Die finnische Metal Band Ensiferum wurde im Jahr 1995 von Markus Toivonen sowie Kimmo Miettinen und Sauli Savolainen gegründet. Die aktuelle Besetzung hingegen beinhaltet nur mehr Markus Toivonen, welcher durchwegs auch beinahe alle Songs der Band selbst schreibt. Die Band besteht aus Petri Lindroos (Gitarre wie Gesang; seit 2004), Markus Toivonen (Gesang und Gitarre), Janne Parviainen (Schlagzeug; seit 2004), Sami Hinkka (Bass wie Gesang; seit 2004) und Emmi Silvennoinen (Keyboard; seit 2007).

Ensiferum – erstes Konzert 1996

Ensiferum - die finnischen Schwertträger

Ensiferum – die finnischen Schwertträger

Markus Toivonen kam die Idee eine Metal Band zu gründen, als er bei der Coverband Dark Reflections Gitarre spielte und mit dem Nachspielen von Pantera oder Megadeth Songs seine Erfüllung nicht mehr fand. Mit Kimmo Miettinen, dem Schlagzeuger der Coverband wie auch einem Freund Sauli Savolainen wurde die Band Ensiferum ins Leben gerufen, welche im Jahr 1996 ihr erstes Konzert gaben. Im Dezember 1996 hatten die Finnen ihren Auftritt im Pasila Youthcenter, wobei das Konzert lediglich ein Lied umfasste.

1998 verließen Miettinen als auch Savolainen die Band aus unterschiedlichen Gründen, wobei es nicht schwer fiel durchwegs schnell geeigneten Ersatz für die finnische Band zu finden.

Ensiferum nahm immer wieder Demo CDs auf, bis jedoch im Jahr 2000 der erste Plattenvertrag mit Spinefarm Records über die Bühne ging. Das Debut Album „Ensiferum“ wurde noch im selben Jahr veröffentlicht.

Im Jahr 2003 begannen die Arbeiten für das Nachfolgewerk. „Iron“ sollte das Album heißen, welches in Kopenhagen aufgenommen wurde. 2007 wurde das dritte Album veröffentlicht, welches durchwegs schon für den kommerziellen Erfolg in Finnland sorgte. Im November 2007 wurde eine Tournee in Kanada gespielt; Ende 2007 wurde zudem eine Europa Tour gespielt. Im Jahr 2012 veröffentlichte Ensiferum ihr fünftes Album „Unsung Heroes“ und schaffte es binnen weniger Jahren zum absoluten Insider Tipp im Bereich Folk Metal zu werden.

Ensiferum wurde im Jahr 2001 veröffentlicht, stieg jedoch nicht in die Charts ein. Mit „Iron“ 2004 hingegen gelangte es der Band in den Finnischen Charts auf Platz 17 zu steigen. Mit „Victory Songs“ im Jahr 2007 stieg man auch erstmals in die deutschen Charts ein. In Deutschland gelangte das Album auf Platz 37 der Charts, in Finnland erreichte man Platz 6. Mit dem 2009 veröffentlichten Album „From Afar“ gelang es der Band auf Platz 25 der deutschen Charts zu klettern. In Österreich war das Album auf Platz 64, in der Schweiz auf Platz 57. In Finnland landete man auf Platz 9. Mit „Unsung Heroes“ im Jahr 2012 erzielte Ensiferum in Finnland mit Platz 3 das bislang beste Chartergebnis. Auch in Deutschland (Platz 15), Österreich (Platz 27) und Schweiz (Platz 25) konnte man zunehmend Erfolge feiern.

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Exklusiv-Interview mit Sami Hinkka (Ensiferum)

Zum neuen Album „Victory Songs“ gaben mir Ensiferum und OsnaMetal.de die Gelegenheit, ein Telefon-Interview mit Sami Hinkka, dem Bassisten von Ensiferum, zu führen. So konnte ich Fragen zum kommenden, wenn auch verspäteten, Album stellen.

Meine erste Frage ging auch prompt um diese zweimonatige Verspätung, welche Sami mit den bereits auf der Website bekannt gegebenen Gründe bestätigen konnte. „Die Verspätung ist leider aufgrund von Lizenzproblemen und Produktionsrückständen zustande gekommen“.

