Hi Björn!

Vielen Dank für deine Zeit und dein Interesse, mir hier Frage und Antwort zu stehen. Bitte stelle dich doch anhand dieses Profils kurz vor:

Name: Bjoern Eilen

Wohnort: Osnabrück

Instrument: Gitarre / Gesang

Beruf: Musiker / gelernter Gerüstbaumonteur

Das hätte aus mir werden können, wenn ich NICHT der Musik verfallen wäre: Deutschlands bekanntester Amokläufer

Liebstes Getränk: Eistee / Rotwein

Aktuelle Top 5 Alben: Wir drücken bei der Aktualität mal alle Augen und sämtliche Körperöffnungen zu, ok ?

1. Supertramp – Crime of the century

2. Pink Floyd – The wall

3. Iggy Pop – American Cesar

4. Megadeth – Peace sells

5. Metallica – Master of puppets

OK! Starten wir dann gleich mal voll durch!

OM: War es schwierig nach dem Ausstieg bei Rebellion wieder etwas Neues aufzubauen?

Ja, es ist nach wie vor schwierig, da es für mich das erste Mal ist ein solches Ding auf diese harte und kompromisslose Art und Weise aufzuziehen. Bei Rebellion gab es ein extrem gutes Management/Promo Team mit Breakout Promotion und immer gute Labels, erst Drakkar und zur „Sagas of iceland“ Massacre records. Sowas garantiert Dir Strukturen und ein Umfeld in dem Du Dich komplett auf die Musik konzentrieren kannst, professionell eben. Songs schreiben, aufnehmen und ab auf Tournee. Oder Du wirst für das Metal Mania Festival in Spanien gebucht, gehst mit Iron Maiden, Sepultura, Nightwish, Blind Guardian und so weiter auf die Bühne, hast ein Wochenende Spass, ein nettes Hotel und verdienst noch gutes Geld.

Hinzu kommt mit Uwe Lulis ein Bandkopf und Produzent, der immer weiss, was zu tun ist und enorme Erfahrung aufweisen kann. Davon kann man nur profitieren und lernen.

Mit SILVER MAIDEN geht’s erstmal anders los. Kein Label, kein Management, kurzum, kein Support und kein Geld von aussen. Ich habe hier zu Hause eine nette kleine Studioeinrichtung mit gutem Equipment , wir nehmen alles selber auf und ich habe die Verantwortung als Produzent. Für mich das erste Mal die Leitung für die Recordings, den Mix usw zu übernehmen, ich bin einfach ins kalte Wasser gesprungen und lerne sehr viel dabei, aber es ist ein hartes Training. Wir sind auf einem guten Weg und werden ein starkes Debutalbum auf die Beine stellen. Alles in allem stehen die Zeichen auf „go“ !

OM: Bist du glücklich damit?

Ja, ich arbeite jetzt seit September 2005 ausschliesslich an SILVER MAIDEN und bin mit der Zeit immer sicherer geworden, das dies der richtige Weg ist, habe alles andere hinten angestellt, sämtliche Projekte, Solosachen und Live Ambitionen als Singer/Songwriter. Es ist harte Arbeit und machmal verzweifelt man hier und da, doch stell Dir mal vor was wir hier in der kurzen Zeit leisten und auf die Beine stellen.

Eine komplette Band, ein komplettes Album, mein eigenes Studio, Internetauftritte usw. Und das trotzdem noch niemand hinter uns steht, der uns den Rücken frei hält. Ich bin stolz auf all das und auf uns, auch wenn das nur der Beginn dessen ist, was wir uns noch vorstellen.

OM: Dein großes Ziel war immer eine Solo- und Songwriterkarriere. Wieso nun doch wieder eine Band?

Ich hatte in Frankfurt neben meiner Zeit bei Rebellion viele Songs für eine Rock/Pop Platte geschrieben, viele Balladen, ein Projekt bei dem ich auch singe, das ebenfalls aus meiner Feder stammt. Doch es stellte sich als umfangreicher und schwieriger heraus, als ich zuerst annahm. Viel Zeit verging und ich kam nicht entscheidend weiter. Irgendwann war dann die Luft raus und ich wusste, ich musste es auf Eis legen, so weh mir das auch tat. Es ist wie ein neues Album, das Du hörst, monatelang, ununterbrochen, danach stellst Du es erstmal ein paar Jahre in die Ecke bevor Du es wieder rauskramst um es für den Rest Deines Lebens zu lieben.

