OM: Hi Aggrobent, schön dass ihr Zeit gefunden habt!

Als erstes möchte ich euch bitten, euch kurz vorzustellen!

AB: Also schönen guten Tag liebe Rock’n’Roll Gemeinde, hier ist der Onanino von

der sympathischen Punk’n’Roll Kapelle Aggrobent aus dem schönen Uffeln. Uns gibt

es jetzt seid ca. 3 Jahren und wir haben uns dem drei Akkorde Rock’n’Roll

verschrieben. Die Band hat sich vorgenommen live bis zum umfallen zu spielen und

wir spielen immer und überall für Spritkohle und ne Kiste Bier.

OM:

Auffallend sind eure Pseudonyme: Beckmore, Onanino, Kannistakopp und SfrOschNOR.

Welche Namen verbergen sich dahinter und wie seid ihr darauf gekommen?

AB: Nunja, wir haben so ja alle eher langweilige Namen und da kam uns die Idee,

dass Pseudonyme da nur von Vorteil sein können und einfach cooler wirken. Ich

geh die Pseudonyme jetzt mal der Reihe nach durch, also:

Beckmore: Unser Gitarrist heißt eigentlich Beck aber da er ja bekennender

Gitarrenjunkie ist lag es einfach nahe seinen Namen in grenzenloser

Selbstüberschätzung an einen der größten Gitarristen aller Zeiten (Ritchie

Blackmore) anzupassen.

Onanino: Der Name war Beckmores Idee. Generell geht es darum das ich ein Wichser

bin aber da „Wichser“ ein scheiß Pseudonym wäre ist Beckmore auf die wundervolle

Verniedlichung „Onanino“ gekommen.

Kannistakopp: Unser Bassist ist zur Hälfte Engländer und wie ist die typisch

deutsche Beleidigung für Engländer ausser Inselaffen? Richtig, Kannisterköppe

und da wir punkig sind schreiben wir das Wort dann halt einfach nicht richtig

und fertig ist das Pseudonym.

SfrOschNOR: Unser pseudorussisches Wunderkind am Schlagzeug. Wir haben einen

möglichst russisch klingenden Namen gesucht und wer genau hinschaut wird sehen

dass wir hier eine wunderbares product placement betrieben haben….

OM:

Uffeln; Kreis Herford. Das „Dörfchen“ wirkt recht einsam und abgeschottet von

jeder Zivilisation. Bitte versteht das nicht falsch! Ich wollte damit nur meine

Frage einleiten…

Wie habt ihr zueinander gefunden? Wie ist euch der Sinn gekommen eine Band zu

gründen?

AB: In der Tat ist Uffeln ein sehr kleines Dörfchen und dennoch kannten wir uns

untereinander bis vor 3 Jahren gar nicht wirklich. Ich kannte Beckmore und

SfrOschNOR sowie unseren ehemaligen Gitarristen Aggro Ben nur flüchtig. Ein

wenig später hab ich dann den Kannistakopp im 370km weit entfernten Berlin

kennen gelernt, wo er von Aggro Ben und Beckmore auf das 10 Jahres Konzert der

Terrorgruppe mitgeschleppt wurde. Und so kam das ganze dann langsam ins Rollen

und nach und nach setzte sich in unseren Köpfen die Idee fest das wir dringend

die beste Band, die das Universum jemals mit seiner Anwesenheit beglückt hat,

gründen sollten weil wir untereinander sehr gut klar kamen und auch alle nötigen

Instrumente nun beisammen waren und das war die Geburtsstunde von

„Chemotherapie“ aus denen nach 4 Monaten dann „Aggrobent“ wurde.

OM:

Was für Musik macht ihr? Konntet ihr euch sofort auf die Musikrichtung einigen?

AB: Unsere Musik ist schwer zusammen zu fassen, da wir verdammt viele Einflüsse

haben. Das geht von den Ramones über die Kassierer bis hin zu Slayer. Persönlich

sag ich immer, dass wir punkig angehauchten Rock’n’Roll spielen aber im

Endeffekt sollte sich am besten jeder selbst von uns überzeugen wenn wir mal

irgendwo aufspielen.

Das Problem einen Stil zu finden hatten wir eigentlich nie, da wir nie limitiert

sein wollten. Wenn wir einen Song schreiben bzw. die Melodie zu einem Song

schreiben ergibt eine Idee die Andere und so entsteht der Song nach und nach.

