OM: Moin und erstmal Glückwunsch zum neuen Album „Nemesis MMIV“. Habt ihr alles selbst produziert und aufgenommen?

Manu: Jawoll! Wir haben einfach alle Gitarren und Base-Lines in Marcos Computer eingespielt und nachher selber abgemixt.

Marco: Die Vocals und Drums mussten wir allerdings getrennt aufnehmen, da ich in einer Mietwohnung wohne und die Nachbarn nicht begeistern gewesen wären. Also haben wir das Ganze in Hendriks (Gitarre Anm.d.Red.) Schlafzimmer verlegen, wo wir richtig knüppeln konnten.

OM: Wieso heißt das Ding „MMIV“?

Manu: Tja, die Aufnahmen liefen nicht so wie wir sie geplant hatten. Wir mussten uns an das neue Equipment gewöhnen und hatten nicht ausreichend Freizeit, um die Scheibe bis Ende 2004 (daher auch MMIV) fertig zu stellen. Da wir allerdings in unserer Vorfreude schon zahlreiche T-Shirts mit eben dieser Aufschrift bedruckt hatten, mussten wir allein aus finanziellen Gründen bei diesem Titel bleiben.

OM: Das neue Album ist für eure bescheidenen, privaten Möglichkeiten sehr anständig produziert.

Seid ihr auf der Suche nach einem Vertrag oder einem Label, das euch unter die Fittiche nimmt?

Manu: Na ja, ein Angebot hatten wir schon, aber das konnten wir echt dankend abschlagen. Aber Interesse besteht schon, wir haben keine Lust mehr auf die ganzen stressigen Promo-Aktionen und das finanzielle Problem, das mit einem Vertrag teilweise gelöst wäre.

Marco: Es ist jetzt aber nicht so, dass wir wie die Füchse hinter Angeboten herjagen. Wenn ein Gutes an die Tür klopft, merken wir’s schon. Wir lassen uns da Zeit.

OM: Beim Betrachten der Tracklist der „Nemesis MMIV“ meinte ich ein Konzept ausmachen zu können. So sind Titel wie „Cerebral Assassin“ und „Insomnia“ aus dem medizinischen, zumindest aus dem biologischen Bereich entliehen. Stimmt das so? Und überhaupt, liegt bei euren Songs ein einheitliches Konzept zugrunde?

Manu: Nein, wir haben kein festes Konzept. Überhaupt sind bei „Chronicle of Tyrants“ die Texte eher hübsches Beiwerk, eine nett anzuhörende Ergänzung zur Mucke. Er ist nicht essentieller Bestandteil und jedes Bandmitglied schreibt hier und da mal einen. Carsten ist allerdings Medizinstudent, daher vielleicht die biologischen „Metzger-Zerleg-Zeuch-Elemente“ in den Titeln. Ich selbst schreibe häufig kritische Texte über Mitmenschen, über alltägliches. Was Marco allerdings schreibt, weiß er wohl alleine nur…

Marco: Die Songs Nemesis und Lifeless hängen in ihrer Thematik aber zusammen. Da geht’s um Gesellschaft, Tod, Verderben… Sie sollen zum Nachdenken anregen.

Allerdings stimmt das schon: Wir wollen nur mit Freude an der Sache unsere Mucke zocken, die Texte stehen am Rande und lächeln.

OM: Habt ihr schon neue Songs auf die man sich freuen kann? Was erwartet einen überhaupt live, wenn man sich auf eure Shows traut?

Marco: Neue Songs haben wir noch nicht. Wir machen erstmal in bisschen Pause…

Manu: Wir haben live keine Choreographie, wenn du das meinst. Wir schütteln unsere Köpfe und machen einfach ordentlich Stimmung. Frag die Leute aus der Umgebung, die schon mal da waren.

OM: Gab es vorher andere Projekte?

Marco: Hensen (Gitarre Anm.d.Red.) und Carsten hatten mal just for fun ein humoresques, nicht ernst zu nehmendes Projekt: Die Blast-Beatles. Unkoordiniertes Geknüppel mit quasi-humoristischen Texten. Das Output dieser „Band“ war ca. 1 CD im Jahr, die Marco jedes Mal zum Geburtstag bekam.

Manu: Hensen hat auch momentan auch noch ein Projekt, das sich „Lifthrasiraeon“ schimpft. Komischer Name, komisches Konzept.

Marco: Ja, das ist so Ethno-Metal mit Aztekentexten so in Richtung Wikinger und Folk. Er spielt keine Gigs, aber nimmt Zeug für sich selbst auf. Und Carsten spielt ihm dann die Drums ein. Carsten spielt sowieso für alle die Drums ein.

Manu: Micha hat dann noch eine gleichwertige Death/Black Band am Start namens „In Cold Eternity“. Da zockt er Gitarre.

OM: Wie seid ihr zum Death gekommen? Wie sahen denn eure Kinderzimmer aus?

Manu: na ja, als Steppke hab ich sehr viel Roxette gehört, irgendwann hatten wir glaub ich alle ne Dance-Phase, und dann kam glaub ich auch schon der Death daher… Mein Wände waren baby-blau, reicht das?

OM: Ja! Marco, your turn!

Marco: OK, aber bei mir liegt das natürlich schon viel länger zurück. Ich hatte eigentlich ein sehr unspektakuläres Zimmer mit Holzdekortapeten. Das Highlight war ein Tisch mit meinem C-128er.

Manu: Stimmt, ich hatte ja auch nen C-64!

Marco: Jedenfalls hab ich so mit 15-16 angefangen, Punk zu hören. Tote Hosen, Slime, Brieftauben, alles… Von da an wurde es immer härter.

OM: Wer ist der Mastermind der Band? Wie entstehen Songs? Was spielt ihr für Equpiment?

Marco: Ehrlich gesagt bin ich der Mastermind was die Mucke anbelangt. Da wir alle etwas weiter auseinander wohnen, mach ich ein Riff fertig und pack es auf den Server. Die anderen dürfen zustimmen oder ablehnen, aber wenn ich drauf bestehe kommt es auch durch!

Manu: Bei uns entstehen die Songs nicht bei den Proben. Das würde im Chaos enden. Entweder Marco schickt MP3s rum oder er setzt sich mit Carsten zusammen. Beim Proben jammen und proben wir nur.

Marco: An Equipment spiel ich ne Ibanez AG, eigentlich lieber ne Fernandez, aber die ist kaputt. Ansonsten n 4x12er Marshall, Hybrid-Amp dazu. Hensen spielt das gleiche, hat allerdings ´ne Siebensaitige. Carsten spielt irgendwie ein Tama Set – Rockstar oder so. Er könnte da jetzt sicher einiges drüber erzählen…

OM: So. Final Sektion: Die unglaublich spaßige „Entweder-Oder“-Zeit!

OM: Köstritzer oder Paulaner?

(gleichzeitig) Manu: Paulaner! Marco: Köstritzer! Weil`s dunkler ist.

OM: Apple oder Microsoft?

Marco: Microsoft. Da läuft alles super und Apple kann ich mir nicht leisten!

OM: Amon Amarth oder Dimmu Borgir?

Marco: Carsten ist zwar Dimmu Fan, aber für mich ist das Kirmes-Metal. Also Amon Amarth!

OM: Stones oder Beatles?

(wieder gleichzeitig) Manu: Stones! Marco: Beatles, weil ich älter bin!! (Manu stimmt zu)

OM: Jazz oder Funk?

Beide: In diesem Fall müssten wir uns für das „ODER“ entscheiden! Es sei denn es ist JazzGrind á la Naked City

Manu: Obwohl Helge Schneider geil ist. Also doch Jazz.

OM: Goethe oder Schiller?

(entsetzt) Manu: Tja, äh…(plötzlich): Götz von Berlichingen ist doch von Goethe, oder? Da gibt’s so einen geilen Vers: „So lecke er mich am Arsche!“ Also wenn das von Goethe ist, dann halt Goethe!

OM: Lack oder Leder?

LEDER!

OM: Dankeschön!

Bitteschön!