OM: Moin Bitter Orange!

Ihr kommt grad frisch von der Bühne, meine 1. Frage: Rockt St. Martinus?

Stefan: Definitiv. Wir haben ja letztes Jahr auch schon mitspielen dürfen und die Organisation sowie das Essen und Trinken waren toll. Genau wie dieses Mal. Macht immer wieder Spaß!

Lebt ihr gesund?

(Allgemeines Gelächter)

Jens: Das wäre dann wohl eher eine Frage rhetorischer Natur, nicht wahr?

Stefan: Ja nee, das kann ich verneinen. Manche von uns – ich möchte natürlich keine Namen nennen – sind quasi gut Freund mit dem gelegentlich Koksgebrauch (Alles Gelaber der Band). Und insgesamt rauchen und trinken wir wohl alle genug, um diese Frage hinlänglich zu beantworten.

Nils: Ausserdem ist Sport doof!

Exklusiv-Interview mit Bitter Orange nach "St. Martinus rockt" vom 24.06.2005

Exklusiv-Interview mit Bitter Orange nach „St. Martinus rockt“ vom 24.06.2005

OM: Jetzt mal wieder zu was Bandspezifischem. Euer Projekt „Killer Orange“. Was ist das, per definitionem?

Stefan: Purer Spaß (was auch sonst? Anm. d. Verf.). Musikalisch liegt es nah bei „Minor Threat“ und ist eigentlich aus einem recht profanen Grund entstanden: Nils der alte Kasper kommt gern mal zu spät zu den Proben und aus reiner Langeweile entstanden schnell einige kurzlebige Stücke, die aufgrund ihrer Kürze und außerordentlichen Gradlinigkeit aus den breitengrade des Grind/ Thrashcore nicht direkt ins Bitter Orange Konzept passen wollten.

Die Killer Orange Scheibe enthält also 10 Stücke mit einer Totallänge von 10 Minuten und ist auch 100 Stück limitiert, von denen auch heute die letzte weggegangen ist. Klar soweit?

OM: Gibt es Auftritte vom Killer?

Stefan: Nicht direkt. Wir quetschen meist ein paar von den Killer Songs im Set von Bitter Orange und sagen diese dann auch als solche an. Zu dieser Entscheidung gelangten wir, als wir einmal versuchten, einen kompletten Killer Orange Auftritt in einen regulären Bitter Orange Gig zu integrieren. Jeder von uns hatte sich eine Maske besorgt, halt was man so im Keller hat, Zombies oder Darth Vader oder so was, um die Songs auch optisch von den normalen zu unterscheiden. Das Publikum war wohl eher verwirrt als begeistern. Deswegen machen wir es nur noch so wie beschrieben.

OM: Alles klar. Für die Leute die euch nicht kennen, wo genau habt ihr eure Wurzeln?

Alle: Stefan kommt eher aus dem Stonerbereich, Jens eher aus den Deathmetal Gefilden, wobei Punk und Rock auch noch mit bei sind. Beispiele: Turbonegro und Smoke Blow (allgemeine und lautstarke Zustimmung).

OM: Nun zur letzten und obligatorischen Kindheitsfrage: Wie sahen eure Kinderzimmer aus?

Jens: Ich hatte nen Amiga, sehr viel Lego und n Mickey Maus Kuscheltier.

Nils: Ich hab nie was mit ins Bett genommen! Dafür hat ich ne sehr feine Pumukltapete.

Stefan (der, etwas abgelenkt von der netten Dame von der NOZ, erst einmal an seine Pflicht OsnaMetal gegenüber erinnert werden muss):Blümchentapete, grüne Bettdecke (die ganze Zeit über?? Anm. d. Verf.) und die AC/DC-Flagge überm Bett. Zack, fertich!

OM: Nun zur vielgeliebten Ent oder Weder Sektion.

Pantera oder Slayer?

 

Alle: Das ist jetzt aber mal ne harte Frage. Sind beide super. Ne ich nehm Pantera, die waren eher da. (Nach verdutzten Blicken seiner Genossen): Also bei mir!

Allgemeine Zustimmung. Also Pantera!

OM: Beam oder Daniels?

Stefan: Bäh, ich hasse Whiskey.

Jens: Ich auch!!

Nils und Christian: Wir nicht. Wir sind billig zu haben. Beam!

OM: Picard oder Kirk ( man bemerke die geschickte Überleitung von Beam zu Star Trek!!)?

