OM: Hallo Alexx von Eisbrecher. Vielen Dank,dass Du dir Zeit nimmst, die Fragen von OsnaMetal.de zu beantworten.

Natürlich wollen die Leser etwas über euer bald erscheinenden zweiten Albums „Anitkörper“ erfahren.

Auf eurem Debütalbum „EISBRECHER“ waren Dance Tracks wie zum Beispiel „Fanatica“ zu hören, aber auch härtere Stücke wie „Angst“ oder „Willkommen im Nichts“. Wird auf „ANTIKÖRPER“ auch eine solch abwechselnde Musik für den Hörer geboten wie auf dem Debüt?

Alexx: Auf alle Fälle und eisklar!

So wie wir Menschen nun mal sind, zumindest jene von uns, die leidenschaftlich und intensiv leben, so abwechslungsreich ist unser Album II ausgefallen. Da stecken die emotionalen Aufs und Abs aus 2 ½ Jahren drin. Es ist viel passiert im abenteuerlichen Eisbrecherland.

OM: Noel Pix hat ja bereits im Jahr 2000 eure damalige Band MEGAHERZ verlassen. Wie kam es dazu, dass ihr wieder zusammen Musik machen wolltet?

Alexx: Nachdem wir uns zu MHz-Zeiten schon gegenseitig an die Gurgel gesprungen sind, war es mehr als nötig einen eisernen Vorhang zwischen uns zuzuziehen. Jahre Funkstille, in denen jeder für sich die Zeit hatte, über sein Wesen und Unwesen nachzudenken und Abstand zu gewinnen.

Wir haben uns später auf einem Konzert des „Orchesters Bürger Kreitmeier“ in Freising getroffen und es ergab sich eine sehr emotionale Aussprache. Von jenem Zeitpunkt an begannen wir uns wieder vorsichtig anzunähern und fassten schliesslich den Beschluss, ein modern rockendes Projekt auf die Beine zu stellen. Der erste Song war „Schwarze Witwe“ und der Rest ist Geschichte. Wir sind stärker als je zuvor, wie wissen wer wir sind und was wir aneinander haben….jetzt ist der gegenseitige Respekt gegeben, der uns in den jungen und wilden Jahren mit MHz leider oft fehlte, zu viel Eifersüchteleien und Revierstreitigkeiten. Wir wurden einfach cooler (vielleicht auch weil älter :-)).

OM: Eure erste Singleauskopplung vom neuen Album ist das Lied „Leider“. Wie man dem Text entlocken kann, geht es um selbstverletzendes Verhalten. Woher nehmt ihr die Inspirationen für solche Texte?

Alexx: Autoaggression heisst das Schlüsselwort!

In „Leider“ nehmen wir das Phänomen „Borderline-Syndrom“ aufs Korn. Warum? Weil es erschreckend viele Menschen, auch im Bereich der schwarzen Szene, gibt, die sich selbst Schmerz zufügen, die sich selbstbestimmt ein Leid antun. Gerne mit Rasierklingen und ähnlichem Gerät.

Ich wusste bis vor einem Jahr überhaupt nichts von dieser Form von Auswüchsen einer psychisch und ethisch immer mehr abdrehenden Gesellschaft; aber wer lebt erlebt und so kam es, dass ich innerhalb kürzester Zeit mehrere Damen kennenlernte, die sich massive Narben beibrachten (inklusive stationärer Nachbehandlung) und ebenso Interviewpartner von schwarzen Magazinen, mit welchen ich mich zu „Leider“ austauschte, mir plötzlich ihre Verletzungen zeigten. Verrückt und inspirierend.

Gott hat einen großen Zoo!

OM: Im Oktober erscheint euer zweites Album „Antikörper“. Was können wir erwarten und erklärt kurz unseren Lesern, warum es sich auf jeden Fall lohnt, diese CD zu kaufen.

Alexx: Antikörper ist die authentisch-konsequente Weiterentwicklung der eisbrecherischen Musikphilosophie, die da heisst: Moderne Rockmusik auf der Höhe der Zeit muss die Hörer an drei neuralgischen Punkten empfindlich treffen:

In den Bauch, ins Herz, in die Eier! Die Reihenfolge ist beliebig und je nach Lebens- und Emotionslage austauschbar.

Diese CD können alle kaufen, die auf deutschsprachige Musik à la Megaherz, ASP, Oomph!, Rammstein, Tanzwut, Silber, Witt, Subway To Sally (allerdings lassen wir die dudelnden Säcke wo sie hingehören)…. Stehen. So ist das! Eisehrenwort!

OM: Wie hat die Entstehung des Albums ausgesehen? Schreibt ihr gemeinsam die Songs oder hat jeder seinen eigenen Aufgabenbereich?

