Passend zum Wintereinbruch in Deutschland laden Subway To Sally am 2. Weihnachtstag zur Eisheiligen Nacht in den Bielefelder Ringlokschuppen ein. Mit dabei sind die Spielleute von Saltatio Mortis, die NDH Truppe Heldmaschine und die Dark Rocker Unzucht.


Zuletzt genannte beginnen auch den Konzertabend pünktlich und sorgen damit bei dem ein oder anderen für etwas Verwirrung, weil man davon ausgegangen war, dass Unzucht erst an zweiter Stelle im Billing dran sind. Nichtsdestotrotz ist die Halle bereits jetzt gefüllt und die Stimmung gut. Abgesehen davon, dass der Gesang zwischenzeitlich etwas zu leise ist, kann man sich auch über den Sound nicht beklagen. Die Mischung aus harten Gitarrenriffs, einem kompromisslosen Schlagzeug und elektronischem Einschlag kommt knallhart aus den Boxen und drückt ordentlich aufs Zwerchfell. Besonderen Beifall bekommt das Heros Del Silencio Cover „Entre dos Tierras“, welches Sänger Daniel Schulz mit voller Inbrunst darbietet. Abgeschlossen wird das durchweg kurzweilige Set mit „Engel der Vernichtung“ bei dem sowohl die Band wie auch das Publikum noch einmal alles gibt. Das macht Lust auf mehr.

Es folgt die aus der Rammstein Coverband Völkerball hervorgegangene Heldmaschine. Und dieser Einfluss ist während des gesamten Gigs omnipräsent. Nicht nur, dass die Songs in Instrumentierung, Arrangement und Struktur stark an Rammstein in seiner Frühphase erinnern, auch die Bühnenshow und die Kostüme könnten direkt aus dem Fundus der Berliner stammen. Zu Beginn des Auftritts trägt Sänger René Anlauff eine Art JetPack, aus dem grüne Strahler hervorkommen und unterstützt damit effektvoll die eindrucksvolle Lichtshow. Insgesamt macht die Band eine super Show und hat das Publikum auch ganz gut im Griff. Dennoch erschließt sich mir nicht so ganz, warum sie nach Unzucht spielen. Denn bei Unzucht war seitens des Publikums schon noch eine ganze Menge mehr los.

Als dann nach kurzer Umbaupause das Intro zu „Früher war alles besser“ aus den Boxen dröhnt, wird ziemlich schnell klar, dass ein Großteil der Besucher auf jeden Fall auch für Saltatio Mortis gekommen ist. Vor der Bühne wird es jetzt eng und die Stimmung ist super. Die Spielleute sind ebenfalls super aufgelegt und bieten eine klasse Show. Charismatisch wie eh und je schmettert Alea Songs wie „Idol“, „Prometheus“ und den all-time Bandklassiker „Uns gehört die Welt“ von der Bühne. Bei „Eulenspiegel“ initiiert die Band dann einen schönen Gesangswettbewerb zwischen Männern und Frauen, was die Stimmung noch weiter anheizt. Was die Songauswahl angeht, beschränkt sich die Band überwiegend auf „Aus der Asche“, „Das scharze IXI“ und „Sturm aufs Paradies“. Dafür gibt es aber auch zwei neue Songs zu hören. „Willkommen in der Weihnachtszeit“ und „Wo sind die Clowns“, welche beide von den Fans abgefeiert werden. Man kann dem Publikum förmlich die Dankbarkeit für die neuen Songs anmerken.

Etwas irritierend ist für mich, dass Alea seine obligatorische Crowdsurfeinlage heute bei „Ode an die Feindschaft“ durchzieht. Auf „Falsche Freunde“ wartet das Publikum heute vergebens. Darüber hinaus verabschieden sich Saltatio dann mit einer ziemlich ruhigen und merkwürdigen Version des „Spielmannsfluch“ von der Bühne. Der Grund dafür soll sich aber am Ende des Abends noch herausstellen.

Subway To Sally bedienen sich heute einem weitaus größeren Spektrum ihres musikalischen Schaffens als Saltatio Mortis zuvor. Von „Foppt den Dämon“ bis hin zum aktuellen Album „Mitgift“ werden insgesamt sieben Alben berücksichtigt. Los geht es mit „Warte, Warte“ und „Schwarze Seide“, bevor man mit „Feuerland“ einen etwas älteren Song spielt und dazu auch eine ordentliche Feuershow abfährt. Das ist ganz nach dem Geschmack der Bielefelder Fans und es wird gesungen, gesprungen und geklatscht. Auch Sänger Eric Fish beweist heute wieder einmal seine Fähigkeiten als Rampensau und besticht durch ein lupenreines Stageacting mit guter Publikumsinteraktion. Spätestens jetzt hat die Band die Meute vor der Bühne voll im Griff. Und so werden auch Klassiker wie „Unterm Galgen“ oder „Traum vom Tod II“ gefeiert wie nichts Gutes. Dabei schafft die Band es sogar noch, die Stimmung zu steigern und erst beim finalen „Sieben“ zur Explosion zu bringen. Und so verwundert es nicht, dass es einen Augenblick dauert, bevor die ersten Zugabenrufe laut werden.

Und diese Zugaben geben Subway To Sally heute mit Unterstützung ihrer Freunde von Saltatio Mortis. Und nun wird auch klar, warum die Truppe um Sänger Alea den „Spielmannsschwur“ zunächst nur angespielt hat. Denn neben den Subway Klassikern „Kleid aus Rosen“ und „Veitstanz“ werden mit dem bereits genannten „Spielmannsschwur“ und „IX“ auch noch zwei Saltatio Mortis Stücke von beiden Bands zusammen gespielt. Eine super Sache, die bestens ankommt. Das ist definitiv der Höhepunkt des Abends. Aber ein Subway To Sally Konzert wäre kein Subway To Sally Konzert, wenn der letzte Song nicht „Julia und die Räuber“ wäre. Also schnallt sich Eric Fish den Dudelsack um, und auf geht es in den letzten Song, welcher von der gesamten Halle lautstark mitgesungen wird.

Und damit geht ein absolut runder Konzertabend zu Ende, der auf der ganzen Linie als voller Erfolg gewertet werden kann.

Setlist Saltatio Mortis

  • 1.Intro
  • 2.Früher war alles besser
  • 3.Idol
  • 4.Sündenfall
  • 5.Prometheus
  • 6.Uns gehört die Welt
  • 7.Eulenspiegel
  • 8.Willkommen in der Weihnachtszeit
  • 9.Wachstum über alles
  • 10.Nur ein Traum
  • 11.Satans Fall
  • 12.Koma
  • 13.Wo sind die Clowns
  • 14.Ode an die Feindschaft
  • 15.Habgier und Tod
  • 16.Worte
  • 17.Spielmannsschwur (mit Piano Intro)

Setlist Subway To Sally

  • 1.Warte, warte
  • 2.Schwarze Seide
  • 3.Feuerland
  • 4.Wo Rosen blühn
  • 5.Wenn Engel hassen
  • 6.Traum von Tod II
  • 7.Unterm Galgen
  • 8.Grausame Schwester
  • 9.Ellen Schmitt
  • 10.Für immer
  • 11.Weidengarten
  • 12.Das schwarze Meer
  • 13.Tanz auf dem Vulkan
  • 14.Sieben

Gemeinsam mit Saltatio Mortis

  • 15.Kleid aus Rosen
  • 16.IX (Saltatio Mortis Cover)
  • 17.Spielmannsschwur (Saltatio Mortis Cover)
  • 18.Veitstanz

Zugabe

  • 19.Julia und die Räuber

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