Trotz bisweilen sehr starker Regenfälle, genossen an beiden Tagen nach offiziellen Angaben bis zu 4000 Besucher die unterschiedlichsten Bands, die allesamt eine großartige Performance ablieferten. Neben den Musikern ist es auch den Veranstaltern und Organisatoren zu verdanken, dass auch das 8. Mal Hütte Rockt als ein rundherum gelungenes und friedliches Event in die lokale Festivalgeschichte eingehen wird.

Wir hatten die Gelegenheit einen der Headliner, die legendäre Frog Bog Dosenband, vor ihrem Auftritt am Freitag zu einem lustigen und interessanten Interview treffen zu dürfen. Die Kult-Kapelle, die ihren ersten Auftritt seit 5 Jahren absolvierte, wurde von hunderten Dosenband-Fans frenetisch gefeiert.

Drei Mitglieder der Band standen uns bei kühlen Getränken Rede und Antwort:

  • Dr. Dr. Dräse – Vocals
  • Kartoffeldräse – Guitar
  • Elfmeterdriene – Drums

Desweiteren gehören zur Band:

  • Linsendschisdre – Bass-Guitar
  • Käpt’n Dampflok – Organ

OM: Wenn ihr eure Musik in drei Worten beschreiben müsstet, welche wären das?

FBD: Kirmes muss mit rein, Trinken. Das geht Hand in Hand mit der Musik. Und Spaß natürlich. Wir nehmen uns einfach nicht zu ernst, wir sind ja weit weg vom Mainstream.

OM: Nachdem bekannt wurde, dass die Frog Bog Dosenband auftritt, wurden schlagartig eine große Menge Tickets verkauft. Uns sind da Zahlen von 600 Tickets bereits am zweiten Tag zu Ohren gekommen. Was ist das für ein Gefühl, nach so langer Zeit noch so viele Leute zu ziehen? Und: Ist das wirklich euer letztes Konzert?

Kartoffeldräse: Erstmal ist das natürlich ein gutes Gefühl. Wir wussten ja auch nicht, ob das die Leute wirklich noch interessiert nach fünf Jahren. Wir haben natürlich eine treue Fangemeinde hier, die Leute haben uns immer unterstützt. Aber nachdem wir nun ein paar Jahre weg waren, wussten wir natürlich nicht, wie die Leute das Ganze annehmen. Von daher freuen wir uns natürlich, dass so viele Tickets verkauft wurden. Man kann ja auch sofort sehen, wer da draußen Frog Bog Dosenband-Fan ist.

Dr.Dr. Dräse: Und ob es das letzte Konzert ist, wissen wir nicht. Und genau genommen ist die Formulierung etwas ungünstig, denn nach so langer Zeit ist es für uns vielmehr das erste Konzert. Wir sind erstmal exklusiv hier bei Hütte Rockt, was danach passiert, das wissen wir noch nicht. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass wir nicht nur hier in Kloster Oesede, sondern auch im Emsland, Meppen, dem ganze Lingener Kreis, also im Prinzip die ganze A31 rauf und runter, treue Fans haben.

OM: Gibt es irgendwelche Rituale, die ihr vor einem Live-Gig absolviert?

Kartoffeldräse: (Lacht) Ja, aber über die können wir nicht öffentlich reden. Trinken. Trinken ist natürlich immer im Spiel. Wir treffen uns gerne mit den Fans, mal vor, mal nach dem Konzert. Das ist vielleicht sowas wie unser Ritual. Und natürlich das Trinkritual. Direkt vor dem Konzert gibt es noch das geheime Ritual nur mit der Band. Aber das können wir nicht öffentlich sagen, ist wie gesagt nicht salonfähig.

Dr.Dr. Dräse: Wir opfern jedenfalls keine Tiere.

OM: Ihr habt doch bestimmt nach so vielen Konzerten und Tourneen viele Anekdoten zu erzählen. Gibt es eine herausragende Geschichte, die ihr uns erzählen möchtet?

Dr.Dr. Dräse: Ja, (Gelächter macht sich breit) da habe ich eine parat. Wir haben früher einen Trompeter gehabt, der war nur für die Show da. Weil spielen konnte er nicht. Und irgendwann kam so beim 2. oder 3. Stück die Frage auf „Wo ist der denn?“ und dann sagte auf einmal einer: „Krankenhaus, Krankenhaus!“ Da ist der wohl von der Bühne gefallen, und wir haben es den halben Auftritt nicht gemerkt. Der ist auf der Bühne an eine Monitorbox gestoßen und hat sich ein Loch in den Kopf gehauen. Das ist wohl beim 2. Lied passiert und ich habe es erst bei der Zugabe gemerkt. Auf der Bühne ist immer so viel los, und man kriegt eigentlich gar nicht so richtig mit, was um einen los ist.

OM: Ihr habt nicht einmal gehört, dass der Kollege verschwunden war? Fehlte nicht irgendwas?

FBD: (überzeugend spontan:) Nöööööö, dass fällt eh nicht auf, wenn einer mal ausfällt, ist ja alles etwas trashig. Er hatte immer so 3-4 Einsätze und davon hat er so ungefähr 3-4 nicht getroffen.

OM: Hat sich aber wieder erholt der Kollege?

FBD: Jaja, alles gut, der ist auch heute Abend hier.

OM: Wir haben da mal ein paar Satzanfänge vorformuliert, die wir euch bitten möchten, zu vervollständigen...

  • Kloster Oesede ist cooler als Hagen weil…

FBD: Wir da her kommen. Die Pommes besser schmecken und weil die Nachbargemeinde immer scheiße ist. Für OS-Kennzeichen ist ST der Hass, wie HSV gegen Bremen, Dortmund gegen Schalke, Kloster Oesede gegen Hagen. Und in Hagen sind die Messer schärfer als die Frauen.