Alexx: Pix ist der Musik-Navigator, Produzent und als Multiinstrumentalist der unbestrittene, absolute Klangmonarch an Bord. Meiner Frostigkeit ist es vorbehalten sich um Texte und Inhalte zu kümmern, sowohl für die Songs, als auch in allen Belangen, die mit Musikvermarktung zu tun haben: Interviews (ach nee), Infos, Bios…!

Wir stimmen uns natürlich ab und erst ein gemeinsames, einstimmiges „Aye und Jawoll“ gewährt einem Eisbrecher-Song den Einzug in die Album-Titelfolge. Pix und Alexx sind in jedem Entscheidungsprozess demokratisch, das Ergebnis entspringt stets der Einstimmigkeit!

OM: Während eures Debütalbums EISBRECHER ward ihr noch unter ZYX Records unter Vertrag und seit zu AFM Records gewechselt. Was war der Beweggrund dazu?

Alexx: Zyx hat uns wegen zu grossen Erfolges an die Luft gesetzt! Wir haben mehr als ordentlich Debut-Alben verkauft, allerdings zog Zyx es vor, sich vor allem wieder auf das ureigene Kerngeschäft rückzubesinnen, nämlich Plastik-Pop jenseits aller Erträglichkeit und bar aller Daseinsberechtigung zu vermarkten. Recht so! Gut dass wir den hessischen Hafen verlassen und mit AFM einen grossartigen, neuen Partner mit Rockkompetenz gefunden haben.

OM: Auf eurer zweiten Singleauskopplung „Vergissmeinnicht“ ist auch ein zweiter Song namens „Wie tief?“.Ist dieses Lied ein weiterer Vorgeschmack auf das kommende Album oder wird es das Stück nur auf „Vergissmeinnicht“ zu hören geben?

Alexx: „Wie tief?“ ist entgegen aller Gerüchte auch auf dem regulären Album vertreten. Der Bonustrack auf der limitierten Digi-Edition heisst „Eiskalt erwischt“ und ist einer meiner Top-Favoriten. Da Pix und Alexx sich bei diesem einen Track nicht so ganz einig waren, ob der Titel Top oder Flop ist, haben wir den Kompromiss Bonus-Track favorisiert! Eine gute Lösung, das Feedback wird natürlich MIR Recht geben :-)!

„Wie tief?“ soll den Käufern der Single „Vergissmeinnicht“ zeigen, dass sie auf dem Album nicht nur tanzbarer Wave-Rock-Pop mit mindestens einer Träne im Knopfloch erwartet, sondern durchaus knackige Rock-Tracks mit melancholischer Blume und rassigem Abgang.

OM: Wie eng ist euer heutiger Kontakt zu Megaherz? Besteht überhaupt noch Kontakt oder habt ihr euch von eurer ehemaligen Band abgegrenzt?

Alexx: München ist groß und hat genug Platz für MHz und Eisbrecher. Keine Schiessereien mehr. Es ist alles d’accord. Der persönliche Kontakt begrenzt sich darauf, dass man sich zufällig trifft, oder eben nicht!

Eins steht jedenfalls fest: Die nächste Zukunft gehört uns!

OM: Gibt es in näherer Zukunft die Möglichkeit euch live zu sehen? Plant ihr eine Tournee zum neuen Album?!

Alexx: So wie es im Moment aussieht werden wir J.B.O. bei 5 Shows vom 03.12.-08.12.2006 supporten. Das wird mal eine Herausforderung nach unserem Geschmack: Der ultimativen Blödsinnsfraktion zu zeigen, wo der Eispickel hängt! Das wird nicht leicht, aber da uns Humor alles andere als unbekannt ist und wir live den Kühlschrank zur Sauna zu machen verstehen, freuen wir uns auf die irren Franken und ihre durchgeknallten Fans.

OM: Wie sieht es mit EISBRECHER auf der Bühne aus? Steht ihr zu sechst auf der Bühne?! Zusammen mit Rene, Felix, Maximator und Miguel?

Alexx: Wir werden zu sechst auf der Bühne stehen. Der Alexx, der Pix, der René und noch viele, viele mehr auf vor und hinter der Bühne!

OM: Okay. Vielen Dank für das Interview. OsnaMetal.de wünscht euch noch viel Erfolg auf dem weiteren Lebensweg mit Eisbrecher! Noch einen letzten, abschliesenden Satz an unsere Leser?

Alexx: Wenn Du glaubst es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Faustschlag her! Auf kalt°!

PS: Unsere Platte eignet sich übrigens hervorragend als Geschenk zwischendurch und als Ersatzoption für alle, die von der neuen Robbie Williams-Platte (die ebenfalls am 20ten Oktober erscheint) enttäuscht sein werden.