Doch das Hauptaugenmerk eines jeden Viking Metal und Ensiferum Fans wird wohl auf das Album an sich gerichtet sein. Ich hatte die Gelegenheit und die Ehre, schonmal ausgiebig reinzuhören und schon beim ersten Hören drängte sich mir ein Gedanke auf: Haben Ensiferum da ein Konzeptalbum geschaffen?

Was man schon anhand der bereits bekannten Songtitel erahnte schien sich bewahrheitet zu haben.

Doch Sami konnte das ausschließen. Es klinge vielleicht ein wenig so, aber realistisch gäbe es kein Konzept, keine Planung wie das Album aussehen sollte. Ähnlich der Ereignisse der vergangenen Zeit bzw. Jahre, wie Sami mir deutlich machte. Primär entstamme es aus den ganzen Emotionen, die sich angestaut und ihr Ventil in der Musik gefunden haben. Man hört das zwar in letzter Zeit von diversen Bands, doch dieses Album beeindruckt mit seinem mitreißenden Potenzial und den überwältigenden Emotionen.

Es soll noch viel mehr eine Nachricht überbringen: „We’re still here!“ hörte ich ihn selbstsicher und bestimmt sagen.

Das nach Konzept riechende Gesamtbild hat die Jungs selbst erstaunt, ist aber beim Mischen und beim Anordnen der Songs von alleine entstanden. Göttliche, oder Odinsche Fügung?

Wie dem auch sei, die von der Stimmung her herausstechensten Songs werden „Victory Song“, der letzte und mit stolzen 10.38 Minuten längste Song des Albums, und

“Deathbringer from the Sky” sein. Sie erscheinen in Struktur sehr ähnlich und haben beide Chorelemente, doch sind sie stimmungsspezifisch völlig polarisierend, sie wirken wie gegensätzliche Zwillingsbrüder.

Besonders “Victory Song” wird überraschen. Laut Sami „the best Song“ und da kann ich ihm nur recht geben, eine Hymne aus stolzen Chören und viel Pathos, aber mit untypisch positiver Stimmung – Wie das siegreiche Ende einer Schlacht. Enorm emotional und enorm kurzweilig. Ein langes und langsames, instrumentales Intro, das nach kurzer Zeit von elektronischen Instrumenten abgelöst wird und in Ensiferum-typischen schnellen Riffs und Drums endet, bevor Petri Landroos das Mikro nimmt und tut, was er halt kann. Unterbrochen wird er lediglich von dem gelungenen Refrain, einigen Soli und Männerchören auf Finnisch.

Ein großartiges Stück für die kommenden Auftritte, wenn man Sami glauben schenken darf. Es sei bereits in der Songliste für die kommenden Auftritte. Wir werden sehen.

Wobei das Stück einzig und allein auf dem Refrain basiert.

Denn dieser war zuvor auf einer Demo in einen anderen Song verarbeitet. Doch dieser Refrain war den Jungs einfach zu genial um ihn mit dem schlechten Rest des Songs versauern und verschwinden zu lassen und prompt wurde um diesen der „Victory Song“ aufgebaut. Ein Glück, wird man mir sicher zustimmen.

„Deathbringer from the Sky“ wird im Sound her von “Blood is the Price of Glory” eingeleitet. Beide sind aggressiv und schnell, erinnern an die Anfangsjahre von Ensiferum und werden das Herz alteingesessener Anhänger sicher höher schlagen lassen. Doch „Deathbringer from the Sky“ wirkt emotionaler und ist mitreißender. Ein epischer Song, schnell und hart wie ein Brett. Der Auftakt in die Schlacht, die Victory Songs darzustellen scheint.

Sami: „We’re giving the shit out in this Song” und da hat er recht und er muss es wissen, schließlich ist es sein Baby.

Die bereits erhältliche Single Auskopplung „One More Magic Potion“ bietet einen guten Vorgeschmack auf das Album, sie ist seit dem 7.2.2007 in den Läden.

Woher aber kommt die Inspiration, für dieses Album, das Sami selbst als das „Best Album ever“ betitelt? Fragte ich sowohl mich selbst als auch ihn.

Ein kurzes Seufzen war von der anderen Seite zu vernehmen, aus einem Büro der „Spinefarm Records“, bevor die Antwort kam.

