OM: Hallo Andreas. Zunächst einmal möchte ich dir für dieses Interview mit OsnaMetal.de danken.

Andreas: Grüß dich!

Gern geschehen 😉

OM: Seit der Veröffentlichung eures letzten Albums „Revenge“ sind gute zwei Jahre vergangen. Was hat sich in der Zwischenzeit bei Paragon so getan?

Andreas: Wir haben ne nette kleine Tour zusammen mit Torment und Dark Age gespielt (Metal Bash Road Kill), viele Einzelshows gemacht, einen neuen drummer (Chris Gripp, spielt auch bei Torment und der Iron Maiden Cover Band Powerslave) neue Songs geschrieben und ein wenig Zeit gebraucht ein neues Produzententeam zu suchen

OM: Ihr habt euch in der Zwischenzeit auch von eurem alten Basser Jan Bünning getrennt. Was hat euch zu diesem Schritt bewogen?

Andreas: Jan war mit der Produktion überhaupt nicht zufrieden. Das hat sich dann alles immer weiter hoch geschaukelt. Am Ende konnten weder der Rest der Band noch das Produzententeam seine Kritik so wirklich nachvollziehen. Jan hat dann gesagt, dass er sich nicht mehr mit der Produktion identifizieren kann und seinen Ausstieg erklärt. Das war für uns alle n ziemlicher Schock.

So nach 10 Jahren… Wir haben versucht ihn zurück ins Boot zu holen, aber da war nix zu machen.

Wir haben dann beschlossen ihn ziehen zu lassen und uns auf die Fertigstellung der Produktion zu konzentrieren.

OM: Einen Ersatz habt ihr mittlerweile in Dirk Seifert gefunden. Ist die Namensähnlichkeit mit Rebellion Sänger Michael Seifert Zufall?

Andreas: Ups. Ist mir noch gar nicht aufgefallen. Ich glaube aber das das reiner Zufall ist.

Mmmh… ich frag ihn mal bei Gelegenheit 😉

OM: Dirk ist allerdings auch kein kompletter Neuling in der Paragon Geschichte. Skizier doch einmal bitte, wie er bisher mit euch verbunden war.

Andreas: Dirk ist einn langjähriger Freund der Band. (Er hat sogar früher mal mit Martin zusammen in einer Band gespielt)

Er hat uns seit 2002 bei den Vorproduktionen zu den CDs unterstützt, hauptsächlich bei den jeweiligen Demoaufnahmen. Er kennt also eigentlich alle songs dadurch ging das aufbereiten des Live-Programms auch ziemlich fix. Zudem ist Dirk sehr musikalisch und spielt neben Bass auch Schlagzeug und Gitarre.

Ich bin im positiven Sinne überrascht und freue mich auf die Zusammenarbeit bei Neukompositionen.

OM: Dann lass uns doch nun auch einmal zum eigentlichen Anlass dieses Interviews kommen: Die Veröffentlichung eures nächsten Langspielers „Forgotten Prophecies“ steht unmittelbar bevor. Seid ihr nach so langer Zeit als Musiker vor so einem Termin noch nervös?

Andreas: Natürlich!

Das stirbt genauso wenig wie das Lampenfieber vor der Show.

Mittlerweile bin ich da aber schon etwas abgeklärter und die Hauptsache, nämlich, dass wir selbst glücklich und zufrieden mit der Produktion sind steht ihm Vordergrund.

Natürlich bin ich total gespannt was die Fans so dazu sagen, aber dass sie enttäuscht sein werden glaub ich überhaupt nicht eher das Gegenteil.

OM: Was wird uns denn auf der neuen Scheibe erwarten?

Andreas: 10 knallharte Eigenkompositionen mit den bekannten Paragon trademarks und eine Coverversion (OVERKILL’s „Deny The Cross“).

Die Scheibe ist diesmal nicht von Piet Sielck produziert worden sondern von unseren Live-Mischern Steve Quellmalz und Arne Wachtmann.