Sicherlich haben wir einen Sound den man als charakteristisch für uns bezeichnen

kann aber wir versuchen nicht zwingend auch genauso zu klingen wie man es von

uns erwarten könnte. Ich glaube nicht das jemals jemand einen Song wie

„Kannibalismus ist gesund“ von uns erwartet hätte, weil es wirklich in eine ganz

andere Kerbe schlägt als ein Grossteil unserer anderen Songs.

OM:

Und privat? Welche Bands favorisiert ihr?

AB: Wie sagte es Beckmore mal so schön in einem anderen Interview: „Nur weil wir

laute und schrämmelnde Musik machen heißt das nicht das wir auch nur laute und

schrämmelnde Musik hören.“ Das soll heißen, dass wir privat eigentlich so

ziemlich alles, was an Rockmusik existent ist, hören, sei es nun Punk, Glam,

Hardrock, Metal, Blues, Jazz, Indie, Alternative, Folk, Songwriter,… da sind

wir wirklich nicht eingeschränkt.

OM:

„Kleider machen Leute.“ Dem stimmt die große Masse der Bevölkerung auch wohl zu.

Wie steht ihr zu dem Thema? Ist euer ausgefallenes Bühnenoutfit Teil eurer

Promotion oder hat das eine mit dem anderen nichts zu tun?

AB: Natürlich ist das Bühnenoutfit ein zentraler Teil unserer Show. Für uns ist

es wichtig das es für das Publikum nicht nur musikalisch sondern auch optisch

passt damit sich die Leute auch gut unterhalten fühlen und da ist ein

ausgefallenes Outfit natürlich das A und O. Und da ich zum Beispiel die Outfits

der 80s Poser/Hairspray Rocker liebe war es für mich relativ einfach ein Outfit

zu finden das zum einen lustig aussieht und indem ich mich zum anderen auch wohl

fühle. Sicherlich würde ich auf der Straße nicht so rumlaufen wie auf der Bühne

aber auf der Bühne werden wir auch zu anderen Charakteren als in der realen

Welt. Da leben wir einfach voll und ganz unser Rock’n’Roll Image aus.

OM:

Ihr habt euch Anfang 2005 eine Ruhrpause gegönnt. Ist das richtig?

Wie kam es dazu? Waren da Unstimmigkeiten innerhalb der Band?

AB: Ja, das ist in der Tat richtig. Zu dem Zeitpunkt waren der Kannistakopp und

ich schon aus der Band ausgestiegen wegen diverser Differenzen innerhalb der

Band und der Rest der Band machte mit neuem Bassisten und Sänger weiter aber es

deutete sich immer mehr an, dass es mit der Band so nicht weiter ging und so

zogen Beckmore und SfrOschNOR beim Umsonst & Drinnen 2005 einen Schlussstrich

und verließen auch die Band. Danach tat sich dann ein Jahr lang so gut wie gar

nichts. Der Kannistakopp ist in der Zeit in einer anderen Band eingestiegen und

gründete mit mir zusammen noch die Truppe „Berges and The Funky Ficklots“, aus

der leider aber, außer einer Probe, nichts weiter wurde. In dieser Zeit

entstanden Songs wie der „Yooliety Song“ und „Kids gonna riot“ bis wir (der

Kannistakopp und ich) dann Anfang 2006 bei Beckmore anriefen und die ganze Band

wieder in der Originalbesetzung an den Start bringen wollten. Beckmore war

glücklicherweise sofort sehr angetan von der Idee und auch SfrOschNOR war sofort

wieder mit am Start. Aggro Ben fand leider keine Zeit mehr zur Band zurück zu

kehren und so machen wir also zu viert weiter und fühlen uns im Moment alle sehr

wohl in der Rolle die wir in der Band haben, da wir alle gleichberechtigt sind

was wichtige Entscheidungen angeht.

OM:

Habt ihr schon Aufnahmen oder habt ihr noch vor welche zu machen?

AB: Wir wollten vor 4 Wochen eigentlich in unserem Proberaum ein Demo aufnehmen,

nur leider brannte unser Proberaum einen Tag vor den Aufnahmen aus was uns in

unseren Planungen ziemlich zurück geworfen hat. Wir arbeiten aber daran

möglichst schnell ein Demo auf die Beine zu stellen und sind eigentlich recht

zuversichtlich das es in den nächsten vier Wochen irgendwas von uns auf CD zu

hören geben wird.

OM: Dann bedanke ich mich auch schon für eure Zeit und hoffe, dass wir euch demnächst mal hier in Osna bewundern dürfen!

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