Nachdem Kopf und Gründer Matt Harvey seine Gore-Truppe vor zwei Jahren im wahrsten Sinne des Wortes exhumiert hat und mit „All Guts, No Glory“ einen wüsten und brutalen Mix aus Thrash und extremen Death Metal gezaubert hat, haben sich die Gorefetischisten erneut umstrukturiert. So kamen als Neuzugänge Rob Babcock am Bass, Mike Hamilton an den Drums und Bud Burke als zweiter Gitarrist hinzu. Letzterer dürfte dem geneigten Exhumed-Fan kein Unbekannter sein, da dieser bereits auf dem Album „Anatomy is Destiny“ und mehreren Splitveröffentlichungen zu hören war. Mit diesem frischen, regenerierten Line Up ist Exhumed ein Album gelungen, das sich in einigen Punkten vom Vorgänger abhebt. So fällt direkt beim Songwriting auf, dass sich die Herren in etwas eingängigere Gefilde begeben. Auch die Produktion ist noch etwas klarer als auf dem Vorgänger. Inzwischen ein gigantischer Unterschied zu dem, was Matt Harvey in der Anfangszeit unter dem Banner Exhumed veröffentlichte. „Necrocracy“ lässt auch textlich eine gewisse Veränderung oder auch Weiterentwicklung erkennen: Zwischen den obligatorischen Gedärmen und blutigen Textzeilen schimmern durchaus ernstere Töne durch.

Doch wollen wir uns das Ganze mal ein wenig im Detail anschauen: Schon der Opener „Coins Upon The Eyes“ ist äußert groovig, brettert aber derbe durch die Boxen, und man merkt direkt, dass man es mit Exhumed zu tun hat. Der markante Wechsel zwischen Kreischen und Growlen ist unverkennbar. Stellenweise erinnert der Sound an andere Gore-Größen wie beispielsweise die legendären Carcass. Ein solider Opener, der nicht einfach nur an das Vorgängeralbum anknüpft, sondern direkt den Beweis liefert, dass die Band sich entwickelt hat. Mit dem folgenden „The Shape Of Deaths To Come'“ legt man sogar noch eine Schüppe Groove drauf. Eingängige Riffs und hämmernde Drums dominieren bei diesem Track. Auch wenn hierbei ein wenig auf die sonst typische Brutalität verzichtet wird, so macht der Song durchweg Laune. Beim Titeltrack werden die Schrauben wieder ein wenig fester gezogen und man knüppelt sich wieder ein wenig heftiger nach vorne. Eine besondere Überraschung stellt sich bei „Dysmorphic“ ein: Im Mittelteil präsentieren die Amis einen lupenreinen Akustikpart. Eine völliges Novum auf Tonträgern der Marke Exhumed. In altbekannte Fahrwasser begeben sich die Herren mit dem Song „Sickened“. Ein brutales Stück, das ohne Gefangene zu machen nach vorne prescht. Durchaus ein Highlight der Scheibe, das so auch auf „All Guts, No Glory“ hätte Platz finden können. Ein weiteres Highlight ist das Geknüppel bei „Carrion Call“. Auch hier geht es ohne Bremse nach vorne. Der Nacken wird bei diesem Song derbe beansprucht, und es ist mein persönliches Lieblingsstück auf dem Album. Hier werden alle oben genannten Punkte zusammengefasst und die komplette Bandbreite des Albums lässt sich in diesem Stück wiederfinden. Als Rausschmeißer fungiert, das Stück „The Rotting“, und auch hier wird wieder stark gegroovt.

Alles in allem ist „Necrocracy“ ein starkes Album und für die Verhältnisse einer Band wie Exhumed sehr abwechslungsreich. Fans der frühen Goregrind-Veröffentlichungen werden sich mit Sicherheit fragen, was da passiert ist, aber im Endeffekt haben Matt Harvey und seine Mitstreiter alles richtig gemacht und ein modernes Death Metal-Brett gezimmert, das seine Wurzeln nicht im Geringsten verleugnet.

Tracklist:

  • 1. Coins upon the Eyes
  • 2. The Shape of Deaths to Come
  • 3. Necrocracy
  • 4. Dysmorphic
  • 5. Sickened
  • 6. (So Passes) The Glory of Death
  • 7. Ravening
  • 8. The Carrion Call
  • 9. The Rotting

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