Wie gesagt ist es hauptsächlich von den Anstrengungen der letzten Jahre geprägt, den Wechseln in der Band, wobei Jari Mäenpää nur der bekannteste war. Kurz nach Jari im Dezember 2004 ging auch Bassist Jukka-Pekka Miettinen, der durch Sami ersetzt wurde, und 2005 Oliver Fokin, der von Janne Parviainen am Schlagzeug ersetzt wurde.

All diese Wechsel und Unstimmigkeiten kann man als Grund für die relativ wenigen Alben und die Stimmung des Aktuellsten verantwortlich machen. Abgesehen von „Victory Song“ pendelt die Stimmung zwischen Wut bzw. Zorn und Verzweifelung.

„We are still here“ bekommt so noch einen anderen Sinn, der Raum für Spekulationen lässt.

Doch wo ich schon bei diesen ganzen Differenzen des Line Ups bin, fragte ich mich, wie es zwischen Ensiferum und Jari Mäenpää bzw. dessen Band <b

„Everything´s cool“ kann mir Sami versichern. Die Band an sich hätte zwar keinen Kontakt, verständlich, denn außer Keyboarderin Meiju Enho und Markus Toivonen hat keiner der aktuellen Musiker Jari näher gekannt, aber Markus, der schon seit frühester Kindheit mit Jari befreundet ist, pflegt mit ihm seine Freundschaft.

Ist es denn dann möglich diese beiden großen Bands gemeinsam zu sehen?

„Its possible, would be great to tour with them!” Sami hat sie in Helsinki auf Amon Amarth’s Tour „With Oden on our side“ gesehen und war positiv überrascht.

„No bad blood“ also, das freut!

Amon Amarth, eine großartige Liveband, wie mir Sami versicherte und was ich nur aus eigener Erfahrung bestätigen kann, brachten mich zu Frage:

Welche Musik inspiriert ihn, was hört Sami eigentlich privat?

Er sei seit langer Zeit ein Fan von Iron Maiden, was wohl weniger überrascht und ohne zu zögern bejahter er mir die Frage ob Iron Maiden so was wie eine Ikone für ihn seien. Sie hätten ihn schon in seiner Zeit bei Rapture geprägt und begleitet.

Ansonsten lauscht der Bassist auch gerne Moonspell, den Red Hot Chili Peppers und, man höre und staune, finnischer Volksmusik.

Diese kann, wie man ja aus dem Humpaa kennt, auch sehr unterhaltsam sein und hat rein gar nichts mit der Volksmusik unserer Gefilde zu tun.

Musik sei für ihn zwar Inspiration, allerdings in den wesentlichen Teilen der Musikschaffung, etwa beim Songwriting oder der Zeit des Einspielens, sei Ruhe und Stille das Wichtigste für ihn. Das halte den Verstand und den Kopf klar und auf das Ziel gerichtet. Man mag jetzt vielleicht sagen, dass es seltsam erscheint, doch Sami erläutert seinen Hang zur Ruhe:

Das Leben und die finnische Natur um ihn und die Jungs von Ensiferum sind es die ihn und sie inspirieren. Besonders die großartige finnische Natur liegt Ihm am Herzen. „Keeps you humble and thankful!”; dankbar für das was man hat, und lässt einen erst erkennen wie klein man selbst in dieser Welt ist.

Also keine abgehobenen Typen.

Als Schlusswort bat ich Sami noch um einige Sätze an die Fans und zum Album, die ich auch gerne unverändert überbringe:

„Enjoy it! Its not an easy album, hear it often, lock the doors and take time to see through it.

Take care of yourselves!”

Am 14.3.2007 erscheint „Victory Songs“ in Finnland, am 20.3.2007 im Rest der Welt.

Autor: Sagerion (Gast-Redakteur)

Ensiferum – From Afar

Seit dem letzten Album „Victory Songs“ sind nun etwas mehr als zwei Jahre her, und somit ist es mehr als Zeit für einen neuen Silberling der finnischen Schwertträger.

