Zigaretten haben einen entscheidenden Makel: Sie gelten als ungesund. Verbrannter Tabak verfärbt Finger und Zähne. Außerdem trübt der Zug am Glimmstängel den Geruchs- und Geschmackssinn. Als moderne und logische Weiterentwicklung erfreut sich die E-Zigarette längst einer hohen Beliebtheit. Nicht nur bietet die technische Umsetzung ein variantenreiches Angebot an Aromen, sondern stellt zugleich eine gesündere Alternative für hartgesottene Raucher dar.

Was ist eine E-Zigarette?

Auch wenn die E-Zigarette wie eine moderne Erfindung wirkt, erblickten die ersten Prototypen bereits Mitte des 20. Jahrhunderts das Licht der Welt. Gegen Dominanz und unkritischen Konsum der klassischen Zigarette konnte die jedoch nicht ankämpfen. Das Image des Tabaks hat inzwischen spürbar gelitten und der Wind weht nun aus einer anderen Richtung. Der Clou gegenüber den herkömmlichen Tabakprodukten: Inhaliert wird nicht der Qualm von verbrannten Substanzen. Vielmehr basiert die Funktion auf dem Verdampfungsprinzip. Durch den fehlenden Verbrennungsprozess entstehen keine risikobehafteten Kanzerogene und andere gefährliche Stoffe. Teer, Benzol oder Kohlenmonoxid fallen deshalb nicht der Lunge zur Last. Als zentrales Bauteil zieht der Verdampferkopf vorbereitetes Liquid aus einem Tank ein und erhitzt dieses über den Siedepunkt (65 bis 100° C). Ein einfacher Zug genügt, um den aromatischen Dampf einzuatmen. Für diesen Vorgang ist eine Energiequelle in Form eines Akkus unabdingbar. Diese wichtigen Unterschiede trennen das Rauchen vom Dampfen. Zudem existieren Flüssigkeiten ohne Nikotinzusatz speziell für langjährige Zigarettenkonsumenten, die mit ihrer Nikotinsucht brechen möchten. Zwar gilt die elektrische Variante nicht zweifelsfrei als vollkommen unbedenklich, dennoch stellt sie die bessere sowie vielfältigere Alternative dar. Aus folgenden Einzelteilen setzt sich eine E-Zigarette zusammen:

– Akku
– Mundstück
– Liquid-Tank
– Verdampferbasis
– Verdampferkopf

Einweg oder langfristiger Gebrauch?

Neugierige Interessenten decken sich zu Testzwecken mit günstigen und kompakten Einweg-Modellen ein. Diese bleiben dem technischen Verschleiß ausgesetzt. Kritische Komponenten sind die Heizspiralen, der Verdampferkopf sowie der Akku. Ein Austausch defekter Bauteile ist bei dieser Variante nicht möglich. Hersteller verbinden die einzelnen Komponenten miteinander, sodass Verbraucher nach Überschreiten der Lebensspanne zu einem neuwertigen Modell greifen müssen. Der klare Vorteil liegt in den niedrigen Anschaffungskosten. Allerdings fällt die Qualität der Verarbeitung und das Leistungspotenzial bei dieser Art teils sehr schwankend aus. Minderwertige Artikel bremsen das Dampfvergnügen sogar unnötig aus. Freunden sich Einsteiger letztendlich mit dem Dampfen an, bietet auf lange Sicht das Mehrweg-Modell eine komfortable und versiertere Option. Der Wechsel einzelner Komponenten auf Wunsch oder individuelle Modifikationen sind möglich. Diese Eigenschaften erlaubt nicht nur notwendige Reparaturen im Fall eines Defektes, sondern eine erhöhte Haltbarkeit. Während des Gebrauchs entstehen Rückstände vom Verdampfungsprozess und drohen die Zuverlässigkeit der E-Zigarette zu beeinträchtigen. Außerdem hätten diese in extremen Fällen Geschmacksverfälschungen mit durchaus unappetitlicher Note zur Folge. Hersteller umwerben Kunden mit teils fantasievollen Ausführungen, die neben dem äußerlichen Design besondere Funktionen offenbaren. Anwender besitzen bei den merklich größeren E-Zigaretten mehr Kontrolle über Handhabung. Dementsprechend verlangen Anbieter als Kompensation einen höheren Kaufpreis.

Liquids: Geschmacksrichtungen und Zusammensetzung

Das wohl wichtigste Merkmal einer E-Zigarette bleibt jedoch das Liqiud. Diese Flüssigkeit enthält eine aromatische Beimengung, die dem Dampfer beim Einatmen einen individuellen Geschmack verleihen. Abhängig von persönlicher Präferenz existieren Liquids mit Nikotinanteil als Unterstützung von aktiven Rauchern. Andere Nutzer kommen hingegen völlig ohne Nikotinzusatz aus. Die Abstufung der Beimengung schwankt je nach Angebot. Die Inhaltsstoffe setzen sich in der Regel aus vier Grundsubstanzen zusammen. Als Hauptträger dient destilliertes Wasser. Darüber hinaus dürfen im europäischen Raum neben Nikotin auch Propylenglycol, pflanzliches Glycerin und natürliche Aromen darin enthalten sein. Nutzer dürfen über die Dosis des Nikotins selbst entscheiden. Als Empfehlung gilt für Starter ein Anteil von 5 mp/ml. Allein die Anzahl der Anbieter auf dem Markt ist beinahe erdrückend. Dementsprechend sind Aromen, Variationen mit unterschiedlichem Nikotingehalt und experimentelle Richtungen in hundertfacher Ausführung erhältlich. Die individuellen Vorlieben einzelner Personen wird durch dieses großes Spektrum größtmöglich abgedeckt. Der klassische Tabak als Aroma ist deswegen aber noch lange nicht obsolet. Viele Raucher bevorzugen zu Entwöhnungszwecken ein Liquid, das besonders nahe dem Original entspricht. Aber auch ausgefallene Mischungen mit fruchtigen, süßen oder erfrischenden Noten tummeln sich auf dem Markt. Obstsorten, Lakritz, Milch, Vanille, Tees, Minze oder nussige Geschmackssorten – die schiere Auswahl wirkt wahrhaft beeindruckend. Die gigantische Aromavielfalt spricht also eine umfangreichere Zielgruppe im Vergleich zu reinen Tabakgenießern an. Genügt das nicht, bilden spezielle Sets die Grundlage für Experimente. Mit einem Selbstmischer mixen sich Anwender ihre eigenes Liquid zusammen. Diese kleinen Baukästen gehören längst untrennbar zur Kultur des Dampfens dazu und stellen ein attraktives Alleinstellungsmerkmal dar. Typische Liquid-Sorten lassen sich wie folgt einteilen:

Fruchtaroma: Apfel, Ananas, Banane, Birne, Brombeere, Haselnuss, Erdbeere
Tabak: Best of Tobacco, Bruley Tabak, Oriental, Royal, Virginia
Spezial: Cold Arctic, Eierpunsch, Magiv Purge, Zimt, Zuckerwatte
Süß: Bananenmilch, Honig, Cocos, Karamell, Praline, Sahne, Lakritze, Marzipan
Getränke: Cola, Cappuccino, Whisky, Jamaica Rum, Eistee, Brandy, Kaffee

Die angegebenen Sorten dienen nur exemplarisch zur Veranschaulichung. Tatsächlich existieren weitaus mehr Aromen.

Propylenglykol oder VG?

Typische Bestandteile des Liquids sind Propylenglykol oder pflanzliches Glyzerin (VG). In vielen Fällen setzen Hersteller auf ein Gemisch aus beiden Substanzen. Diese nehmen Einfluss auf das Geschmacks- und Verdampferlebnis. Selbstanwender dürfen sich an unterschiedlichen Mischverhältnissen probieren und deren Auswirkung studieren. Für grobe Zuordnung aus allen Grundstoffen mit Wasser, PG, VG und Nikotin existieren bereits vier Klassifikationen: Traditionelle Base, Fifty Fifty Base, Velvet Base sowie Dripper Base. Allerdings bleibt eine Beachtung eines hohen Reinheitsgrades aller Komponenten essenziell. Besonders hohe Auflagen müssen Anbieter in Deutschland erfüllen. Eine offizielle Zulassung (EG Nr. 1334/2008) weist legal vertriebene Aromen für den Gebrauch mit Liquids aus. Aromen dürfen nur stark verdünnt zur Anwendung kommen. Propylenglykol ist eine farb- und fast geruchslose Substanz. Im Gegensatz zu pflanzlichem Glyzerin besitzt es eine niedrigere Viskosität. Außerdem gilt PG bereits als erprobter Zusatzstoff in der Lebensmittelindustrie und ist daher tendenziell unbedenklich. Die dünnflüssige Konsistenz bringt bei manchen Verdampfern Vorteile. Sie neigen weniger zur Verstopfung und ein kontinuierlicher Durchfluss des Liquids ist somit garantiert. Ein weiterer Vorzug besteht in dem intensiven Geschmack, den die Beimengung von PG forciert. Vor allem Raucher sollten dem PG-Anteil Aufmerksamkeit schenken. Denn mit Nikotin versetzte Liquids sorgen für ein stärkeres Sättigungsgefühl und lassen das Bedürfnis nach dem Stoff aus der Tabakpflanze rascher absinken. Menschen, die also den Umstieg auch aus gesundheitlichen Gründen anstreben, finden in Liquids mit hohem PG-Anteil die geeignete Basis für ihr Vorhaben.

Leider reagieren Menschen in seltenen Fällen mit einer allergischen Reaktion auf die Verwendung von PG. Betroffen sind in erster Linie die Schleimhäute in der Mundhöhle. Die Reizungen gehen in der Regel ohne weitere Behandlung zurück. Zur Vermeidung empfiehlt sich speziell für die sensibilisierte Zielgruppe der Kauf von Liquids auf reiner VG-Basis. Glyzerine auf pflanzlicher Basis (Vegetable Glycerine) haben also trotz ihrer vergleichsweise zähflüssigeren Charakteristik und verminderten Transportfähigkeit der Aromen eine Existenzberechtigung. Zusätzlich müssen Besitzer eines Mehrweg-Modells bei der Wahl einer E-Zigarette einen hochwertigen Verdampfer berücksichtigen. Ansonsten können Nachflussprobleme das Dampfen nachhaltig stören. Reine VG-Basen sind außerdem nicht völlig geschmacksneutral, da sie stets eine leicht süßliche Note vermitteln. Markantes Merkmal bleibt der deutlich dichtere Dampf im direkten Vergleich mit PG-Liquids.

Aromavielfalt der E-Liquids

Aromavielfalt der E-Liquids


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