Und dieser Song hat es wirklich in sich! Wenn man sich ihn anhört, dann denkt man unwillkürlich, dass es sich hierbei ja fast schon um Melodic Metal handle. Die Gitarren stampfen zümpftig aus den Boxen und die Rhythmussektion baut ein knackiges Untergerüst. Dazu kommen noch diverse Streichersamples, so dass das Lied an epischen und melodischen Metal – als Beispiel sei hier die „Suite Lingua Mortis“ von Rage genannt – erinnert.

Der zweite – ebenfalls auf dem kommenden Album enthaltene Track „U Devil U“ zeigt dann schon eher das klassische Bild der Hard Rock Pioniere. Hier gibt es melodischen Hard Rock in bester 80er Manier, der phasenweise im AOR wildert. Dabei haben die Schweden schon immer die etwas melodiösere Variante a la Kiss oder Def Leppard bevorzugt.

Beide Tracks sind durchaus nicht schlecht, können aber leider nicht den hymnischen Ohrwurmcharakter der Gassenhauer wie „The Final Countdown“ oder „Rock The Night“ erreichen. Man hat einfach das Gefühl, dass in diesem Genre schon alles gesagt wurde. Abgerundet wird die EP durch die Livetracks „Superstitious“ und „Start From The Dark“ sowie das Led Zepplin Cover „Since I’ve Been Loving You“. Alle drei Songs wurden beim Abschlusskonzert der letztjährigen Tour im legendären Londoner Hammersmith Odeon aufgenommen.

Ein Kauf dieses Silberlings lohnt sich also nur bedingt: Wer nicht gerade als Hardcore-Fan jede Live-Aufnahme seiner Lieblinge haben muss oder das neue Album gar nicht mehr erwarten kann, der darf getrost auch bis zum September warten, wenn das komplette Album – ebenfalls unter dem Namen „Last Look At Eden“ – veröffentlicht wird.