Interview mit Christ und Fabian von den Emil Bulls

OM: Ihr seid wieder da, was habt ihr in der Zwischenzeit gemacht getrieben?

Christ: Wir waren gar nicht wirklich verschwunden, wie es viele behaupten. Wir sind halt viel getourt und haben an unserem Album gearbeitet. Die Arbeit an unserem Album hat sich halt ein wenig in die Länge gezogen.

OM: Ihr wart in einem Ferienhaus am Chiemsee und habt dort den größten Teil eurer Songs geschrieben. War das beabsichtigt oder ist es eher spontan dazu gekommen?

Christ: Das war voll und ganz beabsichtigt. Es war mal eine ganz andere Herangehensweise, nicht die Typische. Wir haben zwei bis drei Wochen in dem Ferienhaus verbracht und haben an unserem neuen Album gewerkelt. In diesen zwei Wochen haben wir mehr geschafft, als in einem halben Jahr. Abend haben wir mal einen Film geschaut, aber eigentlich war immer jemand im Keller und hat an den neuen Liedern gearbeitet.

OM: Ihr habt nun euer neues Album draußen. Warum ist es rockiger und weniger Nu Metal-lastig als die anderen beiden Alben davor?

Christ: Wir waren gar nicht so Nu Metal-lastig. Und wirklich rockig sind wir auf dem jetzigen Album nur bei zwei Songs. Aber man hört auf der Scheibe jetzt mehr von den einzelnen Instrumenten. Es ist nicht mehr so ein „Geschrabbel“. Und weicher sind wir eigentlich auch nicht geworden. Christ klaut Fabian eine Zigarette.

Fabian: Es ist eine logische Weiterentwicklung von uns. Wir haben sie Stärken der einzelnen Bandmitglieder raus kristallisiert und dadurch ein ganz neues Album erzeugt.

OM: Bei euch hat sich die Band-Formation geändert. Hat sich euer neuer Schlagzeuger gut eingelebt und gab es am Anfang Schwierigkeiten?

Christ: Also, wir haben eine Anzeige aufgegeben und haben gedacht wir würden ewig nach einem neuen Schlagzeuger suchen. Dann meldete sich Fabian und es war eine riesen Überraschung, dass er ein entfernter Bekannter war. Er kam in den Proberaum und wir haben sofort gemerkt, dass es passt, dass die menschliche Wellenlänge stimmt. Es war nicht schwer für ihn in unser eingeschworenes Team, die „Chaoten Truppe“ einzusteigen.

Unser alter Schlagzeuger studiert jetzt und hat nebenbei auch eine Band. Die machen so „Death Stoner Kreisch Rock“.

Den Wechsel der beiden haben wir sogar ganz Öffentlich bei einem Gig vorgenommen. So ganz dramatisch, und so! Fabian hat nach der Hälfte des Sets mit unserem alten Schlagzeuger gewechselt. Um das ganze zu dramatisieren haben wir die Becken angezündet. Die ein oder andere Träne ist bestimmt auch irgendwo gerollt.

OM: Wie kam es zu eurem Labelwechsel? Ist es für euch eher cool oder nicht so? Und warum?

Christ: Also, das ist ja inzwischen unser drittes Label. Unser erstes Label hat sich aufgelöst und somit wurden alle die dort unter Vertrag waren zu Motor zwangsübersiedelt. Und Motor haben sich dann nicht wirklich für uns interessiert. Haben sich auch nicht um uns gekümmert. Dann waren wir ewig lang ohne Label und haben in der Zeit halt auch unser neues Album produziert, ohne zu wissen, unter welchem Label es nachher erscheinen wird. Aber wir wussten, dass wir früher oder später ein neues finden. Jetzt sind wir halt bei Pirate, einem mittelgroßen Münchener Indie-Label unter Vertrag. Das gehört übrigens dem Michael Mittermeyer. Wir sind die erste richtige Rockband in dem Label.

OM: In eurem neuen Video geht Christ ja wortwörtlich in die Luft. Wie war das beim Videodreh für dich?

Christ: Das war ja viel spaßiger, als es im Video zu sehen ist. Ich hing da zwei bis drei Stunden über Kopf. Das war eine richtige Matrixerfahrung für mich und es war sehr anstrengend. Und es hat verdammt im Schritt wehgetan. Die Filmszene war eigentlich länger geplant, aber es hätte dem ganzen Video die Energie genommen.

OM: In eurem neuen Video „Newborn“ habt ihr so wunderschön rot leuchtende Saiten. Habt ihr da speziell etwas Bestimmtes aufgezogen, oder wurde das ganze mit dem PC quasi gemogelt?

Christ: Das Video an sich hat einen ganzen Tag in Anspruch genommen. Von morgens 8 Uhr, also 7 Uhr aufstehen, bis 1 Uhr nachts. Und es ist Wahnsinn, dass man ein so gutes Video erstellen kann, mit viel weniger Geld als für die anderen Videos.

Fabian: Nach dem Drehtag war ich erstmal eine Woche krank, so stressig war das.

Christ: Die Saiten waren Elektro-Drähte, die mit einer Steckdose verbunden waren und dann rot leuchten. Das war schon eine sehr geile Idee.

OM: Welche Pläne habt ihr für die Zukunft?

Christ: Wir werden jetzt erst einmal unsere Tour zu Ende spielen und dann mit Wochenend-Konzerten weitermachen bei denen der Eintritt frei ist. Das läuft halt wieder über die Schwarzer Krauser Nachtzeche. Innerhalb der Woche werden wir uns zusammen setzten und neue Songs schreiben. Anfang nächsten Jahres gehen wir dann wieder ins Studio zum Aufnehmen. Ab Frühjahr ´06 ist dann unsere neue Platte auch in England in den Geschäften erhältlich. Dort werden wir dann auch eine Tour planen.

OM: Nun eine Abschluss-Frage! Metallica oder Slayer?

Fabian: Black Sabbath

Christ: Also nimmt man die Load, dann Metallica. Aber insgesamt gesehen: Slayer.

OM: Wir danken für das Interview und wünchen euch noch alles Gute für die Zukunft!

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