Dass der Winter sich langsam aber sicher ankündigt, wird schon den meisten aufgefallen sein, aber am vergangenen Sonntag brach über Osnabrück die Eiszeit herein. Eisbrecher spielten mit Zin als Support im Hyde Park und präsentierten ihr neustes Album.


Pünktlich um 20 Uhr begannen Zin mit einer Mischung aus Alternative und elektronischen Klängen um das Publikum vor dem Frost etwas warm werden zu lassen. Zwei Alben und eine Single haben die vier Jungs schon herausgebracht und traten äußerst charismatisch auf. Das Stück „Symbiosis“ zum Beispiel war ein ruhiger Song, jedoch war ebenfalls einiges Material dabei, das zum Mitfeiern einlud. Auch wenn sich zu diesem Zeitpunkt nur wenige Fans vor der Bühne versammelt hatten, hat die Band sich absolut Mühe gegeben und konnten sicherlich einige Zuhörer von ihrem Sound überzeugen. Mit den Worten „Auf Wiedersehen“ in ihrem letzten Stück verabschiedeten sich die vier Leipziger und überließen die Bühne dem Hauptact.

Nach einer kurzen Pause hätte es wohl eisig werden sollen im Hyde Park, doch stattdessen brachten Eisbrecher, ganz getreu ihrem Namen, die Menschenmenge zum kochen. Begonnen wurde mit dem Tourthema und gleichnamigen Albumtitel „Eiszeit“, bei dem die Künstler noch in dicken, mit Pelz besetzten Mänteln auf die Bühne traten, die aber schnell abgelegt wurden. Titel wie „Böse Mädchen“, „Bombe“,„Schwarze Witwe“ und „Kinder der Nacht“ repräsentierten das aktuelle Album und wurden vom Publikum begeistert aufgenommen und mitgesungen. Mitunter wurde es allerdings ganz still im Raum, als ein besonderes Stück erwartet wurde, für das Gitarrist Noel Pix und Sänger Alexx die Akustikgitarren hervorholten. Es entpuppte sich als eine Version des Klassikers „Tränen lügen nicht“, in dem insbesondere über Niedersachsen berichtet wurde.

Die Songs wurden mit dem Augenmerk auf Abwechslung ausgewählt und waren eine gelungene Mischung von Stücken aus allen vier Alben, die von der Gruppe bisher erschienen sind. Besonders natürlich die aktuelle Scheibe und der Vorgänger „Sünde“ kamen nicht zu kurz. So wurden der Hit „Leider“, der häufig auch in einschlägigen Discos gespielt wird, sowie zum Beispiel „Heilig“ und „Komm süßer Tod“ gespielt. Als Sänger Alexx begann, sich mit einem Jägerhut und einer, ebenfalls an die Jagt erinnernde, Weste zu kleiden und nebenbei die Fahne von Bayern schwenkte, konnte dies nur eine Ankündigung bedeuten: der nächste Song heißt „This Is Deutsch“, einem sehr gesellschaftskritischem Stück vom Album „Sünde“. Der Titel „Amok“ wurde ebenfalls eindrucksvoll inszeniert, abgesehen vom Sänger schlugen alle vier Musiker gehörig auf die Pauke, beziehungsweise auf große Trommeln und erzeugten dadurch einen stimmungsvollen, brachialen Klang.

Das Publikum blieb bei diesem Konzert bei weitem nicht außen vor, der Kontakt zur Band war ausgesprochen persönlich. So gab Sänger Alexx nach einigen Schlücken gern seine Flasche Jack Daniels an die Meute weiter oder ließ die erste Reihe sich gesanglich beteiligen, wobei mehr oder weniger gute Sänger und kreative Textzeilen an den Tag kamen. Aus dem Titel „Miststück“ wurde die männliche Form „Mistkerl“. Sympathien sammelte die Band außerdem durch selbstironische Witze über ihr Konzert am kommenden Donnerstag zusammen mit Alice Cooper.

Abgesehen vom stellenweise etwas durchwachsenen Sound war es insgesamt ein schönes, eiskalt und gleichzeitig heißes Konzert mit gut gemischten Songs und einer Band, die sichtlich Spaß an ihrem Auftritt hatte. Und wenn man noch nicht genug bekommen kann, muss nicht einmal lang gewartet werden, denn die Jahresabschlusskonzerte im Dezember stehen an.

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