Nun ist es aber so, dass Vorgängeralben gewisse Erwartungen wecken und in diesem Falle ganz besonders, denn „Victory Songs“ stand für eine Reihe von Erfolgen: Ensiferum debütierten damit bei Drakkar Records, bestritten diverse Liveauftritte, insbesondere auf Festivals (Paganfest, Wacken Open Air etc.) vor allem in Europa und Amerika, und verhalf den vier Herren und der Dame, sich endgültig als Größe des Genres zu etablieren. Kein Wunder eigentlich, bei einem gut produziertem Album mit dichter Atmosphäre, das die eher lahme Vorgänger-EP „Dragonheads“ locker vergessen machte.

„From Afar“ beginnt, wie bisher alle Ensiferum-Alben, mit einem instrumentalem Intro. Und nachdem „Ad Victoriam“ wie die Ruhe vor dem aufziehenden Sturm der „Victory Songs“ war, wirkt „By The Dividing Stream“ eher wie eine lästige Pflichterfüllung. Zwar ist ein bisschen akustische Gitarre und ein bisschen Blockflöte ganz nett als musikalischer Aperitif, aber diese drei Minuten und fünfzig Sekunden sind langatmig. Der Paukenschlag folgt jedoch auf dem Fuße, und mit dem Titelsong „From Afar“ fängt das Album eigentlich erst richtig an und gibt die Richtung vor: Dieses Album ist aggressiver, wirkt wesentlich reifer als seine Vorgänger, sowohl vom Gesang her, der tiefer geworden zu sein scheint, als auch vom Sound her. Hierbei entledigte man sich fast gänzlich von langsamen Stücken und gab den schnellen, zornigen Brettern den Vorrang, wodurch eine sehr viel ernstere und kraftvollere Atmosphäre erschaffen wird. Dabei verlieren die Folk-Elemente an Bedeutung und sind im wesentlichen zum Intro oder Zwischenspiel degradiert, dafür rücken die Viking-Elemente zurück in den Mittelpunkt.

Natürlich gibt es weiterhin Fanfaren oder andere Blasinstrumente, um eine epischere Untermalung zu erreichen, ohne scheint es einfach nicht mehr zu gehen, doch ergänzen sie nur die Stimmung und Instrumente. Gänzlich aus der Reihe springt dann aber doch der Song „Stone Cold Metal“: Etwa ab der Hälfte des Songs gibt es einen Break und es wird umgeschaltet auf ein countryartiges Banjosolo.

Bei allem Tempo, und besonders in den zwei Stücken mit über 10 Minuten Spielzeit, verschwimmt der Sound nie, alles wirkt sehr sauber, wohl konstruiert und technisch gut produziert. Hierfür ist das Team aus Janne Joutsenniemi, der schon „Victory Songs“ produziert hat, sowie Nightwish-Produzent Tero Kinnunen und Hiili Hiilesmaa verantwortlich, also alles erfahrene Männer des finnischen Metalgewerbes.

Beim Artwork blieb aber mal wieder alles beim Alten: der bekannte Ensiferum Wikinger steht in einer Landschaft, dieses Mal vor einem Bergsee in winterlicher Nacht, am oberen Rand steht der Bandname, am unteren Rand der Albumtitel.

Zum Release wird es insgesamt fünf verschiedene Packages geben. Wie immer als Standard Jewelcase und Limited Digipack mit einem zusätzlichen Song, das Nordman-Cover „Vandraren“, weiter wird es aber auch noch drei Pakete mit Merchandise geben: In diesen Paketen gibt es zum Limited Digipak eine Biertragetasche, ein T-Shirt oder einen Kapuzenpullover, alle drei mit eigens zu diesem Zweck entworfenen Design. Ob sich der entsprechende Extrapreis dafür lohnt, kann ich nicht beurteilen, verlockend wird es dennoch für den eingefleischten Fan sein.

Zu Beginn dieses Reviews sprach ich noch von Erwartungen, die erfüllt werden müssten. „From Afar“ erfüllt meine Erwartungen an Ensiferum eindeutig, es ist eine Weiterentwicklung und macht viel Spaß durch die Energie, die Spielfreude und den satten Sound.

Autor: Christoph Wagner

Ensiferum – Victory Songs

Nachdem Ensiferum 2004 mit „Iron“ ihr letztes „richtiges“ und vollständiges Album veröffentlicht hatten war nun wirklich genug Zeit vergangen, um endlich mal wieder Neuland der Finnen hören zu dürfen.