Stefan: Bäh, ich hasse Start Trek!!

Jens: Ich auch!!

Nils und Christian :Wir nehmen auf jeden Fall Kirk. Einmal wegen der Synchronisation und zum zweiten, weil Willy einfach der coolere ist!

OM: Erfrieren oder Verbrennen ?

Jens: Oh gott. Keine Ahnung. Hey Stefan!

Stefan: Hm?

Jens: Erfrieren oder Verbrennen?

Stefan (spontan): Verbrennen!

Jens: Also Verbrennen!

OM: Burn out oder Fade away? (wieder so was tiefgründiges!)

Nach allgemeinem zögern kriegt Stefan die Frage mit und hält die Pommesgabel in die Höhe: BURN OUT!

OM: Batman oder Superman?

Einstimmig: Batman. Superman ist schwul, der kann zuviel. (Alle summen: Dimm-dimm dimm-dimm dimm-dimm dimm-dimm BATMAN!)

OM: BWL oder VWL?

Jens: VWL! Fürs Volk!

OM: Und zu guter Letzt: alles oder nix??

Alle: Alles!

Stefan (revidiert): Ich tendiere ja eigentlich eher zu nix!

In diesem Moment und kommt eine nette Frau aus dem Festzelt von St. Martinus und beendet mit einer äußerst passenden Frage das Interview: „Wollt ihr noch was oder habt ihr schon alles?“

OM: Dankeschön!

Bitteschön!

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Location: St. Martinus rockt
Datum: 24.06.2005
Autor: Benny

Bitter Orange – Death By South Mosh Army (Demo)

Bitter Orange - Death By South Mosh Army (Demo)

Bitter Orange – Death By South Mosh Army (Demo)

„Es geht um Feeling, nicht um Perfektion!“ So lassen es die fünf um Sänger Stefan von Bitter Orange selbst verlauten – und perfekt ist die Demo-Scheibe wirklich noch nicht.

… ist ja auch nur ne Demo-CD.

Sie wollen Stimmung machen und das geling ihnen recht gut. Nicht zuletzt durch ihre letzte Aufnahme, auf der sie beweisen, dass sie mächtig Druck machen können und eingängige Melodien mit Ohrwurmcharakter auf die Gehörgänge zaubern können.

Ihr Soundschema ist einfach: punkige Rockstücke mit straightem, nicht zu abgedrehten Beats, die zum Mitsingen und/oder Mittanzen oder -pogen animieren. Dabei spielt es auch keine Rolle welches Element nun gerade im Vordergrund steht, denn das Konstrukt bekommt erst durch das Zusammenspielen aller Elemente seinen „Bitter Orange“- Stempel aufgedrückt.

Mal ist’s die raue Stimme des Sängers, mal die Gitarrensoli und mal geben auch die Drumschläge des Schlagzeugers Niels den Ton an. Alles zusammen ergibt schließlich Bitter Orange.

Auf der abgespeckten Drei-Song-Demo kann man sich dieses Soundschema nun auch anhören und sich selbst vom orangefarbenen Virus anstecken lassen. So macht der Opener „Bloodsuck“ schon in den ersten Sekunden klar, was die Rocker wollen; Stimmung verbreiten und einfach rocken. Spätestens der Refrain taut auch den letzten Muffel auf und verführt ihn zum Feiern. Und wo „Bloodsuck“ aufhört, setzt „Lonely Heart“ mit seinen gerade mal 1:30min erst richtig an. Aufgeladen mit Power und dem gewissen Etwas an Aggressivität geht’s hier gleich in die Vollen und vertreibt so jegliche Art von Langeweile.

„Trail“ – der Abschluss der Demo-CD – vollendet die Scheibe dann schließlich und rockt ebenfalls noch mal ordentlich. Ähnlich wie im Opener stellt der Refrain auch hier ein Highlight dar, doch ist hier der Stil noch etwas straighter geworden und erinnert schon teilweise an Crossover.

Im Großen und Ganzen also eine Scheibe um eine träge Party mal richtig in Schwung zu bringen. Mehr Stimmung kann man eigentlich nur noch durch einen Live-Auftritt der Jungs erreichen.