Ebenfalls in Frankfurt zusammen mit Uwe entstanden ist ein Gothic Rock Projekt mit einer Sängerin. Nach meinem Ausstieg aus Rebellion und dem damit zeitlich in etwa einhergehenden Umzug nach Osnabrück war es nicht mehr möglich das aufrecht zu halten. Ich hatte allerdings so viel Spass an der Arbeit mit Sängerinnen und der dazugehörigen harten, aber melodiösen Musik gewonnen, das mir bewusst wurde, ich muss eine eigene Band mit Sängerin auf die Beine stellen. Mir sprudelten die Ideen förmlich aus dem Kopf. Et voila.

SILVER MAIDEN war geboren.

OM: „Der Anspruch ist ganz klar eine Band aus Deutschland zu stellen, die mit internationalen Grössen wie EVANESCENCE, LACUNA COIL und NIGHTWISH mithalten kann“ so sagt ihr selber. Schaumschlägerei oder klare Vision?

Wenn ich mir ein Ziel setze, dann ist es wichtig offen für die Zukunft zu sein. Ohne das nötige Selbsbewusstsein werde ich nie an die Grenzen oder darüber hinaus gehen. Vielleicht bin ich am Ende nicht die Nummer Eins, aber darauf kommt es doch nicht an. Zu jeder Zeit des Schaffens brauche ich die Einstellung die Nr 1 zu werden. Wenn ich einen Song einsinge ohne das Bewusstsein einen Hit zu singen, fehlt mir das Kribbeln und die Atmosphäre um ihn geil zu machen. Das hat aber nichts damit zu tun, das ich denke ich fabriziere hier Hits. Nur muss ich mir im Geiste darüber im Klaren sein alles zu tun um das Mögliche zu erreichen. Diese Einstellung fehlt vielen unerfahrenen Musikern. Sie denken, das alles von alleine passiert oder eben nicht, doch das ist zu passiv. Du selbst bist der Stein, der ins Rollen kommt und andere mitreisst. Das ist eine Einstellung, keine Darstellung. Ich fall halt mal auf die Schnauze, das kann ich mir jedoch verzeihen, das gehört zum Leben. Aber ich muss wieder aufstehen. Das musste ich auch erst lernen, so wie jeder, der mal unten ist.

Wir wollen uns entwickeln, ein gutes Debut vorlegen und danach immer wieder einen drauflegen. Das ist unsere Einstellung. Das ist ein Teil der Vision. Dann will ich am Ende doch nicht klingen wie die White Stripes (nichts gegen die Band, nur der Sound ist nicht so mein Fall) und so bekannt sein wie ne x beliebige Schülercombo. Diese Arroganz besitze ich einfach. Wer das nicht mag, den kann ich unter Umständen verstehen, dem ist im Leben vielleicht immer alles zugeflattert, mir aber nicht! Ich muss kämpfen, oder ich gehe unter. Und ich werde kämpfen so lange ich kann.

Zudem ist es teils Politik der Label ausländische Bands mit wenig Aufwand in deren Ländern in die Charts zu bringen und dann nach Deutschland zu holen. Viele gute deutsche Bands schauen in die Röhre und wissen nicht warum sie nicht gesignt werden. Ganz einfach. Den Labels ist es zu anstrengend eine Band vernünftig aufzubauen. Deswegen auch die Ansage explizit eine deutsche Band dahin bringen zu wollen. Das ist Provokation pur.

OM: Euer Bandname kann schnell in die Poserecke gestellt werden. Wie seid ihr darauf gekommen und was soll er ausdrücken?

Das ist meine Idee gewesen. SILVER MAIDEN ist ein Song auf einer dieser Metal Opern, mit Iron Maiden z.B. hat das nichts zu tun, daran habe ich nicht einmal gedacht, zumal es zwei vollkommen unterschiedliche Bands mit unterschiedlichem Musikstil sind. Es ist ein sehr lyrischer Name, ich habe eine gute Freundin in den Staaten, die hin und wieder auch Texte für uns korrigiert, und sie ist begeistert gewesen, als ich ihr den Namen vorgestellt habe. Ich finde ihn sehr offen für alles was da kommen mag und sehr passend für harte, melodische Musik mit einer starken Sängerin im Mittelpunkt.