„Victory Songs“ liefert mit neun brandneuen Songs mit einer Gesamtlänge von knapp 50 Minuten reichlich Stoff für die Ohren. Zwar scheinen Ensiferum mit dieser neuen Scheibe ihre Musik nicht neu erfunden zu haben, jedoch ist dies meiner Meinung nach keinesfalls negativ zu bewerten. Mit der „Iron“ schienen die fünf Finnen ihre Richtung durchaus schon gefunden zu haben, und beweisen dies mit dem jetzigen neuen Album einmal mehr. Auch wenn das grobe Konzept der Musik nicht neu ist so ist alles noch eine Spur reifer und vollständiger. So scheinen alle Songs klar strukturiert und keineswegs überladen. Bestes Beispiel hierfür ist „Blood Is The Price Of Glory”, welcher direkt als zweiter Song nach dem knapp über drei minütigen Intro-Song folgt und durchweg schnelles Tempo mit viel Power bietet. Gleich dieser Song spiegelt Ensiferum meines Erachtens mit am besten wieder, da hier fast alle der Finnen genutzten Asse ausgespielt werden.

Besonders zu erwähnen sind die cleanen Gesang Parts, die im Gegensatz zu der „Iron“ wesentlich besser gelungen sind.„Deathbringer From The Sky“ beginnt mit einem Power-Metal ähnlichen Kreischer und erinnert allgemein mehr an True/Power-Metal, als beispielsweise an den zuvor genannten Song. Als fünften Track gibt es „One More Magic Potion“, welcher schon zuvor als Single mit einem wirklich gelungenen Cover von „Lady in Black“, im Original von Uriah Heep, veröffentlicht wurde. Was genau die Single-Veröffentlichung auf sich hat kann ich nicht so ganz verstehen. Es ist doch im Allgemeinen nicht gerade üblich in dieser Szene, Singles auf den Markt zu bringen. Aber nun gut, den ein oder and Anderen wird’s wohl gefreut haben. „One More Magic Potion“ leitet in einer gewissen Form alle folgenden Songs ein, da von nun an scheinbar mehr Wert auf instrumentale Folklore-Einschübe gelegt wurde. So lassen sich immer wieder Panflöten, Streicher und wesentlich mehr cleaner Gesang wieder finden, begleitet mit sehr klaren Gitarrenmelodien und einem nicht mehr allzu schnellen Grundtempo. Hiermit stark zu vergleichen ist „Wanderer“, welcher gleich als nächster Song folgt. Dieser ist noch ein Stück weit melodischer und langsamer gehalten und bietet den perfekten mitreißenden Folkloresound, der hier das erste Mal richtig zur Geltung kommt.

Mit Ausnahme von „The New Dawn“ sind die drei restlichen Songs ebenfalls sehr auf Folk getrimmt. Nur eben genannter achter Song fällt hier mit schnelleren Riffs und weniger akustischen Stellen aus dem Rahmen und bringt einen leider ein Stück weit weg von der Melancholie der vorherigen Tracks. „The New Dawn“ ist ähnlich aufgebaut wie „Blood Is The Price Of Glory” und schafft eine ähnliche rasante Stimmung.Treu dem Motto „Das Beste zum Schluss“ haben Ensiferum mit „Victory Song“ den wohl besten Track dieses Albums geschaffen. Ich kann mich spontan an keinen anderen Song erinnern der mehr unter die Haut ging. Mit etwas mehr als zehn Minuten nicht nur der längste, sondern auch der vollkommenste bietet dieser Song einen wirklich gelungenen Aufbau, der sich von der ersten bis zur letzten Minute permanent in Sachen Tempo und Fülle steigert.

Zwar war ich zuerst ein bisschen enttäuscht, dass dieses lange ersehnte neue Album nichts wirklich neues zu bieten hat, jedoch gefällt es mir nun von Tag zu Tag besser. Besonders hervorheben muss man allerdings, ich muss es noch mal sagen, die cleanen Gesangparts, die auf diesem Album wirklich zahlreich vertreten sind aber keinesfalls überdimensioniert wirken. Im Vergleich zu der „Iron“ vor drei Jahren finde ich selbige diesmal wesentlich besser gelungen, vielleicht oder gerade wegen dem mittlerweile bunt gewechselten Line Up der Band. Wie auch schon zuvor gesagt, es klingt einfach alles noch ein Stück weit reifer. Alles andere, alles neue, wäre wahrscheinlich nicht besser gewesen.