  • Wenn ich nicht Profi geworden wäre, wäre ich heute…

FBD: Wir können’s ja gar nicht. Wir sind ja gar keine Profimusiker. Wir machen das wegen unserer – (kurzer Einwurf eines Bandmitgliedes) “Automechaniker!” – “Milchkannen!”

Dr.Dr. Dräse: Du suchst Dir einfach die beste Antwort raus.

  • Als unsere definitiven Nachfolger würden wir anerkennen…

Kartoffeldräse: Das möchte keine Band, glaube ich, hören. Unsere Kinder vielleicht? Ist wohl einfacher zu sagen, wer UNS beeinflusst hat.

OM: Ok. Dann bitte…

Dr.Dr. Dräse: Ich würde sagen Deichkind. Aber die haben mittlerweile mehr Geld als wir, die können mehr Quatsch machen. Also nicht dass wir klingen wie sie, aber die kannste ja auch nur live ertragen. Ich denke, wenn wir das durchgezogen hätten, so als Profi-Musiker, wären wir heute so eine Kasperkapelle wie Deichkind.

Kartoffeldräse: Und in der Anfangszeit hat uns natürlich Helge Schneider beeinflusst.

Dr.Dr. Dräse: Als ich Euch das erste Mal gesehen habe, dachte ich, ach du großer Peter, was ist das denn, aber heute, nachdem ich 15 Jahre dabei bin, kann ich meine damalige Haltung selbst nicht mehr ganz nachvollziehen.

OM: Thema Songriting. Wer schreibt bei Euch die Songs, wie läuft der Songwriting-Prozess ab?

Kartoffeldräse: Schöfferhofer, Franziskaner, Veltins (alle zeigen auf ihre Biergläser)… Gerade in der Anfangsphase sind die Lieder durch’s Trinken entstanden, quasi aus einer Bierlaune heraus. Die ganze Band ist damals entstanden weil wir Lieder aufgenommen haben für einen Kumpel, der auch gerne getrunken hat. Und da haben wir ein paar Quatschlieder geschrieben und das kam dann irgendwie gut an, und so kann man sagen dass so alles entstanden ist.

OM: Also Bier als Bandmitglied und Songwriter?

FBD: Genau, so kann man das sagen.

OM: Die Rolling Stones waren bereits 23 Mal auf Abschiedstour, ihr feiert heute euer “letztes Comeback-Konzert”. Wie geht es weiter. Dürfen die Fans auf eine Zukunft der Dosenband hoffen?

FBD: Also wir machen erst mal keine Hoffnung, wir lassen das ganze erst mal offen. Wir gucken was heute Abend so passiert und wir gucken was in den nächsten Wochen so passiert. Es ist Nichts ausgeschlossen; Ideen sind wohl auch da, wir mögen uns alle genügend. Wir wollen das Ganze aber erst mal Sacken lass und schauen in zwei Wochen weiter und reden dann mal.

OM: Gibt es in eurem Repertoire einen Song, der besonders schwer zu spielen ist und euch somit vor eine Herausforderung stellt?

Kartoffeldräse: Den spielen wir heute nicht. Ist eine Sonate. Sonatenhauptsatzform. Unser damaliger Orgler kam aus der Kirchenmusik, und der kam irgendwann mal auf die Idee einer Sonatenhauptsatzform für einen Song namens “S A U F E und N – Sind meine Lieblingsbuchstaben”. Und der ist immer extrem schwer zu spielen und musste daher auch immer vom Blatt gespielt werden. Kommt bei den Leuten auch immer gut an, aber wir sind jetzt auch nicht sooo von Gott gesegnet an unseren Instrumenten, so dass wir hin und wieder auch einfach darauf verzichten, ihn zu spielen.

Dr. Dr. Dräse: Kannst Du übrigens auch unter Anekdoten verbuchen: Unserem Pianisten sind einmal während des Auftritts an einer schwierigen Stelle dieses Songs die Notenblätter weggeflogen. Jemand hatte auf der Bühne einen Ventilator angeschmissen. Der Song musste vom Blatt gespielt werden, und unser Keyboarder konnte nicht mehr. Der war fertig.

OM: Kommen wir zur letzten Frage: Gibt es noch Irgendetwas, das Ihr den Lesern von OsnaMetal.de mitteilen möchtet?

FBD: Falls nein, ist das auch ok? (Lachen)

Kartoffeldräse: Für den Fall, dass wir uns entscheiden eine nächste Platte zu machen, was wir ja nicht wissen, sollen die Leute sich die fünf Euro aus den Rippen leiern und die Scheibe kaufen. Das würde ich mir wünschen von ruren Lesern.

Dr. Dr. Dräse: Was vielleicht auch noch interessant ist, auch für die Metal-Leser, wir haben nachher Gastmusiker aus dem absoluten Metal-Bereich auf der Bühne, und mit denen spielen wir einen Metal-Song. Ehemals Deterrent heute Sudden Death und Purid, die spielen ja morgen auch noch.

OM: Bei welchem Song wird das sein?

FBD: Das ist der “Monster-Mega-Sauf”.

OM: Der Titel überrascht uns.

Kartoffeldräse: Ja-ha! (lacht) Die haben wir extra eingeladen, das ist schon seit 15 Jahren ein großer Traum mit den Jungs mal zu spielen. Die performen ja wesentlich besser Metal als wir und sie haben “ja” gesagt. Wir haben einmal geprobt und das wird eine lustige Sache.

Dr. Dr. Dräse: Wir haben wirklich nur einmal geprobt, und das wird auch noch die große Unbekannte.

OM: Wir bedanken uns für das nette Interview und freuen uns auf Euer Konzert!

FBD: Wir auch!

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