„Trallala“ für einen Kindergeburtstag machen wir jedenfalls nicht. Und „Deathfuckinhellpissrazorswithdoomintheassdork“ ist als Bandname zwar originell, aber nicht sehr einprägsam. Wie dem auch sei, ich finde SILVER MAIDEN geil.

In welche Ecke ich auch immer gestellt werde, am Ende zählt das was ich bin, was ich tue, was ich anderen bedeute. Wenn jemand den Namen zu soft findet, kein Problem, aber was wir den Leuten geben ist mehr als nur der Name. Das erfahre ich bei Freunden am eigenen Leib. Leute, die mich kennen, die nicht auf die Hülle schauen, sondern auf das Herz, auf das Innere. Wenn dann jemand kommt und mich für nen Poser hält, dann ist es die perfekte Provokation.

Uns kann jeder kennen lernen und sie oder er wird bei genauerem Bertachten feststellen, das Menschen für diesen Namen stehen.

OM: Mit Sorina Mantis habt ihr eine vielschichtige und fantastische Stimme am Front-Mikro. Welche Bedeutung hat sie für die Band?

Freut mich, dass sie Dir gefällt.

Sie ist das Aushängeschild von SILVER MAIDEN, ihre Stimme ist unser Markenzeichen, Ihr Auftreten der Wiedererkennungswert, kurzum, sie ist extrem wichtig. Sie wird geliebt oder gehasst, drück es aus, wie Du willst, wir alle kennen die Attribute über Leute oder Dinge die polarisieren. Und innerhalb der Band spiegelt sich so was wider. Da wir uns alle noch nicht so gut kennen, kann ich über Bandinterna nicht viel ausplaudern. Alles was ich nach den bisherigen Erfahrungen sagen kann ist, sie ist ein Unikat mit eigenem Willlen und kein Püppchen zum dahinstellen. Sie verkörpert SILVER MAIDEN zu einem erheblichen Teil, und genau das ist es auch, was ich mir bei der Suche nach einer Sängerin gewünscht hatte. Das es dann so extrem eintreten würde, damit hatte ich allerdings nicht gerechnet. Es gibt also doch Menschen, die mir in puncto Eigenheit in nichts nachstehen. Und genau das stellt sie meines Erachtens auch für die Band dar.

OM: Beschreib eure ersten Demostücke in eigenen Worten.

Wie auf unserer Website www.silvermaiden.de zu hören ist, gibt es bereits 3 Songs, die wir online gestellt haben.

„Queen in a play“ ist ein Midtempo- Song der von einem brutalen, rücksichtslosen Mann handelt, der sich Menschen so zurechtbiegt wie er sie braucht, in diesem Fall ist es ein junges Mädchen, die „Queen“, die es zu spät bemerkt und nicht rechtzeitig vor ihm flüchten kann. Deswegen der Wunsch alles wäre nur ein Theaterspiel (Queen in a play) und nicht die Realität. Es ist kein Schmusesong, sondern übertragbar auf Leute, die noch heute Frauen schlagen oder vergewaltigen.

„Your soul is black“ ist ein Abkotz Song über DIE mega-beschissene Beziehung, die man im Leben hat, und die man einfach nur noch beenden und vergessen möchte. Wer kann da nicht mitreden? Für alle interessant, denen ihr Partner gerade mächtig auf den Sack geht, oder die einen solch beschissenen Menschen irgendwann mal näher kennengelernt haben.

„Tears in my eyes“ handelt vom Tod eines Jungen, der ganz plötzlich bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Beschreiben möchte ich den Song nicht näher, er geht einfach an die Substanz.

OM: Werdet ihr demnächst live zu sehen sein?

Nein, Liveaktivitäten sind nicht geplant, erst wird die CD Produktion abgeschlossen und ein geeignetes Label gesucht. Im nächsten Jahr machen wir uns dann an die Planungen für Auftritte. Alles andere wäre verfrüht.

OM: Wie beurteilst du die Metalszene in Osnabrück? Kennst du Bands?

Und welche Rolle kann OsnaMetal hier spielen? 😉

Ich persönlich kenne die Metalszene in Osnabrück nicht so gut, da ich bis 2005 zweieinhalb Jahre in Frankfurt gewohnt habe. Aber so langsam lerne auch ich die ein oder andere Band kennen, wenn auch meist nur übers Netz wie z.B. Purid und den dazugehörigen Kai, den ich übrigens über das Forum von OsnaMetal kennen gelernt habe. Geile Sache!

