OM: Damit sich unsere Leser erst einmal ein Bild von dem machen können es hilfreich, wenn du zu Beginn erzählen könntest, was du genau machst uns wie das mit uns zusammenhängt.

Alex: Hallo erst mal und schöne Grüße an die OsnaMetal.de – Gemeinde. Ich heiße Alexander Schröder und betreibe zusammen mit meinem kongenialen Geschäftspartner Dennis Orange den gleichnamigen Mailorder für CDs, Vinyl, DVD und allem, was mit Indie, Hc, Punk, Rock, Alternative, Emo zu tun hat. Da wir unseren Sitz in Melle haben, sind wir natürlich auch in eurem Einzugsgebiet aktiv, was den Zusammenhang erklärt.

OM: Wie bist du auf die Idee gekommen Mailorder zu betreiben?

Alex: Hier verweise ich wieder an meinen Partner Dennis Orange, der nicht nur den Grundstein für den Mailorder legte, sondern auch über entsprechende Erfahrungen in diesem Bereich verfügte und mich zusätzlich ins Boot holte. Gerade in Melle und sicherlich auch für Osnabrück fehlte da einfach ein regionaler und günstiger Anbieter für die von uns angebotene Musik, nicht nur im Hinblick bei CDs, sondern im speziellen vor allem für Vinyl! Gerade auf letzteres legen wir viel Wert!

OM: Welche Kriterien sind dir dabei besonders wichtig? Was willst du besser machen als die

anderen?

Alex: Weiter oben habe ich ja schon genannt, in welcher Musikrichtung wir uns hauptsächlich bewegen. Prinzipiell können wir fast jede Platte besorgen. Natürlich können wir nicht jeden Tonträger, der einmal hergestellt wurde, in unserem Shop einstellen, ich denke, das ist jedem klar. Deshalb ist es auch überhaupt kein Problem, wenn man uns einfach eine Email mit seinen Wünschen schickt. Das kommt immer wieder vor und ist natürlich für den Kunden viel einfacher. Also ein klares Plus an Service! Wir schauen dann, ob wir die Wünsche erfüllen und welchen Preis wir machen können. Also alles ganz simpel. Wir sind kein reiner Versandhandel mit automatisierten Standardemails. Natürlich arbeiten wir zur Abwicklung auch damit, aber der persönliche Kontakt zum Kunden ist uns sehr wichtig! Deshalb erreicht man uns neben dem Telefon und Email z.B. auch über AIM oder ICQ. Fortschrittlich wie wir sind, sind wir zum Beispiel auch unter www.myspace.com/dennisorange vertreten. Added uns! 🙂

OM: War es anfangs schwer deine Ideen in der Realität umzusetzen? Es gab doch sicher einige

Probleme die überwunden werden mussten!

Alex: Das größte Problem war sicherlich die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Also

den Internet-Shop hochzuziehen und zu programmieren. Haben wir, denke ich, aber ganz gut

hinbekommen. Der Kontakt zu den Labels und Vertrieben war ja nicht so schwer herzustellen.

OM: Da du ja sicher ein interessanter Ansprechpartner im Bereich Musik bist, ist es sicher ganz sinnig dich zu fragen, was du über die momentane Plattenindustrie denkst. Was einige Bands davon halten ist ja allerseits bekannt. Doch gibt es auch als Person in der Musikvermarktung Dinge, die einen immer wieder stören?

Alex: Grundsätzlich kann man festhalten, dass es immer mehr Veröffentlichungen gibt, was den Markt einfach überschwemmt und unübersichtlich macht. Dabei gibt es natürlich viele Bands, die sich selber oder von ihrem Label schlichtweg als Produkt begriffen werden und dann gibt es den sogenannten „Indie“-Bereich, wo etwas andere Ideale gelten. Wir bewegen uns wohl eher im „Indie“-Bereich und haben somit eine andere Auffassung darüber, wie sich Musiker vermarkten sollten. Meiner Meinung soll jeder das so machen, wie er meint, so lange er damit glücklich wird.

OM: Werden wir mal etwas konkreter und gehen auf die Homepage speziell ein. Die erste Frage die mich da beschäftigt ist: „Warum Dennis Orange und wer ist auf das Logo gekommen?“.

Alex: Das Logo hat Daniel Brüggemann, der Good Witch Of The South – Gitarrist, gebaut. Ein wirklich super Grafiker, der unsere Vorstellungen ziemlich genau umsetzen konnte. Warum Dennis Orange?! Na ja, Dennis ist einfach die richtige Gallionsfigur für unseren schweren Mailorder-Dampfer…

OM: Wie viele Bestellungen durftest du denn im letzten Monat bedienen und wie groß ist dein Einzugskreis?

Alex: Unser Einzugsgebiet ist durch das Internet natürlich weltweit. Immer mal wieder bekommen wir Bestellungen aus den USA oder UK, sowie anderen Ländern in Europa. Darüber hinaus natürlich viele nationale Kunden. Aus der Region in und um Osnabrück könnte es für meinen Geschmack mehr werden, da sind noch viele nicht auf unseren Service aufmerksam geworden, nehme ich an. Das Weihnachtsgeschäft lief 2005 nicht besonders gut. Es wurde einfach viel zu viel veröffentlicht, so dass viele Kunden anscheinend ihr Geld lieber für andere Weihnachtsgeschenke ausgeben wollten. Im neuen Jahr läuft es wieder besser an.

OM: Dein Bestellkatalog ist schon recht ansehnlich und ich habe schon gehört, dass man auf Wunsch auch noch viel mehr Klang- und Bildmaterial bekommen kann. Gab es dennoch einige Anfragen, die du nicht behandeln konntest?

Alex: Bisher haben wir fast jede Anfrage erfüllen können, die halbwegs realistisch war. Und wenn es ein spezielles Album einer Ami-Band sein soll, das in Europa nicht veröffentlicht wurde, dann importieren wir es halt direkt.

OM: Normalerweise machen wir ja eher Interviews mit Bands. In wie weit bist du denn in der regionalen Bandszene vertreten? Gib es Berührungspunkte?

Alex: Die regionale und lokale Musik- und Bandszene verfolgen wir sehr genau. Ob nun speziell in Melle oder aber auch im Einzugsgebiet von Osnabrück, wir kennen doch viele Leute, die damit zu tun haben. Deshalb unterstützen wir auch gerne Idealisten, wie Euch oder supporten lokale Konzertveranstalter. In Melle veranstalten wir ja zudem auch immer mal wieder Shows.

OM: Was war dir bei der Gestaltung der Homepage besonders wichtig?

Alex: Sie soll einfach übersichtlich sein, nicht überfrachtet und selbsterklärend zu bedienen sein. Ich denke, dass ist uns gelungen.

OM: Kann man mit Mailorder reich werden?

Alex: Wahrscheinlich nur wenn man Sexspielzeug anbietet… 😉

OM: Möchtest du in Zukunft deine Produktpalette noch erweitern, oder bleibst du in dem bekannten Genre?

Alex: Wir werden erstmal dabei bleiben, wo wir uns am besten auskennen. Was bringt es dem Kunden, wenn wir als Verkäufer Sachen anbieten, von denen wir bei Nachfragen keine Ahnung haben. Man soll zwar nie nie sagen, aber so wie es jetzt ist, wird es erstmal weiter gehen.

OM: Gibt es Musiker oder Künstler, die auf keinen Fall anbieten würdest?

Alex: Sicherlich keine Künstler, die diskriminierende oder ähnliche Musik vertreiben wollen. Ansonsten sind wir eigentlich relativ offen, wenn es in die von uns angebotene Musiksparte passt.

OM: Was sind im Allgemeinen deine Ziele im Jahr 06? Gibt es Eckpunkte, die du auf jeden Fall erreichen willst?

Alex: Bestimmte Ziele für 2006 haben wir uns nicht gesetzt. Dennis und ich hoffen natürlich auch in diesem Jahr viele neue Kunden begrüßen zu können. In Zukunft wäre es schön, den Bereich der „Local Area“ weiter auszubauen und gezielter auf die lokale Musikszene einzugehen. Da haben wir auch schon ein paar Ideen, die sich allerdings umsetzen lassen müssen. Daran tüfteln wir bereits seit einiger Zeit dran.

OM: Danke für das Interview und weiterhin viel Erfolg in der Zukunft!