Autor: Christoph Wagner

Ensiferum – Unsung Heroes

Die Schwerttragenden sind wieder auf Tour. Etwa drei Jahre nach ihrem letzten Album präsentieren Ensiferum mit „Unsung Heroes“ ein komplexes Werk, das allerdings geradlinig den auf „From Afar“ (2009) eingeschlagenen musikalischen Weg fortsetzt.

In tiefgreifenden Balladen und munter vor sich hin stampfenden Folk-Hymnen geht es dieses Mal um die vergessenen und unbesungenen Helden. Auf dem neuen Langeisen haben die Finnen einmal mehr an ihren Ecken und Kanten gefeilt und ihrem Sound noch mehr Tiefe und Komplexität gegeben. Die große Anzahl an verschiedenen Instrumenten, die variantenreichen Kompositionen und häufige Rhytmuswechsel machen „Unsung Heroes“ nicht gerade zu leichter Kost. Vorbei sind anscheinend die Zeiten in denen man Ensiferum nebenbei auf jeder Party hören konnte. Von der Leichtigkeit wie auf „Ensiferum“ (2001) oder „Iron“ (2004) ist hier nicht mehr viel zu spüren.

Auch wenn „Unsung Heroes“ nicht als Konzeptalbum konzipiert wurde, so stehen die einzelnen Stücke doch irgendwie im Zusammenhang und lassen sich gut hintereinander anhören. Nach dem instrumentalen Intro folgt direkt das bombastische „In my sword I trust“ das natürlich von den typischen Lindroos Growls lebt. Sehr eindrucksvoll sind auch die druckvollen Chöre. Eine ganze Spur langsamer geht es dann bei „Unsung Heroes“ zu Werke und zeigt die Band von ihrer melancholischen Seite. Das darauf folgende „Burning Leaves“ wurde bereits live erprobt und für absolut partytauglich befunden. Die Ensiferum typische Melodieführung, der treibende Rhythmus und der sehr eingängige Refrain machen das Stück zum ersten kleinen Highlight der Platte. Wer auf melancholischen Frauengesang steht, der wird auch „Celestial Bond“ mögen. Im weiteren Verlauf des Albums fügt sich dann mit „Star Queen“ auch noch ein zweiter Teil des Stücks ein, welcher etwas mehr Energie versprüht. Für mich sind beide Songs aber eher Skip-Kandidaten.

Denn was danach kommt fühlt sich fast wie eine Zeitreise an. „Retribution shall be mine“ gibt ordentlich Gas und die Gitarren kommen staccato-artig und hart aus den Boxen. Dieser Song hätte so auch auf einer der frühen Ensiferum Platten stehen können. Diese Geradlinigkeit und Direktheit welche der Rest des Albums ein wenig vermissen lässt machen das Stück zum wohl härtesten der ganzen Platte. Nur „Pohjola“ schlägt noch in eine ähnliche Kerbe. Allerdings haben unsere Schwertträger hier auch wieder derbe am Sound gearbeitet und in das aktuelle Gewand gepackt. So wird das Gitarren und Growl-Massaker im Hintergrund eindrucksvoll von sphärischen Synthies und hymnenhaften Chören unterstützt.

Bei dem ruhigen und wiederum melancholischen „My last breath“ kann man dann noch einmal durchatmen, bevor die Platte in das äußerst ausschweifende 17 minütige „Passion of Proof Power“ mündet. Hiermit hat Ensiferum ein ganz großes kompositorisches Werk vollbracht. Zuerst düster und geheimnisvoll, später schnell und melodisch und am Ende bombastisch und vielschichtig. Das Stück ist geprägt von unvorhergesehenen Wendungen und verschiedenen Stilen. Hier haben die Finnen wirklich noch einmal alles zusammengefasst, wofür die Band steht.

Alles in allem kann man Ensiferum bescheinigen, sich wieder ein Stück weiterentwickelt zu haben. Ich denke sogar, dass die Jungs mit „Unsung Heroes“ in den Bereichen Komposition, Songwriting und Instrumentierung ihr bislang stärkstes Album ablieferten. Was mir auf dem Album aber ein wenig fehlt ist die bereits oben angesprochene Leichtigkeit. Von Ensiferum wünsche ich mir einfach mehr partytaugliche Songs der Marke „Into Battle“ oder „Lai Lai Hei“. Insgesamt ist die Platte aber eine lohnenswerte Anschaffung.