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Label: Eigenproduktion
Genre: Kickass Rock
Releasedate: 2003-01-01
Web: http://www.bitterorange.de/
Punkte: 8

Autor: Marcus

Bitter Orange – The Killer Orange EP

Oh mein Gott! Wer brennt so was absichtlich auf eine CD??? Das war mein Gedankengang, als ich das erste Mal die Killer Orange-Scheibe in meinen CD Player legte und mir eine Wand aus pfeifendem und dröhnendem Gebolze im Old School Hardcore mit noisigen und punkigen Einsprengseln aus den Boxen entgegenwummerte.

Dabei verbergen sich hinter Pseudonymen wie Terrence Kill, Blood Spencer, Burner, 66 und Chrisstreater die Jungs von „Bitter Orange“, die scheinbar ihr reguläres Set durch ein wenig Geballer ausbauen, das aber nicht unter dem Gütesiegel „Bitter Orange“ herausbringen wollten.

Nichts desto weniger ist das Demo ein netter Gaumenschmeichler für all jene geworden, die sich mal wieder musiktechnisch roh und brutal auf den sprichwörtlichen Sack hauen lassen wollen und dabei auf guten Sound getrost verzichten können.

Allen anderen sei gesagt: Guckt euch „Bitter Orange“ besser live an, denn da kommen die Killer Orange-Songs um einiges geiler rüber, denn die Aufnahme ist dermaßen lärmig ausgefallen, dass es selbst mir als Fan roher Black Metal Produktionen trotz der 10 Songs in epischen 10 Minuten schwer fällt die ganze Scheibe öfters anzuhören.

Fazit: Cooles baller-„regulär Set Add-on“ von „Bitter Orange“. Doch als „Stand alone“ meiner Meinung nach zu schwach. Vor allem wegen des üblen Sounds.

P.S.: „Bitter Orange“ lieber live gucken. Da spielen sie die Lieder auch. Meist mit besserem Sound! 😉

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Label: Eigenproduktion
Genre: Thrash Metal
Releasedate: 2004-00-00
Web: http://www.bitterorange.de/
Punkte: 3

Autor: Marco

Bitter Orange – One foot in the dancing`shoes, one foot in the grave

Bitter Orange – der Name steht für mich als eingefleischten Osnabrücker Konzertgänger für eine übermächtige Bühnenpräsenz mit furiosem Einsatz und nahezu animalischer Spielbegeisterung.

Folglich hat dieses Osnabrücker Quintett schon mal die ersten beiden Punkte in der Wertung verdient. Nun ein Blick ins Booklet der Scheibe (übrigens in sehr interessanter Aufmachung gehalten). Siehe da: Auf der ersten Seite unter „wir danken“ steht OsnaMetal.de. Dafür gibt’s zwei Punkte. Stünden wir nicht an letzter Stelle der namentlich Erwähnten, wären es drei geworden!

Spaß beiseite: Ein wenig positive Voreingenommenheit darf man mir schon unterstellen, wenn ich diese Größe der Osnabrücker Bandszene bewerten darf. Da dieses Review jedoch keinen Spaß machen würde, wenn ich dazu die Musik nicht anhören „müsste“, kann man die Scheibe sich ja zumindest einmal drehen lassen.Von der energiereichen Bühnenpräsenz ist der Musik in konservierte Form verständlicherweise wenig anzumerken. Dennoch macht die 5-Track-Platte gleich einen guten Eindruck. Die Quintessenz von Punk, Metal, Hardcore, welche die Jungens liefern, kommt gleich stürmisch daher und fegt den Staub aus den Boxen, der sich bei weniger dynamischen Platten in letzter Zeit angesammelt hat. Nun ja, von Instrumentenbeherrschung sollte man ja ausgehen bei einer Band, die bereits Vorprogramm von Peter Pan Speedrock, Psychopunch oder den Kollegen von Goodwitch of the South war, vor allem eine kräftige, temporeiche Symbiose von Bass und Schlagzeug verleiht den Stücken eine Wucht, dass die Fensterscheiben beben.

Und auch gesanglich liefert das gute Stück einen treibenden Klang (charmant ergänzt durch die rauchige Stimme von Gastsängerin Iwi von Fortitude im letzten Stück „Valentines Square“). Im Grunde hätte ich mir das anhören doch sparen können. Wobei die Scheibe ja fast noch besser ist als erwartet. Kommt zu den oben erwähnten 4 Sympathiepunkten noch einmal ein halber für die Musik dazu …

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Label: Eigenproduktion
Genre: Kickass Rock
Releasedate: 2006-00-00
Web: http://www.bitterorange.de/
Punkte: 9

Autor: Tim


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