Wertung: 7 von 10

Eisenfunk steht bei Last.fm im Bereich der Industrial Musik unter den angesagtesten Künstlern aktuell. Und daran ist nicht zuletzt der Fleiß die vier Münchener Schuld. Seit Projektgründung im Jahre 2006 erschienen bereits drei Alben, das vierte folgte nun vor wenigen Wochen und weist mal ein ganz besonders originelles Konzept auf.


„Das Projekt sollte eine Fusion aus harten Industrie Beats, mit vielen Noise-Elementen und simplen aber schönen Melodien sein. Der Name entstand ohne jeglichen Hintergedanken oder irgendeine Aussage. Michael wollte einen hart klingenden Namen, der einfach zu der Art der Musik passte. Nach ca. 2 Sekunden Bedenkzeit entstand der Name Eisenfunk für das Projekt.“ Last.fm erklärt hiermit, woher dieser verrückte, aussagekräftige Name herkommt. Ich erläutere im folgenden, was Eisenfunk mit „8 Bit“ noch so alles mit sich bringen.

Bei den 15 Songs handelt es sich größtenteils um Allegorien auf eine Achtziger Jahre Computer-Thematik. Das Internet noch in militärischer Hand und die Computer noch so groß wie Einfamilienhäuser, bot der „Commodere 64“ als erster Heimcomputer mit 8 Bit und 64 KByte Arbeitsspeicher zum ersten Mal noch nie da gewesene Möglichkeiten. Mit dem ersten Song „Load „*“, 8,1″ wird bildlich der Startbefehl zum großen Tanzabenteuer gegeben. Bei dem in der Tat existierenden Computer-Befehl Load „*“, 8,1, wurde beim C-64 der Startbefehl gegeben, um vorhandene Programme auf der Diskette zu starten. Eine perfekte Metapher und musikalisch wird obendrein auch gehörig eingeheizt und Laune gemacht.

Der Song „Pong“ (Ein Tischtennis ähnliches Computerspiel, in den 70ern berühmt geworden und mittlerweile einer der Urväter der Videospielgeneration) wird auf „8 Bit“ gleich in fünf verschiedenen Variationen angeboten. Dass dieser Song auch einer der größten Ohrwürmer der Scheibe ist, wird auch deutlich, wenn man sich mal anschaut, was es mittlerweile für Tanz-Imitationen von Fans gibt, die von diesem Stück inspiriert wurden.

Ein weiterer Welthit, und damit übertreibe ich nicht, denn ich behaupte, dass jeder diese Melodie schon mal gehört hat, ist „Korobeinki“. Für normal sterbliche auch als Tetris-Musik bekannt. Eine geniale, fröhlich machende Interpretation eines Evergreens in der Computerspiel-Welt.

Sehr erwähnenswert ist auch Track Nummer sieben „Medieval Bit“, ein Mix aus schottischer Volksmusik, Mittelalter-Musik, Kinderlied und elektronischen Hammerbässen. Sehr originell, auffallend und gelungen. Eben wieder ein Ohrwurm.

Mit „Shutdown -R Now“ (Einem Befehl zum Neustarten) wird der gebührende Abschluss gefeiert. Musikalisch ruhiger, mit gedrosseltem Tempo, klingt der Beat-Tornado aus und hinterlässt ein unterhaltenes, erheitertes Gemüt.

Fazit: Allein schon die Idee, Computerspiel-Sounds zu verwenden und zu recyclen, ist genial. Um ehrlich zu sein, auf sowas hat man doch gewartet. Klassiker wie die Tetris-Melodie mit geilen, packenden Industrial-Klängen zu kombinieren ist schon fein und genau das Richtige, um laut aufzudrehen und die ersten Frühlingstage zu genießen.

Tracklist:

  • 01. Load „*“,8,1
  • 02. Pong
  • 03. ‚

Eisenfunk‚ Quattro GTI

  • 04. Korobeinki
  • 05. Conquer
  • 06. Hymn
  • 07. Medieval Bit
  • 08. Egoshooter
  • 09. Super Space Invaders
  • 10. Pong (600XL RMX By Xotox)
  • 11. Pong (Bodyharvest RMX)
  • 12. Pong (Beati Mortui RMX)
  • 13. Pong (Terrorfrequenz RMX)
  • 14. Duck And Cover (C=64 Edit)
  • 15. Shutdown -R Now