Tracklist:
1.Symbols
2.In my sword I trust
3.Unsung Heroes
4.Burning Leaves
5.Celestial Bond
6.Retribution shall be mine
7.Star Queen (Celestial Bond Part II)
8.Pohjola
9.Last Breath
10.Passion of proof power

Autor: Erle

Ensiferum – Unsung Heroes

Glückwunsch, Ensiferum! Auch nach 15 Jahren Bandgeschichte und dem Abgrasen aller relevanten Mythen und Sagen gibt es sie doch: Die unbesungenen Helden der Schlachtfelder, die für Ruhm und Ehre mutig in den Kampf schreiten und erhobenen Hauptes durch die Lande ziehen. Pathos und Leidenschaft, die Finnen sind ihrem Werk treu geblieben und verlassen sich damit auf genau das, was sie seit jeher auszeichnet. Scheinbar.

Die Viking-Metal-Landschaft hat sich verändert. Was vor zehn Jahren noch in den Kinderschuhen steckte und langsam heranwuchs, ist mittlerweile zum Spiel- und Tummelplatz aller möglichen Metaller geworden, die von Wikingern und Mythologie häufig selbst erst durch Musik erfuhren. Wie so oft blieb die Qualität dabei nicht gerade ein konstantes Merkmal der mittlerweile so zahlreichen Veröffentlichungen. Stilistisch treffsicher waren Ensiferum hingegen von Beginn an. Vom selbstbetitelten Album bis hin zu „From Afar“ herrschte Einigkeit bei sowohl Fans als auch Kritikern.

Drei Jahre ließen sich die Skandinavier zwischen ihren letzten beiden Alben Zeit und brachten sich damit in eine undankbare Situation: Die Erwartungshaltung der Fans war schon bei der Ankündigung des neuen Werks gigantisch. Und das völlig zurecht, gehören Ensiferum doch seit jeher zur Speerspitze eines ganzen Genres. Mit dem vorliegenden Endergebnis wird schnell klar, dass die Finnen ausnahmsweise nicht gänzlich auf der Stelle traten und ihre Vision des Viking Metals verfeinert haben. Kurz gesagt: „Unsung Heroes“ klingt wie eine erwachsene Version ihrer Vorgängeralben. Und das, man kann es erahnen, spaltete die Meinungen wenig überraschend stark.

Die jugendliche Frische ist Ensiferum abhanden gekommen. Zu bescheinigen ist den Mannen dafür ein vielfältiges, musikalisch gereiftes Album, das jedoch exakt das vermissen lässt, was frühere Alben perfektioniert hat: Energie. An Keyboard-Bombast und Melodien mangelt es dabei ganz und gar nicht, wohl aber an Hymnen, die den Hörer auf gewohnte Ensiferum-Weise mit hohem Tempo fesseln und mit spannenden Riffgewittern auch dann noch überzeugen, wenn der Pathos schon merklich in die Länge gezogen wird. Statt dem Gefühl, inmitten von Kriegern um sein Leben zu kämpfen, hat „Unsung Heroes“ bei Zeiten den Charme einer Kaffeefahrt, die viel verspricht und wenig hält. Unterm Strich wirkt alles wie schon zehnmal gehört, nur langsamer und mit weniger Power.

Ist „Unsung Heroes“ ein durch und durch grauenvolles Album? Absolut nicht! Denn wer dem Werk eine Chance gibt, wird nicht enttäuscht sein. Selbst wenn Ensiferum musikalisch langsam aber sicher in die Jahre kommen, sind es letztendlich doch diese neuen Nuancen, die aufhorchen lassen. Ausgetretene Pfade wurden verlassen, um neue Wege zu erkunden und das Endergebnis blüht nach dem ersten Schock erst so richtig auf, wenn man sich auf „Unsung Heroes“ einlassen und seine Erwartungshaltung zurückschrauben kann.

