wieder zerrissen. Schade, denn Potential ist definitiv da und bestimmt auch großartig umsetzbar, wenn man nicht ständig auf sein virtuoses Können hinweisen müsste.

Abschließend bleibt auch nach mehrfachem Hören von „Conceptarium“ ein etwas unausgewogener Eindruck zurück, wenngleich die Platte auch alles andere als schlecht ist. Etwas weniger Sturm und Drang, dafür mehr auf den Punkt gebrachte Songs mit Tiefgang an den richtigen Stellen sind hoffentlich eine nicht zu anspruchsvolle Forderung an die zukünftigen Werke der Band.

 

Tracklist:

1.Vide spatial 04:08
2.Cauchemar 03:05
3.Esclave céleste 04:13
4.Conceptarium Pt. I (2015) 04:39
5.Conceptarium Pt. II (2015) 04:37
6.Agonie 03:31
7.Réveil 03:18
8.Voyage Astral 05:05
9.Nébuleuse 07:13

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen