OM: Wie läuft denn bis jetzt die Tour?

Caliban: Bis jetzt läuft die Tour echt gut. Bis heute war alles entweder ausverkauft oder ganz nah dran. Da waren eigentlich nie mehr als 5 oder 6 Tickets offen. Dadurch ist die Stimmung bei den Bands natürlich gut und da sich fast alle schon vorher kannten ist die Stimmung zwischen den Bands natürlich auch super.

Exklusiv-Interview mit Caliban vom 29.12.2005

Exklusiv-Interview mit Caliban vom 29.12.2005

OM: Ihr seid Mitte Dezember noch für 3 Gigs in Südamerika gewesen, ist das eine große Umstellung für euch oder mittlerweile Routine?

Caliban: Vom Wetter her war es schon eine Umstellung, weil dort dreißig Grad waren. Dazu war es für uns ziemlich stressig, da wir sind aus Brasilien wiedergekommen und hatten gleich am nächsten Tag einen 12 Stunden Nachtdreh für unser nächstes Video. Die Folge davon ist, dass die ganze Band krank war oder noch krank ist. Der Dennis (Gitarrist und Sänger der cleanen Parts) ist noch krank und kriegt seinen Gesang nur einigermaßen hin. Der Andy (Sänger) sagt das auch immer bei jeder Show. Da es jetzt bergauf geht sehen wir den letzten Shows positiv entgehen. Man muss aber eingestehen, dass das für uns alles ein bisschen viel war.

OM: Du erwähntest gerade den Videodreh. Seht ihr das Erfolgschancen im deutschen Musikfernsehen gespielt zu werden?

Caliban: Also das alte Video zu „The beloved and the hatred“ lief in der letzten Zeit ab und zu einmal bei Rockzone. Das neue Video ist aber hauptsächlich für Amerika und UK gedacht. Für UK ist das ganz wichtig, weil die mehrere Sendungen haben wo das Video dann nicht nur ab und zu gespielt wird, sondern hoffentlich Dauerrotation erreicht. In Amerika gibt es ja z.B. den Headbanger’s Ball mit Jamie von Hatebreed, wo unser altes Video auch häufiger gespielt wurde. In Deutschland glaube ich aber nicht, dass wir so häufig gespielt werden. Wenn es jetzt in jedem Land so wäre wie in Deutschland glaube ich nicht, dass wir ein Video gemacht hätten, da der Aufwand hierfür einfach zu groß ist.

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OM: Ist ja auch eine finanzielle Sache für die Plattenfirmen.

Caliban: Richtig und in Deutschland wäre die Resonanz im Verhältnis zum Aufwand einfach nicht gegeben. Hier müssen wir uns einfach über die Livepräsenz etablieren.

OM: Wie muss ich mir denn den Tagesablauf während einer Tour vorstellen? Nachts fahrt ihr bestimmt zum nächsten Ort und dann wird dort der nächste Tag verbracht.

Caliban: Ja genau. Ich krieg vom nächsten Tag eigentlich nicht so viel mit, da ich immer viel zu lange schlafe. Ich bleibe nachts immer lieber länger wach und gucke Filme oder so was. Das ist halt mein zu Hause Rhythmus. Wenn ich morgens um zehn aufstehen würde, würde ich mir nur langweilen, weil an den Veranstaltungsorten meistens nicht viel los. So stehe ich irgendwann nachmittags auf, esse etwas und mache den Soundcheck. Heute habe ich sogar den Soundcheck verschlafen.

OM: Gab es da denn Ärger von den anderen?

Caliban: Nein, das kommt immer mal vor, dass einer nicht beim Soundcheck dabei ist.

OM: Nach diesen ersten interessanten Fakten, komme ich jetzt mal zu eurer neuen CD „The undying darkness“. Kannst du uns schon verraten wie die neuen Lieder ausfallen?

Caliban: Wir bleiben in gewisser Weise schon der Metalcore – Schiene treu, die neue Platte ist aber auf jeden Fall eine Ecke schneller, härter, metallastiger und mit mehr Doublebass. Der Cleangesang ist nach wie vor vorhanden aber er fällt dieses mal anders aus. Man kann in etwa den neuen Song auf der „Split 2“ – CD mit Heaven Shall Burn als Beispiel nehmen. Dennis singt jetzt komplett den Cleangesang, aber nicht nur bei Parts, die den Cleangesang vermuten lassen, sondern singt teilweise über richtige Doublebasspassagen mit Geschrei im Hintergrund. Ich finde, dass sich der Gesang dadurch besser in die Musik einfügt.

Aber die Fans, die das alte Album gut finden, werden die neue „The undying darkness“ auch gut finden, so viel härter und schneller ist es jetzt auch nicht.

OM: Waren die Lieder schon lange vorher fertig oder erst direkt vor den Aufnahmen bzw. während der Aufnahmen erfolgt?

