Aus Italien schwappt momentan ja nicht unbedingt wenig rüber, siehe Sinestesia oder Resurrecturis. Den ganz großen Fang haben uns die Götter der Pasta und Pizzagerichte aber noch nicht beschert. Auch mit Edge Of Forever und ihrem dritten Longplayer „Another Paradise“, wird wieder ordentlich, rockiges Material geboten, technisch einwandfrei, aber praktisch kein Dauerbrenner, der lange in Erinnerung bleibt.


Um Edge Of Forever in wenigen Sätzen zu beschreiben: Die Hard Rock-Band um Sänger Alessandro Del Vecchio versteht es, super eingängige, melodische Songs zu schreiben, die mit einer Menge Pathos, klangvollen Backgroundgesängen und Bon Jovi-Anleihen Stimmung machen. Dabei kommen wunderbar klischeehafte Soli und die obligatorischen Keyboardeinlagen nicht zu kurz. Das Handwerk wird also souverän ausgeführt und Vecchios Gesang ist überaus lobenswert, auch wenn er etwas an den schon oben erwähnten, wesentlich berühmteren Genossen, erinnern mag.

Leider sind alle neun Eigenkompositionen nicht besonders abwechslungsreich und ähneln sich stark. Es bleibt also ein Gefühl von nichts, nach dem Hören dieser Scheibe. Mit dem ewig nervtötenden Alltime-Cover „What A Feeling“ (wer hat das noch nicht verwurschtet?) machen Edge Of Forever in meinen Augen, einen Schuss in den Ofen. Hier schlägt der Weichspülsound wirklich haushohe Wellen. Einziger Vorteil, dieses Lied bleibt einmal (wieder) hängen und dürfte bei einer Partygemeinschaft wohl wahre Gesangsorgien auslösen.

Insgesamt gesehen ist „Another Paradise“ wieder einmal ein gutes Beispiel, dass man als Band zwar wenig falsch gemacht hat, aber mit der Musik trotzdem nicht so wirklich ankommt. Fans von U.D.O. oder Gotthard dürften wohl doch ihren Gefallen daran finden.

Tracklist:

  • 01. Distant Voices
  • 02. Another Paradise
  • 03. Lonely
  • 04. Edge Of Life
  • 05. I Won’t Call You
  • 06. My Revenge
  • 07. What I’ve Never Seen
  • 08. What A Feeling
  • 09. Eye Of The Storm
  • 10. Against The Wall