Das neue Album ist gemächlich und bereit, den Kriegeralltag hinter sich zu lassen und einen wohlverdienten gemütlichen Lebensabend anzustreben. Ensiferum selbst sind dabei aber mit Sicherheit noch lange nicht am Ende. Mit vorbildlicher musikalischer Weiterentwicklung scheint die Zukunft gar so unvorhersehbar wie nie. Und das ist im Viking-Metal-Sektor mittlerweile der beste Ratschlag, den man jeder festgefahrenen Band mit auf den Weg geben kann, wenn alle Helden besungen und alle ruhmreichen Geschichten erzählt sind. „Unsung Heroes“ ist kein Abgesang, es ist ein Neuanfang!

Autor: Gastautor Peterli

Ensiferum – One Man Army

Wer seine Augen beim Intro schließt, fühlt sich sofort an das Schottland des 13. Jahrhunderts erinnert. Grüne Weiden, soweit das Auge reicht. Eine kühle Brise weht durch das Haar. Nach rund einer Minute wird der Ensiferum-Fan kritisch. Hat man neue Wege eingeschlagen?

Ab Minute 1:32 ändert sich alles. Das Intro läuft aus, der erste Song des neuen Albums beginnt. Und der kracht richtig. „Axe of Judgement“ lässt die friedliche Stimmung Schottlands vergessen. Ensiferum wird bereits nach wenigen Minuten ihrem Status als eine der besten Metal-Bands gerecht.

„Unsung Heroes“ erlebt eine würdige Nachfolge

Natürlich – die Latte ist hoch gelegt. Nach dem Erfolgsalbum „Unsung Heroes“, welches im Jahr 2012 neue Maßstäbe gesetzt hatte, haben die Fans einen würdigen Nachfolger erwartet. Gyula Havancsak, die schon die Cover von Blind Guardian sowie Annihilator gestaltet hatte, zeigte sich auch für „One Man Army“ verantwortlich. Das Cover repräsentiert sehr gut, was im Inneren der Hülle auf den Zuhörer wartet. Nach knapp 5 Minuten – purer Metal! So geht es auch mit Track 3 weiter. „Heathen Horde“ reiht sich gnadenlos an „Axe of Judgement“ an; ein wahrer Kracher, der Lust auf die nächsten Lieder macht. Ist Ensiferum tatsächlich ein Meisterwerk der Sonderklasse gelungen?

Bang your Head!

Wer auf eine Verschnaufpause gehofft hat, wird enttäuscht. Es darf weiter gebangt werden. Track 4: „One Man Army“. Und wer geglaubt hat, dass „Axe of Judgement“ heavy war, wird überrascht sein: Ensiferum kann es noch heftiger. Eine perfekte Mischung aus Härte und Melodie; der Song geht sofort in das Ohr. Die bislang stärkste Nummer des neuen Ensiferum-Albums. Danach folgt eine Pause für all jene, die bereits seit 15 Minuten am Headbangen sind. Doch „Burden of the Fallen“, eine knapp 2-minütige Instrumental-Version, stimmt nur den nächsten Kracher ein. „Warrior without a War“ erinnert an ein Ensiferum aus früheren Tagen. Der „klassische“ Sound, der schon auf der letzten CD in den Hintergrund gerückt war und durch härtere Gitarren und Drums ersetzt wurde, scheint dennoch wieder Platz zu finden.

Die Latte für die anderen Bands wurde hoch gelegt

„Cry for the Earth Bounds“ lässt sich mit wenigen Worten beschreiben: Old-School-Ensiferum! 8 Minuten purer O(h)rgasmus. Das Album beginnt seinen Wandel. „My Ancestors Blood“ ist eine klassische Metal-Nummer, die ebenfalls die unverwechselbare Handschrift der Metaller trägt. Mit „Descendants, Defiance, Domination“ wartet eine elfminütige Meisterleistung auf den Hörer, der „Neito Pohjolan“ folgt. Jener schließt das Ensiferum-Album. Achtung: „Neito Pohjolan“ ist tatsächlich von Ensiferum. Mehr möchten wir an dieser Stelle aber nicht verraten.

Top-Leistung – Top Album!

Ensiferum ist zurück. Nach „Unsung Heroes“ war die Erwartung groß; drei Jahre später konnte Ensiferum die Fans mit einem Nachschlag verwöhnen. 9 von 10 Punkten.

Autor: Gastautorin Elfie


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