Caliban: Nein. Ich schreibe die meisten Lieder zu Hause. Also die ganzen Riffs setze ich so zusammen wie ich denke, dass es ein guter Song wird. Dieses Mal habe ich aber mehr Vorarbeit mit unserem Livemischer geleistet, der hat ein kleines Studio. Da habe ich die Gitarrenspuren aufgenommen und dann das Schlagzeug drunter programmiert. Das hat insoweit den Vorteil, dass man Kleinigkeiten besser verändern kann als wenn man im Proberaum sagt, mach das Mal so oder spiel hier mehr Doublebass. Also kann ich ruhig behaupten, dass wir dieses Mal besser vorbereitet waren als bei der alten Scheibe. Dadurch konnten wir dann die Zeit im Studio verkürzen.

OM: Auch wenn die Lieder erst kurz vorher geschrieben wurden, habt ihr sie dann noch mal sicherheitshalber live getestet wie sie bei den Fans ankommen?

Caliban: Nein, eigentlich nicht. Nach der diesjährigen Festivalsaison sind wir mit dem Schreiben der Songs angefangen und haben in der letzten Zeit so gut wie gar nicht live gespielt. So gesehen haben wir uns auf unser Gespür für die Songs verlassen.

OM: Du erwähntest ja bereits, dass du für einen großen Teil der Lieder verantwortlich bist. Wie sieht es da mit den Texten aus?

Caliban: Wie bei vielen anderen Bands auch, schreibt der Sänger die Texte. Bei uns ist das dann der Andy.

OM: Ist das denn generell so geregelt oder hättest du das auch machen können?

Caliban: Natürlich können auch die Texte von den anderen kommen. Bei „The opposite from within“ waren auch zwei Texte, die der Andy nicht geschrieben hat. Auf der neuen CD hat er aber alle Texte geschrieben. Ich kann für mich sagen, dass ich das nicht gut kann und so lasse ich das lieber gleich.

OM: Durch den Erfolg mit „The opposite from within“ ist der Focus auf die neue CD ja gewachsen. Habt ihr bei den Aufnahmen zu eurer CD irgendeinen Druck gespürt. Jetzt nicht nur von eurer Plattenfirma sondern von euch aus?

Caliban: Wir hatten das Glück, dass die Plattenfirma gesagt hat, dass wir machen können was wir wollen. Sie haben das so begründet, dass wir von unserer alten CD wesentlich mehr Kopien als vom Vorgänger verkauft haben und sie uns einfach vertrauen, dass wir eine gute CD abliefern. Sie finden jetzt die neue CD auch wesentlich besser als den Vorgänger und meinen das die Lieder straighter rüberkommen. Ehrlich gesagt, hatten wir da ein paar Befürchtungen, weil das Album ja härter ist und wir auf dem Vorab-Demo nur ein Song mit Cleangesang war.

OM: Das ist für eine Band ja Gold wert. Wenn der Plattenfirma, die Songs dann nicht gefallen hätten, hättet ihr noch mehr Songs in der Hinterhand gehabt?

Caliban: Eigentlich hatten wir nur 14 Lieder. Wir haben vorher halt schon richtig selektiert. Wenn wir gemerkt haben, dass das nicht so der gute Song ist, haben wir den direkt weg getan und nicht bis zum Ende aufbewahrt.

OM: Also kommt von euch nicht irgendwann ein Album wo Lieder drauf sind, die es nicht sofort auf ein Album geschafft haben.

Caliban: Genau. Ich meine wenn die Songs nicht gut genug sind auf das Album zu kommen, warum soll das dann später der Fall sein. Außerdem haftet dem immer der Geschmack von Geldmacherei an und ich würde hinter den Songs nicht zu 100% hinter stehen. Also aufgenommen haben wir jetzt direkt noch nichts was nicht aufs Album gekommen ist. Das einzige Mal war ein Song, der nachher als Bonus auf die Japanversion gekommen ist.

OM: Als Producer ist wieder Anders Fridèn von den „In Flames“ gewählt. War es nach dem Erfolg des letzten Albums sofort klar, dass ihr ihn wieder nehmt, oder habt ihr auch über andere Producer nachgedacht?

Caliban: Zur Auswahl hatten wir zwei. Beim Anders war es am Anfang das Problem, dass er durch die neue CD von den „In Flames“ zeitlich nicht zusagen konnte. Und so hatten wir uns für Adam von Killswitch Engage entschieden, den wir seit einer gemeinsamen Tour recht gut kennen. Mit ihm ist es dann leider nichts geworden, weil er aufgrund von Rückenproblemen im Krankenhaus war. Dass dann Anders doch noch produzieren konnte, liegt an der Tatsache, dass der Veröffentlichungstermin der neuen „In Flames“ auf einen späteren Zeitpunkt verschoben worden ist. Und dann war klar, dass wir ihn wieder nehmen.

OM: Und wie sah die Arbeit mit ihm aus?

Caliban: Das Einzige was sich an der Arbeitsweise geändert hat, ist die Tatsache, dass ich den Gitarrensound im Großen und Ganzen selber gemacht habe. Er hat mir dabei aber geholfen. Dadurch hat er sich mehr beim Songwriting und der Gesangsaufnahme gekümmert. Der Grund dafür ist, dass mir der Gitarrensound auf der alten Scheibe im Endeffekt nicht hundertprozentig gefallen hat. Das wusste er aber auch und so gab es da keine Probleme.

OM: Wo wir gerade bei „In Flames“ sind. Hast du schon die Lieder der neuen Scheibe gehört? Laut Berichten sollen sie ja wieder mehr nach den alten Scheiben klingen.

Caliban: Ja. Ich habe zum Glück schon die ganze Scheibe und finde sie gut. Vergleichen kann man sie eher mit den alten Scheiben, weil sie wieder etwas härter ist und die Produktion in meinen Augen besser ist. Die letzten beiden Scheiben fand ich vom Sound nicht so toll und die neue reißt mich jetzt auch nicht vollends vom Hocker, aber gefällt mir auf jeden Fall schon besser.

Meine Meinung kennt er auch, weil er mir die Songs im Studio vorgespielt hat und nach meiner Meinung gefragt hat. Ich meinte dann nur: „Saugeile Songs und der Sound ist besser als auf den alten Scheiben.“ Er hat dann nur etwas eingeschnappt gesagt „ You ’ll never get it!“ Ich steh halt mehr auf den cleanen Sound, während er den rohen Sound bevorzugt.

OM: Auf eurer Homepage habt ihr schon erwähnt, dass Anfang des Jahres ne neue Tour bevorsteht. Gibt es da schon weitere News. Wenn ja, spielt ihr dann hier in der Nähe?

Caliban: Wirklich neue News gibt es da noch nicht. Wir sind mit den Planungen halt noch nicht ganz fertig. Ich denke Mitte Ende Januar wird dann alles feststehen. Für uns es wichtig, dass wir jetzt das erste Mal eine Headliner-Tour machen, da wir die ganze Zeit vorher immer nur Supportsachen gemacht haben. Ich denke die ganze Tour wird dann ca. 5 Wochen gehen.

OM: Konzentriert ihr euch dann nur auf Europa oder auch auf Übersee?

Caliban: Wir wollen als Release-Tour erst in Europa spielen und im Anschluss daran noch für ca. 2 Wochen in Amerika. Geplant ist es dort auch erst mal als Headliner. Wir versuchen zudem in Amerika in die „Sound of the underground“ – Tour zu kommen.

OM: Wie sieht es denn mit den Festivals aus? Laut eurer Homepage habt ihr ein Festival in Polen bestätigt.

Caliban: Bis jetzt sieht es so aus, dass wir 2006 weniger Festivals als letztes Jahr spielen aber welche das sind steht auch noch nicht fest. Vielleicht das „With full force“, weil wir es ja letztes Jahr ausgelassen haben. Wir müssen einfach mal abwarten, welche Angebote wir kriegen und dann entscheiden wir.

OM: Dann bin ich mal gespannt ob ich dort noch mal sehen bekomme. Dann habe ich aber noch eine generelle Frage. Wisst ihr schon welche Lieder ihr auf eurer MySpace – Seite reinstellt?

Caliban: Ich denke auf jeden Fall die Single zu dem wir das Video gemacht haben und dann müssen wir mal sehen. Genau besprochen haben wir das noch nicht, dass müssen wir noch mal sehen. Auf jeden Fall soll noch etwas vor dem Release da reingestellt werden. Bestimmt wird dazu aber auch noch was bei Roadrunner oder auf unsere Seite zum Download stehen.

OM: Wie findest du denn das ganze Thema mit der Internetpiraterie?

Caliban: So und so. Ich finde das Internet für ganze neue Bands, die noch nichts veröffentlicht haben, super. Sie können sich durch das Internet schnell einen Namen machen und man kann außerdem schnell schon mal hören wie sich die Band in etwa anhört. Bei bekannten Bands wie z.B. Slayer ist das ganze dann verständlich super schädlich, weil denen dadurch eine ganze Menge Geld verloren geht. Für uns kann ich das noch nicht wo wirklich einschätzen wie wir da so stehen. Etwas schaden wird es uns aber auf jeden Fall.

OM: Verständlich. Dann komme ich auch schon zu den letzen beiden Fragen. Diese sind etwas persönlicher. Abgesehen von eurer Band betreffend, worauf freust du dich denn im nächsten Jahr?

Caliban: Playstation 3 (wie aus der Pistole geschossen).

OM: Welche Frage würdest du gerne einmal beantworten, die dir bis heute noch nie in einem Interview gestellt wurde?

Caliban: Wenn ich jetzt so kurz überlege, fällt mir keine ein. Wenn ich länger darüber nachdenken würde, würde mir bestimmt etwas einfallen aber so, muss ich dich leider enttäuschen.

OM: Schade. Das sollte dann nämlich meine letzte Frage werden. Aber dann beenden wir das Interview halt so. Ich bedanke mich, dass du dir die Zeit dafür genommen hast.

Caliban: Nichts zu danken, das Vergnügen lag ganz auf meiner Seite.

OM: Ok. Dann wünsche ich noch viel Spaß und Erfolg heute Abend.

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Datum: 29.12.2005
Autor: Striker


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