Mich persönlich interessieren vor allem die Bands mit einer Sängerin, da ich schon wissen und einschätzen möchte, wo wir stehen. Besonders aufgefallen ist mir dabei Fortitude, die echt geile Musik machen. Höre ich viel lieber als z.B die Guano Apes, da mir die Stimme besser gefällt. Im Grünen Jäger laufen seit kurzem ein paar Songs von Fortitude und die müssen sich nun wirklich hinter niemandem verstecken. Das wäre eine Band, der ich Erfolg gönnen würde.

Alles in allem ist die Szene hier echt gross und hätte mehr nationale und internationale Anerkennung verdient. In anderen Städten oder Grossstädten wird auch nur mit Wasser gekocht, das sollten die Musiker und Bands hier wissen.

Und in genau die Kerbe kann auch OsnaMetal schlagen – Für diese Region einstehen und kämpfen. Diese Bands supporten und diese Menschen in der Medienlandschaft optimal vertreten. Vielmehr will ich dazu gar nicht sagen, ihr wisst, was ihr tut. Das merkt man. Wenn ich Euch jetzt zu viel lobe denken die Leser noch ihr habt mich bestochen. Also Schluss damit!

; )

OM: Als True-Metaller; was sagst du zu den „Slipknot – Kiddies“? Stichwort: Metal und Gothic als Mode-Trend.

„Slipknot Kiddies“, geiler Begriff, hab ich noch nicht gehört.

Ganz ehrlich: Es ist ganz normal Slipknot, Limp Bizkit, Eminem und so was zu hören. Ich finde das nicht beschämend oder scheisse. Die Zeit macht keinen Halt, sie geht weiter. Die Technik geht weiter. Meine Helden sind Supertramp, Pink Floyd, Megadeth oder Bands aus der Zeit. Die Helden der Kids heute heissen anders. Ob es gut ist oder schlecht, ich kann mich dem nicht verwehren. Ich habe meine moralischen und menschlichen Ideale. Die Kids von heute haben ihre. Das beste was ich tun kann ist die guten Seiten meiner musikalischen Ideale zu vermitteln. Dafür muss ich mit den Kids reden und sie verstehen. Das klappt nicht, wenn ich sie nicht ernst nehme. Das hat bei mir auch nicht geklappt, wenn man mich früher nicht ernst genommen hat. Dann kam von mir nur Scheisse zurück. Ich bin zu einem grossen Teil immer noch der, der ich mal war. Also lasst den Kids ihrem Raum für Freiheit, sonst werden Drogen oder Gewalt siegen.

OM: Was hältst du von Manowar? 😉

Manowar ist eine erfolgreiche Band, die sich ihre Lorbeeren verdient hat. Ich habe früher viel Manowar gehört, bis auch sie sich, wie fast alle anderen Langzeitbands zu viel selbst kopiert haben. So wie Iron Maiden, Dio etc. Damit habe ich das Interesse verloren. Aber was für eine Scheisse auch immer man über sie liest oder hört, und das ist einiges; sie leben. Und das zählt.

OM: Was fällt Dir zu folgenden Begriffen ein:

Geld:Damit habe ich immer nur Schwierigkeiten. Mir bedeutet Geld nichts, das bedeutet natürlich Ärger und Unverständnis bei anderen. Zu dem Thema kann ich nur meinen Lieblingsfilm empfehlen: Harold&Maude.

Freundschaft:Dazu empfehle ich einen Song von unserem Album: „That road“. Ansonsten sollte man über Freundschaft nicht so viel reden. Sie gehört zu den Dingen, die leben und sterben. Wenn ich gebe lebt sie, wenn ich aufhöre zu geben, stirbt sie. Wie eine Blume, die ich giesse oder nicht.

Silver Maiden: Osnabrücker Band

Sorina:So heisst die Sängerin von SILVER MAIDEN. Wir sehen uns fast täglich um an der Platte zu arbeiten. Macht Spass mit ihr.

Ebbelwoi:Trinkt man in Hessen, ich habs versucht, konnte mich aber nicht so recht daran gewöhnen. Bei alkoholischen Getränken ist Wein mein Favorit. Sollten wir mal ein Gläschen zusammen trinken!

OM: Jau, auf jeden Fall! Ich meld mich dann bei Dir!

Tja, dann sind wir auch schon am Ende! Nochmals vielen Dank und bis zum „Ebbelwoi-Abend“!

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen