Wertung: 9 von 10

Seit dem letzten Album “Victory Songs” sind nun etwas mehr als zwei Jahre her, und somit ist es mehr als Zeit für einen neuen Silberling der finnischen Schwertträger.


Nun ist es aber so, dass Vorgängeralben gewisse Erwartungen wecken und in diesem Falle ganz besonders, denn “Victory Songs” stand für eine Reihe von Erfolgen: Ensiferum debütierten damit bei Drakkar Records, bestritten diverse Liveauftritte, insbesondere auf Festivals (Paganfest, Wacken Open Air etc.) vor allem in Europa und Amerika, und verhalf den vier Herren und der Dame, sich endgültig als Größe des Genres zu etablieren. Kein Wunder eigentlich, bei einem gut produziertem Album mit dichter Atmosphäre, das die eher lahme Vorgänger-EP “Dragonheads” locker vergessen machte.

“From Afar” beginnt, wie bisher alle Ensiferum-Alben, mit einem instrumentalem Intro. Und nachdem “Ad Victoriam” wie die Ruhe vor dem aufziehenden Sturm der “Victory Songs” war, wirkt “By The Dividing Stream” eher wie eine lästige Pflichterfüllung. Zwar ist ein bisschen akustische Gitarre und ein bisschen Blockflöte ganz nett als musikalischer Aperitif, aber diese drei Minuten und fünfzig Sekunden sind langatmig. Der Paukenschlag folgt jedoch auf dem Fuße, und mit dem Titelsong “From Afar” fängt das Album eigentlich erst richtig an und gibt die Richtung vor: Dieses Album ist aggressiver, wirkt wesentlich reifer als seine Vorgänger, sowohl vom Gesang her, der tiefer geworden zu sein scheint, als auch vom Sound her. Hierbei entledigte man sich fast gänzlich von langsamen Stücken und gab den schnellen, zornigen Brettern den Vorrang, wodurch eine sehr viel ernstere und kraftvollere Atmosphäre erschaffen wird. Dabei verlieren die Folk-Elemente an Bedeutung und sind im wesentlichen zum Intro oder Zwischenspiel degradiert, dafür rücken die Viking-Elemente zurück in den Mittelpunkt.

Natürlich gibt es weiterhin Fanfaren oder andere Blasinstrumente, um eine epischere Untermalung zu erreichen, ohne scheint es einfach nicht mehr zu gehen, doch ergänzen sie nur die Stimmung und Instrumente. Gänzlich aus der Reihe springt dann aber doch der Song “Stone Cold Metal”: Etwa ab der Hälfte des Songs gibt es einen Break und es wird umgeschaltet auf ein countryartiges Banjosolo.

Bei allem Tempo, und besonders in den zwei Stücken mit über 10 Minuten Spielzeit, verschwimmt der Sound nie, alles wirkt sehr sauber, wohl konstruiert und technisch gut produziert. Hierfür ist das Team aus Janne Joutsenniemi, der schon “Victory Songs” produziert hat, sowie Nightwish-Produzent Tero Kinnunen und Hiili Hiilesmaa verantwortlich, also alles erfahrene Männer des finnischen Metalgewerbes.

Beim Artwork blieb aber mal wieder alles beim Alten: der bekannte Ensiferum Wikinger steht in einer Landschaft, dieses Mal vor einem Bergsee in winterlicher Nacht, am oberen Rand steht der Bandname, am unteren Rand der Albumtitel.

Zum Release wird es insgesamt fünf verschiedene Packages geben. Wie immer als Standard Jewelcase und Limited Digipack mit einem zusätzlichen Song, das Nordman-Cover “Vandraren”, weiter wird es aber auch noch drei Pakete mit Merchandise geben: In diesen Paketen gibt es zum Limited Digipak eine Biertragetasche, ein T-Shirt oder einen Kapuzenpullover, alle drei mit eigens zu diesem Zweck entworfenen Design. Ob sich der entsprechende Extrapreis dafür lohnt, kann ich nicht beurteilen, verlockend wird es dennoch für den eingefleischten Fan sein.

Zu Beginn dieses Reviews sprach ich noch von Erwartungen, die erfüllt werden müssten. “From Afar” erfüllt meine Erwartungen an Ensiferum eindeutig, es ist eine Weiterentwicklung und macht viel Spaß durch die Energie, die Spielfreude und den satten Sound.

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