Die haben für den von den Fans geforderten und von uns gewünschten rauen Live Sound gesorgt. Direkt und ohne Kompromisse. Niemand wird enttäuscht aber viele positiv überrascht werden.

Dazu gibt’s in der limited edition (2 Euro mehr) eine Bonus DVD mit 10 Live-songs in super Ton- und Bildqualität, lustige Studio outtakes und ca. 60 Minuten Spielzeit.

Keine Abzocke sondern echt value for money.

OM: Wie gestaltete sich dieses Mal der Songwriting Prozess? Konnte Jan noch etwas dazu beitragen?

Andreas: ja, das ist ja das merkwürdige. Der songwriting Prozess war so wie immer. Wir haben uns regelmäßig getroffen Ideen ausgetauscht und neue songs gebastelt.

Die songs wurden geübt, vorproduziert und alle waren glücklich.

Auch Jan.

Im Studio war das dann plötzlich nicht mehr so…

OM: Wann wird man das neue Material denn live zu sehen bekommen? Ihr seid zwar für das Headbangers Open Air und das Metal Bash gebucht, aber wie sieht es denn mit einzelnen Gigs oder einer Tour aus? Ist da irgendwas in Planung?

Andreas: Beim Headbanger’s Open Air wird es auf Wunsch von Fans und Veranstaltern ein Mix aus Paragon Klassikern und vergessenen Perlen geben. Keine neuen songs.

Die gibt’s dann 2 Wochen später beim Metal Bash.

Einzelshows wirds dann im Herbst geben.

Eine Tour ist vorerst nicht geplant. Die bisherigen Angebote waren bisher alle nicht sooo toll.

Das hat nix mit den Finanzen zu tun sondern mit der allgemeinen Situation auf dem Live – Sektor für kleine und mittelgroße Bands. Ziehen tut da nur ein geeignetes, gutes Package sonst haben die Veranstalter einfach keine Lust mehr sich drauf einzulassen.

OM: Kommen wir als nächstes zu etwas ganz anderem, nämlich eurer Heimatstadt: Hamburg gilt als Mekka des klassischen Metal in Deutschland. Zahlreiche namhafte Bands stammen von dort: Helloween, Gamma Ray, Running Wild und eben Paragon. Wie nehmt ihr das selber wahr? Ist das bloß ein Gerücht oder ist Hamburg wirklich Heavy Metal Town No. 1 in Deutschland?

Andreas: Es stimmt schon, dass Hamburg viele Metalbands hervorgebracht hat und auch immer noch tut. Ob Hamburg nun No. 1 ist kann ich nicht beurteilen. Das ist Eine Frage für Statistiker. Ich denke aber, dass wir schon ziemlich weit oben stehen. es gibt wirklich unglaublich viele Bands im Rock und Metal Bereich. Interessanterweise gilt das aber nicht für die Anzahl der Fans, die ist im Süden Deutschlands doch deutlich höher und auch begeisterungsfähiger. Vielleicht ist ja das Wetter schuld, dass die Leute lieber im Keller proben, als durch den Regen zum Konzert zu latschen 😉

OM: Frustriert es euch manchmal, dass ihr zwar von Kennern in einem Atemzug mit diesen großen Bands genannt werdet, ihr aber was Verkaufszahlen und Bekanntheit angeht nicht über einen gehobenen Undergroundstatus hinaus kommt?

Andreas: Es ist natürlich manchmal schon zum kotzen wenn man sieht, dass „etablierte“ Bands wirklichen Schrott auf den Markt bringen und sich das dann auch noch verkauft.

Wenn du die Fans dann fragst; „Hey Mann, wenn du diese CD sooo scheisse findest, wieso hast du die gekauft?“ stellst du schnell fest, dass auch Metal Fans Opfer der Werbung werden….

Wir sind halt nie irgendwie gepusht worden.

Im Endeffekt sind wir aber verdammt stolz drauf, dass wir jeden Fan durch Überzeugung gewonnen haben und wir wissen auch immer was wir ihnen schuldig sind.

