Thrash Metal ist auf dieser Platte angesagt. Und zwar ein auf das Schärfste polierter. Mit ihrem zweiten Album hauen die jungen Dänen einen überragend produzierten Klumpen pfeilschnelles Gefrickel aus der Hüfte und machen direkt klar, dass das Alter definitiv nicht auschlaggebend ist. Anders als bei den Jungs von den Impalers steht bei Essence eine etwas feinere Produktion hinter dem Sound, der überragend aus den Boxen schallt.

Das Album eröffnet mit einem Intro, das direkt zeigt, was bei „Last Night Of Solace“ Sache ist. Nach kurzen Keyboardklängen schreddern direkt die Gitarren daher und definieren gleich den besonderen Sound von Essence. Das Stück „Final Eclipse“ schließt sich ohne Pause an das Intro an und donnert mit einer außerordentlichen Kraft daher. Ein Refrain, bei dem auch der Drang, die eigene Stimme mitzuerheben, rapide ansteigt, rundet das Gesamtbild des eigentlichen Openers ab, und man ist direkt geflasht vom Können der Dänen. Für mich sogar das Highlight des ganzen Albums. Aber anstatt abzuflachen bleibt das hohe Niveau konstant. Dies spiegelt sich auch in der Länge der Songs wieder: Kaum ein Stück ist kürzer als fünf Minuten und trotzdem wird einem als Zuhörer nicht langweilig. Großartige Riffs und mehr als gekonntes Drumming machen jeden Song schon fast zu einem Höhepunkt, der für sich alleine stehen kann. Wenn man schon etwas zum Mosern sucht, dann findet man es wohl als erstes beim Gesang. Dieser fügt sich zwar hervorragend in das Gesamtkonzept, ist aber für den typischen Thrasher eventuell etwas zu schreilastig. Er erinnert stellenweise etwas mehr an melodischeren Düstermetall als an Thrash. Aber wie gesagt, das ist Nörgeln auf recht hohem Niveau. Besondere Anspieltipps lassen sich bei diesem Album nur schwer ausmachen, da jeder Song in sich etwas Besonderes hat. Der nahezu stampfende Rhythmus von „Arachnida“ beispielsweise oder auch das epische „Last Night Of Solace“, das im Grunde genommen alles bietet, was Essence ausmachen. Das Ganze verpackt in über sieben Minuten feinstem Schwermetall.

Die Lobhudelei kann sogar noch dahin weitergehen, dass die Band die beschriebenen Fertigkeiten nahezu perfekt auf der Bühne umsetzen kann. Etliche Reviews zu Konzerten der letzten Hypocrisy-Tour, bei der Essence den Opener geben durften, zeigen, dass die Dänen auf der Bühne pure Energie sind und trotzdem ihre spielerischen Fertigkeiten voll und ganz ausschöpfen können.

„Last Night Of Solace“ ist meiner Meinung nach schon jetzt ein Highlight der diesjährigen Veröffentlichungen und stellt die ein oder andere Scheibe von weitaus namhafteren Bands fast in den Schatten. Ich gehe davon aus, dass diese Kombo in Zukunft auch weiter von sich reden machen wird, und kann es kaum erwarten, mich von den angepriesenen Livequalitäten auf dem diesjährigen Beastival selbst zu überzeugen. Sodom und Kreator können sich also auf würdige Nachfolger freuen…

Tracklist

  • 01. Intro
  • 02. Final Eclipse
  • 03. Arachnida
  • 04. Children Of Rwanda
  • 06. Gemstones
  • 07. Dark Matter
  • 08. Last Night Of Solace
  • 09. Opium
  • 10. Fractured Dimensions (Bonus Track)

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