Trauervoll geht eine Ära zuende, das Mournful-Abschiedskonzert im „Westwerk“.

Es lag schon eine etwas komische Stimmung im Raum, Mournful-Abschieds-Konzert; Mournful gehen auseinander;

leere, traurige aber auch erwartungsvolle Blicken huschten durch das JZ Westwerk.

Auch die Stimmung im Backstage war nicht all zu toll. Vorbei die Zeiten..

Schon komisch, die Jungs der Band saßen den Abend über im kleinem Kreis irgendwo hinten in einer kleinen Ecke im Backstage, zu keinem Statement bereit und um ehrlich zu sein, ich wollte sie auch nicht ausfragen, so „trauervoll“ sahen die Jungs aus.

Mournful, die grad noch neue Demos aufgenommen hatten, weg, jetzt, einfach, aber nicht ohne Worte, „wenn schon richtig“ dachten sich die sympathischen Jungs aus dem Ruhrpott.

Und die Worte bestanden aus Drawn, Boundless Rails und Sight Unseen, alles Local Heros aus Osnabrück und Ibbenbüren.

Den Anfang machten Drawn im noch nicht ganz vollen Westwerk.

Vielleicht 30 oder 40 Zuschauer bekamen sie zu sehen.

Drawn, die 2006 ein neues Demo raus bringen werden, hatten vielleicht einen schweren Start, da die Meute so kurz vor Weihnachten irgendwie nicht in Laune gebracht werden konnten. Aber die Jungs machten sich nichts draus und spielten eine gute Show.

Herzzerreißende Lyrics, gespart mit coole Shoutpart von Sänger Henning. Die Genre-typischen Gitarren und Drum Sets im Ohr, schafften sie es dann doch einige der Zuschauer in Bewegung zu bekommen.

Die Show der Jungs war alles andere als langweilig, die Gitarren flogen, keine unnötigen und blöden Kommentare zwischen den Sets. Passend; gespielt wurde alles von „Airport“ bis „Something made us odd“. Und außerdem gab es noch Songs vom neuen Demo zu hören.

Genial, aber viel zu kurz; nach 30 Minuten ohne Zugabe mussten Drawn die Bühne verlassen, etwas fertig aber zufrieden.

The next on Stage, Boundless Rails, die 4 Jungs und das eine Mädel, rockten mit Punk-Einflüssen das Haus.

Auch sie wussten ebenfalls gut mit dem Publikum umzugehen und schafften es doch, dass sich die Zuschauer noch etwas näher an der Bühne trauten, zwar erst nach zahlreichen Ermahnungen, aber dann doch irgendwie.

In der Zwischeneit hatte sich das Westwerk auf fast 100 Leute aufgefüllt, das sollte aber noch nicht alles sein.

Die Musik der „Endlosen Gleise“ machte Laune und das merkte man auch, wenn man die Band so auf der Bühne sah, „die haben Spaß am spielen“. Aber, trotz dem Spaß auf der Bühne ging kein Ton daneben. Der Sänger hat eine zu der Musik passende Stimme, kräftig stark und durchdringend.

Leider, hatte man manchmal das Gefühl, das man die Gitarren-Akkorde schon zu oft gehört hat. Klar, zum Spaß haben war es super gute Mucke, aber irgendwie fehlte da manchmal das gewissen Etwas am Set.

Aber, ganz umsonst hat die Band den „Rock in der Region 2005“-Contest nicht gewonnen, und vielleicht auch genau deshalb, weil es den Leute momentan stinkt immer diese schwere, komplizierte Musiker-Kost genießen zu müssen.

Es kann sein, dass es genau das ist, was das gewisse Etwas der Band ausmacht. Man kann spekulieren man kann schreiben, aber im Endeffekt entscheiden die Fans und die haben sich richtig entschieden.

Aber auch diese Band ließ nach etwa 30 Minuten die Hüllen…, nein, die Gitarren fallen und, wahrscheinlich auch wegen dem straffen Zeitplan an diesem Abend, hat es dann auch nicht mehr für eine Zugabe gereicht.

Kurze Verschnaufpause und natürlich ein kleiner Umbau, dann ging es weiter mit Sight Unseen.

Die Band die seit September mit neuem Sänger die Bühnen Deutschlands unsicher macht, versuchten den Mournful-Jüngern noch einmal die Tränen aus dem Gesicht zu wischen und sie nochmals mit guter Musik abzulenken.

Ja, Sight Unseen, neben Mournful eigentlich die Band an diesem Abend. Eigener Sound, geile Sets, perfekter und szene-typischer Gesang und passende Lyrics.

Es gibt nicht viele Bands die einen Sängerwechsel gut verkraften, bei Sight Unseen sollte man da aber keine Befürchtungen haben.

Man soll zwar Bands nicht „schubladiesieren“, weil Bands immer einen eigene Sound mitbringen, aber bei Sight Unseen lässt sich dies nicht vermeiden, da sie eigentlich ins perfekte Bild der bekannten Post Hardcore / Screamo Bands passen.

Sie haben genau den Sound, auf den die Leute stehen, und das machen sie dem Hörer sehr schnell klar. Klare aufgeteilte Shoutparts und Gesangparts, perfekt, herrlich.

Aber die Band kann nicht nur abgehen und eine Mosh-Pit bildende Wirkung auf das Publikum haben, nein, sie können sich auch zusammenraufen und wahnsinnig gute Balladen spielen.

Aber auch dieses Set war nach etwa 45 Minuten einfach wieder viel zu schnell vorbei. Die Stimmung im Westwerk war aber da, die Leute standen jetzt vor der Bühne und wollten nur noch abgehen.

Ein perfekter Start für Mournful.

Die letzte Show, aber wirklich die letzte Show!

Hilden war gestern, heute ist Osnabrück.

Auf die Frage, warum grad Osnabrück bekam ich die Antwort: „Einfach nur weil in Osnabrück die besten Shows in 8 Jahren Mournful stattgefunden haben!

Na, wenn das mal kein fettes Lob an die Osnabrücker Fans ist.

Mournful stiegen stark ein, es ist ihre letzte Show, und da darf man nicht versagen, so oder so ähnlich war ihre Devise an diesem Abend.

In ihrem Set spielten sie nicht nur alte Stücke von den bekannten Alben sondern auch was von ihrem unveröffentlichten Album, was durch die Auflösung der Band nicht mehr fertig geworden ist.

Zwischen den Lieder kam es öfters mal dazu, dass sich der Sänger mächtig über alles ausgekotzt hat was ihm über die Jahre so gestunken hat, wer soll es ihm verübeln, heute konnte er das gerne mal machen.

Aber einen richtigen Grund warum das Ende kam?! Die Frage des Abends eigentlich, die bliebt irgendwie aus.

Keine Information, nirgends, selbst gute Freunde der Band wussten es nicht, und wenn dann waren es nur Gerüchte.

Aber es war ja nicht alles schlecht, die Stimmung die herrschte war super, das Publikum ging ab und Mournful spielten eine super Show.

Das Set war gut 1 ½ Stunden lang und bracht die Meute wirklich zum Tanzen.

Es folgten noch zwei lange Zugaben und dann verabschiedeten sich Mournful zum letzten Mal mit einem donnernden Applaus von der Bühne.

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