Das ist für uns auch einer der Gründe immer weiter zu machen. Unsere Fans teilen unseren Spaß und unsere Spielfreude. Wir lassen uns nicht verbiegen und wenn man uns Scheisse auf den Tisch legt, dekoriert und bunt beleuchtet bleibt es für uns…. Scheisse.

Ich finde es persönlich geil, dieses Gefühl zu haben. Den Willen es den ganzen Spinnern mit noch einer weiteren ehrlichen Metal Scheibe zu zeigen. Das hält uns echt am laufen.

OM: Ihr seid immerhin schon seit 17 Jahren im Geschäft. Hat sich in dieser Zeit die Szene gewandelt?

Andreas: Es sind halt immer mal wieder verschieden Richtungen des Metal angesagt. Das ist aber auch gut so, es hält die Szene am Leben. Auf jeden Fall ist der ganze Metalbereich noch vielschichtiger geworden. Wenn auch heutzutage vieles als Metal bezeichnet was für mich keiner ist. Aber das ist subjektiv und Metal ist kein geschützter Begriff, oder?

OM: Neuerdings hat man den Eindruck, dass sich die Metal Szene wieder auf ihre Wurzeln besinnt. Ist es wirklich einfach geworden klassischen Heavy Metal im Stil der 80er zu machen oder seid ihr immer noch mit denselben Problemen wie in den 90ern konfrontiert?

Andreas: Ja. ich hab auch den Eindruck das es im Moment ein wenig mehr Back to the Roots geht.

Das Grundproblem ist aber im Metalbereich immer noch das gleiche;

der Prophet gilt nix im eigenen Lande. Nach der Deutschrockwelle der letzten Jahre würde ich mir ein wenig mehr Unterstützung, Respekt und Akzeptanz für die einheimischen Künstler doch sehr wünschen. Nicht alles was aus Skandinavien oder den USA kommt ist automatisch auch besser. Wir haben eine Menge junger, guter Bands, die aus den o.g. Gründen leider einfach nicht weiterkommen.

OM: So langsam kommen wir zum Ende. Verrate uns doch bitte noch, was wir in Zukunft noch von Paragon erwarten können.

Andreas: Ich drohe euch hiermit noch viele Jahre paragonisierten Metal an.

Wir sind bereits wieder am Ideen sammeln und haben studio- und livetechnisch noch längst nicht das Limit erreicht.

OM: Abschließend wollen wir noch das berühmt-berüchtigte OsnaMetal.de Assoziations-Spiel spielen. Ich werfe dir jetzt einige Worte an den Kopf und du sagst mir spontan, was dir dazu durch den Kopf schießt.

Heavy Metal: Absolutes Lebenselixier, seit meinem 11ten Lebensjahr Begleiter und nicht wegzudenken

Hamburg: Party, Party, Party! Heimatstadt und für mich die schönste Stadt Deutschlands

Markthalle: Traditionsreiches venue, Ort vieler unglaublich geiler Konzerte (Accept, Twisted Sister, Sanctuary, Overkill, Metallica….)

Gamma Ray: Beste Hamburger Band. Nette, coole Leute, geile Tour, Grillparty

HSV: Jugendsünde! 🙂 Viva St.Pauli!!!

Bier: Zigaretten und Metal

Familie: Mit Gesundheit Prio 1 in meinem Leben

Festivals: Feiern, saufen, grölen, Mensch sein

Osnabrück: Coole Fans, geile Konzerte und nette Kumpels

OsnaMetal.de: Cooles Fanzine, wichtig

OM: OK! So viel also dazu. Ich möchte mich nochmal herzlich für dieses Interview bedanken und überlasse selbstverständlich dir die letzten Worte.

Andreas: So Leute, sammelt euch schmeißt die Kohle zusammen, holt euch Bier und die neue Scheibe (mit CD) und macht euch zwei vergnügte Stunden.

Ich hoffe wir sehen uns!

Kepp it heavy and keep it hard!

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